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LOS ANGELES LAKERS: WESTERN CONFERENCE PACIFIC DIVISION: WIE EIN EDLER TROPFEN WEIN


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 09.12.2020

Er hat es mal wieder allen gezeigt. Auch nach 17 Jahren ist bei LeBron James nicht der Hauch eines Leistungsabfalls zu erkennen - ganz im G egenteil! Mit mittlerweile vier Titeln ist der „King“ hungriger als je zuvor. Und hat ein letztes großes Ziel vor Augen …


LEBRON JAMES

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Bildquelle: Basket, Ausgabe 1/2021

Mit 29,8 PPS, 11,8 REB und 8,5 AS in den Finals führte LeBron die Lakers in der „Bubble“ zum Titelgewinn.


Als LeBron James seine Cleveland Cavaliers am 13. März 2018 bei einem Auswärtsspiel gegen die Phoenix Suns mit einem Triple-Double mal wieder quasi im Alleingang zum Sieg führt, wird er nach der Partie von einem Reporter gefragt: ...

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... „LeBron, schon wieder ein Triple-Double für dich. Damit sind es in dieser Saison bereits 14, ein neuer persönlicher Rekord. Was sagt das über dich zu diesem Zeitpunkt aus?“ Der damals 33-Jährige kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Ich bin wie ein sehr guter Wein, das sagt das aus“, antwortet der viermalige MVP. „Je älter ich werde, desto besser werde ich.“

Treffender hätte es der bekennende Rotweinliebhaber damals wohl nicht formulieren können. Auch wenn zunächst eine Finals- Klatsche gegen die Warriors und die erste verpasste Playoff-Teilnahme seit 14 Jahren folgten, ließ LeBron James in diesem Jahr auf beeindruckende Art und Weise seinen Worten Taten folgen. Ein neues Career-High in Assists, Zweiter im MVP-Voting, der zweitälteste Gewinner des Finals-MVP aller Zeiten und natürlich der krönende Abschluss mit dem lang ersehnten vierten Ring am Finger. Doch es waren nicht nur die herausragenden Statistiken, mit denen James seine Kritiker einmal mehr Lügen strafte.

Der verdammte Respekt

Vielmehr waren es die kleinen Dinge, die man bei LeBron in den letzten Jahren oft vermisste. Allem voran der Einsatz in der Defensive. Er zieht in den Playoffs mehr Offensiv- Fouls als Defensiv-Spezialisten wie Marcus Smart, Lu Dort oder Giannis Antetokounmpo, holt 1,2 Steals und 0,9 Blocks pro Partie und schaltet besonders in der Crunch-Time mehrmals die brandheißen Jamal Murray und Jimmy Butler aus.

Und das alles in einer Spielzeit, von der man zu Beginn sagte, dass es die umkämpfteste und spannendste Saison seit Jahren werden würde, und in der sich „King James“ darüber hinaus erstmals im starken Westen durchschlagen musste, anstatt im Osten Richtung Finals zu spazieren. Lässt man all das, gepaart mit James’ eindrucksvollen Auftritten, Revue passieren, kommt man um eine Frage nicht herum: Haben wir jemals einen besseren LeBron James gesehen als den 35-Jährigen in dieser Saison? Es klingt, wie so einiges, das der beste Spieler dieser Generation bereits erreicht hat, absurd. Doch auch mit Mitte 30 befindet sich James noch immer in seiner Prime und auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens. Das lässt er während seiner Siegesrede im Walt Disney Resort der NBA-Bubble in Orlando denn auch alle wissen. „Es bedeutet mir so viel, für diese Franchise aufzulaufen“, resümiert ein emotionaler James. „Als ich hierherkam, habe ich versprochen, dass ich diese Franchise wieder dahin zurückbringe, wo sie hingehört. Wir alle wollen einfach den Respekt, der uns zusteht. Coach Frank Vogel will seinen Respekt. Diese ganze Franchise will ihren Respekt. Und ich will auch meinen verdammten Respekt.“

Nur Michael Jordan (sechs Mal) wurde häufiger zum Finals- MVP gewählt als LeBron (vier Mal).


Im All-Time-Assist- Ranking der NBA liegt LBJ mit 9.346 auf Rang acht - erster ist John Stockton. (15.806)!


„Eine Menge Arbeit vor uns!“

Die öffentliche Wertschätzung für seine einzigartige Karriere kam dem viermaligen MVP in den letzten Jahren wohl eindeutig zu kurz. Nicht umsonst versieht James zahlreiche Social-Media-Posts mit dem sarkastischen Hashtag „#WashedKing“, der auf die letztjährige Reaktion der Medien anspielt, in dem ihm einige die verpasste Playoff-Teilnahme als Anfang vom Ende ankreideten und den erfolgreichsten Basketballer dieses Jahrzehnts schon abschreiben wollten.

Der abermalige MVP-Titel von Giannis Antetokounmpo in diesem Jahr hat ihm darüber hinaus ebenfalls überhaupt nicht geschmeckt. „Es hat mich extrem genervt, das ist meine ehrliche Antwort“, gab ein angestachelter LeBron damals zu Protokoll. „Aus 101 Stimmen habe ich gerade mal 16 Stimmen für den ersten Platz erhalten. Das hat mich mehr als alles andere gestört. Damit will ich nicht sagen, dass der Gewinner es nicht verdient hat, aber ich wurde in meiner Karriere oftmals Zweiter, ob in den Finals oder als MVP. Das hat mich ziemlich aufgeregt. Ich weiß nicht, ob es bei diesem Titel um die Leistung auf dem Parkett oder die Storyline ging.“

Erhält LeBron tatsächlich nicht die Wertschätzung, die er eigentlich verdient?

Um zu verstehen, wo dieser Ärger und dieser ungebrochene Wille, unbedingt zu gewinnen, herkommt, muss man das Ziel kennen, das sich James fest in den Kopf gesetzt hat. Er hat es uns vor einigen Jahren verraten: „Meine Motivation ist dieser Geist, den ich jage. Und dieser Geist hat in Chicago gespielt.“ Das ist es, warum er auch nach 17 Jahren immer noch jeden Tag unermüdlich arbeitet und mit 35 Jahren noch immer mit der gleichen Passion spielt wie am ersten Tag. LeBron will sein Idol Michael Jordan übertreffen und als der größte Basketballer aller Zeiten in die Geschichte der National Basketball Association eingehen.

Und er weiß, dass die kommenden Jahre entscheidend sein werden, um seiner beispiellosen Karriere auch noch den inoffiziellen Titel des „Greatest of all Time“ hinzuzufügen. Für manche mag er das schon heute sein, doch Fakt ist, dass sich in LeBrons Vitrine noch zwei Larry- O’Brien-Trophäen weniger befinden als in der Trophäensammlung von „His Airness“.

Deshalb hatte James, der als erst vierter Spieler in der Geschichte den Titel mit drei verschiedenen Franchises gewinnen konnte, nach den diesjährigen Finals auch eine klare Message für seinen Buddy Anthony Davis parat: „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns!“

Rotwein statt Zigarre?

2020 soll für das Star-Duo und die Franchise aus der vielbesungenen „Stadt der Engel“ erst der Anfang gewesen sein. Denn LeBron weiß, dass er mit „AD“ den vielleicht besten Tandem- Partner seiner ganzen Karriere neben sich hat. Dazu kommt ein von General Manager Rob Pelinka exzellent zusammengestellter Supporting Cast mit genau der richtigen Mischung aus Shooting, Defensivqualitäten und wichtiger Erfahrung.

Trotz seiner bald 36 Jahre ist LeBron also - und das klingt fast wie eine Drohung - noch lange nicht fertig. Leichter wird es im zwar sicher nicht, denn mit einem gesunden Kevin Durant bei den Brooklyn Nets und aufstrebenden West-Teams wie den Nuggets, Mavericks oder möglicherweise auch den Phoenix Suns ist das Playoff-Feld im Westen noch näher zusammengerückt.

LeBron und „AD“ legten während der Finals gemeinsam im Schnitt 54,8 PPS und 22,5 REB auf!


Der verfrühte Saisonstart am 22. Dezember und der eng getaktete Zeitplan spielt dem „King“ ebenfalls nicht in die Karten. Dadurch beträgt die Offseason der Lilagoldenen nur 71 Tage, wohingegen Non-„Bubble“-Teams sich ganze 286 Tage erholen konnten. Doch LeBron, der über seine gesamte Karriere nicht eine einzige Playoffpartie verpasste, wird auch diese Hürde meistern.

Ob die letzten Jahre seiner Laufbahn, ganz nach der Logik der Fine-Wine-Theorie, tatsächlich die besten seiner Karriere werden können, bleibt abzuwarten. Die bestmöglichen Voraussetzungen sind für ihn in der City of Angels definitiv gegeben, und so wird er auch in den nächsten Jahren alles daransetzen, den „Geist aus Chicago“, den er laut Eigenaussage seit jeher jagt, zu übertrumpfen. Denn dieser ist bekanntermaßen Zigarrenliebhaber - mit Rotwein hat er dem Vernehmen nach eher nicht so viel am Hut.

WERTUNG

BASKET -BEWERTUNG

LeBron James ist der beste (Aufbau-)Spieler des Planeten. Vielleicht kein herkömmlicher Point Guard, doch niemand kontrolliert und dirigiert das Spiel so wie er - noch immer. Matthews soll die Danny Green-Rolle spielen - jedoch konstanter treffen.

BANK

Neuankömmling Dennis Schröder ist gleich der wichtige „Sixth Man“, das Roster besitzt Championship-Erfahrung ohne Ende. Mit Gasol kam zudem ein mehr als fähiger Big Man-Ersatz. Einzig auf Small Forward fehlt ein verlässlicher Back-Up.

FRONTCOURT

Davis ist der beste Big Man im Basketball. Harrell dürfte bei seiner neuen Franchise in Los Angeles starten. Gut möglich, dass auch Kuzma in die erste Fünf rückt - aufgrund mangelnder Backups auf der Vier könnte „KCP“ seinen Starting-Spot aber behalten.

COACH

Frank Vogel gewann gleich in seiner Debütsaison in Los Angeles den Ring - und das nicht nur, weil er ein LeBron-Team coachte. Machte die Lakers vor allem defensiv zum ultimativen Top-Team und sollte daran auch 2020/21 anknüpfen.

DEPTH CHART

FAZIT

Best Case: Gerade einmal zwei Monate Pause? NBA-Jahr 18? Alles kein Problem für LeBron, dessen Superman-Körper auch 2020/21 Höchstleistungen ermöglicht. Die Clippers-Kabine hat noch immer Chemistry-Probleme. „AD“ führt die Liga mit 4,0 Blocks pro Spiel an. Erster Ring für Dennis!
Worst Case: Die Lakers kommen nach dem Titelgewinn schleppend in die Saison, LeBron nimmt sich mehr Ruhepausen. Obwohl man trotzdem souverän in den Top Drei im Westen landet, macht sich die kurze Pause in den kommenden Playoffs bemerkbar. Clippers in Sieben.

Stand der Daten: 23.11.2020

DIE ÄLTESTEN FINALS -MVPS:

1. Kareem Abdul-Jabbar, 38 Jahre 54 Tage
2. LeBron James, 35 Jahre 284 Tage
3. Wilt Chamberlain, 35 Jahre 259 Tage
4. Michael Jordan, 35 Jahre 117 Tage
5. Michael Jordan, 34 Jahre 116 Tage
6. John Havlicek, 34 Jahre 34 Tage
7. Michael Jordan, 33 Jahre 119 Tage
8. Dirk Nowitzki, 32 Jahre 358 Tage


Fotocredit: Getty Images