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LUFT REINIGER


IMTEST - Das Verbraucher Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 02.07.2021

Artikelbild für den Artikel "LUFT REINIGER" aus der Ausgabe 7/2021 von IMTEST - Das Verbraucher Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Allergene Allergiker können aufatmen, denn Luftreiniger fangen Pollen, Bakterien, Katzen- und Hundehaare ein.

IM TEST

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Dicke Luft macht schlechte Laune. Gemeint sind hier aber nicht Streit und Zank. Es ist die üble Luft, bei der man sofort die Nase rümpft, wenn man einen Raum betritt. Erster Reflex: Durchlüften. Was kaum einer weiß: Das kann die Luft sogar verschlechtern. Es geht also nicht ums gute Gefühl, sondern um die Gesundheit. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich bis zu 3,8 Millionen Menschen durch Luftverschmutzung in Innenräumen. Manche Schadstoffe gelangen durchs offene Fenster überhaupt erst in die Wohnung. Durchlüften ist also wichtig, genügt aber nicht. Eine perfekte Ergänzung ...

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... sollen darum Reiniger sein, die schädliche Stoffe aus der Luft filtern. Aber welche Schadstoffe überhaupt? Und wie gefährlich sind sie? IMTEST hat mit Dr. Stefan Schumacher, promovierter Physiker im Bereich Luftreinhaltung und Filtration am Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. in Duisburg, gesprochen. Und wie Luftreinigungstechnik funktioniert, erfuhr IMTEST von Prof. Dr. Christian J. Kähler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Bundeswehr-Universität München.

ALLERGIEN EINDÄMMEN

Der Frühling beginnt, und mit ihm für viele auch das Unheil. Die Nase juckt und läuft, Niesreiz setzt ein, die Augen tränen und sind gerötet. Wer auf Blütenpollen allergisch reagiert, hat es in dieser Jahreszeit schwer, da sie überall in der Luft schweben. Dabei ist die Pollenallergie nur eine von vielen Allergien, die Heuschnupfen auslösen können. Laut dem Robert Koch-Institut leiden fast 20 Prozent derErwachsenen in Deutschland an mindestens einer Allergie. Bei ihnen reagiert der Körper auf Stoffe in der Umwelt unangemessen heftig – bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen. Dabei handelt es sich um eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems auf Substanzen, die eigentlich gar nicht schädlich sind: die sogenannten Allergene. Problematisch ist das, wenn Allergene stark verbreitet sind, wie Pollen. Das erschwert nicht nur das Durchatmen unter freiem Himmel, sondern auch das effektive Durchlüften daheim. Die frische Luft bringt so die unerwünschten Blütenpollen in den Wohnbereich. Ebenfalls weit verbreitet ist die Hausstaubmilben-Allergie. Der Kot der Milbe zerfällt in feinste Partikel, die sich mit dem Hausstaub vermischen. Bewegungen von Kissen, Matratzen, Decken und Teppichen und auch Luftströmungen beim Durchlüften wirbeln diesen Staub auf, wodurch er erst in die Atemluft und schließlich in die Lunge gelangt. Der Körper von Allergikern reagiert darauf ganz ähnlich wie auf Pollen: Meist kommt es nur zu harmlosen Reizungen der Nasenschleimhaut. Aber auch Juckreiz, Hautirritationen und sogar Atemwegserkrankungen können die Folge sein. Ähnlich wie Pollen ist auch diesem Allergen nur schwer zu entkommen.

»UM INFEKTIÖSE PARTIKEL WIE VIREN EINZUDÄM- MEN, EIGNEN SICH LUFTREINIGER GUT ALS ERGÄNZUNG ZUM LÜFTEN«

Dr. Stefan Schumacher Luftreinhaltungs-Experte

So helfen Luftreiniger

Laut einer Studie des Allergiezentrums der Berliner Charité können Luftreiniger die Allergenbelastung in einem Haushalt deutlich reduzieren. Die Raumluft wird eingesogen, gefiltert und gereinigt wieder in den Raum zurückgegeben. Für die Reinigung arbeiten die Geräte mit mehreren Filtern. Der Vo r fi l t e r fängt bereits groben Schmutz auf wie Staub und Tierhaare und besteht aus einem feinen Netz. Darauf folgt der HEPA-Filter, der es buchstäblich genauer nimmt. Die Abkürzung steht für High Efficiency Particulate Air und bedeutet so viel wie hocheffizienter Partikelfilter. An der feinporigen Oberfläche aus Glasfaser-oder Vliesschichten bleiben auch kleinste Teilchen von wenigen Mikrogramm hängen – zum Beispiel die unerwünschten Blütenpollen, Staub und die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe. Alle getesteten Modelle verfügen über die Kombination beider Filter. Allerdings gibt es zwei grundsätzliche Bauformen. Neun der getesteten Modelle setzen auf eine Zylinderform, bei der der runde HE-PA-Filter vom Vorfilter umhüllt ist. Anders machen es Sichler und Sharp: Hier ist jeder Filter einzeln entnehmbar. Das hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen fällt aufgrund der flachen Bauweise die Reinigung des Vorfilters leichter. Denn den kann man einfach mit dem Staubsauger absaugen. Zum anderen muss beim Neukauf nur der abgenutzte HE-PA-Filter ersetzt werden, nicht die ganze Einheit – das spart Geld. Auch ist es umweltfreundlicher, da so der Vorfilter nicht entsorgt werden muss. Wann genau der Austausch und die Reinigung nötig sind, hängt von der Nutzung ab und wird dann von den meisten Geräten signalisiert. Drei Modelle im Test lassen den Nutzer darüber im Ungewissen, wann der HE-PA-Filter ausgetauscht werden soll. In der Regel ist das nach sechs bis zwölf Monaten der Fall. Sharp verspricht sogar eine Nutzungsdauer von zehn Jahren.

FEINSTAUB BESEITIGEN

Im Zusammenhang mit Luftverschmutzung ist oft von Feinstaub die Rede. Dabei ist er nicht nur in aller Munde, sondern auch in allen Nasen und Lungen. Das Tückische: Wer für frische Luft die Fenster aufreißt, öffnet damit auch dem Feinstaub Tür und Tor. Dr. Stefan Schumacher erklärt: „Generell sind negative Gesundheitseffekte durch Feinstaub umfassend wissenschaftlich belegt. Es ist also immer sinnvoll, sich so wenig Feinstaub wie möglich auszusetzen.“ Da aber Industrie, Verkehr und Verbrennungen jeder Art allerorts Feinstaub erzeugen und er selbst in der Natur beispielsweise durch den Abrieb von Gestein entsteht, ist er überall vorhanden. Eingeatmet gelangt er bis in die kleinsten und hintersten Bereiche der Lunge. Die Folgen bei größeren Mengen sind verheerend: Von Entzündungen der Schleimhäute reichen sie über Atemwegserkrankungen und die Verstopfung von Blutgefäßen bis zu Lungenkrebs. Das Umweltbundesamt schätzt alleine die Todesfälle durch Lungenkrebs aufgrund von Feinstaub auf 16 bis 20 Prozent.

Luftreiniger gegen Feinstaub

Luftreiniger können Erkrankungen durch Feinstaub vorbeugen. Auch wenn das einen „Effekt über das ganze Leben hat, den man nicht direkt wahrnimmt“, so Dr. Stefan Schumacher, „kann durch den regelmäßigen Einsatz von Luftfiltern durchaus die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Krankheiten, wie sie durch schlechte Raumluft entstehen kann, minimiert werden“. Die hauptsächliche Arbeit erledigt auch hier der erwähnte HEPA-Filter. Je feiner der Filter ist, umso genauer reinigt er. Hersteller geben die Prozentzahl der Feinpartikel an, die vom Filter aufgefangen werden, der sogenannte Abscheidegrad. Für die Reinigungsleistung ist außerdem entscheidend, wie viel Luft das Gerät pro Stunde filtert. Im Praxistest sollen die Modelle einen definierten Raum von den Feinstaubpartikeln einer gerauchten Zigarette befreien. Der genaue Testaufbau ist auf Seite 10 einzusehen, im Kasten „So testet IMTEST“. Besonders schnell arbeiten hierbei die Modelle von Hoover, Soehnle, Medion und MeacoClean. Damit der Nutzer auch weiß, wann eine Reinigung fällig ist, liefern die meisten Geräte Infos, allerdings unterschiedlich detailliert (siehe Abbildung unten). Die Luftreiniger von Beurer und Rowenta haben offenbar keinen blassen Dunst von der Luftqualität und bieten dazu keinerlei Infos. Drei der getesteten Geräte geben immerhin eine kurze Einschätzung über die Luftqualität. Die Luftreiniger von Dyson, Hoover, MeacoClean, Soehnle, Djive und Philips zeigen detaillierte Infos zur Luftbelastung an. Bis auf Philips nutzen alle Saubermacher ihr Wissen für einen Automatikmodus: Je nach Verschmutzung der Luft schaltet sich die Reinigungsstufe hoch. Der Hoover H Purifier 300 erkennt sogar Blütenpollen und hat dafür ein spezielles Reinigungsprogramm.