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LOSGELASSENHEIT: Körper und Psy che im Gleichgewicht


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 70/2019 vom 06.06.2019

Ein einfaches Wort, und doch steckt viel dahinter: Losgelassenheit ist die Basis für erfolgreiches Reiten. Gleichzeitig ist sie unabdingbar, um das Pferd gesund zu erhalten. Warum man von innerer und äußerer Losgelassenheit spricht und was der Sitz des Reiters damit zu tun hat, erklärt Michael Putz

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Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 70/2019

Losgelassenheit ist kein Zustand, der sich auf die Schnelle herstellen lässt. Neben einer guten Ausbildung mit System spielen auch Faktoren wie Haltung, Zucht oder Ausrüstung eine Rolle


Die Arbeitsfreude eines Pferdes ist zu einem hohen Prozentsatz von der Harmonie des Körpers abhängig. Das körperliche ...

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... Gleichgewicht bedingt sehr wesentlich das seelische“, schreibt Kurt Albrecht in seinem Buch „Meilensteine auf dem Weg zur hohen Schule“. Umgekehrt wirkt sich die Psyche auch auf den Körper aus. Hinzu kommt, dass sich Reiter und Pferd in ihrer jeweiligen Verfassung beeinflussen. Das Thema Losgelassenheit darf also nicht einseitig betrachtet werden. Wer sich jedoch mit den Zusammenhängen und Wechselwirkungen auseinandersetzt, der wird ein neues Verständnis für die Ausbildung seines Pferdes gewinnen. Dabei ist die Losgelassenheit nicht nur vom Reiten abhängig. Auch Faktoren wie Zucht, Haltung, Fütterung oder der Umgang mit dem Pferd spielen eine entscheidende Rolle.

Die innere und äußere Losgelassenheit

Laut FN ist die Losgelassenheit der zweite Punkt der Ausbildungsskala. Sie wird als „unverkrampftes An-und Entspannen der Muskulatur bei innerer Gelassenheit“ beschrieben. Hier wird der Bezug zwischen Körper und Psyche deutlich. Gleichsam ist die Losgelassenheit die Basis für die Durchlässigkeit des Pferdes und zudem das Ergebnis daraus. Nur ein losgelassenes Pferd kann seine Muskeln unverkrampft an-und abspannen sowie eine positive Körperspannung erreichen. „Losgelassenheit bezieht sich sowohl auf den physischen als auch auf den psychischen Zustand des Pferdes“, schreibt der Ausbilder und Turnierrichter Michael Putz in seinem Buch „Richtig Reiten – eine Herausforderung“. Was den körperlichen (äußeren) Aspekt anbelangt, werde darunter der möglichst ökonomische Gebrauch des gesamten Bewegungsapparates ohne Verspannungen und Verkrampfungen verstanden, wobei der Rücken stets als zentraler Bereich gelten müsse. „Als innerlich losgelassen wird ein Pferd bezeichnet, welches bei aller Gehfreude gelassen und konzentriert bei seiner Aufgabe ist. Beides zusammen bildet die Voraussetzung für optimale Leistungsfähigkeit“, so Michael Putz. Zugleich würden dadurch aber auch erst gewisse Ausbildungsfortschritte ermöglicht, zum Beispiel solche, die mit Muskelaufbau und Lernen verbunden seien.

Umgang und soziales Umfeld

Die innere (mentale) und die äußere (körperliche) Befindlichkeit sind also voneinander abhängig. Ein körperlich verspanntes Pferd wird sich auch innerlich festhalten. Zu einer innerlichen Losgelassenheit kommt das Pferd unter anderem über eine artgerechte Haltung mit genügend sozialen Kontakten, viel frischer Luft und der Möglichkeit, sich ausreichend (frei) zu bewegen. Auch eine gute Fütterung, ein angemessenes Training und körperliche sowie mentale Auslastung ohne Überforderung oder Stress sind wichtig. Der Reiter sollte die nötige Gelassenheit, Ruhe, Sicherheit und Souveränität ausstrahlen. Für das Pferd muss seine Position in der Verbindung Mensch-Pferd klar definiert sein. Unter diesen Umständen ist es in der Lage, sich mental zu entspannen. Die äußere, körperliche Losgelassenheit steht in direkter Verbindung zur inneren, psychischen. Viele Reiter denken, dass diese allein vom Reiten abhänge. Dabei wird sie jedoch auch von Faktoren wie einem korrekt sitzenden Sattel, korrekt gestellten Hufen, Schmerzfreiheit und dem Sitz des Reiters sowie dessen Einwirkung beeinflusst.

Täglich grüßt das Murmeltier

„Das Pferd zur Losgelassenheit zu bringen ist eine Grundforderung der täglichen Arbeit, unabhängig vom Ausbildungsstand“, betont Michael Putz. Dabei mache es auch keinen Unterschied, ob es sich um ein Frei-zeit-oder Sportpferd handle. Die Losgelassenheit spielt nicht nur während des Lösens, Abreitens oder während der Erholungsphase am Ende der Trainingseinheit eine Rolle. Vielmehr müsse auch während der Arbeitsphase ständig auf einen Wechsel der Intensität und auf ein wiederholtes Abspannen und entspanntes Durchatmen geachtet werden. „Selbst in den Phasen der größten Belastung darf aus positiver Spannung nicht Verspannung werden, weil sonst Kraft und Konzentrationsfähigkeit sehr schnell erschöpft sind“, sagt unser Experte und gibt zu bedenken: „Ohne Losgelassenheit von Pferd und Reiter ist ein harmonisches Miteinander nicht möglich.“ Vertrauen ist dabei ein Schlüsselwort, denn nur wenn das Pferd dem Reiter vertraut, wird es sich auch unter dem Sattel zufrieden und innerlich spannungsfrei bewegen.


„Ohne Losgelassenheit von Pferd und Reiter ist ein harmonisches Miteinander nicht möglich.“


Häufig wird unterschätzt, wie anspruchsvoll die Aufgabe ist, lösende Arbeit zielgerichtet und effektiv zu gestalten. Für Michael Putz ist es daher eine Selbstverständlichkeit, seine Schüler mit ihren Pferden bereits beim Lösen zu begleiten. Ausnahmen macht der erfahrene Trainer nur, wenn er Reiter und Pferd gut kennt und sicher sein kann, dass das Abreiten schon ziemlich optimal gelingt.

Probleme durch Lösen lösen

„Für viele, gerade auch grundsätzliche Probleme, wie mangelnde Gehfreude oder Übereifer, ist die Ursache in ungenügendem, ungeschicktem oder falsch verstandenem Lösen zu suchen“, so unser Experte. Schon so mancher „triebige Faulpelz“ sei zum gehfreudigen Musterschüler und mancher „heiße Ofen“ zum gut zu regulierenden Reitpferd geworden, wenn die lösende Arbeit verbessert und individuell richtig angepasst wurde. In beiden Fällen gehe es häufig hauptsächlich darum, das Pferd zum Hergeben des Rückens zu bringen. „Je nach Temperament und Veranlagung geht das eine nicht vorwärts, während das andere davoneilt, ja regelrecht auf der Flucht ist, wenn es sich im Rücken nicht wohlfühlt“, betont Michael Putz. In keinem Fall kann Losgelassenheit durch Zwang erreicht werden. Wer sich also unter Stress schnell mal in den Sattel schwingt und erwartet, dass das Pferd in kürzester Zeit den Rücken hergibt, der wird keinen positiven Effekt erzielen, sondern bestehende Probleme nur verschlimmern und im schlimmsten Fall das Vertrauen des Vierbeiners aufs Spiel setzen. Leider gibt es immer noch Reiter, die ihre Pferde durch unsensible, starke Einwirkung und andere Zwangsmaßnahmen dazu bringen, lediglich zu funktionieren. Doch unter diesen Umständen kann kein Vierbeiner im Rücken schwingen und sein volles Bewegungspotenzial entwickeln. Vielmehr wird das Pferd auf Dauer gesundheitlichen Schaden nehmen, wenn die Losgelassenheit in der Ausbildung missachtet wird.

Durch innere Stabilität zur Losgelassenheit

Ähnlich wie beim Yoga geht es auch beim Reiten um die Kunst, den Unterschied von An-und Verspannung wahrzunehmen. Wenn der Reiter nicht losgelassen ist, wird auch das Pferd nicht loslassen können. Wer sein Pferd korrekt ausbilden möchte, sollte also zunächst bei sich selbst anfangen. Das Stichwort ist innere Stabilität. Angestrengtes, zu verkopftes Reiten führt schnell zur Verspannung der Muskulatur bei Mensch und Pferd. Doch ganz ohne Anstrengung und rein durch Entspannung kann auch kein positiver Effekt erzielt werden. Wichtig ist, Anund Verspannung unterscheiden zu können und dabei seine innere Mitte zu finden. Dazu ist eine Schulung der eigenen Wahrnehmung notwendig. Der Reiter darf sich nicht verkrampfen. Dabei hilft es, an einer ruhigen, gleichmäßigen Atmung zu arbeiten, zum Beispiel durch Sitzschulungen oder gezielte Übungen auf dem Pferd. Auch Meditation oder Yoga können das Körpergefühl und die Einwirkung verbessern. Wer sich in Balance befindet, kann die einzelnen Muskeln des Körpers besser wahrnehmen und deren Anspannen genauer kontrollieren. Dabei ist nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Balance wichtig. Wer schon gestresst in den Stall kommt und sich beeilt, um sein Pferd schnell noch eine Stunde zu bewegen, wer zu hohe Anforderungen an den Vierbeiner stellt oder sich selbst unter Druck setzt, der stellt sich selbst ein Bein und wird nicht in der Lage sein, seinem Pferd zu einer ehrlichen Losgelassenheit zu verhelfen.

Soziale Kontakte und Weidegang sind wichtig, damit das Pferd körperlich und mental loslassen kann


Ein Pferd kann sich unter dem Reiter nur wohlfühlen, wenn der Sattel passt


Eine Frage der Balance

Um sich und das Pferd in Balance zu halten, muss der Reiter im Gleichgewicht sein und die Bewegungen des Vierbeiners ausgleichen. Probieren Sie folgende Übung aus: Setzen Sie sich auf einen Gymnastikball und heben Sie die Beine vom Boden. Nun versuchen Sie, die Balance zu halten, denn nur so können Sie angenehm sitzen. Spüren Sie genau hin, wenn Sie aus dem Gleichgewicht kommen. Merken Sie, wie sich bestimmte Muskelgruppen an-oder sogar verspannen? Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Atmen Sie bewusst in den Bauch, lockern Sie die Schultern und die Hüftmuskulatur. Bleiben Sie im Moment und lassen Sie sich nicht von anderen Gedanken ablenken. Dabei ist es wichtig, nicht zu bewerten, sondern einfach nur wahrzunehmen. Wenn sich Ihr Geist beruhigt, dann werden Sie auch mehr Kontrolle über Ihren Körper gewinnen. Nur wenn Sie sich im Gleichgewicht befinden, kann auch Ihr Pferd loslassen. Als Reiter sollten Sie also mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, in welchen Situationen Ihr Pferd dazu neigt, sich zu verspannen, und wie Sie es dabei unterstützen können, sich wieder zu entspannen. Remonten werden in der Regel schneller aus der Balance kommen als ausgebildete Pferde. Doch unabhängig von Alter oder Ausbildungsstand sollten Sie niemals die Geduld verlieren, sondern sich und Ihrem Vierbeiner ausreichend Zeit geben, um den richtigen Weg zu finden und sich aufeinander einzustellen und einzulassen. Gutes Reiten erfordert ein hohes Maß an Selbstwahrnehmung sowie die Fähigkeit, sich in die Psyche des Pferdes hineinzudenken.

Ein korrekt gerittenes Vorwärts-Abwärts fördert die Losgelassenheit


Durch Übungen mit dem Gymnastikball können Sie Balance und Gleichgewicht schulen


Yoga und Meditation helfen dem Reiter, auch auf dem Pferd achtsamer zu sein


Eine Frage des Unterrichts

Für Reiter ist es nicht immer leicht, eigenständig an der Losgelassenheit zu arbeiten, mögliche Fehler zu erkennen und auftretende Probleme ohne Hilfe zu lösen. Also wird ein Reitlehrer zurate gezogen. Doch wer sich positive Effekte erhofft, sollte auf die Qualität des Unterrichts achten. Ein guter Ausbilder sorgt für eine angenehme Trainingsatmosphäre und nimmt sich ausreichend Zeit, um Reiter und Pferd kennenzulernen. Er ist bereit, Zusammenhänge zu erklären und Fragen zu beantworten. Des Weiteren gestaltet er das Training niemals zu einseitig, sondern bietet Reiter und Pferd Abwechslung und schlägt alternative Methoden wie Sitzübungen an der Longe oder Cavaletti-Arbeit vor. Ein Reiter, der nicht zum Sitzen oder Treiben kommt, kann sein Pferd auch nicht entsprechend lösen, und ein Pferd, dass völlig gestresst die Reithalle betritt, wird sich weder mental noch körperlich entspannen können. Der Reitlehrer sollte also auch psychologisches Feingefühl sowie Empathie mitbringen und bereit sein, Gegebenheiten zu hinterfragen. Leider gibt es immer weniger Kreativität und Individualität im Unterricht. Dabei wäre es wichtig, dass Reiter zum Denken angeregt werden und nicht einfach ein vorgegebenes Programm abspulen. Abwechslung bedeutet nicht, an einem Tag zu longieren und am nächsten eine Runde durchs Gelände zu gehen. Vielmehr ist ein spannendes und kreatives Gestalten jeder einzelnen Trainingseinheit wichtig, um dem Individuum Pferd gerecht zu werden. Machen Sie sich also gemeinsam mit Ihrem Trainer Gedanken, mit welchen Übungen und Abläufen Sie bestimmte Muskelgruppen gezielt lösen, Muskulatur aufbauen oder die Losgelassenheit fördern können. Besprechen Sie auch, welche Lektionen Ihnen noch Probleme bereiten, und suchen Sie nach den Ursachen.

UNSER EXPERTE

MICHAEL PUTZ ist Pferdewirtschaftsmeister, Träger des Goldenen Reitabzeichens sowie Ausbilder und Turnierrichter. Der Autor war unter anderem 15 Jahre als Leiter der Westfälischen Reitund Fahrschule in Münster/Westfalen tätig.

BUCHTIPP

In dem Buch „Richtig Reiten – eine Herausforderung“ wird unter anderem erklärt, wie Losgelassenheit bei Pferd und Reiter erreicht und erhalten werden kann. Dem Leser wird darüber hinaus vermittelt, wie er gemeinsam mit seinem Pferd den Ausbildungsweg bis hin zur Versammlung und relativen Aufrichtung in von Vertrauen geprägter Zusammenarbeit gehen kann. Dabei müssen Gehfreude, Leistungsbereitschaft und auch die Persönlichkeit des Pferdes immer erhalten bleiben. Das Buch ist für Reiter und Ausbilder der Klasse E bis S geeignet.

Regelmäßiges Lob fördert die Motivation des Pferdes und stärkt das Vertrauen


LÖSEN MIT KÖPFCHEN

Korrekt geritten, fördern diese Übungen die Losgelassenheit:

Lösen durch Volten


Kreise und Achten
Bei Biegungen wie Zirkel, Volten oder Achten wird der jeweilige innere Hinterfuß vermehrt belastet und gebeugt. So wird die Hankenbeugung vorbereitet und die Geschmeidigkeit gefördert.

Wendungen können auch zur Vorbereitung von Übergängen oder Verstärkungen genutzt werden. Reiten Sie die Volten und Achten zu Beginn der Trainingseinheit zunächst größer und verkleinern Sie den Durchmesser behutsam. Beginnen Sie im Schritt und erarbeiten Sie sich die Wendungen in den höheren Gangarten, ohne Ihr Pferd zu überfordern. Sie müssen nicht alles in einer Reitstunde schaffen. Nach der Acht kann es sinnvoll sein, die Tritte zu verlängern und dem Pferd wieder mehr Rahmen zu geben.

Viele Übergänge
Nicht nur bei der Dressurarbeit in der Halle, sondern auch im Gelände oder beim Springtraining sollten Sie immer wieder Übergänge einbauen. Zum einen solche zwischen den einzelnen Gangarten als auch innerhalb einer Gangart. Bedenken Sie jedoch, dass korrekt gerittene Übergänge nicht einfach sind. Nehmen Sie sich Zeit, bereiten Sie die Übergänge gut vor und seien Sie kritisch bezüglich der Taktsicherheit.

Unterschiedliche Halslängen
Stellen Sie sich vor, Sie müssten eine Stunde lang in einer Position verharren. Schon vor Ende der 60 Minuten würden Ihre Muskeln schmerzen. Damit Ihr Pferd Muskulatur aufbauen und unter dem Reiter loslassen kann, darf die Muskulatur nicht verkrampfen. Reiten Sie deshalb Ihr Pferd mit wechselndem Rahmen, also mit wechselnder Halslänge. Lassen Sie immer mal wieder die Zügel aus der Hand kauen, geben Sie Ihrem Pferd mehr Raum und überprüfen Sie die Dehnungsbereitschaft. Auch kurze Pausen mit hingegebenem Zügel können förderlich sein.

Tempounterschiede und Klettern
Bauen Sie immer mal wieder Tempounterschiede innerhalb einer Gangart und Wechsel zwischen diesen ein. So unterstützen Sie den Muskelaufbau und fördern die Losgelassenheit. Dabei müssen Takt und Anlehnung immer erhalten bleiben. Im Gelände lassen sich ganz spielerisch Tempounterschiede reiten. Einigen Pferden fällt es leichter, den eigenen Rahmen zu erweitern, wenn der Reiter im Vorwärtssitz den Rücken entlastet. Nutzen Sie Steigungen im Gelände, um Ihr Pferd klettern zu lassen. Das gibt Muckis und schult das Gleichgewicht.

Seitengänge und Quadratvolte
Schenkelweichen, Schulterherein und Co. lösen das Pferd und dienen der Geraderichtung. Dabei ist es wichtig, dass Sie gezielt die Seitengänge nutzen, die Ihrem Pferd helfen. Eine Übung, die immer mehr in Vergessenheit geraten ist, ist die Quadratvolte. Hierzu reiten Sie acht bis zehn Meter geradeaus, dann eine Drei-Meter-Ecke, wieder acht bis zehn Meter geradeaus und so weiter, bis ein Quadrat entsteht und Sie wieder am Ausgangspunkt angekommen sind. Sie können Hütchen und Stangen zur Orientierung nutzen. Durch den häufigen Wechsel von Geradeaus und Wendung werden die Losgelassenheit, Geschmeidigkeit und Wendigkeit verbessert.