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Mach dein Ding


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Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 09.09.2022

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Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 10/2022

Vor über 60 Jahren wurde im Herzen Oberfrankens die Firma Gustav Groß Wohnwagen und Möbelwerk gegründet und der erste Wohnwagen gebaut. 1970 wurde Feriela Caravan Wohnwagenbau daraus und 1973 baute man das erste individuelle Wohnmobil auf Mercedes-Benz in Marktschorgast. 1983 wurde schließlich zur Frankia Fahrzeugbau GmbH umfirmiert und man stieg auf die Wohnmobil-Serienfertigung um. 1990 übernimmt Pilote die Firma als einziger Gesellschafter und die Wohnwagen-Produktion wird eingestellt. Frankia bleibt dennoch Made in Germany und die Franken sind seit jeher einer der Vorreiter, wenn es um Innovation und praktische Details geht. Den Namen machte sich Frankia bisher mit edlen Reisemobilen und Luxuslinern, der Einstieg in die Kastenwagen-Klasse kam eher überraschend, aber zur rechten Zeit. Seit rund drei Jahren gehören auch Campervans zum Programm. Unter Yucon by Frankia werden die ...

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... Microliner verkauft, wobei sich Microliner eher auf die in Franken gebauten Fahrzeuge auf Mercedes Sprinter bezieht als auf die aus Frankreich stammenden Fiat- und Renault-Modelle.

Die neuste Version, den Yucon 6.0 BD mit Aufstelldach, haben wir unter die Lupe genommen. Unser Testfahrzeug wird wohl eher eine Ausnahme bleiben – schon 2022 hat sich der Allrad-Anteil bei den Yucons von 55 auf 73 Prozent erhöht. Ein Heckantrieb wie bei unserem Sprinter war also bisher schon selten und mit dem neuen Allrad-System wird er wohl noch seltener werden. Von den Maßen, besonders der Innenhöhe, unterscheiden sich Heck- und Allradantrieb erst einmal nicht, der Ausbau bleibt gleich. Der Grundriss ist klassisch, für vier Personen ausgelegt, für zwei Personen ideal und komfortabel.

Das typische, bekannte Problem des Sprinters, nämlich die geringe Breite im Innenraum, wird beim Yucon geschickt umgangen: Zwei ordentliche Ohren, 15 Zentimeter auf der Fahrer-, sechs Zentimeter auf der Beifahrerseite, verhelfen dem Querbett zu einer Liegelänge von 1,97 Meter. Die Ausschnitte für Kopf und Füße sind zwar nur einen Meter breit, doch auf der Gesamtbreite von 1,43 Meter sind die etwas kürzeren Ränder nicht störend. Ein kleiner Wehmutstropfen ist vielleicht, dass es kein Fenster direkt am Kopfende gibt. Die beiden Aufstellfenster in den Türen sind gut, mehr Fenster würden im Sommer aber für mehr Durchzug sorgen. Für den Sommer An Schlafplätzen mangelt es also nicht. Eines haben aber alle gemeinsam, man muss sie erst einmal erklimmen. Das Heckbett thront in 1,02 Meter Höhe und ist über einen Tritt in der Schottwand bequem zu erreichen – nur das Aussteigen wird etwas abenteuerlich, wenn der dem Gang zugewandte noch schläft. Ins Aufstelldach führt eine Leiter, zweiteilig, unhandlich und bei Nichtbenutzung immer im Weg. Mal schauen, ob den Franken da noch etwas Besseres einfällt. Wohnen tut es sich ganz angenehm in dem Microliner, denn die Einrichtung ist wirklich zum wohlfühlen. Die Kombination aus Eiche-Dekor, weiß, Beton-Optik, Edelstahl und Chrom ist modern, hell und freundlich. Einzig die Rückbank für die Passagiere ist – wie so oft – kein Quell der Freude. Besonders für diejenigen, die darauf sitzen müssen. Auch wenn die Sitzfläche mit knapp 90 Zentimetern breit genug und gut gepolstert ist, die Rückenlehne im rechten Winkel zur Sitzfläche ist unbequem und Isofix gibt es leider auch nicht. Dafür reichen die 42 Zentimeter Tiefe gut, um am Ziel gemütlich auf der Bank zu fläzen.

Der an der Wand befestigte Tisch steht stabil und wäre auch für vier Personen groß genug. Ohne Erweiterung sind es schon ist vorgesorgt: Das luftige Aufstelldach ist perfekt für heiße Nächte. Zwei große Fenster mit Moskito-Netz und eine Dachhaube sorgen für viel frische Luft.

75 mal 40 Zentimeter, mit der zusätzlichen Schwenkplatte kommen nochmals 46 mal 40 Zentimeter hinzu. Wenn man jetzt noch die Arbeitsplatten-Erweiterung dazu nimmt, hat man eine richtige Tafel.

Der Küchenblock ist mit einer Breite von 94 Zentimeter, einer Höhe von 93 Zentimeter und einer Tiefe von 42 Zentimetern schön groß, steht aber komplett im Öffnungsbereich der Schiebetür. Es bleiben noch knapp 50 Zentimeter, um ins Fahrzeug zu gelangen – genügend Platz, um einzusteigen; um Sperriges zu laden, etwas hinderlich. Und bei der Abstellfläche sieht es auch schlecht aus: Erst wenn die Erweiterung ausgeklappt ist, hat man Platz zum Schnippeln – allerdings ist der Zugang dann vollends versperrt.

Die 14 Zentimeter neben dem Herd würden aber immerhin noch als Stellfläche für eine Nespresso reichen, den Stromanschluss dafür gibt es entweder vorn an der Küchenfront oder oben an der Dachverkleidung. Platz in den Schränken, Schub- laden oder unter dem Heckbett gibt es genügend – auf jeden Fall mehr als genug, um die Zuladungsreserven auszuschöpfen. Auch wenn der Yucon erfreulich leicht ist: Bei einer Markise, Fahrradträger und zwei E-Bikes am Heck muss man aufpassen und mit leerem Wassertank auf Tour gehen. 105 Liter fasst dieser und ist frostsicher im Schrank unter dem Heckbett untergebracht. Ganz praktisch und im Falle eines Falles gut zu erreichen ist die Druckpumpe, die mit acht Litern pro Minute und 1,7 bar für ordentlich Druck auf der Leitung sorgt.

Gegenüber im anderen Schrank befinden sich die beiden Elf-Kilogramm-Gasflaschen zum Kochen und zum Heizen. Serienmäßig ist eine Truma Combi 4 verbaut, im Testwagen allerdings eine Combi 6E, die mit bis zu 6.000 Watt im Gasbetrieb oder 6.900 Watt in Kombination mit dem Heizstab die zehn Liter Wasser in rund 20 Minuten auf 60 Grad erhitzt.

TECHNISCHE DATEN

Basisfahrzeug: Mercedes-Benz Sprinter. Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 1.950 cm³, Leistung 84 kW (114 PS) bei 3.800/min. Drehmoment 300 Nm bei 1.400/min. Sechsgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb, Euro 6d

Maße und Massen: (L x BxH) 593 x 210 x 274 cm; Radstand: 367 cm; Masse in fahrbereitem Zustand: 3.020 kg, Zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg

Karosserie: Stahlblechkarosserie mit Verbreiterungen und Aufstelldach; Stehhöhe im Wohnraum 190 cm. Nasszelle 181 cm. Geräusch- und wärmedämmendes Polyesterflies in Dach und Seiten; Seitz-Rahmenfenster Betten: Querbett im Heck 197 x 143 cm; Dachbett 198 x 109 cm

Füllmengen: Frisch-/Abwasser 105/55 l (innen/außen isoliert); Gas 2 x11 kg; Diesel 71 l; AdBlue 22 l

Sonderausstattung (Auszug): Chassis-Paket inklusive 9G-Wandlerautomatik, 125 kW (170 PS), Klimaanlage, 7-Zoll-MBUX, 93-Liter-Dieseltank, elektr. Parkbremse, Rückfahrkamera 9.150 €; Fahrassistenz-Paket 1.890 €; Licht- und Sicht-Paket 3.600 €; Truma Combi 6E 1.040 €; Wechselrichter und 100-Ah-LiFePO-Batterie 3.890 €; Aufstelldach 9.990 €

Grundpreis: 79.900 €

Testwagen: 116.335 €

LADETIPPS

*mit vollem Kraftstofftank; **RMI-Messmethode, angelehnt an die StVZO; ***RMI-Messmethode, angelehnt an die EN 1646- 2: Anteilige Achslasten errechnen sich nach dem Momentenschlüssel (Achsbelastung = Einzelgewicht x Hebelarm : Radstand)

LADETIPPS

Trotz gewichtigem Aufstelldach erreicht der Yucon 6.0 BD respektable Zuladewerte. Mit vollem Frischwasser-, Diesel- und Gasvorrat, Inventar sowie zwei Personen und Gepäck bleiben immerhin noch 156 Kilogramm Restzuladung. Zu viert wäre der Kastenwagen nach dieser Rechnung um 14 Kilogramm überladen. Der Hersteller bietet die Möglichkeit, das Fahrzeug auch als 4,1-Tonner zu bestellen.

Es bleibt also genügend Zeit, die Dusche vorzubereiten, denn es gibt keinen klassischen Duschvorhang in der gut 70 mal 80 Zentimeter großen Nasszelle mit Banktoilette und Klappwaschbecken, sondern eine Abtrennung, die an Magneten befestigt wird. Viel Platz bleibt nicht, fürs Nötigste reicht es aber. Die Toilette verbraucht viel Platz, ist dafür komfortabel und es entstehen keine Ecken und Winkel, in denen sich Dreck und Staub sammeln. Auch das Klappwaschbecken ist groß und macht einen guten Eindruck. Hinter dem mit LED-Leisten beleuchteten Spiegel befindet sich ein Schrank mit vier Fächern, in denen man seine Utensilien sicher verstauen kann. Einzig das Restwasser, die letzten Tröpfen, die nach der Benutzung noch im Waschbecken sind und eingeklappt langsam ihren Weg ins Ungewisse finden, lassen den vorsichtigen Benutzer etwas zweifeln. Strom müsste man, wenn nötig, von der Küche abzapfen.

Mit dem verbauten Steckdosen-Paket ist man mit drei USB- und drei 230-Volt-Steckdosen im Wohnbereich eigentlich gut aufgehoben. Schade nur, dass an der Sitzgruppe keine Anschlüsse vorhanden sind und man die Kabel quer über den Gang legen muss. Praktische Ablagen gibt es ebenfalls nicht, weder an der Sitzgruppe noch hinten im Bett.

Im Dachbett ist zumindest die 12-Volt-Versorgung gesichert, da beide Schwanenhalsleuchten theoretisch sogar zwei USB-Anschlüsse hätten, jedoch ist einer nur schwer zu erreichen. Allerdings fehlt auch hier ein sicherer Ort, um Smartphones und Co. zu verstauen, denn einen Sturz aus zwei Metern Höhe könnten einem die Geräte übel nehmen.

In Kombination mit dem Basisfahrzeug ist der Yucon 6.0 BD bereits eine andere Klasse. Der im Testfahrzeug verbaute 170-PS-Motor mit der Neungang-Automatik sorgt schon für Freude – allerdings greift das ESP selbst bei vorsichtiger Fahrweise teilweise hart in den Vortrieb ein. Ein klarer Vorteil bei dem leer schon knapp drei Tonnen schweren Gefährt ist definitiv der Heckantrieb. Außer im Schnee oder im Schlamm ist der Hecktriebler in fast jeder Situation ausreichend – den Allrad könnte man sich eigentlich sparen. Auch wenn der Sprinter in der Reihe der Stuttgarter Camper-Basisfahrzeuge schon weiter als der kleine Vito oder die V-Klasse ist, die Assistenzsysteme sind außer dem Abstandstempomat eigentlich nicht zu gebrauchen. Und auch das Cockpit des Sprinters glänzt besonders in den Einstiegsausstattungen nicht gerade mit Praktikabilität und Design.

Dafür fährt sich der Mercedes gut und mit rund zehn Litern auch relativ sparsam. Die Sitze mit zwei höheneinstellbaren Armlehnen und Sitzheizung sind langstreckentauglich – vorausgesetzt man ist nicht zu klein und kommt mit den Füßen auf den Boden. Fazit: Die fränkische Manufakturarbeit ist wirklich gut. Für den Preis bekommt man solide Qualität, einen funktionellen Grundriss und ein gutes Design.