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LIEBLINGSPFERD


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 30/2019 vom 18.02.2019

Fragt man Reiter nach ihrem„SPRINGPFERD DES LEBENS“, müssen sie meisten nicht lange überlegen. Nicht immer ist es das erfolgreichste, oft ist es das Pferd, das die Tür zum großen Sport öffnete oder eine andere eigene Geschichte hat


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Foto: von hardenberg

Simone Blum – Alice:„Sie ist eine Nullfehlermaschine“

Ü ber das Pferd der amtierenden Weltmeisterin Simone Blum ist viel gesagt worden in den letzten Monaten. Die Wunderstute, die sich in fünf schweren Parcours der Weltreiterspiele in Tryon keinen einzigen Abwurf leistete, die hätte jeder gerne im Stall. Aber wahrscheinlich könnte sie nicht jeder reiten. ...

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Ü ber das Pferd der amtierenden Weltmeisterin Simone Blum ist viel gesagt worden in den letzten Monaten. Die Wunderstute, die sich in fünf schweren Parcours der Weltreiterspiele in Tryon keinen einzigen Abwurf leistete, die hätte jeder gerne im Stall. Aber wahrscheinlich könnte sie nicht jeder reiten. Eher im Gegenteil. Es war wohl die Kombination des Ausnahmepferdes mit seiner Reiterin, ein besonderes Pferd, dessen Leistung sich nicht zuletzt aus dem Vertrauen zu seinem „Lebensmenschen“ speist. „Alice unterscheidet sich von den meisten anderen Pferden durch ihre enorme Qualität am Sprung beziehungsweise im Parcours und ihren grenzenlosen Ehrgeiz. UND – das ist wohl das Herausragendste an Alice, sie ist eine Nullfehlermaschine, übervorsichtig und auch nur mit sich zufrieden, wenn alle Sprünge fehlerfrei überwunden wurden.“

Rodrigo Pessoa – Baloubet du Rouet:„Die Jagd nach dem besonderen Pferd endet nie“

Der Selle Français-Hengst Baloubet du Rouet war eines der erfolgreichsten Springpferde der letzten 50 Jahre. Er gewann dreimal den Weltcup, wurde Olympiasieger und schließlich einer der erfolgreichsten Deckhengste der internationalen Springpferdezucht. Für den Brasilianer Rodrigo Pessoa bleibt er das Pferd, an dem sich alle anderen messen lassen müssen. Er kam als eigensinniger, fünfjähriger Hengst in den Stall Pessoa. Zunächst übernahm Vater Nelson Pessoa, eine Ikone des Springsports, die Ausbildung des hochintelligenten und springvermögenden Pferdes. Er ritt ihn 1998 bei der WM in Rom, wurde Elfter, sein Sohn wurde auf Lianos Weltmeister. Rodrigo und Baloubet starteten anschließend eine Weltkarriere. 2004 wurden sie Olympiasieger, nachdem Cian O’Connor wegen Dopings disqualifziert wurde. Bis heute ist Baloubet das einzige Pferd, das dreimal in Folge das Weltcup-Finale gewann. „Das kann nur ein phänomenales Pferd“, sagte Rodrigo. „Man musste ihm nie etwas zweimal erklären.“ So eines hätte er gerne wieder. „Aber die Latte hängt hoch.

Foto: www.toffi-images.de

Achaz v. Buchwaldt– Lausbub:„Unglaublich guter Charakter“

Foto: privat

Lausbub war schon 18 Jahre alt, als Achaz von Buchwaldt mit ihm das Spring-Derby in Hamburg gewann. „Es war, als wüsste er, worum es ging“, sagt Achaz, „das hat man als Reiter gespürt. Er hat alles gegeben.“ Der Stil der beiden war speziell und der für Österreich reitende Hugo Simon meinte dann auch mal, er müsste ein paar gute Tipps loswerden. Er bat, den Landgraf- Sohn selbst mal reiten zu dürfen, saß aber nach ein paar misslungenen Sprüngen wieder ab: „Reit’ ihn mal so weiter, wie du das immer machst“, riet er dem Kollegen. „Du machst das schon ganz ordentlich.“ Lausbub war einerseits nicht ganz vorsichtig, auf der anderen Seite hochsensibel. Letztlich war es das Vertrauen zu seinem Reiter, das die große Leistungen des Paares ermöglichte.

John Whitaker – Milton:Britanniens Liebling

Es gibt wohl kein Pferd, dem von den Zuschauern in aller Welt so viel Zuneigung entgegengebracht wurde, wie dem schneeweißen Schimmel mit der wehenden Mähne. Obwohl sein Reiter, der heute 64-jährige John Whitaker, nicht gerade die Öffentlichkeit sucht, waren die beiden ein Paar, das stets schon beim Einreiten mit Jubel überschüttet wurde. 2008 wählten die Leser der Zeitschrift „Horse and Hound“ Milton zum beliebtesten Pferd in Großbritannien. Er war das erste Springpferd, das mehr als eine Million Pfund gewann, auf dessen Erfolgsliste zwei Weltcup- Finalsiege, viele Große Preise und zwei EM-Goldmedaillen stehen. Whitaker hatte den jungen Milton übernommen, nachdem dessen Reiterin Caroline Bradley 1983 plötzlich gestorben war. „Milton war einzigartig, das Pferd meines Lebens“, sagt er heute. „Er war ein Traumpferd – abgesehen von seinem Springstil, auch mit seiner Farbe und seinem Temperament. Er hatte alles und er war großzügig. Man musste ihn nie antreiben. Er reagierte immer auf seinen Reiter und versuchte alles, um zu helfen.“ Milton starb 22-jährig. Er verbrachte die letzten Lebensjahre auf Whitakers Farm in Yorkshire. Dort ist er auch begraben.

Ludger Beerbaum:„Ein Pferd des Lebens habe ich nicht.“

Foto: www.toffi-images.de

Ludger Beerbaum meint es ernst. „Ich habe kein Pferd des Lebens. Das erste Pferd meines Lebens wäre schon Wetteifernde gewesen, mit der ich als Jugendlicher die ersten Erfolge hatte. Dann kamen noch so viele Gute.“ Classic Touch, (Olympiasiegerin 1992), Ratina Z, (Teamgold Olympia 1996, Europameisterin 1997), Goldfever, (Teamgold Olympia 2000), Derbysieger Champion de Lys, Priamos (WM-Teamgold 1998). „Alles tolle Pferde, denen ich Unrecht täte, wenn ich eines besonders herausstellen würde. Darin unterscheide ich mich von vielen anderen.“

Franke Sloothaak – Rex the Robber:„Sein Poster hing in meinem Kinderzimmer.“

Foto: Werner Ernst

Joly Coeur (Olympia-Teamgold 1996), und Walzerkönig (Olympia-Teamgold 1988) oder die Stute Weihaiwej, Doppelweltmeisterin 1994 in Den Haag – Franke Sloothaak sagt: „Ich durfte mehrere über- ragende Pferde reiten.“ Ein Pferd stand ihm aber besonders nahe, Rex the Robber. „Mit ihm hatte ich als knapp 20-Jähriger meine ersten großen Erfolge, gewann das Weltcup-Springen in Dortmund.“ Da war der Schimmel bereits 16 Jahre alt. „Ich kannte ihn im Grunde schon viel länger, denn in meinem Kinderzimmer hing ein Poster von Alwin Schockemöhle und Rex the Robber. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich dieses Pferd einmal würde reiten dürfen.“ Der Angloaraber war wunderschön, aber kompliziert. Spitzenreiter, u.a. Johann Heins (NED), Hermann Schridde und Gerd Wiltfang hatten mit ihm ihr Glück versucht, sein zeitweiliger Spitzname „Rex the Stopper“ verrät auch einiges. Der Schimmel kam schließlich zu Alwin Schockemöhle. Beide wurden 1973 Vizeeuropameister. „Als ich nach Mühlen zu Alwin in den Stall kam, wurde mir Rex the Robber zugeteilt“, erzählt Sloothaak. „Damit kannst du ein bisschen ländlich M reiten“, sagte Alwin damals. Unser erster Turnierstart war dann gleich das Hamburger Derby, wir wurden Vierte.“ Es folgten noch viele Siege und Platzierungen.

Marco Kutscher – Montender:„Hammergefühl“

Foto: www.arnd.nl

Auch Marco Kutscher tut sich wie sein früherer Chef Ludger Beerbaum schwer, eines seiner Erfolgspferde als „Pferd des Lebens“ zu bezeichnen. „Das wäre ungerecht den anderen gegenüber“, sagt er. „Ich hatte das Glück, viele tolle Pferde reiten zu dürfen.“ Er nennt Cornet Obolensky, den Ausnahmeschimmel, der als Vererber womöglich noch mehr Furore macht denn als Sportpferd. Am Ende war bisher Montender das Pferd, mit dem Marco Kutscher die größten Erfolge errang: Europameister in San Padrignano 2005, zwei olympische Bronzemedaillen in Athen 2004. „Zu ihm hatte ich immer eine besondere Beziehung“, sagt Kutscher, „denn ich habe ihn von meinem Bruder übernommen. Er war ein Pferd, das alles springen konnte und wollte, er war überhaupt nicht guckig, ging sehr konstant und gab einem ein hammer Gefühl.“ Nach seiner Sportkarriere deckte Montender auf einem Privatgestüt in Frankreich. Die Besitzerin schickte Kutscher regelmäßig Fotos. Das letzte kam vor ein paar Monaten, kurze Zeit später starb der schöne Schwarzbraune im Alter von 26 Jahren.

Otto Becker – Cento:„Er hat genau gespürt, wenn es wichtig war.“

Foto: Kaup

Für Bundestrainer Otto Becker ist Cento v. Capitol, 2000 Team-Olympiasieger, 2004 Olympia-Dritter mit dem Team und 2002 Weltcup-Sieger, das Pferd seines Lebens. „Er war wirklich intelligent“, sagt Becker, „er war ehrgeizig, man musste ihn immer beschäftigen, damit es ihm nicht langweilig wurde. Er hat sehr schnell gelernt, man musste ihm einmal was zeigen, dann konnte er das, absolut leistungsbereit.“ Er ritt ihn elf Jahre. 2006 wurde der Holsteiner in Aachen 17-jährig verabschiedet. Im Frühjahr war er noch erfolgreich in einem Nationenpreis. „Danach hatte er noch zwölf gute Jahre bei uns im Stall, wo er seinen Lebensabend genossen hat. Es war immer etwas Besonderes, an seiner Box vorbeizugehen.“ Nach Centos Tod blieb seine Box ein Jahr lang leer, erst jetzt steht wieder ein Pferd darin. Cento deckte auch, in Maßen. „Die Zusammenarbeit mit den Besitzern, der Familie Karcher, war hervorragend. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Für mich damals der absolute Glücksfall“, so Otto Becker.

Meredith Michaels-Beerbaum – Shutterfly:„Er hat das Beste aus mir herausgeholt.“

Foto: privat

Die gebürtige US-Amazone Meredith Michaels-Beerbaum ist die bislang erfolgreichste deutsche Springreiterin. Das Pferd ihres Lebens? Der Hannoveraner Shutterfly v. Silvio-Forrest xx, von dem sie sagt: „Er konnte das Beste aus mir als Reiterin herausholen. Er gab mir soviel Sicherheit, ich konnte alles, was mit einem normalen Pferd nicht möglich gewesen wäre.“ Sie vedankt ihm EM-Gold 2007 plus drei weitere Championatsmedaillen, drei Weltcup-Finalsiege und u.a. den Sieg im Großen Preis von Aachen. Shutterfly war hochsensibel und eigentlich schüchtern. Der Reiterwechsel bei der WM in Aachen 2006 – dreimal umsatteln, drei andere Reiter – war für ihn ein traumatischer Moment, noch Monate später nicht vergessen, immer dann, wenn es ans Aufsitzen ging. Meredith versprach ihm, dass sie ihm so etwas nie wieder zumuten würde. „Er hatte ganz wenig Selbstbewusstsein für sein großes Talent“, sagt sie, „ganz anders als Checkmate, der vor Selbstbewusstsein strotzte und immer dachte, er kann alles. Shutterfly brauchte seine Vertrauensmenschen, das war außer mir vor allem seine Pflegerin Ana.“ Sie betreut ihn noch heute. Shutterfly ist 26 Jahre alt und genießt seinen Ruhestand bei Familie Beerbaum.

Marcus Ehning – For Pleasure:„Er hatte nichts, was nicht besonders war.“

Foto: Schreiner

Die Liste von Marcus Ehnings Erfolgspferden ist so lang wie die Zahl der Titel und Medaillen seiner rund 35 Jahre andauernden Karriere. „Ich hatte charakterlich tolle Pferde, ob das Küchengirl war, Sandro Boy, For Pleasure, Cornado oder jetzt Comme il faut. Das sind Pferde, an die man sich auch über die Jahre noch erinnert. Ganz vorne steht für mich aber nach wie vor For Pleasure. Er hat mich gemacht.“ Was war an ihm besonders? „Andersherum gesagt: Er hatte nichts, was nicht besonders war. For Pleasure war das erste Pferd, bei dem ich gemerkt habe, das ist noch mal eine ganz andere Liga. Der hat nicht geguckt, ob der Oxer zu groß war oder ob es passte – der ist einfach drüber gesprungen. Er war von allem her außergewöhnlich. Ich kenne kein Pferd, das eine bessere Einstellung gehabt hat.“ Der Furioso II-Sohn ist unter drei Reitern gegangen, vor Ehning ritten ihn Lars Nieberg und Hans Joachim Giebel. Mit ihm wurde Ehning 2000 Team-Olympiasieger und zweimal Team-Europameister. „For Pleasure war einmalig, auch in der Zucht hat er Außergewöhnliches geleistet. Seine Nachkommen haben alle eine unglaubliche Härte. Wenn andere nicht mehr können, dann haben die immer noch was drin.“

Daniel Deußer – Cornet d’Amour:„Ein richtiger Freund“

Foto: Caremans

Zwar war Daniel Deußer mit Air Jordan schon hochplatziert im Weltcup-Finale, aber das Pferd, das ihm den Weg an die Spitze der Weltrangliste geebnet hat, war Cornet d’Amour v. Cornet Obolensky. „Cornet und ich sind zusammen in den großen Sport hereingewachsen“, so Deußer. „Wir haben bei 1,40 Meter angefangen und uns dann Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Bei den ersten Runden hatte ich nicht geglaubt, dass er einmal jeden Großen Preis der Welt wird springen können. Er war manchmal etwas schüchtern. Er war sehr sehr vorsichtig, aber sein Vermögen ist erst mit dem Vertrauen gewachsen.“ Das Paar gewann u.a. 2014 das WeltcupFinale und zwei Championatsmedaillen. „Auch im Stall ist er ein besonderes Pferd, ein richtiger Freund.“

Alwin Schockemöhle – Warwick Rex:„Wo er vor stand, sprang er rüber.“

Foto: Werner Ernst

Fünf Olympiamedaillen hat Alwin Schockemöhle gewonnen, hinzu kommen acht Championatsmedaillen. Aber das „Herzenspferd“ ist auch für ihn das Pferd, das ihm die größte Trophäe beschert hat, den Olympiasieg in der Einzelwertung: der Hannoveraner Warwick Rex v. Wortschwall, der ihn 1976 in Montreal unter drohenden Gewitterwolken zum Sieg trug. „Mit Warwick Rex hatte ich meinen größten Erfolg. Er konnte ganz viel springen, er packte alles an und wo er vor stand, sprang er rüber, weil er wusste, er kann das.“

Steve Guerdat – Nino des Buissonnets:„Zwischen Genie und Wahnsinn“

Foto: von Hardenberg

Steve Guerdat nannte Nino des Buissonnets „eine Legende“. Der Schweizer verdankt dem Selle Français-Wallach die größten Erfolge seiner Karriere. Das Paar wurde 2012 Olympiasieger und in Rio 2016 Vierter, dazu zweimal Zweiter im Weltcup-Finale. Beide waren eine Säule des Schweizer Teams und gewannen zahlreiche Große Preise. Nino stammt ab vom sporterfolgreichen Kannan und einer Stute namens Hermine du Prelet v. Narcos II. Sie selbst war so störrisch, dass sie gar nicht erst eingeritten wurde. Auch Nino war zunächst schwierig, erst als er 2010 zu Guerdat kam, hatte er endlich seinen Meister gefunden. Er attackierte die Hindernisse, als ob er sie fressen wollte. „Nino wandelte zwischen Genie und Wahnsinn“, so Guerdat. Ein Pferd mit vielen Gesichtern, ein Kämpfer im Parcours, ein Schmusetier im Stall und ein freundliches Reitpferd, wenn es im Schritt durchs Gelände geht. Bereits in den Tagen nach Olympia in Rio fasste Guerdat den Entschluss, seinen Crack in Pension zu schicken. „In diesem Alter noch an Turnieren teilzunehmen, enthält Risiken, die ich nicht eingehen möchte“, sagte er. „Er hatte das Recht, sich in Topform zu verabschieden.“

Christian Ahlmann – Cöster:„Er war ein absoluter Freund.“

Foto: von Hardenberg

Ausnahmepferde hatte Christian Ahlmann schon einige, etwa den 2018 in Leipzig mit einem Sieg verabschiedeten Taloubet Z, aber das wichtigste Pferde seiner bisherigen Laufbahn war für ihn Cöster, beteiligt an fünf Championatsmedaillen. „Er war der Anfang meiner Karriere. Ich hatte zwar schon viele Jahre geritten, durch ihn kam die Verbindung mit Marion Jauß, wir haben das Pferd angeguckt und gekauft, es hat sich so über die Jahre entwickelt, eine tolle Partnerschaft. Er hat mich reiterlich auf eine andere Ebene gebracht und hat jedes Jahr seine Leistung gebracht. Cöster würde auch heute noch im Spitzensport bestehen. Absolut.“