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Ludmilla-Power für schwere Lasten


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eisenbahn magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 09.11.2022

Geschichte

Artikelbild für den Artikel "Ludmilla-Power für schwere Lasten" aus der Ausgabe 12/2022 von eisenbahn magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: eisenbahn magazin, Ausgabe 12/2022

Im Güterverkehr an Rhein und Ruhr waren Dieselloks der Baureihe 232 in den vergangenen Jahrzehnten allgegenwärtig. Am 10. Juli 2003 überquert 232 359 mit dem Phenol-Zug von Gladbeck-West nach Krefeld-Uerdingen die seinerzeit nur eingleisig befahrbare Haus-Knipp- Eisenbahnbrücke im Verlauf der Bahnstrecke Duisburg-Meiderich Nord ? Hohenbudberg

Das Ruhrgebiet ist für sein auch heute noch recht dichtes Streckennetz so berühmt wie berüchtigt. In der einstigen Montanregion gibt es auch heute noch vielfältige Güterzugleistungen, für die auf einigen nicht elektrifizierten Strecken Dieselloks benötigt werden. Die Bundesbahn zog hierzu nach Abstellung ihrer letzten Dampfloks in Gelsenkirchen-Bismarck vor allem Dieselloks der Baureihen V 200 und V 160 heran.

Sprachbarrieren und andere Hindernisse

Nach der Wende gab es bei der Deutschen Reichsbahn aufgrund von Verkehrsrückgängen einen zunehmenden Überschuss an einsatzfähigen Dieselloks. Gute Verwendung für die schweren Großdiesellokomotiven der heutigen Baureihe 232 hatte man im Ruhrgebiet, wo man vor allem V 160-Doppeltraktionen durch die zugkräftigen Maschinen ersetzen wollte. Als in den frühen 1990er-Jahren die ersten Exemplare der dieselelektrischen Loks ins Revier kamen, standen die ...

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... bislang vor allem mit dieselhydraulischen Loks befassten Mechaniker in Oberhausen erst mal vor neuen Herausforderungen. Niemand kannte hier das russische Alphabet, was die Identifizierung von Schaltungsfehlern in der meist auf kyrillisch beschriftete Elektrik erschwerte. Und auch sonst galt es zunächst, Tanksysteme und andere Komponenten auf DB-Standard umzustellen.

Die von den Eisenbahnfreunden liebevoll „Ludmilla“ genannten Loks gehören inzwischen zum gewohnten Bild im Ruhrgebiet, obwohl sie inzwischen seltener zum Einsatz kommt. Die Maschinen wurden ab den 1970er-Jahren aus der Sowjetunion in die DDR importiert. Gebaut wurden die Lokomotiven in der Lokomotivfabrik Luhansk (heute Ukraine). Bis 1982 wurden bei der Deutschen Reichsbahn 873 Lokomotiven der Baureihen 130, 131, 132 und 142 in Dienst gestellt. Die „Ludmilla“ ist für den Personen- und Güterverkehr geeignet, heute steht sie mit zwischenzeitlich modernisierten Motoren hauptsächlich bei DB Cargo im Einsatz.

Leistungsfähiges Arbeitstier

Im Ruhrgebiet erwiesen sich die schweren Ex-DR-Loks vor allem im Montanverkehr als leistungsfähige Zuglok. Vor allem vor schweren Erz- und Kohlezügen konnte die „Ludmilla“ zeigen, dass ihr fast kein Zug zu schwer war. Generell konnte und kann die Maschine auf allen Dieselleistungen der DB im Ruhrgebiet angetroffen werden. In der Vergangenheit konnte ferner wiederholt beobachtet werden, dass 232 fallweise sogar eine Elektrolokomotive auf einer Planleistung ersetzen. Doch der Ludmilla-Bestand an Rhein, Ruhr und Emscher sinkt zunehmend – und damit auch ihre Einsätze. Eine der beständigsten Leistungen der Maschinen war stets die Bespannung des morgendlichen und des späten Kalkzuges im Angertal. Nachdem sich zwischenzeitlich auch Gravita (Baureihe 265) und Class 77-Lokomotiven (Baureihe 266) in die Pläne der „Ludmilla“ gedrängt hatten, werden diese Leistungen inzwischen im Auftrag von DB Cargo mit Lokomotiven von Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) gefahren.

Derzeit finden sich die Ludmillas immer noch im Ruhrgebiet jedoch eine Lokomotive beständig auf einer Leistung zu erwischen wird immer schwieriger. Auch schrumpft die Anzahl der vor Ort befindlichen Maschinen. Ende September 2022 zählte der Einsatzbestand von DB Cargo für die Dienststellen Oberhausen-Osterfeld und Wanne-Eickel Hbf lediglich sieben Loks.

Einsätze aktuell

Im Ruhrgebiet gibt es derzeit bei DB-Cargo keine Leistungen, auf denen verlässlich die Baureihe 232 anzutreffen ist. Sie werden im Mischbetrieb mit den ehemaligen EuroCargoRail-Class 77 eingesetzt, wobei letztere bevorzugt disponiert werden (siehe Kasten). Grundsätzlich können die „Ludmillas“ aber kurzfristig in allen Dieselleistungen der Einsatzstellen im Ruhrgebiet fahren. Da es aber jederzeit zu Abweichungen von Laufweg und Fahrplan kommen kann, braucht man etwas Geduld, wenn man eine 232 im Ruhrgebiet erleben möchte.

Immer wieder kommt es auch zu Sonderleistungen mit Loks der Baureihe 232. Am 3. November 2021 brachten 232 537 und 232 687 zum Beispiel einen Hilfsgerätewagen, den Bulldog 733 01 sowie den Multi Tasker KRC 1200 „Phönix“ in das Angertal, um dort entgleiste Wascosa-Wagen wieder auf die Gleise zu stellen. Regelmäßig waren 232 auch vor einem Güterzug zur Beförderung von radioaktivem Abfall zwischen Gronau und Hamm im Einsatz. Diese Leistung verkehrte bei Bedarf, der entstand etwa ein- bis zweimal im Jahr. Im Mai 2022 wurden 232 für eine kurze Zeit über das Ruhrgebiet hinaus nach Finnentrop im Lennetal abgezogen, um mit Schwestern aus Nürnberg Güterzüge zu fahren, nachdem dort wegen Bauarbeiten die Oberleitung nicht funktionierte. Für diesen Einsatz waren 232 254, 232 589, 232 654 und 232 703 ins Sauerland beordert worden.

Bauzüge und DB-Bahnbaugruppe

Mit Sonder- und Bauzügen finden auch immer wieder private „Ludmillas“ verschiedenster Firmen den Weg ins Ruhrgebiet. Ein Sonderfall sind die Loks der DB-Bahnbaugruppe GmbH, die in Duisburg Wedau-Entenfang eine Werkstatt betreibt. 232 223, 232 550 (beide altrot) und 232 493 (gelb) sind zwar meist in Bauzugeinsätzen in ganz Deutschland eingesetzt, aber kehren oft nach Duisburg zurück und können somit auch regelmäßig im Ruhrgebiet angetroffen werden.

Jörg Heinen

Buch & Film

Der dritte Band des DB-Fotoalbums beschreibt Helmut Bittners Reisen durchs Bundesbahn-Land in den frühen 1970er-Jahren. 90 Prozent der gezeigten Fotos widmen sich der Dampftraktion, was nicht verwundert, galt das Interesse der Eisenbahnfotografen zu jener Zeit fast ausschließlich den schwarz/roten Maschinen. Und da es damals auch keine unentdeckten Dampfparadiese mehr gab, entstanden die meisten Bilder an den damaligen „Wallfahrtsstätten“ wie Rheine, Koblenz-Mosel, Rottweil und Hof, um nur einige zu nennen. Wer in diesem Bildband jedoch spektakuläre Gegenlichtaufnahmen, experimentelle Fotos oder Landschaftsbilder samt Zügen sucht, wird nicht fündig. Bittners Bilder entstanden konventionell auf Bahnhöfen, in Betriebswerken oder an der Strecke und zeichnen sich durch beste Qualität aus, was Farbe und Schärfe betrifft.

Was die Motive anbelangt, sind es oft besondere Zuggarnituren, die er abgelichtet hat und die auch Anregung für Modellbahner bieten können: Da hat gleich auf dem ersten Bild des Buches die Altonaer 012 081 einen DSG-Altbau-Schlafwagen der Bauart 1928 am Haken, in einem weiteren 012-Zug im Emsland läuft an der Spitze ein blauer Altbau-Packwagen mit. Und welcher Eisenbahnfreund hat denn je den merkwürdigen D/E/N 825 Norddeich Mole – Bremen – Hannover –

Hameln – Himmighausen mit einer Emdener 023 fotografiert, jenen Schnellzug, der auf seinem Laufweg immer mehr an Bedeutung verlor und daher seinen Zielbahnhof nur noch als Nahverkehrszug erreichte? Sehenswert auch die Saarbrücker 023 076 mit ihrem nur aus einem 26,4-Meter-Wagen bestehenden Eilzug oder der unendlich lange „Säuferzug“ am Moselufer. Insgesamt ein Bildband, den man immer wieder gern in die Hand nimmt, weil einfach viel zu entdecken ist.

MW

Noch ein Buch zu den Fliegenden Zügen, mag sich so mancher gedacht haben, als der EK-Verlag sein neues Werk ankündigte. Doch das Buch hat seine Berechtigung neben dem schon vor vielen Jahren im gleichen Verlag erschienenen und längst vergriffenen Standardwerk von Heinz Kurz. Geht dieses ausführlich auf die geschichtliche Entwicklung und die technische Ausstattung der schnittigen Schnelltriebzüge ein, so ist die Neuerscheinung ganz bewusst als Bildband angelegt – als bildgewaltiger sogar! Das Kapitel „Schnelltriebwagen-Ära der Deutschen Reichsbahn“beginntbereitsbeimideellen Vorgänger, dem Kruckenberg’schen Schienenzeppelin, und setzt sich über den „Fliegenden Hamburger“ und die Serienbauarten „Hamburg“, „Leipzig“, „Köln“ und „Berlin“ bis in die Nachkriegszeit zu DB und DR fort, ohne auch dort auf die ersten Nachfolgekonstruktionen zu verzichten. Neben einigen „Klassikern“ gibt es unter den Fotos auch einige selten oder noch nie gezeigte Raritäten, die den Reiz des neuen, im DIN-A4-Querformat gehaltenen Buches ausmachen. Das gilt neben den Farbfotos am Buchende auch für die zeittypischen Werbemotive der späten 1930er-Jahre, die in ihrer Farbigkeit auch noch heutige Betrachter zu beeindrucken vermögen. Kurze Begleittexte und aussagekräftige Bildlegenden ordnen das Gezeigte in den historischen Kontext ein. Die herausragende Druckqualität und das seit einiger Zeit vom Verlag verwendete etwas mattere Papier machen das Blättern und „Hängenbleiben“ bei einigen Fotos zum Genuss. Nicht nur als Ergänzung zum „Kurz“, sondern speziell für Fans der Epoche II ist dieser Titel zu empfehlen!

OS

Järnvägsminnen 22 (Eisenbahnerinnerungen 22), SJ 125 ar Jubileumskavalkad 1981 – Lars Olof Karlsson – 144 S.,89 Farb-/122 Schwarzweiß-Abb. – 280 SKR – Trafik-Nostalgiska Förlaget, Stockholm/ Schweden – ISBN 978-9-1886-0596-2

Diese magazinartig angelegte Buchreihe in Schwedisch handelt in der aktuellen Ausgabe von der Kavalkade anlässlich des 125-jährigen SJ-Jubiläums. Eingangs wird über ähnliche internationale Veranstaltungen und die Vorbereitungsarbeiten und andere Events rund um die Parade berichtet. Den größten Teil des Bandes nimmt allerdings die Fahrzeugschau vom 13. Juni 1981 ein. Die wichtigsten Teilnehmer werden in Wort, kurzen technischen Tabellen und bildlich vorgestellt. Da ist der Nachbau der „Novelty“ aus der Frühzeit des Eisenbahnwesens genauso zu bestaunen wie die schwedische „Prins August“, die „OFWJ 8“, die „Götha“ oder die Pacific F 1200 mit historischen Reisezügen.

Zu sehen waren auch Dampfloks der Reihen A5, B, C3 oder S2. Imposant zudem die Turbinenlok M3t der TGOJ. Aus Rumänien war die CFR-230.299 preußischen Ursprungs angereist. An Elloks waren die Reihen Pa, Z und BJ ausgestellt sowie Dm 3 und Rc 4. Ergänzt wurde die Parade von Triebwagen, Dieselloks und Bahndienstgerät. Auch NSB-Gastfahrzeuge sind verewigt. Ein interessanter Band zur schwedischen Bahngeschichte!

WB

Endlich mal ein Werk, das sich mit dem Bahnverkehr in Südamerika beschäftigt, denn bis dato gab es kaum Literatur dazu. Um 1960 herrschte noch viel Verkehr auf Südamerikas Bahnstrecken – und es dampfte noch recht ordentlich, auch wenn Diesel- und Elektrotraktion schon auf dem Vormarsch waren. Die großformatigen und gestochen scharfen Bilder stellen uns Züge und Loks aus allen Ecken des südamerikanischen Kontinents vor. Egal ob in Bahnhöfen, auf der Strecke, bei Stadtdurchfahrten, auf freiem Gelände, im Lokschuppen oder auf der Drehscheibe – überall begegnen dem Betrachter attraktive Motive. Selbst Aufnahmen von abgestellten oder abgewrackten Loks begeistern einen. Die Kapitel behandeln die einzelnen Bahngesellschaften jedes Landes. Begonnen wird in Argentinien mit dem vergleichsweisen dichtetesten Netz Südamerikas, gefolgt von Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Peru und Uruguay. Wer also mehr über das Bahnwesen dieses Kontinents wissen möchte, kommt um dieses Werk nicht herum.

WB

Weiterhin erreichten uns:

F-Züge – Der Fernverkehr der Deutschen Bahn, Vom D-Zug zum Fernschnellzug – Video-DVD, 58 Min. Spieldauer – 19,80 € – EK-Verlag, Lörracher Straße 16, 79115 Freiburg

Die Geschichte der Mühlhausen-Treffurter Eisenbahn 1911–1969 – Reinhard Laubsch/Harald Rockstuhl 288 S., 75 Farb-/150 Schwarzweiß-Abb. – 29,95 € – Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza – ISBN 978-3- 95966-649-7

Die Selketalbahn in den 1970er-Jahren – Dirk Endisch – 96 S., 23 Farb-/

72 Schwarzweiß-Abb. – 20,00 € – Verlag Endisch, Stendal – ISBN 978-3- 947691-25-8

Allgäubahn, Der Fernverkehr München – Kempten – Lindau (EK Special 146) – Autorenteam – 100 S., 130 Farb-/97 Schwarzweiß-Abb. – 12,90 € – EK-Verlag, Freiburg – ISBN 978-3- 8446-7039-4

Faszination Eisenbahn – Wandkalender 2023, 59 cm x 32 cm – 14 S., 13 Farb-Abb. – 19,95 € – Transpress Verlag, Stuttgart – ISBN 978-3-613-71656-8

Erinnerungen an die Ischlerbahn – Wandkalender 2023, 30 cm x 21 cm – 14 S., 13 Schwarzweiß-Abb. – 15,00 € – RailwayMediaGroup, Sternwartestraße 3/1, 1180 Wien/Österreich

Die Reise führt uns in die frühen 1970er-Jahre, wo der Bildautor auf tschechoslowakischem Gebiet alles ablichtete, was auf ČSD-Gleisen dampfte. Auf meist ganzseitigen Abbildungen steht oft das Dampfross formatfüllend im Bild. Zu sehen sind die Reihe 475 vor demDominBrünnoderausfahrendaus dem Prager Hauptbahnhof, die Reihe 524 in Dresden, der „Albatros“ 499.1 vor dem Ringlokschuppen Praha-Vršovice oder 423 auf der Drehscheibe von Lužná u Rakovnika. Aber auch Streckenfahrten mit attraktiven Zuggarnituren sind dokumentiert. Geordnet ist diese Bildersammlung nach Bahnstrecken und Gebieten. Wer detailreiche Lokaufnahmen unseres Nachbarn sucht, sollte dieses Werk in Erwägung ziehen.

WB

Von Landeck nach Bregenz und Bezau 1940–1942 – Helmut Griebl – 88 S., 156 Schwarzweiß-Abb. – 37,00 € – RailwayMediaGroup, Wien/Österreich – ISBN 978-3-9028-9492-2

Aus dem Nachlass eines Eisenbahnfreunds stammen diese Fotos, die Impressionen von der Arlbergbahn und Bregenzerwaldbahn wiedergeben. Fast schon idyllische Aufnahmen zeigen die beiden Bahnstrecken, als der Krieg in Vorarlberg noch nicht angekommen war. Interessant, wie sich die Arlberg-Strecke gegenüber heutigen Bildern verändert hat. Bewundern kann man Bahnhofsgebäude mit meist kärglich eingerichteten Innenräumen, Wärter- und Heizhäuser. Streckenaufnahmen sind genauso berücksichtigt wie Überbauungen, Signale, Bahnübergänge, Tunnelportale oder Brücken. Auch Räumarbeiten an der zugeschneiten Strecke sind dokumentiert. An Fahrzeugen lassen sich Reihen wie E 22, E 33, E 61, E 880finden. Wertvoll sind die Bilder der Bregenzerwaldbahn, die in ihrer Ursprungsform heute nicht mehr existiert. Im Stil sind diese Bilder der Arlbergbahn ähnlich, nur sind es hier Schmalspurfahrzeuge wie BBÖ-U oder 2041/s.

WB

Leserbriefe

Fahrzeugstatistiken Langweilige Listen

Besonders gerne lese ich technische Eisenbahnartikel wie beispielsweise inem2/22 über die 50-Hertz-Elektrifizierung der Höllentalbahn oder den BeitragüberdieBaureihe 43imselben Heft. Was mich allerdings stört und auch total langweilt, sind die meist ellenlangen Stationierungsverzeichnisse, die keinerlei Beitrag zur Technikgeschichte leisten. So überwiegen beim Artikel über die 43er die Stationierungsangaben überdeutlich. Eine kurze Angabe der Schwerpunkteinsätze würde meines Erachtens völlig genügen. Christian Vollrath, Bremen

Anm. d. Red.: Wie denken Sie darüber, liebe Leser – sind Statistiktabellen für Sie ein wichtiger Bestandteil von Fahrzeug-Beiträgen oder halten Sie solche Listen für entbehrlich? Schreiben Sie uns!

FD

Industrieschornsteine, em 8/22

Stromerzeuger statt Kunst

Sie berichteten im August unter der Überschrift „Hohe Landmarken“ über gemauerte Kamine von Industriebetrieben und Bahnbetriebswerken. Vielen Dank für diesen anregenden Artikel mit durchaus überraschender Thematik! Der auf Seite 76 im Bild sechs abgebildete Kamin ist allerdings nicht mit einem Kunstwerk versehen worden, wie in der Bildbeschreibung behauptet, sondern mit einem Windrad in Form eines Darrieus-Rotors zur Stromerzeugung.

Rainer Wawrzinek, München

DB-44er im Fokus, em 9/22

Umgebautes Jouef-Modell

Schon kurz nach dem Erscheinen der Jouef-44er bekam ich ein solches ModellEndeder1970er-JahreindieHände. Weil es seinerzeit kaum Alternativen bei dieser Baureihe gab, wurde sie in eigener Werkstatt „aufgehübscht“: Beginnend mit der Änderung der beim Jouef-Modell völlig danebengegangenen Front wurden auch Windleitbleche, Rohrleitungen und Kesselarmaturen getauscht bzw. ergänzt. Zum Schlusswurdesogardergrobschlächtige und nur über zwei Radsätze angetriebene Tender gegen einen von Roco ersetzt. Meine Lok hat sich über die Jahre mit ihren freistehenden als auch beleuchteten Weinert-Laternen und dem Roco-Triebtender bewährt, obwohldieKostenfürdiesesProjektnicht unerheblich waren.

Bruno Kaiser, Köln

***

0-Modelle von Gebauer

Im Bericht über die Modelle der DB-Baureihe 44 kam die 44er unserer einstigen Kleinserienproduktion zu kurz weg. Mag sein, dass einer unserer 0-Bausätze – von denen wir seinerzeit viele verkauften – von einem Modellbauspezialisten zur 44 246 gesupert wurde, doch wir bauten Ende der 1980er-Jahre vor allem fertige 0-Modelle dieser Baureihe in Kohle- als auch Öl-Ausführung. Ich kann heute nicht mehr genau die Stückzahl nennen, doch es werden mehr als 100 Lokomotiven gewesen sein. Falls einer Ihrer Leser Interesse hat: Wir verkaufen derzeit absolut neuwertige Modelldoubletten aus unserer Werksammlung und Teile und Baukomponenten u. a. für die Baureihe 03. Anfragen bitte an sonja.gebauer-schmid@gmx.de mailen!

Sonja Gebauer, Riederich

Y-Wagen im H0-Test, em 9/22

Glanzlack ein No-Go

Einige Modellbahnhersteller können zwar heutzutage ein Modell fast perfekt umsetzen, die Lackierung muss meiner Meinung nach aber unbedingt stimmen. Damit meine ich auch, dass die Lackierung eines Modells nicht glänzen darf. Diesbezüglich hat speziell Roco einiges nachzubessern. Für mich ist es kaum zu glauben, dass Sie im Test der DR-Reisezugwagen kein Wort über die glänzenden Räder der Y-Wagenmodelle von Piko und Roco verloren haben. Inzwischen sind solche Radsätze für mich ein Grund, entsprechende Produkte nicht zu kaufen. Und dass die Tillig-Wagen aufgrund schlecht aufgezogener Räder taumeln und entgleisen, die Modelle aber trotzdem eine hohe Wertung bekommen, kann ich nicht nachvollziehen.

Dr. Marcus

Anm. d. Red.: Über glänzende Radscheiben kann man geteilter Meinung sein. Im Betrieb sind sie schließlich durch Öl, Staub und Bremsbelagabrieb verschmutzt und erscheinen daher zumindest seidenmatt. Was die Tillig-Modelle der Y-Wagen anbelangt, neigten unsere Testmuster weder zum Taumeln noch zum Entgleisen.

PW

Entlang der Schiene, em 10/22

Topografische Verschiebung

Auf Seite 35 stand ein kurzer Artikel mit einem Foto der Felsen in Adršpach. Beim Kommentar hierzu ist dem Autor ein Fehler unterlaufen: Die Adersbacher Felsenwelt in Tschechien ist von der Böhmischen bzw. Sächsischen Schweiz 130 Kilometer Luftlinie und sogar 180 Kilometer Autofahrt entfernt. In Adršpach gab es zwar auch ein Feuer, aber das war ein kleines rund um eine Feuerstelle.

Kersten Opitz, Prag/Tschechien

Baureihe 55 in Aachen, em 10/22

Überführungsfahrt

Auf Seite 44 ist die Aachener DB-Schlepptenderlok 55 5526 abgebildet. Zufällig habe ich ein Foto dieser Lok, aufgenommen im Bw Göttingen Rangierbahnhof. Das muss Anfang der 1960er-Jahre gewesen sein. Die Lok wurde dort nach erfolgter Hauptuntersuchung im Ausbesserungswerk Göttingen aufgerüstet und für die Heimfahrt nach Aachen mit Betriebsstoffen versorgt. 1965 wurde übrigens die 55 3978 als Letzte ihrer Baureihe im Ausbesserungswerk Göttingen hauptuntersucht. Wie spannend war das damals für einen Schüler wie mich, auf den Führerstand der 55er klettern zu dürfen und ein Bild zu machen! Wie lange mag anschließend die Reise nach Aachen wohl gedauert haben – bei maximal 55 km/h Höchstgeschwindigkeit?

Christoph Meyer, Langwedel

Schüleranlage, em 10/22

Parallele aus Itzehoe

Die im Oktober gezeigte imposante Berliner Anlage einer Schularbeitsgemeinschaft ist kein Einzelbeispiel für das Engagement Jugendlicher in unserem Hobby: In Itzehoe war im Frühjahr dieses Jahres für mehr als eine Woche in der Wolfgang-Borchert-Schule eine Anlage mit Gleismaterial der Nenngrößen 0 und 1 aufgebaut. Unterstützt wurde das Projekt vom örtlichen Förderverein für die Erhaltung technischen Kulturgutes. Auf den Gleisen fuhren sowohl historische Fahrzeuge aus der Tin-plate-Ära als auch moderne Eigenbauten aus der Modellbahn-Jetztzeit.Peter Tadsen, Rendsburg

Bahnhof Gerstungen, em 10/22

Ominöser Hundezwinger

Schaut man auf den Gleisplan des ehemaligen Grenzbahnhofes Gerstungen aus dem Jahre 1985, findet man fünf Zentimeter nördlich des Lokschuppens einen Hundezwinger und neben dem Schuppen eine Fütterungs- und Tränkanlage für die Vierbeiner. Wer sich als Modellbahner mit dem Thema Eisenbahn und Bahnhöfe beschäftigt, wird nicht ohne Weiteres eine Antwort darauf finden, denn Haustiere haben auf einem Bahnhof eigentlich nichts zu suchen – es sei denn, sie werden an der Leine eines Reisenden geführt. Des Rätsels Lösung: Wach- und Spürhunde der NVA-Grenztruppen hatten hier ihr Zuhause.

Ich bin Jahrgang 1961, in NRW aufgewachsen und reiste 1979 mit der Schule als Studienfahrt nach Moskau: zuerst mit dem Transitzug nach Berlin, von dort mit dem Flieger von Schönefeld nachMoskauundwiederzurück.Mirist gut in Erinnerung, wie beklemmend wir damals die Grenzüberschreitung und Fahrt durch die DDR empfanden. Viele Grenzsoldaten bestiegen schwer bewaffnet den Zug, um Ausweise und Reisedokumente zu prüfen. Auf dem Bahnsteig waren keine Reisenden, jedoch weitere Soldaten mit Schäferhunden. Damals hatte ich keine Ahnung, dass die Hunde ihr Leben außerhalb ihrer Dienstzeit in gemauerten Zwingern am Ende des Bahnsteiges verbringen mussten. Arme Hunde – die Tiere als auchdieSoldaten!

UlfWaldmann,Issum

***

Richtigstellung

Der Fahrdienstleiter für den Bahnhof Gerstungen sitzt – anders als im Artikel angegeben – im ESTW Eisenach.

FD

Entlang der Schiene, em 10/22

Vorbildzug nachgestellt

Mit großer Freude habe ich ihre Notiz über die Publikumsfahrten mit der ÖBB-1020 und einer historischen Reisezuggarnitur gelesen. Sofort im Anschluss an die Lektüre stellte ich diesen Zug zusammen, der so auf meiner H0-Anlage noch nie fuhr, da die Reihe 1020 ja eher eine Güterzuglok ist. Sowohl Ellok als auch die Wagen stammen von Märklin und haben schon einige Jahre auf dem Buckel.

Roland Sautter, Albershausen

E 17 in Modell und Vorbild, em 10/22

Ein Roco-Projekt von 1976

Vielen Dank für den kurzen geschichtlichen Abriss über die Modellentwicklung der E 17! Wie sie richtig schreiben, wurde per Vorbildfoto im Roco-Neuheitenprospekt 1994 erstmals ein Modell der E 17 angekündigt. Doch bereits im Gesamtkatalog 1976 druckte Roco auf Seite sechs ein Originalfoto der E 17 ab und stellte ein H0-Modell in Aussicht, also schon 18 Jahre zuvor. Auch zu ade – in einem anderenem-Hefterwähnt – habe ich noch eine Anmerkung: Der Jansen-Katalog über dieses Sortiment ist noch immer zum fairen Preis erhältlich (). Meiner Meinung nach ist es das beste Sammelwerk zu den einst erschienenen ade-Wagenmodellen.

Werner Kokoska, Dortmund

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