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„Liebling, Apple hat das iPhone geschrumpft!“


iPhone & iPad Life - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 12.10.2020

Die für viele größte Überraschung des diesjährigen iPhone-Events ist ausgerechnet das kleinste neu vorgestellte Gerät. Wir rechnen fest damit, dass das iPhone 12 mini ein riesiger Erfolg wird.


Artikelbild für den Artikel "„Liebling, Apple hat das iPhone geschrumpft!“" aus der Ausgabe 4/2020 von iPhone & iPad Life. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: iPhone & iPad Life, Ausgabe 4/2020

Zur typischen James-Bond-Titelmusik zauberte Kaiann Drance, Apples Vizepräsidentin für „iPhone Product Marketing“, das iPhone 12 mini aus einer Matrjoschka-Metallkofferkaskade hervor.


In diesem Jahr präsentiert Apple nicht ein, nicht zwei, nicht drei, sondern gleich vier neue iPhone-Modelle. Die Produktfamilie des iPhone 12 ist damit so groß wie noch nie.

Um den Überblick zu bewahren, beginnen wir mit dem iPhone mit ...

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... dem kürzesten Namen, dem iPhone 12 und stellen ihm das iPhone 12 Pro gegenüber. Beide Geräte sind nämlich fast Zwillinge: iPhone 12 und 12 Pro besitzen beide ein fast randloses Display mit OLED-Technologie mit 6,1 Zoll und sind auch beim Gehäuse identisch groß; das Pro-Modell ist nur wenige Gramm schwerer.

Neben diesen beiden gleich großen Geräten bietet Apple noch das etwas größere iPhone 12 Pro Max an, welches auf 6,7 Zoll Displaydiagonale kommt. Zwei Pro-Modelle und ein iPhone ohne Namenszusatz gab es so auch in den vergangenen Jahren. Ganz neu hinzugekommen ist nun erstmals das iPhone 12 mini, welches ein Display mit 5,4 Zoll besitzt.

Es ist von den Abmessungen des Gehäuses her sogar kleiner als das aktuelle iPhone SE, bietet aber dank randlosem Design ein größeres Display. Apple selbst bezeichnet das iPhone 12 mini als das „kleinste, dünnste und leichteste 5G-Smartphone der Welt“.

Die beiden Nicht-Pro-Modelle besitzen einen Rahmen aus Aluminium und eine Front- und Rückseite aus Glas. Erhältlich sind sie in den fünf Farben Blau, Grün, Schwarz, Weiß und „(Product) Red“. Bei den beiden Pro-Modellen ist der Rahmen aus Edelstahl, Front- und Rückseite aber ebenfalls aus Glas. Hier zeigt sich Apple aber leider etwas weniger farbenfroh und bietet nur die vier Varianten Graphit, Silber, Gold und Pazifikblau an. Besonders eine rote Variante hätte sicher auch bei den Pro-Geräten seine Abnehmer gefunden.

Alle vier Modelle sind erstmals auf der Vorderseite mit einem „Ceramic Shield“ ausgestattet, welches das iPhone viermal besser vor Stürzen schützen soll – so verspricht es zumindest Apple. Dies wird möglich, indem das Displayglas bei sehr hohen Temperaturen mit Nanokeramik-Kristal- len durchsetzt wird, welche die Festigkeit erhöhen. Wie gut das iPhone 12 sich tatsächlich bei Stürzen schlägt, müssen die ersten Tests zeigen.

Dank einer IP68-Klassifizierung sind alle Modelle des iPhone 12 auch absolut staubdicht und bieten einen Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen. Apple selbst gibt an, dass das iPhone bei bis zu 6 Metern Tiefe maximal 30 Minuten ohne Schaden übersteht.

Tauchen in der Tiefsee ist damit also auch weiterhin nicht ratsam – aber Salzwasser sollte man sowieso vermeiden. Eine Tasse Kaffee oder ein Glas Rotwein überlebt das neue iPhone aber auf jeden Fall.

Der Prozessor hängt alle ab

Bleiben wir bei den Gemeinsamkeiten aller neuen iPhone-Modelle und werfen einen Blick auf den Prozessor. Apple verbaut in allen Geräten den neuen A14 Bionic, welcher bereits im September erstmals im neuen iPad Air das Licht der Welt erblickte. Apple ist ganz sicher nicht in allen Bereichen im Smartphone-Markt führend, doch seit einigen Jahren macht der Firma aus Cupertino bei Smartphone-Chips keiner etwas vor. Auch mit dem A14 Bionic baut Apple weiter die Führung bei den Prozessoren aus, schließlich handelt es sich dabei um den weltweit ersten Smartphone-Chip im 5-Nanometer-Fertigungsprozess.

Die Vorteile dieser Fertigung sollen primär in der besseren Energieeffizienz und in einer verbesserten Leistung liegen. Apple selbst verspricht selbstbewusst 50 Prozent mehr Prozessor- und Grafikleistung als die schnellsten Chips anderer Smartphone-Hersteller – ohne dabei Namen zu nennen. Sicherlich sind dabei aber unter anderem die Prozessoren von Qualcomm gemeint, welche viele Android-Geräte antreiben.

Diese schiere Power des A14 Bionic soll bei Spielen zum Tragen kommen, aber auch große Vorteile für Fotografie und Videoaufnahmen bieten und dabei dennoch ausreichend Akkulaufzeit mitbringen. Der für die Artifizielle Intelligenz auf dem A14 untergebrachte Bereich für die Neural Engine umfasst 16 Kerne, die ganze 11 Billionen Berechnungen pro Sekunde ermöglichen sollen – was 80 Prozent Steigerung im Vergleich zum iPhone 11 bedeuten würde.

Da bis Redaktionsschluss noch keine Testgeräte eingetroffen sind, können wir diese Angaben noch nicht überprüfen. Aber Apple konnte auch schon mit dem A13 Bionic beeindruckende Leistungen beim Prozessor vorweisen.

Apples Smartphone-Chips machen sehr neugierig auf das, was die Firma bis Ende dieses Jahres mit dem ersten eigenen Mac-Prozessor vorstellen wird.

Von dezent bis schreiend: Farblich deckt Apple mit dem neuen iPhone 12 eine ungewohnt große Bandbreite ab – eine Entwicklung, die wir ausdrücklich begrüßen.



Sebastian Schack „Noch mehr als bei allen anderen „Pro“-Geräten, wie dem MacBook und dem iPad, ist es schade, dass Apple willige iPhone-Käufer in der Farbauswahl unnötig einschränkt. Ein iPhone 12 Pro als „(Product) Red“-Gerät? Ich wäre sofort dabei, um somit quasi im Vorbeigehen sogar eine gute Sache zu unterstützen.“


s.schack@maclife.de@Mac_Life

5G: zur Sicherheit schon mal an Bord

Ebenfalls schnell geht es beim nächsten Thema zu. Wohl kaum eine Sache hat Apple bei der Präsentation der neuen iPhone-Modelle so ausführlich behandelt wie den neuen Mobilfunkstandard 5G, welcher in allen vier neuen iPhone-Modellen verbaut ist. Und tatsächlich bedeutet die neue Technik in der Theorie für den Alltag deutlich schnellere Up- und Downloads, schnelleres Streaming von Videos, Podcasts und Musik sowie Onlinespiele ohne Unterbrechung – einer maximalen Downloadgeschwindigkeit von bis zu 3,5 GB die Sekunde sei Dank.

Alle Varianten des iPhone 12 sind mit einem sogenannten Smart-Data-Modus ausgestattet. Dieser sorgt dafür, dass das iPhone nur dann 5G nutzt, wenn auch wirklich dessen hohe Geschwindigkeiten benötigt wird. Ruft man nur seine E-Mails ab oder surft im Netz ein bisschen nach Katzenbildern, dann beschränkt sich das iPhone auf LTE. Beim Streamen von 4K-Kinofilmen kommt dann wiederum 5G zum Einsatz. Apple möchte auch hier den Akku schonen.

Auf dem Papier klingen alle diese Punkte ganz wunderbar, doch im Alltag des Jahres 2020 sind sie in Deutschland noch immer Zukunftsmusik. Selbst wenn die Telekom immer wieder großspurig angibt, bereits die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland mit 5G erreichen zu können und auch Vodafone den neuen Mobilfunkstandard an immer mehr Standorten aktiviert, wird kaum jemand in naher Zukunft in den Genuss der versprochenen Geschwindigkeiten kommen.

In drei bis vier Jahren könnte dies natürlich schon wieder ganz anders aussehen – und sehr viele der jetzt verkauften Modelle des iPhone 12 werden dieses Alter erreichen. Von daher ist es sinnvoll und gut, dass Apple bereits jetzt 5G verbaut, es sollte aber aktuell niemand nur deswegen auf ein neues Gerät umsteigen und nach dem Kauf auch nicht sofort mit unglaublich schnellem mobilen Internet rechnen.

Die Sache mit den Frequenzbändern

Wer ein iPhone 12 in den USA kauft, erhält ein etwas anderes Gerät als in Deutschland, denn nur die US-amerikanischen Geräte funken bei 5G auch mit Millimeterwellen.

Was im ersten Moment wie eine Benachteiligung klingt, ist auf den zweiten Blick nicht wirklich schlimm, denn in Deutschland sind diese Hochfrequenzbereiche noch nicht einmal von der Bundesnetzagentur vergeben. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass ein Nutzer in Deutschland in den nächsten Jahren einen Nachteil durch die fehlenden Frewquenzbänder hat.

Um das iPhone 12 optimal für 5G in den verschiedenen Ländern vorzubereiten, spricht Apple davon, mit mehr als 100 Mobilfunkanbietern in 30 Ländern bereits Tests durchgeführt zu haben. Man macht keine Angaben darüber, mit welchen Mobilfunkanbietern man zusammengearbeitet hat, aber in Deutschland dürfte das iPhone keine Probleme bei 5G bekommen – vorausgesetzt, man findet überhaupt eine passende Antenne in der Nähe.

Ein Display für alle

Bisher gab es beim Display einen großen Unterschied zwischen den Pro- und anderen iPhone-Mo- dellen. Das iPhone 11 zum Beispiel besitzt nämlich ein LCD mit einer relativ geringen Auflösung und etwas dickeren Displayrändern als das OLED des iPhone 11 Pro. Mit dem iPhone 12 macht Apple mit dieser Unterscheidung Schluss und verpasst allen neuen Modellen ein Super-Retina-XDR-Display. Im Vergleich zum iPhone 11 bedeutet dies nicht nur eine deutlich höhere Auflösung, sondern auch eine fast doppelt so hohe Helligkeit, deutlich bessere Schwarzwerte und eine optimnierte Farbgenauigkeit.

Da Apple die Displayränder noch ein Stück kleiner machen konnte, sind die Displays beim iPhone 12, 12 Pro und 12 Pro Max im Vergleich zu den Vorgängern auch ein kleines bisschen gewachsen, während die Gehäuse annähernd gleich groß bleiben. Einzig die berühmte „Notch“ mit den Sensoren für Face ID und der Frontkamera bleibt unverändert und damit unverkennbar. In der Gerüchteküche vor der Präsentation war die Hoffnung auf eine kleinere Aussparung aufgekommen, doch darauf müssen Kunden jetzt mindestens noch bis zum nächsten iPhone warten.

Apple zeigte auch neue Ladegeräte, die es bislang allerdings nicht in den Onlineshop geschafft haben – hoffentlich schaffen sie es diesmal.


MagSafe ist tot. Lang lebe MagSafe!

Wer erinnert sich noch an die Zeit, als ein MacBook nicht automatisch vom Tisch flog, wenn man beim Aufstehen am Kabel hängen blieb? Möglich machte dies das sogenannte MagSafe-Kabel. „Mag“ stand hierbei für „Magnet“.

Und dieser sorgte dafür, dass das Stromkabel zwar am MacBook hielt, aber bei leichtem Zug sofort vom Gerät abließ. Spätestens mit dem Wechsel auf USB-C hatte MagSafe am Mac aber ausgedient – nur um jetzt wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Allerdings nicht mehr beim Mac und mit einer abgewandelten Funktion.

Alle neuen iPhone-Modelle besitzen nun auf der Rückseite im Inneren einen Ring aus kleinen Magneten, welche um die Qi-Ladespule angeordnet sind.

Nähert man sich mit dem passenden MagSafe-Ladegerät nun dem iPhone, sorgt das „Wunder des Magnetismus“ für eine sofortige Anziehung von Ladegerät und iPhone. Der große Vorteil: Das iPhone ist immer genau auf dem Ladegerät platziert, was für eine möglichst optimale Ladeleistung sorgt. MagSafe wird nicht nur in Ladegeräten von Apple verfügbar sein, auch erste Dritthersteller bieten entsprechende Geräte an. So präsentiert Belkin zum Beispiel eine magnetische Handyhalterung für das Auto.

Apple belässt es aber nicht bei der Ladefunktion, sondern stattet auch einige seiner Hüllen und Zubehörprodukte mit den Magneten aus. So gibt es zum Beispiel für 64 Euro im Apple Store ein neues und kleines „iPhone Leder Wallet“, welches dank MagSafe an der Rückseite des iPhone 12 hält. Wie gut diese kleine Brieftasche dann wirklich am Smartphone haftet und nicht etwa in der Hosentasche gleich wieder abfällt, müssen Tests zeigen. So oder so bietet MagSafe am iPhone Potenzial für viele kreative Hüllen.

Schon das iPhone 12 ist in der Lage, beeindruckend Fotos bei schwierigen Lichtverhältnissen zu produzieren. Das iPhone 12 Pro legt mit seinem LiDAR-Scanner noch eine Schippe drauf.


Die Kameras sind eine Zweiklassengesellschaft

Während die bisher vorgestellten Neuerungen in allen vier Modellen des iPhone 12 zu finden sind, gibt es beim Kameramodul dann doch Unterschiede. Beginnen wir mit dem Dual-Kamerasystem des iPhone 12 und 12 mini. Beide besitzen ein Ultraweitwinkelobjektiv mit ƒ/2.4-Blende sowie ein Weitwinkelobjektiv mit ƒ/1.6-Blende und der für iPhone-Modelle bisher höchsten Lichtstärke. Die führt zu einem verbesserten Nachtmodus mit helleren Bildern, weniger Rauschen und besserem Kontrast. Da wie bereits beschrieben auch die Neural Engine im A14 Chip besser geworden ist, beherrscht das iPhone 12 eine intelligentere und schnellere automatische Bildanpassung von Weißabgleich, Kontrast und Sättigung.

Die verbesserte Neural Engine kommt natürlich auch beim iPhone 12 Pro und 12 Pro Max zum Einsatz. Allerdings besitzen die beiden Profi-iPhone-Modelle etwas andere Objektive.

Zum einen sind es nicht zwei, sondern drei. Ein Ultraweitwinkel mit ƒ/2.4-Blende, ein Weitwinkel mit ƒ/1.6 sowie ein Teleobjektiv mit ƒ/2.0 beziehungsweise ƒ/2.2 beim iPhone 12 Pro Max. Beide Geräte beherbergen den bereits den vom iPad Pro bekannten Lidar-Sensor. Dieser wird nicht nur für Augmented-Reality-Inhalte genutzt, sondern sorgt auch für einen schnelleren Kamerafokus und einen verbesserten Porträtmodus.

Interessanterweise unterscheiden sich das kleinere und das größere iPhone 12 Pro auch untereinander leicht bei den Kameras. Wie bereits beschrieben, besitzt das iPhone 12 Pro Max ein Teleobjektiv mit einer leicht größeren Blende. Außerdem beherrscht es fünffachen optischen und zwölffachen digitalen Zoom. Das iPhone 12 Pro bietet nur einen vierfachen optischen und zehnfachen digitalen Zoom. Auch die optische Bildstabilisierung, bei der sich der Sensor verschiebt, ist aus Platzgründen dem großen Pro-Modell vorbehalten. Für alle vier iPhone-Modelle gilt allerdings: Es bleibt weiterhin bei 12 Megapixeln.

Apple verspricht Videos in Kinoqualität

Im Bereich der Videoaufnahmen gibt es eine Neuerung für Kino-Fans. Alle neuen Modelle bieten nun nämlich HDR-Videos mit Dolby Vision. Apple verspricht dadurch Filme in Kinoqualität. Doch was ist Dolby Vision überhaupt?

Es handelt sich dabei um eine HDR-Version, welche deutlich mehr Informationen speichern kann. Für jedes Bild eines Films werden zum Beispiel Metadaten der Helligkeit hinterlegt. Mit diesen Informationen weiß ein Fernseher oder Monitor nun genau, wie ein Video darzustellen ist, was insgesamt zu natürlicheren und realistischeren Bildern führt.

Auch wenn die Anzahl an Informationen damit stark ansteigt, soll das iPhone 12 Videos mit Dolby Vision dennoch direkt auf dem Gerät bearbeiten – inklusive Filter und Schnitt. Apple gibt an, dass das iPhone 12 das erste Smartphone der Welt ist, das dies ermöglichen soll.

Ebenfalls spannend ist der nun auch für Videos verfügbare Nachtmodus, welcher auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut ausge- leuchtete Videos ermöglicht – auf Wunsch sogar als Zeitraffervideo. Auch für Gelegenheitsnutzer heißt dies, dass sie noch weniger auf Lichtverhältnissen achten müssen und in deutlich mehr Situationen gute Fotos und Videos aufnehmen können.

Vom iPhone 12 unterscheidet das Pro-Modell vor allem das Kamerasystem mit drei Objektiven und Laser.


Das iPhone 12 Pro gibt es erstmals mit einem Gold-Finish, das den Namen verdient.



Caspar von Allwörden „Mein erstes Smartphone war ein iPhone 4, dessen eckiges Design und das daraus resultierende „Handgefühl“ ich bis heute liebe. Daher freue ich mich sehr, dass Apple beim Design des iPhone 12 dorthin zurückkehrt.“


c.allwoerden@maclife.de@Mac_Life

Unterschiedliche Akkulaufzeit

Neben der Qualität der Kameras gibt es bei den verschiedenen Modellen noch einen wichtigen Unterschied, der aber häufig übersehen wird: die Akkulaufzeit.

Diese Kategorie ist natürlich ein wichtiger Bestandteil des ausführlichen Tests der Geräte, welchen wir in der kommenden Ausgabe und in der Mac Life nachreichen. Dennoch seien an dieser Stelle bereits die Angaben von Apple kurz erwähnt, denn dabei wird ein wichtiger Punkt deutlich. Die Entscheidung zwischen iPhone 12 mini, iPhone 12, 12 Pro und iPhone 12 Pro Max ist eben auch eine Frage der Akkulaufzeit.

Denn während das kleinste iPhone Videos bis zu 15 Stunden und Audio bis zu 50 Stunden wiedergeben soll, gibt Apple beim iPhone 12 und 12 Pro hier 17 respektive 65 Stunden an. Beim iPhone 12 Pro Max sind es sogar 20 und 80 Stunden. Abhängig ist die Laufzeit dabei natürlich von der Größe des im Gehäuse verbauten Akkus. Und ein iPhone 12 mini bietet nun einmal deutlich weniger Platz als das große iPhone 12 Pro Max. Spannend wird, wie sich dies im Alltag widerspiegelt.

Was das iPhone nicht kann

Die neuen iPhone-Modelle besitzen also ein neues Design, einen schnelleren Prozessor und verbesserte Kameras – teilweise sehr beeindruckende Neuerungen.

Doch es gibt auch Punkte, die bei dem einen oder anderen Kunden auf der Wunschliste standen, die Apple aber nicht umgesetzt hat. So setzt auch die Familie des iPhone 12 weiterhin auf Lightning und nicht auf USB-C. Nachdem der Mac und viele iPad-Modelle den Wechsel bereits vollzogen haben, wäre das iPhone eigentlich langsam an der Reihe.

Das iPad ist ein gutes Stichwort, denn nachdem das neue iPad Air einen Fingerabdrucksensor im Powerbutton erhalten hat, wäre es schön gewesen, diese Technologie auch im iPhone 12 zu sehen – zumindest als Ergänzung zu Face ID. Besonders im Supermarkt mit einer Maske auf dem Gesicht wäre ein Fingerabdrucksensor sehr zu begrüßen.

Ebenfalls nicht vorgestellt, mit OLED in allen vier Varianten des iPhone 12 aber möglich: ein Allways-on-Display. Viele Android-Smartphones bieten eine entsprechende Funktion bereits an und zeigen auf dem Sperrbildschirm zum Beispiel die aktuelle Uhrzeit oder Icons für Benachrichtigungen dauerhaft an. Dank der Apple Watch besitzt Apple inzwischen durchaus Erfahrung in dieser Richtung.

Für wen sich der Umstieg lohnen könnte

Wie gesagt, steht unser Test der neuen iPhone-Modelle noch aus, doch wer bereits ein iPhone 11 oder 11 Pro besitzt, der dürfte wenig Anreize für einen Umstieg haben, so viel ist bereits jetzt erkennbar. Die Verbesserungen beim Prozessor und der Kameras sind im Vergleich zu den direkten Vorgängern schlicht zu gering.

Anders sieht es aus, wenn man ein iPhone ohne Nachtmodus besitzt. Dieser ist nicht nur dann sinnvoll, wenn man explizit auf Fotosafari in der Nacht loszieht, er verbessert auch alle anderen Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen. Für Videoprofis sollte darüber hinaus Dolby Vision interessant sein, genauso wie das später erscheinende Apple-ProRAW-Format für Fotos.

Und dann ist da ja noch das iPhone mini. Keines der Geräte erhielt nach der Präsentation von Apple so viel Feedback wie das kleinste iPhone 12. Apple scheint endlich auf die vielen Kunden zu hören, die sich seit Jahren wieder ein wirklich kleines und handliches Smartphone wünschen.

Und im Gegensatz zum aktuellen iPhone SE müssen Nutzer hier bei der Hardware keine Kompromisse eingehen: Das iPhone 12 mini ist bei den inneren Werten identisch zum iPhone 12.

Wirklich günstig ist es mit 780 Euro im Vergleich zum iPhone SE aber leider nicht. Wer also bereits das neue SE besitzt, der sollte vor einem Kauf einen sehr ehrlichen Blick ins eigene Portemonnaie werfen. Wer hingegen noch immer das alte, also erste iPhone SE nutzt, für den könnte jetzt der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen sein.

Und wer sich gar nicht mit dem iPhone 12 anfreunden kann, für den verkauft Apple auch weiterhin das iPhone XR und das iPhone 11 ab jeweils 565 und 662 Euro. Beide Modelle besitzen allerdings ein schlechteres Display und dickere Ränder als das iPhone 12 und 12 mini. Außerdem muss man auch auf den neuen A14-Chip und die verbesserten Kameras verzichten.

Die neue Größe ist mini

Es könnte merkwürdig sein, nach Jahren wieder ein kleines iPhone zu benutzen.


Es ist unmöglich, es allen recht zu machen. Als Apple „nur“ das iPhone 5 und ein Jahr später das iPhone 5S im Angebot hatte, gierten alle nach größeren Smartphones. Wenig verwunderlich war es, dass im folgenden Jahr das iPhone 6 und iPhone 6 Plus alle Verkaufsrekorde sprengten. Seit Apple das iPhone 5S (und das iPhone SE gleichen Formats) nicht mehr verkauft, werden die Rufe jener lauter, die sich ein kleines iPhone wünschen – aus verschiedensten Gründen, die von kleinen Händen bis zu ästhetischen Vorlieben reichen.

Mit der 12er-Generation des iPhone hat Apple sie nun erhört und bietet sogar einen ausgezeichneten Kompromiss an: ein iPhone, das merklich kleiner als ein iPhone 8, 7, 6S oder 6 ist, jedoch trotzdem über ein größeres Display verfügt. Dabei ist es von den äußeren Abmessungen her nicht viel größer als das iPhone-5-Gehäuse und technisch sogar gänzlich auf Augenhöhe mit dem „großen“ iPhone 12.

Wir sind der festen Überzeugung, dass sich dieses iPhone 12 mini zum Topmodell des iPhone-Line-ups mausern wird. Nicht zuletzt, weil das 5,4-Zoll-Gerät mit einem Preis ab rund 780 Euro knapp 100 Euro günstiger als das iPhone 12 mit 6,1-Zoll-Display ist.

Glücklich sind trotzdem noch längst nicht alle. „Wo bleibt das kleine iPhone Pro?“, rufen sie. Vielleicht folgt das im nächsten Jahr.

Verzichten für die Umwelt

Präsentation in luftiger Höhe: Lisa Jackson auf dem Dach des Apple Park.


Nach der Apple Watch hat es nun auch das iPhone erwischt: Im Kaufpreis ist nicht länger ein USB-Netzteil enthalten. Und auch auf die EarPods muss man nun verzichten.

Muss das sein? Die von Lisa Jackson (Apple-Vize-Präsidentin für Umwelt, Politik und Soziale Initiativen) bereits bei der Präsentation der Apple Watch Series 6 vorgetragene Begründung jedenfalls ist schlüssig: Es passt nicht zu Apple, Millionen von Netzteilen zu produzieren, die niemals die Schachtel, in der sie verkauft werden, verlassen. Immerhin rühmt sich Apple zu Recht mit den eigenen Initiativen zum Schutz der Umwelt und für nachhaltige Produktion, was man an dem ausgegebenen Ziel, bis 2030 komplett CO2-neutral produzieren zu wollen, erkennt.

Jedes nicht produzierte Netzteil und jedes nicht gefrtigte Paar EarPods ist automatisch gut für die Umwelt – keine Debatte. Allerdings hat es Apple versäumt, die daraus entstehenden Ersparnisse an die Kunden weiterzugeben. Im Einzelverkauf bietet man die EarPods weiter für rund 20 Euro, das 5-Watt-USB-Ladegerät für rund 25 Euro an. Konsequent wäre es hingegen, Watch- und iPhone-Preise entsprechend zu senken.

Tatsächlich geht es uns aber nicht um ein „paar Euro“ (gemessen am jeweiligen Gerätepreis) Ersparnis, sondern um das Zeichen, das Apple hier zu setzen verpasst hat: Wenn der Einzelne schon nichts von dieser Einsparung seitens Apple hat, hätte man zumindest ein besseres Gefühl dabei, wenn man wüsste, dass Apples Ersparnis in ein konkretes Projekt investiert würde.

Was bringt der neue Standard?

„5G“ bezeichnet die fünfte Generation des Mobilfunkstandards. Sie basiert auf dem direkten Vorgänger „4G“ oder auch „LTE“, kurz für „Long Term Evolution“, der eigentlich ein Mobilfunkstandard der dritten Generation ist. Nur die Erweiterung auf „LTE-Advanced“ verdient aber den Namen 4G tatsächlich. Einzig aus Marketinggründen hat man LTE, das technisch 3,9G entspricht, den Namen 4G verpasst und dem eigentlichen 4G-Standard ein Plus spendiert und diesen in 4G+ umgetauft.

Der größte Vorteil von 5G sind die deutlich schnelleren Datenraten. Hier sind theoretisch bis zu 10 Gbit/s möglich, während LTE maximal ein Zehntel davon unterstützt.

In der Praxis werden allerdings fast ausschließlich Mobilfunktarife vermarktet, die um die 300 Mbit/s versprechen. Ein weiterer Vorteil sind die geringen Latenzen von–ebenfalls theoretisch – unter 1 Millisekunde, wobei der reale Wert eher im Bereich von 30 Millisekunden liegt.

Als größter Nachteil gilt, dass man für ein flächendeckendes 5G-Hochgeschwindigkeitsnetz signifikant mehr Basisstationen benötigt als bei 4G, was den Energiebedarf für den Betrieb des Mobilfunknetzes in die Höhe treiben dürfte und den Netzausbau verzögert. Huawei, einer der wenigen Anbieter von 5G-Netzwerkausrüstung, kalkuliert mit einer Verdoppelung des Energieverbrauchs. Laut einer Studie von Stromversorger Eon werde durch den 5G-Standard der Energiebedarf von Rechenzentren allein in Deutschland bis ins Jahr 2025 um 3,8 Milliarden Kilowattstunden steigen. Das entspricht ca. 0,8 Prozent der deutschen Gesamtstromproduktion und wäre ausreichend, um die 2,5 Millionen Einwohner von Köln, Düsseldorf und Dortmund ein Jahr lang zu versorgen.