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Little Magic


I Am - Laura Malina Seiler - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 21.07.2021

Artikelbild für den Artikel "Little Magic" aus der Ausgabe 8/2021 von I Am - Laura Malina Seiler. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: I Am - Laura Malina Seiler, Ausgabe 8/2021

Du trägst ein neues Leben in dir: Ist das nicht unglaublich? Sind Ei und Samenzelle erst einmal miteinander verschmolzen, schaltet dein Körper beeindruckend schnell um auf „hier wächst jetzt (mindestens) ein Baby heran“ und meistert die gewaltigen Umstellungsprozesse dafür von ganz alleine. Die Psyche braucht da meist schon etwas mehr Zeit: Schließlich ist es gar nicht so leicht zu realisieren, dass da in dir ein kleiner Mensch entsteht, für den du schon jetzt die Verantwortung trägst. Du bist das allererste Zuhause auf dieser Welt für dein Kind und stillst all seine Bedürfnisse. Das kann auf der einen Seite vielleicht Angst machen, aber auf der anderen Seite auch unendliche Glücksgefühle hervorrufen. Schon lange, bevor sich dein Bauch wölbt, wirst du wahrnehmen, wi du weicher wirst. Nicht nur dein Bindegewebe lockert sich, um Platz für das Baby zu schaffen. Auch emotional wirst du hormonbedingt ...

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Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von I Am - Laura Malina Seiler. Alle Rechte vorbehalten.

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... weicher und feinfühliger. Sei offen für diese Veränderungen und scheu dich nicht, Unterstützung zu holen, wenn du sie brauchst.

Jede Schwangerschaft, jede Geburt und jedes Wochenbett sind absolut einzigartig. Hast du schon eine Hebamme? Sie unterstützt dich – genau wie deine Gynäkologin – dabei, als werdende Mama deinen ganz eigenen Weg zu gehen, indem sie bei Fragen für dich da ist, dir deine Möglichkeiten aufzeigt und dich ausführlich berät.

Zusätzlichen Beistand kann eine Doula leisten. Sie ist dafür ausgebildet, sich vor, während und nach der Geburt um dein seelisches Wohlergehen zu kümmern. Meist ergreifen diesen Beruf Frauen, die selbst schon Kinder haben und die Magie der Schwangerschaft und Geburt bereits erfahren durften. Allerdings tragen die Krankenkassen nicht die Kosten für ihre Arbeit.

Buchtipps!

„Kugelzeit: Glücklich, gelassen und entspannt durch Schwangerschaft & Wochenbett“ von Maike Mauer (GU Verlag, 29,99 Euro). Und „Achtsam durch die Schwangerschaft:

Meditation, Yoga, Hypnobirthing, Naturheilmittel, Ernährung“ von Tracy Donegan (DK Verlag, 16,95 Euro)

Spannende Impulse geben auch die folgenden Podcasts:

„Mamawunder: Dein Kraftort fürs Mama werden & sein“ von Anna Losse (www.mamawunder.com)

Die friedliche Geburt: Positiv durch die Schwangerschaft“ von Kristin Graf (www.die-friedliche-geburt.de) „Hi Baby! Der Mama Podcast“ von Isa (www.isawhoelse.de)

Sorge für dich und lasse es dir gut gehen

Umgib dich mit positiven Vibes, gehe viel raus an die frische Luft und bleib in Bewegung. Eine besonders schöne und ganzheitliche Praxis ist Pränatal-Yoga.

Mit den speziell auf die Schwangerschaft abgestimmten Übungen und Meditationen hältst du dich nicht nur körperlich fit. Du lernst dabei auch, in dich hineinund zum Baby hinzuspüren, dich mit ihm zu verbinden und deine Atmung zur Entspannung einzusetzen. Letzteres kann bei diffusen Ängsten oder unter der Geburt hilfreich sein.

Vergiss auch nicht, genug zu trinken und lecker und ausgewogen zu essen. Im Ayurveda gilt die Schwangerschaft als eine Zeit, in der Frauen alles guttut, was sie nährt, erdet und wärmt: Ideal sind demnach viele kleinere Portionen mit komplexen Kohlenhydraten, die du über den Tag verteilt zu dir nimmst. Das können ein Porridge mit etwas Leinsamenöl und gedünstetem Obst sein, Hülsenfrüchte mit Gemüse oder Suppen. Auf Rohkost sollten Schwangere demnach eher verzichten, da sie kühlend wirkt und schwerer verdaulich ist. Wie ist es bei dir? Hast du besondere Gelüste oder Abneigungen? Probiere am besten aus, was dir guttut und was nicht. Ein Baby zu bekommen, rührt dich in deinem Innersten. Es macht dir deine eigene Verbundenheit mit der Erde und dem Kreislauf des Lebens einmal mehr bewusst. Und es führt dich gedanklich wahrscheinlich in deine eigene Kindheit zurück. Du reflektierst dann vielleicht, wie die Beziehung zu deinen Eltern früher war, wie sie heute ist – und wie du dir die Beziehung zu deinem eigenen Kind wünschst.

Tausche dich dazu auch mit deinem Partner oder deiner Partnerin aus: Wie habt ihr eure eigene Kindheit erlebt? Was war schön, was weniger? Welche Werte sind euch besonders wichtig? Sprecht darüber, wie ihr euch eure Zukunft vorstellt, wie ihr das mit der Careund Erwerbsarbeit machen möchtet und wie ihr eure Pläne konkret verwirklichen könnt.

Gut möglich, dass du dabei auf Glaubenssätze rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Familie stößt, die du dir genauer ansehen und hinterfragen willst. Wenn du dich fragst: „Stimmt dieser Glaubenssatz – oder stimmt er für mich nicht?“, entmachtet ihn das bereits. Löse die für dich negativen Überzeugungen auf und drehe sie ins Positive, damit sie dir dienen, statt dich auszubremsen.

Es kann auch sein, dass immer mal wieder unangenehme Gefühle wie Ängste, Trauer oder Wut hochkommen. Drück sie nicht weg, sondern gib ihnen Raum und schaue sie dir ganz genau an. Fühle das Gefühl, das da ist. So kannst du es loslassen, wenn du soweit bist.

Ein Kind zu bekommen ist für viele Frauen eine der intensivsten Erfahrungen, die sie im Leben machen werden. Erlaube dir, deine Schwangerschaft wirklich zu zelebrieren. Es ist so wertvoll, diese besondere Zeit bewusst und wertschätzend zu erleben – egal ob es das erste, zweite oder dritte Mal ist. Selbst wenn im Außen viel los ist: Nimm dir immer mal wieder einen Moment der Stille, um dich in Ruhe mit deinem Kind zu verbinden.

Das kann morgens nach dem Aufwachen sein oder abends, wenn du ins Bett gehst. Vielleicht möchtest du auch die Schwangerschafts-Meditation auf Seite 40 ausprobieren? Irgendwann ab dem zweiten Trimester kannst du die ersten zarten Tritte deines Babys gegen deine Bauchdecke spüren. Wie wäre es, wenn du jedes Mal kurz innehältst, um sie bewusst zu fühlen und deinem Baby zu antworten, indem du ihm liebevolle Gedanken schickst? Ein weiteres schönes Achtsamkeitsritual: Massiere deinen sich verändernden Körper regelmäßig mit einem pflegenden Schwangerschaftsöl. Dabei setzt du jede Menge Wohlfühlhormone frei, die auch das Baby erreichen.

Vielleicht sind auch Tools aus dem Hypnobirthing wertvoll für dich, die dir dabei helfen sollen, deine Selbstwirksamkeit zu stärken, Vorfreude auf die Geburt des Babys zu entwickeln und die Schwangerschaft sowie den Geburtsprozess positiv zu erleben. Dazu zählen Atemübungen, Methoden der Tiefenentspannung wie (Selbst-)Hypnose oder der Gedankenanstoß, dass es hilfreich sein kann, Worte achtsam einzusetzen. Vielleicht hast du schon davon gehört, dass manche Frauen zum Beispiel lieber Welle als Wehe sagen. Der Grund Nicht nur ein Baby, dafür ist, dass viele Menschen mit dem Begriff auch eine Mutter Wehe oft Schmerzen verbinden, während beim wird geboren Wort Welle eher das neutrale Kommen und Gehen mitschwingt. Studien zeigen, dass (Selbst-)Hypnose das Schmerzerleben der Gebärenden reduzieren kann. Auch in anderen empowernden Kursen wie „Die Kosmische Geburt“ lernt die Schwangere deshalb, sich in Trance zu versetzen. Sie wird dazu ermutigt, Glaubenssätze zu hinterfragen, ihr persönliches Vision-Board zu kreieren, sich mit kraftvollen Affirmationen, also einfachen, selbstbejahenden Sätzen, ein positives Mindset zu schaffen oder ihre Traumgeburt zu visualisieren und beim Universum zu „bestellen“.

Natürlich kann es trotz aller Zuversicht und dem Glauben an eine schöne Schwangerschaft und Geburt auch mal anders kommen. Die beste Vorbereitung ist keine Garantie dafür, dass alles nach Wunsch verläuft. Ein sehr wichtiger Gedanke ist deshalb der, dass es neben dem Vertrauen in sich selbst und seinen Körper auch darum geht, im Zweifel die eigenen Grenzen anzuerkennen und auf die Kompetenz und Erfahrung der Hebamme oder Ärztin zu vertrauen.

Jede Schwangerschaft und jede Geburt sind eine Erinnerung daran, dass das Leben ein Geschenk ist, das wir feiern dürfen. Immer mehr Frauen verleihen dem Ausdruck, indem sie für die Schwangere ein Blessingway organisieren – angelehnt an eine alte Tradition der Navajo-Ureinwohner in den USA. Bei dieser spirituellen Zeremonie geht es darum, die Schwangere mental zu unterstützen und sie im Kreis ihrer Freundinnen und weiblichen Familienmitglieder für das Wunder zu feiern, das sie gerade erschafft. Manchmal ist auch eine Doula oder ihre Hebamme dabei.

Die Frauen schmücken alles, bringen leckeres, selbstgemachtes Essen mit, heißen das Baby willkommen und zelebrieren besondere Rituale, die die Schwangere darin bestärken sollen, positiv und voller Vertrauen in die Geburt zu gehen. Traditionell wird der Babybauch mit Henna bemalt. Außerdem bringt jede Frau ein bis zwei Perlen mit, die sie zusammen mit ihren guten Wünschen für die werdende Mama und ihr Baby auf ein Lederband fädelt. Wer nicht mitfeiern kann, darf sie per Post schicken. So entsteht im Teamwork ein Armband oder eine Kette, die der werdenden Mama für den Endspurt Kraft und positive Energie schenken soll. Anders als die Babyshower mit Windeltorte & Co dreht sich das spirituelle Übergangsritual Blessingway also vor allem um die Schwangere und ihre Fähigkeit, Leben zu schenken. Denn auch, wenn es etwas Alltägliches ist, dass eine Frau ein Kind auf die Welt bringt, so ist eine Geburt doch jedes Mal ein kleines Wunder.

Q&A MIT LAURA

Laura, wie lebst du deine Spiritualität in der Schwangerschaft?

Ich verbinde mich regelmäßig in einer Meditation mit meinem Kind, ich spreche mit ihr und sage ihr, wie sehr ich mich auf sie freue. Eine weitere wunderschöne Erfahrung war das Blessingway. Da konnte ich meine Schwangerschaft nochmal auf spiritueller Ebene ganz anders zelebrieren.

Hast du in deiner zweiten Schwangerschaft etwas anders gemacht als in der ersten?

Ja, ich habe die Schwangerschaft bewusster wahrgenommen und mir mehr Zeit für mich genommen. Ich habe mich mit Hypnobirthing viel intensiver auf die Geburt vorbereitet und die Schwangerschaft viel mehr gefeiert.