Lesezeit ca. 10 Min.
arrow_back

LOW BUDGET BIKES


Logo von Bike Bild
Bike Bild - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 20.10.2022
Artikelbild für den Artikel "LOW BUDGET BIKES" aus der Ausgabe 5/2022 von Bike Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Auch auf kostengünstigen E-Bikes lässt sich eine Menge Spaß haben ? wenn denn Verarbeitung und Qualität stimmen

Reden wir über Geld. Die Frage, wie teuer ein ansprechendes E-Bike mindestens sein muss, lässt sich nicht so einfach beantworten. Im Baumarkt oder beim Discounter gibt es motorisierte Fahrräder schon für unter 1000 Euro, einige Premium-Sportgeräte kosten wiederum das Zehnfache. Tatsächlich werden die meisten Käufer wohl zwischen 2500 und 5000 Euro landen. Der Durchschnittspreis für ein Pedelec lag im letzten Jahr laut einer Untersuchung des Online-Portals bei 3680 Euro – Tendenz steigend.

Günstig oder billig?

Mehr als 3000 Euro dürften für viele Kaufinteressierte eine Menge Geld sein, besonders dann, wenn man das E-Bike selbst zahlt und es nicht über den Arbeitgeber leasen kann. Man muss jedoch nicht unbedingt vermögend sein, um in den Genuss des motorisierten Fahrradfahrens zu kommen. Selbst fürs kleine Budget hält der Markt E-Bikes bereit. An diesem unteren Ende der Preisskala haben wir ein ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Bike Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 5/2022 von Liebe Leserinnen, liebe Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Titelbild der Ausgabe 5/2022 von BIKE-BILDER Momente. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BIKE-BILDER Momente
Titelbild der Ausgabe 5/2022 von NEUES AUS DER FAHRRADWELT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEUES AUS DER FAHRRADWELT
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
NEUES AUS DER FAHRRADWELT
Vorheriger Artikel
NEUES AUS DER FAHRRADWELT
SO HABEN WIR GETESTET
Nächster Artikel
SO HABEN WIR GETESTET
Mehr Lesetipps

... gemischtes Testfeld zusammengestellt, vom vollausgestatteten E-Trekkingrad bis zum minimalistischen E-Citybike.

Der Blick auf die Testdaten zeigt den Unterschied zwischen günstig und billig: Einige Hersteller liefern auf dem Prüfstand ohne Bosch-Motor und hydraulische Scheibenbremsen gute Ergebnisse ab. Bei anderen E-Bikes muss man jedoch mindestens in einem Leistungsbereich zum Teil Abstriche in Kauf nehmen, sei es aufgrund einer besonders geringen Reichweite oder schlechter Stresstestwerte.

Folgekosten im Blick behalten

Sparen sollten Sie, das möchten wir an dieser Stelle betonen, niemals an der Sicherheit! Dazu gehört in erster Linie die Bremsleistung, aber auch die Qualität der Reifen, die für Grip und Pannenschutz sorgen. Leider setzen die meisten Hersteller auf günstige Pneus, womit das Upgrade auf Markenreifen unser Tuningtipp für günstige E-Bikes wäre.

Bessere Reifen, vielleicht noch ein notwendiger Gepäckträger, Stecklichter, Schutzblech oder minderwertige Verschleißteile: Zum günstigen Kaufpreis sollten Sie Folgekosten einplanen. Auch das Thema Service kann zum Problem werden, wenn die Werkstatt keine Möglichkeit hat, den exotischen Motor zu reparieren. Informieren Sie sich unbedingt im Vorfeld über das Servicekonzept von Fahrradbauer und Motorhersteller.

Wer am Ende zu sehr die Sparschrauben anzieht, wird bei einem Ramschpedelec landen, keinen Spaß damit haben, im schlimmsten Fall für unnötigen Elektroschrott sorgen oder sogar doppelt kaufen müssen. Damit Ihnen ein solches Negativerlebnis erspart bleibt, haben wir uns bewusst nicht die billigsten der günstigsten E-Bikes für diesen Test zusammengesucht, sondern Ausschau gehalten nach preiswerten Alternativen, die unsere Mindeststandards erfüllen.

CANYON PRECEDE:ON 5

PREIS: 2599 EURO

Rahmenmaterial:Aluminium

Gabel:Carbon

Motor:Bosch Active Line Plus

Akku:Bosch, 625 Wattstunden

Antrieb:Shimano Deore, Kettenschaltung mit 11 Gängen

Bremsen:Promax, hydraulische Scheibenbremsen, 180/180 Millimeter

Bereifung:Schwalbe G-One, Reflex, 57 Millimeter (27,5 Zoll)

Gewicht:26,2 Kilogramm

Zul. Gesamtgewicht:140 Kilogramm

AUSGEREIFTER EMPORKÖMLING

Seit 2020 gibt es Canyons Precede:ON als Carbonvariante, dieses Jahr nun auch endlich mit Alurahmen. Die Geometrie ist nahezu erhalten geblieben, der Fahrspaß auch, aber am Preis wurde geschraubt. Für den Grundpreis von 2599 Euro gibt es mehr, als man erwarten darf. Angetrieben wird das Fahrrad von Boschs Active Line. Wahrlich kein Überperformer und Prüfstandsstreber, aber dafür super verlässlich in allen Fahrlagen, vor allem am Berg, wenn Standfestigkeit gefragt ist.

Qualitätsprodukte auch sonst, wohin das Auge schaut: Schwalbe spendiert die breiten und komfortablen Pneus mit Reflexstreifen, Shimano schickt die hochwertige und robuste Deore-Kettenschaltung mit einer großen Rundum-sorglos-Kassette ins Rennen, und von Abus gibt es gegen Aufpreis das passende Schloss on top, um Diebe abzuschrecken oder aufzuhalten.

Was dem Precede:ON zur Perfektion fehlt, ist eine Federgabel. Eine weitere Schippe Komfort würde dem wuchtigen Trekking- und Citybike gut zu Gesicht stehen. Zwar kompensieren die breiten Reifen die starre Carbongabel, aber mehr ist mehr – gerade in diesem Preissegment. Etwas weniger Direktheit hätte es hingegen beim Einlenkverhalten sein dürfen. Die Stadt ist doch kein Slalomparcours. Oder doch?

FAZIT

Wer noch mehr E-Bike, Fahrspaß, Design und Qualität für das gleiche oder sogar weniger Geld findet, soll sich bei uns melden. Canyon dominiert zu Recht den Test. Kauftipp oder schon Kaufpflicht?

POSITIV

+ Ausstattung und Verarbeitung

+ sportlicher Auftritt

+ starke Bremsanlage

NEGATIV

- mit Federgabel noch besser

- hohes Eigengewicht

DECATHLON ELOPS 920 E

PREIS: 1899 EURO

Rahmenmaterial:Aluminium

Gabel:Suntour Nex, 63 Millimeter Federweg

Motor:Brose Drive C

Akku:Btwin, 417 Wattstunden

Antrieb:Shimano Nexus, Nabenschaltung mit 7 Gängen

Bremsen:Tektro, hydraulische Scheibenbremsen, 160/160 Millimeter

Bereifung:Btwin Punture Protection, 44 Millimeter, Reflex

Gewicht:26,2 Kilogramm

Zul.Gesamtgewicht:150 Kilogramm

MASSENTAUGLICHER PERFORMER

Gut und günstig – das beschreibt das Decathlon Elops am besten. In allen Faktoren, die wir auf dem Prüfstand abgefragt haben, konnte das E-Citybike mit der Konkurrenz mithalten oder fuhr, etwa beim Stresstest, die volle Punktzahl ein.

Das solide Abschneiden ist durch die Auswahl gut abgestimmter Komponenten erklärbar. Broses Drive C-Mittelmotor etwa unterstützt kräftig – in der Ebene wie bergauf. Freude machen ebenso die hydraulischen Scheibenbremsen, die ihrer Arbeit tadellos nachgehen. Das leichte Übergewicht kompensiert das Rad mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 150 Kilogramm.

Die 47 Millimeter breiten Reifen sowie die Suntour-Federgabel mit satten 63 Millimeter Federweg bringen Komfort. Theoretisch ließen sich damit auch längere Touren erledigen, wäre da nicht die leicht unterdurchschnittliche Reichweite von 50 Kilometern.

Durch die alltagstaugliche Ausstattung empfiehlt sich das Elops auch zum Pendeln. Kleines Extra: Das Display verfügt über einen USB-Port.

FAZIT

Das Decathlon Elops ist ein adrettes E-Cityrad, das vielen Kunden zusagen wird. Die solide Ausstattung und das komfortable Fahrgefühl verbreiten ohne Mühe viel Fahrspaß.

POSITIV

+ kraftvoller Motor

+ sicheres Bremsverhalten

+ hochwertige Komponenten

NEGATIV

- starres Frontlicht

- hohes Gewicht

JEEP TLR 7020

PREIS: 2299 EURO

Rahmenmaterial:Aluminium

Gabel:Zoom mit 80 Millimeter Federweg

Motor:Xiongda, Hecknabenmotor

Akku:374 Wattstunden

Antrieb:Shimano Tourney, Kettenschaltung mit 7 Gängen

Bremsen:Tektro Aies, mechanische Scheibenbremsen, 160/160 Millimeter

Bereifung:Chao Yang, 47 Millimeter

Gewicht:24,2 Kilogramm

Zul. Gesamtgewicht:120 Kilogramm

FLATTERIGER CITY-JEEP

Die ersten Assoziationen beim Anblick des Jeep-Zweirads sind die Luxusgeländewagen des Herstellers. Breit, schwer, schnell – und sündhaft teuer. Warum ein Autohersteller ein günstiges Einsteiger-E-Bike auf den Markt bringt? Keine Ahnung! Vielleicht gibt es beim Kauf eines Jeep Cherokee Plug-in-Hybrid für fast einhunderttausend Euro zur Umweltprämie ein E-Bike gratis dazu?

Jeep-Geländewagen und unser Testfahrrad haben trotz enormer Preisdifferenz etwas gemein: Beide bieten einen bequemen Einstieg und eine komfortable Sitzposition. Die Freude am Fahrradfahren vergeht, sobald spontane Richtungswechsel eingelei- tet werden, da der Tiefeinsteiger zum Flattern neigt. Nicht auszudenken, falls man das Fahrrad auch noch schwer beladen hat! Wir haben die schwammige Federgabel als Auslöser in Verdacht. Eigentlich macht der üppige Federweg von 80 Millimetern richtig Lust auf längere Touren.

Die Bremsleistung konnten wir mit nur einem Punkt bewerten. Die mechanischen Scheibenbremsen haben im Rahmen unseres Testprotokolls bei einer Handkraft von 80 Newtonmetern im Vergleich zu den anderen Rädern viel weniger Leistung entfaltet. Etwas Handkraft ist also nicht nur nötig, um den Lenker fest im Griff zu halten.

FAZIT

Weder auf dem Prüfstand noch im Praxistest will der Funke bei uns überspringen. Das Flatterthema sollte der Hersteller schnell in den Griff kriegen. Ausreichend Know-how muss bei Jeep vorhanden sein.

POSITIV

+ Vollausstattung

NEGATIV

- neigt zum Flattern

- Bremsen nicht gut dosierbar

- schwach am Berg

- Zuladung dürfte höher ausfallen

ROSE SNEAK+

PREIS: 2349 EURO

Rahmenmaterial:Aluminium

Starrgabel:Carbon

Motor:Mahle X35, Hecknabenmotor

Akku:250 Wattstunden

Antrieb:Singlespeed mit Kette

Bremsen:Shimano MT-201, hydraulische Scheibenbremsen, 180/180 Millimeter

Bereifung:Pirelli Cycle e, 47 Millimeter, Reflex

Gewicht:15,7 Kilogramm

Zul. Gesamtgewicht:110 Kilogramm

FLOTTER MINIMALIST

Das Rose Sneak ist ein Wiederholungstäter. Im letzten Test war es dabei – dieses Mal schon wieder. Allerdings mussten die Bocholter ein neues Bike ohne Schutzbleche und Lichtanlage schicken, um den Preis weiter zu drücken. Damit wurde das Rad noch mal leichter und wiegt in seiner schlankesten Ausstattung nur noch 15,7 Kilogramm, die sich aber mit Blick auf das niedrige Systemgewicht schnell wieder relativieren.

Mahles sportlicher Heckantrieb X35 kämpft sich mal besser, mal schlechter durch unser Prüfungsprotokoll. Bei der maximalen Leistungsabgabe muss er den starken Mittelmotoren den Vortritt lassen, schlägt sich allerdings mit Bravour im Stresstest. Eine große Reichweite sollten Sie beim Sneak nicht erwarten, denn die 250 Wattstunden reichen für gerade einmal 30 Kilometer E-Freude. Danach geht es aber auch ohne Unterstützung auf dem Urbanbike flott weiter. So oder so: Wer eine sportliche Sitzposition und eine direkte Lenkung schätzt und ein abgespecktes und agiles Pedelec sucht, wird mit dem Sneak den richtigen Partner haben.

FAZIT

Fahrgefühl, allgemeine Anmutung sowie Style-Faktor sind die Stärken des Sneak. Der Preis ist wirklich fair und könnte zum Beispiel Studenten und Berufseinsteiger zum Sparen animieren.

POSITIV

+ Leichtgewicht

+ Bremsperformance

+ Spaß- und Coolness-Faktor

NEGATIV

- zulässiges Gesamtgewicht gering

TENWAYS CGO600

PREIS: 1599 EURO

Rahmenmaterial:Aluminium

Gabel:Aluminium

Motor:Mivice M070, Hecknabenmotor

Akku:Mivice, 252 Wattstunden

Antrieb:Singlespeed mit Gates-Carbonriemen

Bremsen:Tektro HD M285, hydraulische Scheibenbremsen, 160/160 Millimeter

Bereifung:CST, Reflex, 40 Millimeter

Gewicht:17 Kilogramm

Zul. Gesamtgewicht:120 Kilogramm

KURZATMIGER MARKTNEULING

Das junge E-Bike-Unternehmen Tenways hat schon mit Markteintritt vieles richtig gemacht. Der geringe Kaufpreis des CGO600 macht das Pedelec zum Role Model für erschwingliche und nachhaltige Stadtmobilität der Zukunft.

Auf dem Prüfstand zeigt das Tenways, dass es sich notfalls auch gut ohne Motorhilfe fortbewegen lässt. Sollten die recht mageren 250 Wattstunden des Akkus, die für knapp 30 Kilometer Reichweite sorgen, mal aufgefressen sein – kein Problem. Nach Hause kommt man mit dem Tenways auch ohne Schweißflecken. Bei eingeschalteter Unterstützung schiebt der Mivice-Motor kraftvoll an. Auch das überdimensionierte Kettenblatt wird nicht zum Problem, da der Hecknabenmotor feinfühlig zur Sache geht.

Die hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro erreichen in diesem Vergleich zwar keine Topwerte, funktionieren im Straßenverkehr aber verlässlich gut.

Beim Blick auf Komponenten, Verarbeitung und Design merkt man dem Marktnovizen dann doch seinen krassen Kampfpreis an. Schweißnähte über dem Tretlager und das teils offene Tretlager, in dem sich reichlich Dreck ansammeln dürfte, stechen bei genauerem Hinsehen ins Auge. Die wenigen Abstriche sind in Anbetracht des geringen Verkaufspreises trotzdem vertretbar.

FAZIT

Das Tenways CGO600 bietet ein Preis-Leistungs-Verhältnis, zu dem man nur schwer nein sagen kann. Abstriche sind im Preis inklusive: Design, Verarbeitung, Reichweite bieten noch Verbesserungspotenzial.

POSITIV

+ angenehmes Fahrverhalten

+ auch ohne Motor gut fahrbahr

+ viel Leistung für wenig Geld

NEGATIV

- geringe Reichweite

- Verarbeitung ausbaufähig

VANMOOF S3

PREIS: 2498 EURO

Rahmenmaterial:Aluminium

Gabel:Aluminium

Motor:VanMoof, Frontnabenmotor

Akku:VanMoof, 504 Wattstunden

Antrieb:elektrische Automatikschaltung mit 4 Gängen

Bremsen:VanMoof, hydraulische Scheibenbremsen, 160/140 Millimeter

Bereifung:Innova, 52 Millimeter (27,5 Zoll)

Gewicht:22,1 Kilogramm

Zul. Gesamtgewicht:120 Kilogramm

BELIEBTES GESAMTPAKET

Mit Spannung haben wir erwartet, wie sich das S3 von VanMoof in diesem Testfeld schlägt. Da sich das Citybike auch schon mit der deutlich teureren Konkurrenz messen musste, sollte es in diesem Preissegment leichtes Spiel haben. Sollte man meinen.

Doch eine Schwäche ist geblieben: Obwohl die Scheibenbremsen hydraulisch zu Werke gehen, ist die Bremsleistung weiter nur mäßig. Offenkundig kein Fokusthema der Niederländer. Stattdessen legen sie viel Wert auf die Themen App und Konnektivität. Wer bei VanMoof ein Rad kauft, kauft damit auch smarte Funktionen wie Diebstahlschutz oder Ortungsmöglichkeiten mit. Und natürlich auch Spielereien wie den Boost-Modus, eine Art Turbo-Funktion, der per Knopfdruck am rechten Lenkergriff kurzfristig die volle Leistung des VanMoof-Antriebs bereitstellt. Der Frontnabenmotor der Niederländer verhält sich, abgesehen vom Boost-Modus, ansonsten unauffällig. Die Reichweitenausbeute liegt laut Prüfstand im Mittelfeld, sodass mit 504 Wattstunden immerhin 65 Kilometer drin sind. Das ist ordentlich für ein Citybike.

Apropos Akku: Dieser ist nicht entnehmbar, sodass man das 22 Kilo schwere S3, sollte man über keine ebenerdige Lademöglichkeit verfügen, tragen können muss.

FAZIT

VanMoof ist VanMoof – mit Schwächen und Stärken. Der Trendsetter ist technisch ganz vorn dabei, lässt aber unnötig Punkte liegen, etwa im Bremsentest. Bremst die Avantgarde wirklich so selten?

POSITIV

+ Konnektivität und App

+ Vollausstattung

+ VanMoof-Optik

NEGATIV

- nur eine Rahmengröße

- mäßige Bremsleistung

VOLTAIRE THE BELLECOUR

PREIS: 2190 EURO

Rahmenmaterial:Aluminium

Gabel:Aluminium

Motor:Mivice, Hecknabenmotor

Akku:Mivice, 353 Wattstunden

Antrieb:Singlespeed mit Riemen

Bremsen:Tektro, hydraulische Scheibenbremsen, 160/160 Millimeter

Bereifung:Schwalbe Road Cruiser Plus, Reflex, 47 Millimeter

Gewicht:22 Kilogramm

Zul. Gesamtgewicht:150 Kilogramm

ROYALER CITY-CONNAISSEUR

Dieses E-Bike des französischen Herstellers Voltaire trägt den gleichen Namen wie der Place Bellecour im historischen Zentrum Lyons. Dort thront über den Köpfen der Menschen Frankreichs früherer König Ludwig XIV. auf seinem Ross. Gern würde man wissen, ob der zum Prunk neigende Sonnenkönig beim Retro-Look des Voltaire ins Schwärmen geraten wäre? Vielleicht. Vielleicht hätte er aber auch aufgrund der klobigen Sattelstütze einen seiner Wutanfälle bekommen.

Form folgt hier Funktion: In der Sattelstütze steckt der leicht herausnehmbare Akku mit seinen 353 Wattstunden, der auf dem Prüfstand rund 50 Kilometer Reich- weite einsammelte. Der gute Eindruck, den der Heckmotor von Mivice im Tenways hinterlassen hat, wiederholt sich beim Voltaire. Schon bei einer sehr niedrigen Kadenz reagiert der Antrieb prompt und schiebt angenehm an, während Aggregate anderer Hersteller erst mal aus der Tiefschlafphase geweckt werden müssen.

Das The Bellecour steht dank Lichtanlage, Klingel und guten Bremsen für ausgedehnte Städtetrips (Warum nicht Lyon?) bereit. Durch das hohe Systemgewicht können auch schwere Fahrer damit fahren. Der starre Vorbau sowie die drückenden Nähte der Bremsgriffe machen keinen Spaß.

FAZIT

Ein E-Bike für einen König! Der Retro-Look des The Bellecour ist etwas für Liebhaber, die sich gern in der Stadt dem Volk präsentieren. Das E-Bike punktet mit einem leistungsstarken und sensiblen Hecknabenmotor.

POSITIV

+ Akku leicht herausnehmbar

+ komfortables Fahrgefühl

+ leistungsstarker Motor

NEGATIV

- klobige Sattelstütze

- fehlender Gepäckträger

WAGNER ALLGÄU

PREIS: 1727 EURO

Rahmen/Gabel:Aluminium/Federgabel mit 100 Millimeter Federweg

Motor/AkkuAKM, Frontnabenmotor/ WEE, 468 Wattstunden

Antrieb:Shimano Nexus, Nabenschaltung mit 7 Gängen

Bremsen:Tektro, mechanische Felgenbremsen

Bereifung:Inova, Reflex, 47 Millimeter

Gewicht:25,6 Kilogramm

Zul. Gesamtgewicht:140 Kilogramm

HEITERER STROMFRESSER

Eine Bergregion im Modellnamen, aber ausgestattet mit Felgenbremsen? Für lange Abfahrten nicht unsere erste Wahl, in der flachen Umgebung funktionieren sie gut. Das Wagner Allgäu bietet dank gedämpfter Sattelstütze und Federgabel komfortables Fahren. Der Motor arbeitet zuverlässig, saugt jedoch auf nur 35 Kilometern den 468 Wattstunden großen Akku komplett leer.

FAZIT

Im Dotblue-Shop derzeit für 999 Euro zu haben – für diesen Preis in Ordnung.

POSITIV

+ solide Motorleistung

+ Alltagsausstattung

NEGATIV

- kurze Reichweite