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Lifting für die Seele


Donna - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 07.08.2019

Facelift mit 66? Eine ungewöhnliche Entscheidung, die diese Frau nicht bereut hat


E s war dieser Schaufenstermoment, erzählt die 71-jährige Christa L., als sie beim Stadtbummel feststellte, dass sie nicht so bleiben wollte, wie sie war. Traurig habe ihr Spiegelbild gewirkt, und müde – ein Zustand, den sie nicht kannte und bis heute nicht kennt, weil er nicht zu ihr passt, nicht zu ihrem Leben und dem, was sie daraus gemacht hat.

Seit sie sich vor 32 Jahren von ihrem Mann trennte, das Haus mit Kind, Hund und Koffern verließ, führt sie ein selbstbestimmtes und vor allem glückliches Leben. Dankbar sei sie ...

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Bildquelle: Donna, Ausgabe 9/2019

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... dafür, sich keine Sorgen um ihre Gesundheit machen zu müssen, einen Freundeskreis zu haben, mit dem sie ihre Freizeit verbringt – ohne einen Mann an der Seite, der bremst und sich einmischt. Denn Entscheidungen trifft Christa lieber allein, schon immer. Deshalb diskutierte sie ihren Beschluss, ein Facelift machen zu lassen, auch nicht. Mit wem auch? Trotzdem verging nach dem besagten Schaufenstermoment noch ein halbes Jahr, ehe sie sich von ihren hängenden Wangenpartien und dem erschlafften Hals verabschiedete. „Ich wollte sicher sein, ob der Leidensdruck groß genug ist, um mich mit 66 Jahren noch solch einer Operation zu unterziehen. Dafür brauchte ich Zeit.“ Er war groß genug.

Nicht jünger, frischer wollte Christa aussehen. Auch bei ihren Outfits achtet sie darauf


Bei vielen Frauen werden Schönheits- OPs zur Sucht. Nicht bei Christa


Christa sieht das anders. „Ab Mitte 50 werden viele Frauen unsichtbar. Sie beklagen den Zustand, obwohl sie nichts aus sich machen und ständig langweilige Klamotten tragen.“ Gutes Aussehen sei schließlich in keinem Alter nebensächlich, weshalb sie sich auch nie gefragt hat, ob ein Facelift sich in ihrem Alter überhaupt noch lohnt. Die meisten Frauen entscheiden sich mit Anfang oder Mitte 50 dazu. Angst vor dem Skalpell, den Risiken wie Entzündungen und Nervenverletzungen hat sie nicht, obwohl Christa vorher noch nie bei einem Beauty-Doc war. Sicher, auch Filler und Botox könnten ihre Haut straffen. Aber sie will keine temporäre Lösung, sondern eine, die hält – mindestens zehn Jahre.


„Gutes Aus sehen ist in keinem Alter nebensächlich“


Am Tag vor der OP ist sie aufgeregt, aber keine Spur ängstlich, dafür ist die Vorfreude zu groß. Sie ist gut vorbereitet, Operateur und Anästhesist haben ihr jedes Detail erklärt. Anschließend wird sie es sich für zwei Wochen zu Hause gemütlich machen und geduldig warten, bis das Gesicht abgeschwollen und die Narben hinter den Ohren verheilt sind. Nur wenigen Freundinnen hat sie davon erzählt, Frauen, die ebenfalls geliftet sind – sie waren beim selben Operateur.

Als sie aus der Narkose aufwacht, lastet ein enormer Druck auf Gesicht und Hals. Die strammen Bandagen sorgen dafür, dass Muskeln und Haut wieder richtig zusammenwachsen. Wie eine Mumie sieht sie aus, nur Mund und Augen sind zu sehen, lassen sich aber kaum bewegen. Schmerzen hat sie nicht. Zwei Tage bleibt sie in der Klinik, dann bringt eine Freundin sie zum Verbandswechsel in die Praxis des Arztes. Auch dort schaut sie nicht in den Spiegel – sie ahnt, dass ihr geschwollenes, blau und grün verfärbtes Gesicht ihren Optimismus bremsen könnte. Erst nach einer Woche, als der Verband endgültig entfernt wird, wagt sie einen ersten Blick – und ist happy. Zwar sind die Flecken noch nicht verschwunden, aber man sieht bereits, dass da ein frisches Ich zum Vorschein kommt, die ausgeruhte Version von Christa, die so gut zu ihrem Energielevel passt und die sie so vermisst hat.

Fünf Jahre später ist sie immer noch glücklich, mehr noch, so glücklich wie nie, sagt sie, auch wenn die Haut am Körper nun deutlichere Altersspuren zeigt. Sie nimmt sich so an, wie sie ist. Zwar sei es schade, dass die Oberarme nicht mehr ansehnlich seien, aber schließlich könne man ja auch ohne ärmellose Kleider durch den Sommer kommen.

Eine Sache ist sie zwei Jahre nach dem Facelift doch noch angegangen: die Schlupflider. „Mein Blick ist jetzt wacher, und das Augen-Make-up kommt besser zur Geltung“, freut sie sich und betont, dass dies der letzte Eingriff gewesen sei. Und die Stirn? „Ist egal, ich trage jetzt Pony.“


HAARE & MAKE-UP: HANNAH BURCKHARDT/NINA KLEIN