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LINUX: Weg von Windows, aber richtig


Chip - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 05.07.2019

So gelingt der konsequente Umstieg mit allen Daten, Anwendungen und Einstellungen von Windows zu Ubuntu


Artikelbild für den Artikel "LINUX: Weg von Windows, aber richtig" aus der Ausgabe 8/2019 von Chip. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Chip, Ausgabe 8/2019

Windows 10 ist vielen Benutzern unheimlich – weil es ihnen teilweise die Kontrolle über das System und die eigenen Dateien nimmt. Bereits mehrfach haben wir die Installation von Ubuntu und anderen Linuxderivaten beschrieben – zuletzt in der CHIP 07/2019 im Artikel »Geheim-System für den USB-Stick« (PDF auf virtueller CHIP-DVD). Doch wie geht es nach der Installation weiter?

Wichtige Dateien mitnehmen

Hier zeigen wir die weiteren Schritte: den Umzug Ihrer Dokumente, Fotos und alle nötigen Daten von ...

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... Windows zu Linux – und, wie Sie Ihre gewohnten Programme und Einstellungen weiternutzen. Für die meisten User sind natürlich ihre eigenen Dateien am wichtigsten. Wir zeigen verschiedene Wege, um sie sicher und vollständig in das Linuxsystem zu transferieren. Wenn Sie ein externes Laufwerk dazu einsetzen, erstellen Sie dabei gleichzeitig ein umfassendes Backup.

Dateien per Speichermedium übertragen

Wenn Sie Linux auf einem anderen Rechner nutzen als Ihr bisheriges Windows, dann übertragen Sie Ihre Daten am einfachsten mit einer externen Festplatte oder einem USB-Stick. Öffnen Sie den Windows-Explorer mit [Windows] + [E] und navigieren Sie nach »C:\Benutzer\[Ihr Benutzername]«. Kopieren Sie dann alle Ordner, die wichtige Dateien enthalten, auf ein externes Medium. Meist sind dies »Bilder«, »Desktop« und »Dokumente«, eventuell aber auch die Verzeichnisse »Downloads«, »Musik« und »Videos«. Unter Linux kopieren Sie diese Daten dann in Ihr »Home«-Verzeichnis. Auf dem Ubuntu-Rechner öffnen Sie dieses einfach durch einen Klick auf den Aktenschrank in der linken Leiste. Beim Anstecken des externen Datenträgers poppt eine Nachfrage auf, in der Sie auf »In Ordner anzeigen« klicken.

Direktes Einbinden einer Windows-Partition

Wenn Sie Ubuntu parallel zu Windows installiert haben, binden Sie die Windows-Laufwerke in Ubuntu ein. Ihre Daten können Sie dann in die Linux-Partition kopieren, verschieben (davor unbedingt ein Backup anlegen!), oder ständig von Linux aus auf die Windows-Dateien zugreifen. Dazu klicken Sie auf das Aktenschranksymbol und wählen »Andere Orte« aus. Nun sehen Sie mehrere Partitionen, von denen eine die Ordner »Windows« und »Users« beinhaltet. Klicken Sie darauf und dann auf Ihren Nutzernamen. Wenn Sie abwechselnd mit beiden Betriebssystemwelten arbeiten wollen, dann sollten Sie nur eine Version Ihrer Dateien verwenden. Da der Zugriff von Linux nach Windows deutlich einfacher vonstatten geht, empfehlen wir in diesem Fall, die Daten auf dem Windows-Laufwerk liegen zu lassen.

Cloudspeicher einbinden

Sie können Daten auch über die Cloud von Windows nach Linux übertragen. Öffnen Sie »Ubuntu-Software« und suchen Sie darin nach „Nautilus Dropbox“. Klicken Sie auf den Eintrag und dann auf »Installieren«. Geben Sie Ihr Passwort ein und warten Sie einen kurzen Moment. Klicken Sie dann auf »Starten | OK«, um den eigentlichen Dropbox-Client herunterzuladen und zu installieren. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, bestätigen Sie mit »Start Dropbox«. Beim ersten Aufruf öffnet sich automatisch die Dropbox-Webseite. Melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten zu dem Dienst an, um den lokalen Client zu aktivieren. Anschließend finden Sie in Ihrem Home-Verzeichnis einen neuen Dropbox-Ordner, der nun wie unter Windows automatisch synchronisiert wird.

Unter Linux weiterarbeiten

Für viele unter Windows beliebte Programme gibt es direkte Pendants oder auch vergleichbar gute Linux-Programme. Eine Übersicht finden Sie in der Tabelle unten. Am einfachsten gelingt der Umstieg natürlich bei Programmen, die es nativ für beide Plattformen gibt – dazu zählen weit verbreitete Open-Source-Programme wie Firefox und Thunderbird.

Firefox und andere Browser umziehen

Mozilla Firefox speichert die Einstellungen des Nutzers, seine Lesezeichen und die von ihm im Browser hinterlegten Passwörter in einem lokalen Profil. Am einfachsten übertragen Sie diese Daten von Windows zu Linux mithilfe von Firefox Sync. Dazu rufen Sie unter Windowsaccounts.firefox.com/signup auf und erstellen ein Firefox-Konto. Melden Sie sich anschließend mit diesen Daten an, indem Sie oben rechts auf den kleinen Kreis mit der Figur darin klicken. Dann klicken Sie auf »Sync aktivieren « und geben Ihre Zugangsdaten ein. Melden Sie sich ebenso unter Ubuntu an. Über das Männchensymbol können Sie danach eine Synchronisation starten.

Firefox Sync können Sie auch verwenden, wenn Sie unter Windows einen anderen Browser genutzt haben. Installieren und starten Sie dort Firefox und drücken Sie [Strg] + [Umschalt] + [B]. Nun wählen Sie »Importieren und sichern | Daten aus einem anderen Browser importieren« und folgen dem Assistenten.

Mit Thunderbird weiterarbeiten

Am einfachsten ist es, das Mailprogramm unter Linux aufzurufen und sich dort neu mit den Zugangsdaten zu Ihren E-Mail-Konten anzumelden. Thunderbird synchronisiert dann automatisch Ihre Mailboxen mit den lokalen Ordnern. Alternativ öffnen Sie den Windows-Explorer und geben „%appdata%“ in die Adressleiste ein. Kopieren Sie den Ordner »Thunderbird« mit einem USB-Stick in das Home-Verzeichnis unter Linux. Dort zeigen Sie mit [Strg] + [H] versteckte Dateien an. Falls Sie einen Ordner namens ».thunderbird« sehen, dann löschen Sie ihn oder benennen ihn um. Ändern Sie danach den Namen des von Windows kopierten »Thunderbird«-Ordners in „.thunderbird“.

MS-Office-Dokumente unter Linux

Unter Ubuntu sind die LibreOffice-Programme Writer, Calc, Draw und Impress vorinstalliert. Gelegentliche Darstellungsprobleme liegen oft an fehlenden Schriften. Kopieren Sie den Windows-Schriftenordner »C:\Windows\Fonts« in Ihr Linux-Home-Verzeichnis und benennen Sie ihn in „.fonts“ um.

Eine weitere Möglichkeit, um Formatierungsfehler zu vermeiden, ist das Speichern wichtiger Dokumente bereits unter Windows als ODF-Dateien (Open Document Format). Microsoft Office unterstützt ODF seit den 2007er-Versionen. Alternativ können Sie die Datei auch als PDF speichern und transferieren, wenn Sie sie nur aufheben, aber später nicht mehr bearbeiten wollen. Windows 10 enthält für diesen Zweck den Druckertreiber »Microsoft Print to PDF«.

Windows-Software unter Linux

Für viele Windows-Anwendungen gibt es passende Linux-Alternativen. Aber was machen Sie, wenn das nicht der Fall ist und Sie trotzdem auf eine bestimmte Anwendung nicht verzichten wollen oder können? Dann verwenden Sie den Emulator Wine.

Installation von Wine

Öffnen Sie »Ubuntu-Software« und geben Sie ins Suchfeld den Begriff „Wine“ ein. Scrollen Sie durch die Liste, bis Sie zum Ein- trag »Wine« kommen, der mit einem Rotweinglas illustriert ist. Klicken Sie darauf und installieren Sie Wine auf Ihrem Rechner.

Installation von Windows-Programmen

Anhand des Faststone Image Viewers zeigen wir, wie Sie Windows-Software mittels Wine installieren. Sie finden die Setup-Datei auf der virtuellen CHIP-DVD. Öffnen Sie ein Terminalfenster mit [Strg] + [Alt] + [T] und führen Sie darin den Befehl „wine Downloads/FSViewerSetup71.exe“ aus. Sie müssen nur die ersten Buchstaben eines Ordner- oder Dateinamens tippen und [Tab] drücken, was die restlichen Namen ergänzt.

Führen Sie das Setup wie unter Windows gewohnt durch. Sie finden den Faststone Image Viewer danach über die Schaltfläche unten links. Starten Sie nun das Programm. Im Fenster links oben sehen Sie unter »Arbeitsplatz« mehrere Partitionen, »C:« und »D:« stammen von Wine. Interessanter ist für Sie das Laufwerk »Z:«, hier sehen Sie unter anderem das Home-Verzeichnis. Hilfreiche Tipps finden Sie unterappdb.winehq.org .

Windows-Spiele und -Savegames mitnehmen

Die wichtigste Plattform für PC-Games, „Steam“ gibt es auch unter Linux. Rufen Sie »Ubuntu-Software« auf und suchen Sie dort nach „Steam Installer“. Installieren und starten Sie den Client. Die Software aktualisiert sich zunächst selbst und zeigt dann ein Log-in-Fenster. Geben Sie Ihre Zugangsdaten ein. Anschließend sehen Sie in der »Bibliothek« unter »Steam OS + Linux«, welche Spiele Sie unter Linux installieren können. Wenn das Spiel die Steam Cloud unterstützt, stehen Ihnen auch Ihre Spielstände zur Verfügung.

Standardmäßig laufen einige Spiele bereits nativ unter Linux. Steam hat aber auch eine eigene Version des Windows-Emulators Wine namens Proton entwickelt. Diese bringt auch viele Windows-Spiele unter Linux zum Laufen. Um Proton zu aktivieren, rufen Sie »Steam | Einstellungen | Steam Play« auf und setzen Sie das Häkchen vor »Steam Play für alle anderen Titel aktivieren«. Bestätigen Sie mit »OK | Neu starten«. Dabei wird der Steam-Client aktualisiert. Anschließend sehen Sie in Ihrer Bibliothek weit mehr Spiele, die Sie direkt unter Linux installieren und starten können.
redaktion@chip.de

Daten von Windows nach Linux umziehen

Im Profilordner finden Sie alle wesentlichen Verzeichnisse, in denen Windows Ihre Dokumente und Fotos ablegt


Falls Sie sich für eine parallele Installation von Ubuntu entschieden haben, können Sie die Windows-Partition auch in Linux einbinden


Eine weitere Möglichkeit zum Transfer von wichtigen Daten ist die Nutzung eines Cloudspeichers wie Dropbox


Firefox umziehen

1 Ein kostenloses Konto bei Firefox Sync ist die einfachste Möglichkeit, um ein Firefox-Profil von Windows nach Linux umzuziehen


2 Der Clouddienst synchronisiert Ihre Lesezeichen, Einstellungen, Zugangsdaten und auf Wunsch auch Ihre offenen Tabs


Formatierungsprobleme unter Linux beheben

1 Kopieren Sie den Ordner mit den Windows-Schriften in Ihr Home-Verzeichnis und ändern Sie den Namen in „.fonts


2 Manchmal genügt es auch, ein MS-Office-Dokument in ein PDF umzuwandeln. Dabei hilft ein virtueller Windows-Druckertreiber


Windows-Software unter Linux

Installieren Sie den Emulator Wine, um Windows-Programme unter Linux einrichten und nutzen zu können


Programme wie die Windows-Anwendung Faststone Image Viewer funktionieren mit Wine auch unter Linux


PC-Spiele unter Linux? Dank Steam ist das kein Problem mehr. Es laufen mittlerweile sogar viele native Windows-Spiele


PlayOnLinux: Grafische Oberfläche für Wine

Viele Anwender sind überzeugt, dass ein Großteil der Windows-Software nicht unter Linux funktioniert. Dank Wine ist das aber längst nicht mehr der Fall. Mit PlayOnLinux steht zusätzlich eine moderne grafische Oberfläche für Wine bereit, mit der die Installation von Windows-Tools deutlich leichter vonstatten geht als über das Terminalfenster.

PlayOnLinux übernimmt dabei meist auch den Download der erforderlichen Windows-Daten und sorgt zudem dafür, dass die jeweils am besten passende Wine-Version verwendet wird. Sie finden Play-OnLinux in »Ubuntu-Software«.

PlayOnLinux ist nicht nur eine grafische Oberfläche für Wine, sondern auch eine umfangreiche Software-Bibliothek


Ein Assistent kümmert sich um den Download der Setup-Datei und um alle weiteren benötigten Komponenten