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LIVE-TRACKING: DIE ZUKUNFT DES SEGELFLUGSPORTS?


segelfliegen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 24.12.2018

Ist jemand, der 13 Mal Weltmeister geworden ist, auch weltbekannt? Ich hoffe schon. Ist derjenige bekannter als jemand, der „nur“ sieben Mal Weltmeister geworden ist? Leider eher nicht, auch wenn das verwunderlich klingt.


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Bildquelle: segelfliegen, Ausgabe 1/2019

Der amerikanische Sport-TV-Sender ESPN listet in seiner Liste der 100 berühmtesten Sportler, die „World Fame 100“-Liste (3. Ausgabe 2018) unter anderem 33 Fußballer, 13 Basketballer, eine Badmintonspielerin, einen Formel-1 Piloten – und null Luftsportler. Warum ist das so, mag man sich fragen. Einen Sport am Boden zu verfolgen, der davon lebt, dass man der Erde immer möglichst fern ...

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... bleibt, scheint unlogisch.

Ein Fan von Segelflug zu sein oder zu werden, ist nicht leicht. Um an aktuelle Informationen über laufende nationale oder internationale Wettbewerbe zu kommen, muss man sich aktiv durch das Internet wühlen und wird dann auf der Homepage des Wettbewerbs und den Team-Blogs der meisten Nationalmannschaften fündig. Dort erfährt man, wer die Wettstreiter und was die jeweiligen Tagesaufgaben sind, findet manchmal ein paar mehrminütige Videos, die den Verlauf des Rennens zusammenfassen und irgendwann am Ende des Tages gibt es eine Wertung in Form eines schnöden Zettels.

Habt ihr mal versucht, einen Sonntagnachmittag damit zu verbringen, euch mit einem Segelflugwettbewerb vor dem TV oder Computer berieseln zu lassen, weil ihr selbst gerade nicht fliegen gehen könnt und wissen wollt, was die Stars der Szene auf der Weltmeisterschaft so tun? Es ist nicht einfach. Es fehlt an aktuellen Informationen, um den Verlauf des Wettbewerbs ausreichend spannend zu empfinden und sich längerfristig damit zu beschäftigen.

Dagegen Fußball, Basketball und Formel-1 zu konsumieren, ist meist so einfach und naheliegend wie der Weg zur Fernbedienung oder zum Tablet.

Dabei ist jedes der Flugzeuge , die auf Wettbewerben bewegt werden, mit einem Kollisonswarnsystem (FLARM) ausgestattet, das auch als Tracking-Sender dient.

Es gibt weltweit inzwischen 1056 Empfänger des Open Glider Networks, kurz OGN (Stand 15. August 2018), die eben diese Tracking-Sender (12898 eingetragene Flugzeuge in der OGN Device Database – – Stand 15. August 2018) empfangen und deren Position über das Internet weltweit und ohne signifikante Latenz auch zurück in unsere Cockpits verbreiten.

Naviter hat mit Version 8.1 im Oudie das Gliding-Buddies-Feature (www.naviter.com/2018/07/guiding-buddies-cross-country/ ) eingeführt, LXNAV hat eine OGN-Integration auf der To-Do-Liste und in der aktuellen XCSoar-testing Version ist es auch möglich, OGN-Daten zu visualisieren.

Die technischen Möglichkeiten , um Segelflug-Wettbewerbe massentauglich mit OGN zu präsentieren, sind entweder vorhanden oder zumindest im Entstehen. Im Rahmen der Privatisierung der Raumfahrt, Stichwort „New Space“, laufen aktuell mehrere konkurrierende Vorhaben, satellitengestütztes Internet massentauglich, günstig und auch in relevanten Flughöhen anbieten zu können. Die OneWeb Satelliten-Konstellation plant, im Laufe des Jahres 2019 ein Angebot für satellitengestütztes Internet, das auch im Flug genutzt werden kann, anzubieten.

Die Welt wird zunehmend vernetzter und auch unser Sport ändert sich deswegen, doch wie gehen wir damit um? Während des Sailplane Grand Prix von Chile hat die FAI im Januar diesen Jahres eindrucksvoll bewiesen, was in Sachen Live-Wettbewerbs- Berichterstattung jetzt schon möglich ist. Drei Stunden Live-Berichterstattung inklusive Kommentar via YouTube (Publikum bis zu 2600 Zuschauer gleichzeitig) täglich, in der man hautnah mitverfolgen kann, wer gerade führt, mit welchem Abstand und warum, Videos mit Hintergrundinformationen und Interviews vor und nach dem Rennen, dazu Nachrichten über Twitter (@faisgp – 836 Follower) und Facebook (6727 Abonnenten). Wer es verpasst hat, kann einfach auf YouTube die Stichwörter „SGP Chile 2018“ eingeben und die Videos ansehen. Das Fan-Herz lacht bei einem derartig breiten Informationsangebot.

Der Wettbewerb wird auch aus der Ferne erlebbar mit all seiner Spannung und zwar nicht nur für Insider, sondern auch für Außenstehende. Ich hatte danach so Bock zu fliegen! Leider war Winter in Deutschland.

Ob das SGP-Format der richtige Weg in die Zukunft des Segelflug Wettbewerbs ist, müssen andere beurteilen (siehe unter anderemsegelfliegen 04/2018: „Kawas Gespür für tragende Linien“). Sicherlich ist eine derartig umfangreiche Berichterstattung mit finanziellen und personellen Ressourcen verbunden, aber der SGP in Chile hat eindrucksvoll gezeigt, was in Sachen Berichterstattung machbar ist.

Live-Tracking ist eine großartige Chance, unseren Sport besser sichtbar und erlebbar machen


Deutschland ist eine der top Segelflugnationen weltweit. Die Piloten unserer Nationalmannschaften fliegen regelmäßig ganz vorne mit. Aber können wir, was Chile kann in Sachen Öffentlichkeitsarbeit? Wie gehen wir mit den neuen Möglichkeiten des Live-Trackings hierzulande um? Wie können wir diese nutzen, um unseren hiesigen Sport besser zu präsentieren, neue Mitglieder zu erreichen und vorhandene weiter zu motivieren?

Die meisten großen relevanten Wettbewerbe haben aktuell auf der Homepage zweidimensionales Live-Tracking des Wettbewerbs mit überlagerter Tagesaufgabe im Angebot: Hahnweide, Bayreuth, Klippeneck, Junioren-DM in Grabenstetten, JenaCup, Lilienthal Glide usw.

Meistens wird mit oderglidertracker.org gearbeitet. Vereinzelt wird auch schon mit Live-Scoring experimentiert, wobereits während des Rennens fortlaufend Zwischenergebnisse in Form von Schnittgeschwindigkeiten und Punkten der einzelnen Teilnehmer ermittelt werden. Im Laufe der Saison 2019 wird Live-Scoring sicherlich breiter eingesetzt werden.

Durch optimierte Flarm-Antennen, den Einsatz von Antennen-Vorverstärkern (z. B. Flarm Booster der Firma JetVision), die zunehmende Verbreitung von PowerFlarm und den Einsatz von Traffic-Displays verschiedener Art wird das Luftlagebild im Cockpit immer vollständiger erfasst und dargestellt. Es ist zu beobachten, dass diese Information oft dazu genutzt wird, bekannte Thermik anzufliegen und sich deswegen (vermehrt?) Pulks bilden.

Die zusätzliche Informationsquelle OGN wird auch jenseits der Flarm-Reichweite des jeweiligen Flugzeugs Informationen liefern und somit diesen Trend verstärken. Aus taktischen Gründen werden teilweise Flarm-Geräte auch zeitweise ausgeschaltet, um dem Live-Tracking während z. B. des Abfluges zu entgehen und daraus einen taktischen Vorteil zu Lasten der Flugsicherheit zu erlangen.

Auf Verbandsebene wird das Thema Live-Tracking, OGN und Pulkbildungen intensiv verfolgt und ist Gegenstand aktueller Gremienarbeit. Thomas Kuhn, Vorsitzender der Bundeskommission für Breitensport bei DAeC, fasst den aktuellen Stand wie folgt zusammen:

„Mit dem Open Glider Network hat sich nicht nur in Deutschland, sondern auch international ein Defacto-Standard bezüglich Live-Tracking etabliert, der auf den meisten internationalen FAI Wettbewerben auch angewendet wird. Mit OGN ist eine attraktive Darstellung des Wettbewerbs-Geschehens für Außenstehende in einer bisher nicht dagewesenen Art und Weise möglich. Diese Art von Öffentlichkeitswirkung sollten wir möglichst effektiv nutzen, um unseren Sport zu promoten.

Systembedingt ist mit dem OGN eine Zeitverzögerung der Positionsübertragung, wie dies früher für das Live-Tracking von Wettbewerben mit alternativen Tracking-Lösungen praktiziert wurde, nicht möglich. Während des Wettbewerbs fließen die durch OGN verfügbaren zusätzlichen Informationen bereits jetzt oft vom Boden zurück ins Cockpit und werden dort in die Flug taktik mit einbezogen. Dies erhöht die Arbeitsbelastung des Piloten und steigert unter Umständen die Head-Down-Time. Beides ist der Sicherheit nicht zuträglich.

Aktuelle Regelwerke berücksichtigen den Einsatz von Live-Tracking nur unzureichend. Daher müssen wir uns fragen, wie wir in Zukunft durch angepasste Regularien sicherstellen, dass Live-Tracking einerseits fair und für alle Teilnehmer gleich eingesetzt wird, um Chancengleichheit im Wettbewerb zu wahren und andererseits die positiven Aspekte der öffentlichen Darstellung gewahrt bleiben.

Im Rahmen der DAeC Bundeskommission-für-Segelflug-(BuKo)-Gremienarbeit im Winter 2018/19 werden wir versuchen, auf diese komplexen Fragen erste Antworten zu finden.”

Wettbewerb und insbesondere Flugtaktik – wie wirkt sich Live-Tracking darauf aus? Das sagt Bundestrainer Wolli Beyer:

„Was ist in einem Wettbewerb entscheidend, was zählt? Die Speed oder, wenn das Wetter mal nicht mitspielt, die geflogenen Kilometer. Wer ist dein größter Konkurrent? Ja klar, die „Kawas“ dieser Welt, aber primär das Wetter. Was ist entscheidend für einen schnellen Flug? Der Abflugzeitpunkt und der Flug auf Strecke. Was ist unsere sportliche Maxime? Chancengleichheit und Fairness!

Betrachten wir nun das Tracking unter diesen Gesichtspunkten, bietet es eine faszinierende Möglichkeit, vor dem Abflug die Konkurrenten im Visier zu haben und Flugwege aller Piloten zu verfolgen. Welche Höhe hat die vor- fliegende Gruppe in der ersten Area? Fliegen sie geradlinig, südlich oder nördlich?

Dies in Verbindung mit der Übermittlung von Satellitenbildern ermöglicht eine große Hilfestellung vom Boden. Allerdings kann sich jeder diese Informationen mit geeigneter Hard- und Soft ware schon heute selbst ins Cockpit holen. Dann erscheinen etwas mehr Signale auf dem Monitor als beim „Power-Flarm“. Können wir diese Entwicklung aufhalten: Meiner Meinung nach Nein.

Kommen wir aber einmal zu den eingangs besprochen Parametern. Was zählt? Abflugzeitpunkt, Wetter, Flugwege & Entscheidungen. Der „Cock pit-View“ (natürlich via Live-Cam extrem interessant als Bereicherung des Trackings) ist durch nichts zu ersetzen. Die Beurteilung des Wetters, der Wolken auf Strecke, das Feeling des vor einem liegenden optimalen Flugweges, die spontane Chance, einen sportlichen Vorteil zu nutzen. Dies alles lässt sich nur in unseren „Sportgeräten“ beurteilen und erleben. Und macht es nicht die Faszination unseres Sportes aus?

Zeitlicher Verlauf der weltweiten Anzahl von aktiven OGN-Empfängern


Zeitlicher Verlauf der Anzahl der Flugzeugeinträge in der OGN-Device Database


Die sportliche Fairness und Chancengleichheit muss im Regelwerk verankert werden. Hier ist momentan die IGC gefragt. Die sportliche Taktik und Strategie erlebt durch das OGN eine neue Dimension. „Die Head-Down-Time“ wird nicht signifikant gegenüber Power-Flarm erhöht, spielt aber in der Beurteilung sicherlich eine große Rolle.

Was meiner Meinung nach zählt sind Sehen, Erkennen, Beurteilen und Entscheiden. Dies gepaart mit einer angemessenen Portion Selbstbewusstsein macht den Erfolg aus. Hier sind eher kognitive und mentale Fähigkeiten gefragt als der konzentrierte Blick auf die Konkurrenz.“

Live-Tracking muss in Training und Wettbewerb auf allen Ebenen eingebunden werden, um auch weiterhin international erfolgreich zu sein.

Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, die Informationsflut im Cockpit und Flugsicherheit unter einen Hut zu bringen, denn den Informationsfluss ins Cockpit zu unterbinden wird in einer sich immer weiter vernetzenden Welt nicht möglich sein.

Die neuen technischen Mittel müssen optimal genutzt und Informationsverarbeitung und Synthesetechniken am Boden und im Cockpit weiterentwickelt werden. Der Umgang damit muss gelernt werden, denn die Konkurrenz schläft nicht, sondern stellt bereits heute neben der Funkan tenne auch eine OGN-Antenne neben dem Team-Zelt auf.

Der Helfer am Boden , ausgestattet mit Computer, Funkgerät und Smartphone, wird zukünftig zu einer Art Renningenieur, der den Verlauf des Wettkampfs und des Wetters ständig überwacht, wichtige Hinweise an seinen Piloten weitergibt und diesen somit in der Informationsverarbei Funkan tung unterstützt und entlastet. Laut Reglement ist Informationsweitergabe an den Piloten zwar verboten, aber es wird trotzdem bereits so praktiziert und auch toleriert.

Was für Auswirkungen hat Live-Tracking konkret auf die Wahrnehmung des Wettbewerbs in der Öffentlichkeit? Um zu messen, wie gut ein Live-Tracking-Angebot im Internet angenommen wird, kann gezählt werden, wie oft eine Tracking-Seite aufgerufen wurde.

Im Rahmen von folgenden Wettbewerben konnten 2018 diese Klickzahlen ausgewertet werden: Ohlstädter Vergleichsfliegen 2018, Internationaler Bayreuth Wettbewerb und der JenaCup. DasBild rechts zeigt das Ergebnis:

Alle drei Wettbewerbe wurden in jeweils drei Klassen mit unterschiedlichen Teilnehmerzahlen pro Klasse (orangene Balken) ausgetragen.

Gemessen an den Teilnehmern war der Ohlstädter Wettbewerb der kleinste Wettbewerb. Im Gegensatz zu den anderen beiden Veranstaltungen war Ohlstadt auch kein Qualifikations-Wettbewerb. Vermutlich tragen diese Gründe zu den geringeren Gesamt-Klicks pro Klasse (blaue Balken, rechte Achse) bei.

Normalisiert man die Klicks pro Klasse über die Anzahl der geflogenen Tage und Piloten, zeigt sich, dass mindestens 14, maximal 49 und im Mittelwert 30 Mal pro Pilot und Tag das Live-Tracking aufgerufen wurde. Nimmt man nur die beiden Quali-Events, liegt der Mittelwert bei 36.

Während des SGPs in Chile wurden pro Pilot und Tag 263 Klicks erreicht. Auf Grund von Mehrfachklicks ist die Anzahl der tatsächlichen Personen, die das Live-Tracking verfolgt haben sicherlich niedriger. Trotzdem zeigen diese Zahlen, dass es ein deutliches Interesse an Live-Tracking gibt.

Die Nutzung des Internets ermöglicht es, Personen in ihrer jeweiligen Lebenssituation (auf der Arbeit, zu Hause, bei Verwandten, …) zu erreichen und für den Segelflug zu interessieren. Die Zuschauerzahlen von real anwesenden Personen während der Wettbewerbe sind in der Regel sehr überschaubar. Es ist schwer vor- stellbar, dass pro Pilot und Tag 14 begeisterte Zuschauer auf den Flugplatz kommen.

Besucherstatistik einer OGN-Live-Tracking Webseite für verschiedene Wettbewerbe


Der Weg in die Zukunft , wie kann er aussehen? Ein einheitliches Vorgehen bzgl. Live-Tracking ist wünschenswert, um auf allen nationalen und Qualifikations-Wettbewerben ein möglichst einheitliches und daher faires Herangehen sicher zu stellen. Hier sind unsere Verbände gefragt, und im Rahmen der BuKo Segelflug wurde diese Aufgabe auch schon begonnen.

Jedoch sollte Live-Tracking keine Exklusivität von einigen wenigen Spitzen-Events, sondern auch im Breitensport nutzbar sein. Wettbewerbsleiter sollten konkrete Hilfestellungen bei der Planung und Durchführung von Live-Tracking erhalten, die es ermöglichen, trotz immer kleiner werdender Orga-Teams vor Ort diese zusätzlichen Informationsdienste der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung zu stellen.

Dazu muss die zu Grunde liegende OGN-Technik und Software soweit verbessert werden, dass ohne Spezialkenntnisse und ohne großen zeitlichen Zusatzaufwand möglichst vielen Wettbewerben qualitativ hochwertiges Live-Tracking inkl. Live-Scoring als Grundlage der Öffentlichkeitsarbeit vor Ort ermöglicht wird.

Aktuell laufen bereits mehrere Open- Source-Softwareentwicklungen, die genau diese Lücke schließen möchten. Vielleicht ist „Live-Tracking as a Service“ hier eine Lösung? Kann die jährlich stattfindende Sportleiter-Tagung in diesem Thema eine Multiplikatoren-Rolle haben, um notwendiges Wissen zu vermitteln?

Wie soll man zu Idolen aufblicken, wenn sie nicht sichtbar sind? Wie sollen Fußgänger vom Segelflug erfahren, wenn er nicht medial präsenter ist?

Wir müssen unseren Sport besser sichtbar und erlebbar machen; Live-Tracking ist eine großartige Chance und Segen, um dies zu tun. Die entsprechende Technologie ist mit OGN vorhanden und fristet längst kein Nischendasein mehr. Wettbewerbsregeln und -taktiken müssen angepasst werden, um auf diese geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren.

Erfolgreich wird in Zukunft weiterhin derjenige Pilot sein, der die besten Schlussfolgerungen aus allen verfügbaren Informationsquellen während des Fluges zieht und hervorragend fliegt; nur dass mehr Information zu verarbeiten sind. Die Möglichkeiten der Informationsaufnahme sind dabei so zu gestalten, dass der Pilot diese Informationen schnell und einfach und ohne weitere Ablenkung seiner Aufmerksamkeit auf die Luftraumbeobachtung aufnehmen kann.

Der 13-malige Segelflug-Weltmeister Sebastian Kawa wird wohl trotzdem nie so bekannt werden wie Michael Schumacher (7-maliger Weltmeister) aber vielleicht schafft es irgendwann doch einmal ein Luftsportler in die „World Fame 100“-Liste des amerikanische Sport-TV-Sender ESPN.

Link zu ESPN „World Fame 100“-Liste:www.espn.com/espn/feature/story/_/page/WorldFame/espn-world-fame-100-2018