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Lohnt sich der Kauf eines E-Autos jetzt schon?


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Unser Geld - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 11.05.2022

E-Auto

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Bildquelle: Unser Geld, Ausgabe 3/2022

Der Staat, hier Wirtschaftsminister Habeck bei BMW, fördert den Kauf von E-Autos ? zumindest noch bis 2025.

„Ich habe mich für den Renault Zoe entschie-den, es kam nur ein Stadtauto infrage, da ich in Hamburg ständig auf der Suche nach einem Parkplatz bin.“

Gibt es überhaupt genügend Auswahl?

Klar, wer alle Modell-, Motorund Ausstattungs-Reihen bei Benzinern und Diesel-Modellen zusammenzählt, die in Deutschland zugelassen sind, kommt auf eine gigantische Vielfalt. Aber auch das Angebot an E-Autos entwickelt sich rasant. Aktuell gibt es über 70 Fahrzeug-Reihen, zählt man die Modelle. Und wer die unterschiedlichen Karosserie-Formen, Batterie-Größen und Motoren addiert, kommt auf gut 180 unterschiedliche E-Autos. Eine wirklich gute Übersicht bietet die Auto-Datenbank des ADAC mit allen aktuellen Fahrzeugwerten,

Ausstattungslinien und angegebenenVerkaufspreisen: www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/

Wie viel teurer ist ein E-Modell?

Gibt es ein vergleichbares Benzin-/Dieselund E-Modell, kostet das ...

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... E-Auto im Schnitt jeweils 5.000 bis 10.000 Euro mehr. So kostet bei Renault ein Twingo ab 15.450 Euro, ein Twingo E-Tech 100 % elektrisch ab 24.350 Euro. Bei Mercedes kostet der kleinste GLB knapp 40.000 Euro, der vergleichbare EQB mindestens 52.000 Euro. Kostentreiber ist die Batterie. Diese macht etwa ein Drittel des Kaufpreises aus.

Der Preisunterschied allerdings schmilzt von Jahr zu Jahr. 2010 lagen die Batteriekosten noch bei rund 600 Euro pro Kilowattstunde (kWh), 2015 waren es nur noch gut 300 Euro. Momentan kostet ein Akku pro kWh nur noch gut 100 Euro. In den nächsten Jahren erwarten Experten sogar, dass es keinen Preis-Unterschied mehr geben wird — und zwar ohne dass staatliche Zuschüsse eingerechnet werden.

„Mein Zoe kostete eigentlich gut 22.000 Euro. Aber ich habe das Auto geleast, zahle etwa 100 Euro im Monat für 2 Jahre bei einer Laufleistung von 20.000 km. Ich finde es attraktiv – ein neues Auto fahren zu können. Die Wallbox hat 1.000 Euro gekostet, 900 Euro davon bekamen wir über die für 100 Euro KfW als Zuschuss.“

Wie viel Geld gibt es vom Staat?

Zurzeit gibt es maximal 9.000 Euro Umweltund Innovationsprämie für ein reines E-Auto (Kaufpreis maximal 40.000 Euro) bzw. 7.500 Euro, wenn der Kaufpreis darüber liegt, aber höchstens 65.000 Euro beträgt. Aber: Ab 2023 soll es nur noch einen Bonus geben, sodass sich der Zuschuss halbiert. Da aber viele E-Autos wegen des Ukraine-Kriegs und gestörter Lieferketten erst 2023 ausgeliefert werden, selbst wenn sie jetzt bestellt werden, erhalten viele weniger Förderung. 2025 soll der Bonus dann komplett auslaufen.

Zuschüsse von 6.750 bzw. 5.625 Euro gibt es auch noch für Hybrid-Modelle. Doch die Experten warnen hier, da sich die Rest-Werte von Plug-in-Modellen deutlich verschlechtern dürften, je mehr E-Modelle zugelassen sind. Geld vom Staat (900 Euro) gibt es schließlich auch, wenn zu Hause eine Wallbox (E-Tankstelle) installiert wird, um z. B. Strom für das Auto aus dem eigenen Stromnetz zu tanken.

„Ich habe alle Förderungen ausgeschöpft: Umweltbonus, Zuschuss für die Ladestation bei uns am Haus usw. Das Beantragen war einfach. Allerdings erhält man die staatliche Förderung erst, wenn das Auto schon gekauft bzw. auf einen zugelassen ist. Man streckt das Geld also vor.“

Wie teuer sind Versicherung und Steuern?

Bei Haftpflicht-und Kaskoversicherung entscheiden die Typ-Klassen und der Wohnort – hier haben die E-Autos keinen wirklichen Vorteil. Anders bei der Steuer: Bis 2030 sind neu zugelassene Elektroautos (auch Dienstwagen) für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Das gilt auch, wenn während dieser Zeit der Halter wechselt. Für Plug-in-Hybride gilt diese Befreiung nicht. Zum Vergleich: Ein kompakter Benziner kostet 60 bis 100 Euro Kfz-Steuer pro Jahr.

Wie lange dauert es, bis ein E-Auto geliefert wird?

Lange, sehr lang. Hauptgründe sind die unerwartet hohe Nachfrage, eine schleppende Umstellung der Produktion in den Autofirmen und der oft beschriebene Mangel an Computer-Chips. Die aktuellen Lieferzeiten derzeit für ein E-Auto:

Ist das Parken mit einem E-Auto einfacher?

Ja und nein. Das Elektromobilitätsgesetz erlaubt es Kommunen, kostenlose Parkplätze für E-Autos anzubieten. Einige tun dies, aber nicht flächendeckend. Vielfach auch nur auf einigen Parkplätzen. Jede vierte Kommune aber bietet keine kostenlosen Parkplätze, sondern nur geringere Parkgebühren. Hinzu kommt, dass viele E-Auto-Besitzer Ladestellen als Parkplätze nutzen, weshalb Ladesäulen-Apps zwar freie Lade-Kapazitäten anzeigen, während der Platz an der Säule aber durch Falschparker belegt ist.

„Hamburg ist hier sicher ein Vorbild. Mit meinem E-Auto kann ich kostenlos überall auf öffentlichen Plätzen und bis zur Höchstparkdauer parken.“

„Vorher habe ich Schalt-Autos gefahren und hatte zu Beginn Berührungsängste mit der Automatik. Aber das Fahren ist viel einfacher, idiotensicher. Es fühlt sich an wie das Fahren im Auto-Scooter, sehr geschmeidig. Nicht so ruckartig wie bei einer normalen Gangschaltung. Und das Auto ist so ruhig, deshalb haben wir extra ein „Soundpaket“ dazubestellt, sodass das E-Auto absichtlich Geräusche von sich gibt, wenn ich losfahre. Es ist erwiesen, dass so weniger Unfälle geschehen mit Tieren und Kindern, weil dann E-Autos besser gehört werden.“

Wie komfortabel ist ein E-Auto?

Sehr bequem. Autos mit E-Antrieb erzielen ihre Leistung auf sehr vorteilhafte Weise mit vergleichsweise hohem Drehmoment. Und daraus resultieren ansatzloses Beschleunigen und ein sehr dynamisches Fahrgefühl. Gleichzeitig gibt es nur geringe Geräusche und kaum Vibrationen durch den Motor.

Wie zuverlässig sind E-Autos?

Überdurchschnittlich gut. Das bestätigt auch der ADAC: Nur 4 % aller Pannen gehen auf Mängel bei Akku, E-Motor oder Ladetechnik zurück. Ist ein E-Auto allerdings liegen geblieben, hilft Abschleppen nicht, weil es sonst zu zu hohen Spannungen kommen kann, die die Elektronik schädigen. Auch wenn die Starter-Batterie bei Kälte streikt, sollten Besonderheiten beachtet werden – Starthilfe ist grundsätzlich nur zu einem Pannen-Fahrzeug möglich, das über eine kleinere Batterie verfügt, damit es nicht zur Überlastung der Spenderbatterie kommt.

Aber E-Autos belasten doch auch die Umwelt ...

Das stimmt. Zwar entstehen beim Fahren keine Emissionen, also Schadstoffe. Dafür aber bei der Herstellung, vor allem für die Batterien. Generell gilt: E-Autos verursachen in der Produktion mehr CO2 als Benziner und Diesel, werden E-Autos aber lange gefahren, gleicht sich dies gegenüber Verbrennern wieder aus. Auf lange Sicht aber reduzieren E-Autos die Treibhausgas-Emissionen um 65 bis 75 %, errechneten Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts.

Gibt es genügend Tankstellen?

Na ja, der Ausbau der Ladestationen geht eher schleppend voran, was vor allem daran liegt, dass die Errichtung sehr teuer ist. Fördermittel der Bundesregierung für eine Ladesäule gibt es zudem nur dann, wenn sie rund um die Uhr erreichbar ist. Das heißt, wer mit dem E-Auto weitere Strecken fährt oder häufig in Gegenden (auch der eigenen Stadt) unterwegs ist, in denen man sich nicht so gut auskennt, sollte vorab ganz gezielt Lade-Stopps einplanen bzw. eine spezielle App auf dem Handy nutzen, um nach der nächsten Ladesäule zu suchen.

Gut und zuverlässig sind diese Apps:

• Einfach Strom Laden

• Mobility Plus

• Plugsurfing

• Next Plug

• EnBW mobility+

• Chargemap

• Nextcharge

Kostenlos laden während des Einkaufs kann man übrigens auch, nämlich bei diesen Supermärkten:

• Aldi Süd, kostenlos, 1 Stunde

• Lidl, kostenlos, 300 Ladestationen

• Kaufland, kostenlos, 120 Standorte

• Famila, kostenlos, 1 Stunde an einigen Filialen

• Ikea, kostenlos, alle Filialen

Wie häufig müssen E-Autos zur Inspektion?

Das Nürtinger Institut für Automobilwirtschaft (ifa) ermittelte, dass die Wartungsund Reparaturkosten für E-Autos rund 30 % niedriger sind als bei vergleichbaren Autos mit Verbrennungsmotor. Hauptgrund: Die E-Autos haben weniger Verschleißteile.

„Früher hasste ich Tankstellen, vor allem den Geruch. Nun tanken wir meistens zu Hause. Vollgeladen komme ich ca. 350 km weit. Wenn ich unterwegs laden muss, schaue ich auf meiner App, wo es eine Station gibt und ob die frei ist. Als ich den Zoe neu hatte, fand man überall in Hamburg eine freie Säule. Jetzt ist das Stehen auf 2 Stunden begrenzt, was ich aber gut finde. Denn neulich meldete eine App zwei freie Säulen, da standen aber zwei E-Autos und waren nicht angestöpselt – die nutzten die Ladestelle als bequemen Parkplatz.“

Wie teuer ist das Tanken mit einem E-Auto?

Strom tanken ist günstiger als Benzin oder Diesel, obwohl auch Strom kontinuierlich teurer wurde. Das wird deutlich, wenn man die Kosten zugrunde legt, um auf einer gemischten Strecke 100 km weit zu fahren:

➨ Benziner verbrauchen im Schnitt etwa 7,4 Liter pro 100 km. Kostet ein Liter Benzin 1,95 Euro, sind dies je 100 km 14,43 Euro. Nimmt man den Benzin-Preis vor dem Ukraine-Krieg von 1,72 Euro, sind es 12,74 Euro.

➨ Ein E-Auto verbraucht im Schnitt auf 100 km etwa 21,3 kWh Strom. Bei einem Preis von 0,3619 Euro pro kWh sind dies für 100 Kilometer 7,71 Euro – also fast die Hälfte.

„Ich zahle bei meinem Zoe vielleicht 5 Euro pro 100 km, wenn ich extern tanke. Meist nutze ich unseren eigenen Strom; das heißt, ich tanke extrem günstig.“

Fotos: Sabine Braun (4), Chargemap, MAINGAU Autostrom, Picture Alliance/Tobias Hase, Plugsurfing, Renault, Volkswagen

Mit welchem Wertverlust muss man rechnen?

Schwacke stellte in Studien fest, E-Autos haben beim Wert-Erhalt nach vier Jahren etwa die gleichen Quoten wie vergleichbare Verbrenner. Der durch die staatlichen Subventionen unterstützte Boom bei E-Autos führt aber generell dazu, dass der Wiederverkaufswert etwas sinkt. Ein gängiges Vorurteil: Der Akku als teuerste Komponente sei ein unkalkulierbares Risiko für den Restwert, schließlich könne eine defekte Batterie zum Totalschaden führen. Die Hersteller steuern mit großzügigen Garantien gegen – acht Jahre und 160 000 Kilometer sind durchaus üblich.

Aber: Generell haben teure Modelle immer einen prozentual höheren Wert-Verlust – so hat das Tesla Model 3 nach 4 Jahren Nutzung nur noch einen Wert von 54 % des Neuwertes.

„Die Unsicherheit beim Restwert war auch ein Grund, weshalb ich meinen Renault Zoe geleast habe – nach 2 Jahren gebe ich ihn zurück, kriege einen neuen.“

Gibt es bereits gebrauchte E-Autos?

Ja. Die Internet-Seite www.mobile.de listet aktuell z. B. 21 433 Gebrauchte auf – vom E-Porsche Taycan Turbo für 156.400 Euro bis zum Citroën Berlingo für 1.950 Euro.

„Mein Zoe schafft 350 Kilometer, wenn ich nicht schneller ihm auch schon nach Dänemark gefahren. Man muss anders planen, kann nicht sagen: Tankstellen gibt es schließlich überall. Nur einmal ist es mir passiert, dass unverhofft nachladen musste – da bin ich zu schnell gefahren und der Verbrauch war höher. Doch meine App fand in einem kleinen Dorf eine Ladesäule – registrieren, Kredit-karte hinterlegen, freigeschaltet. Sonst buche ich Tanken über die ADAC e-Charge Card. Bei meinem unfreiwilligen Stopp habe ich in der Zwischenzeit eine Pizza gegessen – nach einer halben Stunde reichte der Strom, um ich unterwegs nach Hause zu kommen.“

Wie weit kommt man mit einer geladenen Batterie?

So lautet eine der häufigsten Fragen – zu Recht. Denn der Kauf eines E-Autos erfordert eine bewusstere Planung, da nicht überall innerhalb von Minuten das Auto vollgetankt werden kann. Wer also den Kauf eines E-Autos überlegt, sollte das bisherige Verhalten analysieren: Wo parkt das Auto meistens? Wie spontan werden längere Fahrten gemacht? Wie viele Kilometer fährt man im Schnitt im Alltag? Wie schnell fährt man normalerweise? Wer z. B. das E-Auto weitgehend zur Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen nutzt, wird keine Veränderung feststellen, zumal dann, wenn an der heimischen Solar-Anlage getankt wird. Besucht man aber Familie oder Freunde in größerer Entfernung, als 120 km/h fahre. Wir sind mit muss man häufigere Ladezeiten an Autobahnen vorsehen. Das gilt auch, wenn ein Wohnwagen gezogen wird. Denn jedes Gramm Gewicht, kältere Temperaturen, sodass häufig die Heizung genutzt werden muss, viel Stop-&-Go-Verkehr reduzieren die Reichweite deutlich. Deshalb auch Vorsicht mit der von den Herstellern genannten Reichweite – das sind jeweils Ideal-Werte. Die E-Autos mit der größten Reichweite sind aktuell diese Modelle: