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L.MAG: vor 10 Jahren


L-MAG - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 30.08.2019

Wir hatten sie fast alle: Zur Bundestagswahl 2009 interviewte L-MAG Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker


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Bildquelle: L-MAG, Ausgabe 5/2019

Titel, Thesen, Temperamente – so hätte der Titel der Herbstausgabe 2009 lauten können. Stattdessen verkündete L-MAG auf dem Cover „Damenwahl“ und interviewte anlässlich der Bundestagswahl Spitzenkandidatinnen und -kandidaten bekannter Parteien. Nur die CDU zierte sich, mit einem Lesbenmagazin zu sprechen. Scheinbar hatten Angela Merkel und Co.schon damals ein „komisches Bauchgefühl“, was Homo-Themen anbelangt. Ausführliche Interviews gaben derweil der bereits verstorbene Politiker Guido ...
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Titel, Thesen, Temperamente – so hätte der Titel der Herbstausgabe 2009 lauten können. Stattdessen verkündete L-MAG auf dem Cover „Damenwahl“ und interviewte anlässlich der Bundestagswahl Spitzenkandidatinnen und -kandidaten bekannter Parteien. Nur die CDU zierte sich, mit einem Lesbenmagazin zu sprechen. Scheinbar hatten Angela Merkel und Co.schon damals ein „komisches Bauchgefühl“, was Homo-Themen anbelangt. Ausführliche Interviews gaben derweil der bereits verstorbene Politiker Guido Westerwelle (FDP), Cem Özdemir (Bündnis/90 Die Grünen), Gregor Gysi (Die Linke) und Andrea Nahles (SPD). Die SPD-Politikerin und ehemalige SPD-Vorsitzende Nahles verkündete wortstark: „Ich habe als heterosexuelle Frau auch Erfahrungen mit Diskriminierung“ und bezieht sich damit auf ihre Erfahrungen in der Politik. Cem Özdemir bekannte, dass er trotz vieler schwuler Bekannten „leider“ keinen Gaydar habe und früher oft in Berlin im alternativen Club SO36 bei der Homo-Oriental- Party Gayhane tanzte. Gregor Gysi wiederum forderte: „jetzt will ich die Gleichstellung bei den Lebenspartnerschaften, will im Erbrecht keine Unterschiede, im Steuerrecht keine Unterschiede.“ Und der offen schwule Politiker Guido Westerwelle erzählte, dass er eigentlich nie wirklich im Schrank war. Die Wahl 2009 brachte mit dem 17. deutschen Bundestag die schwarz-gelbe Koalition unter Angela Merkel, in der anfänglich (bis 2011) Westerwelle als Stellvertreter der Kanzlerin amtierte und er bis 2013 als Außenminister fungierte. In dieser Regierungszeit wurde übrigens auch die Wehrpflicht abgeschafft.
dm

Hit

Sie war der Superstar der Fußball-WM 2019: US-WeltmeisterinMegan Rapinoe wurde als beste Spielerin der WM ausgezeichnet, bekräftigte ihren Status als Lesben-Ikone („Du kannst kein Turnier ohne die Gays in deinem Team gewinnen!“) und machte mit scharfer Kritik am Weltfußballverband FIFA und Donald Trump Schlagzeilen. Fehlt eigentlich nur noch ihre Präsidentschaftskandidatur! Daraus wird aber vorerst nichts: „Tut mir leid, ich bin beschäftigt“, erklärte die lesbische 34-Jährige, die sich gegen Rassismus und für LGBT-Rechte engagiert und ihren Verband verklagte, weil er das Männerteam besser bezahlt. Schade: Laut einer Befragung im Juli würde sie die Wahl gegen Trump knapp gewinnen!

Shit

Ein „CSD für Heteros“ in Boston? Weil sie eine „unterdrückte Mehrheit“ seien, die „innerhalb anderer Orientierungen nicht gleich behandelt“ würden? Leider ist dieser Aufruf zur„Straight Pride Parade“ am 31. August weder Satire noch harmloser Quatsch. Die zwei Männer, die hinter dem Veranstalter „Super Happy Fun America – It’s great to be straight“ stecken, gehören der extremen Rechten an und luden als Hauptredner den Rechtspopulisten Milo Yiannopoulos ein, der zwar schwul, aber lesbo- und transphob ist. Und ihre Idee der fröhlichen Fassade für Hasspolitik zieht bereits Kreise: Auch in Modesto (Kalifornien) soll eine „Straight Pride“ staffinden. In beiden Städten wurden glücklicherweise Proteste angekündigt.

„Kino der Moderne“ zeigt auch Edith Posca als Detektivin Miss Madge Henway in „Das Achtgroschenmädel. Jagd auf Schurken. 2. Teil”


Der weibliche Blick

Ausstellung „Kino der Moderne“ zeigt Filme aus den 20er Jahren

Bis zum 13. Oktober ist im Museum für Film und Fernsehen der Deutschen Kinemathek in Berlin die Ausstellung „Kino der Moderne – Film in der Weimarer Republik“ zu sehen. Thematisch gegliedert finden sich hier die Schwerpunkte Soziales, Urbanität und Avantgarde sowie Exotismus, Gender und Weimar.

Der verstärkte weibliche Fokus stand für Kuratorin Kristina Jaspers von Anfang an fest. Keineswegs nur auf Schauspielerinnen konzentriert, wird hier auch ein spezieller Blick auf Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen, Kamerafrauen und Cutterinnen geworfen. „Viele mussten emigrieren“, erklärte Jaspers im L-MAG-Interview. „Viele ihrer Arbeiten sind verloren gegangen. Die Überlieferungslage ist ohnehin knapp, und speziell noch einmal bei Frauen, eben weil sie nicht so namhaft sind wie Ernst Lubitsch, Fritz Lang oder Friedrich Murnau es sind.“ Diese geschichtliche Spirale unterbricht die Ausstellung gezielt mit selten oder noch nie gezeigten Fundstücken aus dem Archiv, zum Beispiel anhand 21 weiblicher Biografien, aber auch mit Tonbandaufnahmen, in denen Frauen über ihre Arbeit sprechen. Ein wirklich interessantes, spannendes und manchmal detektivisches Vergnügen.
Simone Veenstra

„Kino der Moderne — Film in der Weimarer Republik“ Bis 13. Oktober, Deutsche Kinemathek (Berlin)
www.deutsche-kinemathek.de

Fabienne Stordiau (3. v.l.) und Michael Roth (r.) bei der Einweihung der GGLBC – Deutsche Wirtschaftskammer LGBTIQ * am 6. Juli 2019


Vernetzung, los!

LGBT-Witschaftskammer in Deutschland gegründet

Pünktlich zum Kölner CSD-Wochenende wurde mit der „German LGBTIQ* Business Chamber” GGLBC eine LGBT-Wirtschaftskammer gegründet. Die Non-Profit-Organisation setzt sich zukünftig für die Interessen von nicht-heterosexuell geführten Unternehmen, Verbänden und Organisationen ein. „Wir alle wissen, dass es gerade in der Wirtschaft nicht selbstverständlich ist, LGBT zu sein“, sagt Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, anlässlich der GGLBC-Eröffnungsfeier. Umso wichtiger sei es, eine Plattform zu haben, die helfe, Vielfalt als etwas Bereicherndes wahrzunehmen. Die Organisation versteht sich als Partner der gesamten deutschen Wirtschaft. Ziel ist es, die Vernetzung zu fördern und mit Seminaren und Schulungen nicht nur queeren Unternehmen dabei zu helfen, diskriminierungsfreie Strukturen auf- und auszubauen. „Inzwischen ist durch Studien hinlänglich bewiesen worden, dass ein diskriminierungsfreies Umfeld die Produktivität und Zufriedenheit im Unternehmen steigert“, sagt Gründungsmitglied Fabienne Stordiau. Das zeige auch das große Interesse von Seiten der Wirtschaft. GGLBC ist Mitglied im europäischen Verbund der „European LGBTI Chamber of Commerce“. Weltweit gibt es über 65 nationale queere Wirtschaftskammern.
Bettina Hagen

www.gglbc.de


Fotos: Deutsche Kinemathek; vvg-Köln; K. Kendall (Creative Commons Attribution 2.0 Generic license)