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macOS 12 Monterey


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Mac Life - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 04.11.2021

macOS Monterey

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Bildquelle: Mac Life, Ausgabe 12/2021

Die besten neuen Features verbergen sich in diesem Jahr mit drei Ausnahmen hauptsächlich in den Details.

Dass viele der Neuerungen dir beim Lesen vielleicht nicht neu vorkommen, mag daran liegen, dass die verschiedenen Apple-Betriebssysteme immer weiter zusammenwachsen. Vieles, was Apple mit macOS Monterey anbietet, kennst du also vielleicht in ähnlicher Form von deinem iPad oder iPhone, wenn du deren Betriebssysteme iOS und iPadOS in Version 15 installiert hast.

Insofern ist es fast ein wenig schade, dass Apple dieses macOS- Update so viel später veröffentlicht, verlieren viele seiner Neuheiten so doch direkt ihren Glanz. Wenn du nach dieser Einführung glaubst, dass macOS Monterey nichts Spannendes bereithält, dann liegst du allerdings daneben.

FaceTime wird erwachsen

Anderthalb Jahre nachdem viele Menschen viel zu viel Zeit damit verbringen mussten, in ...

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... Gesichter auf Bildschirmen zu starren, legt Apple nach und bohrt FaceTime gehörig auf.

Teilnehmer:innen kannst du dir endlich in einem aufgeräumten Raster anzeigen lassen und ein (für Macs mit Apples eigenem M1-Chip verfügbarer) Porträt-Modus, wie du ihn vielleicht von deinem iPhone kennst, sorgt dafür, dass du nicht mehr jedes Detail deiner Umgebung preisgeben musst.

Gearbeitet hat Apple auch besonders an der Tonspur, die ja oft wichtiger als das übertragene Bild ist. So unterstützt Face- Time nun verschiedene Mikrofon- Einstellungen und kann sich mit „Voice Isolation“ ganz auf deine Stimme fokussieren und Nebengeräusche weitestgehend ausblenden. Spatial Audio, zu Deutsch etwa „räumlicher Klang“, ermöglicht es dir, jede Person in etwa aus der Richtung sprechen zu las-sen, in der sich auch ihr Video auf deinem Bildschirm befindet.

FaceTime

Eine echte Alternative zu Zoom und Co. ist Face- Time zwar immer noch nicht, es lässt sich nun aber für deutlich anspruchsvol- lere Szenarien als nur einen kleinen Plausch unter Freund:in- nen verwenden.

All das funktioniert erstaunlich gut, wenngleich wir gerade die Implementierung von Spatial Audio eher als nette Spielerei werten. Viel interessanter ist, dass Apple FaceTime ein Stück weit zu einer Videokonferenz-Lösung ausbaut und sogar Menschen ohne Apple-Gerät an Meetings teilnehmen lässt.

Ja, mit Zoom und Co. kann FaceTime es auch weiterhin nicht aufnehmen, weil zu viele Meetingrelevante Teilstücke fehlen. Etwa eine Funktion, um sich zu melden, eine Reihenfolge von Sprecher:innen festzulegen oder die Teilnehmer:innen in kleine Gruppen aufzuteilen.

Dennoch: Allein, dass FaceTime- (Gruppen-)Anrufe nun geplant werden können, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Über einen Weblink, der überall verteilt werden kann, oder einen Kalendereintrag, zu dem du die anderen Personen einlädst, kommunizierst du die Zugangsdaten für dein Face-Time-Meeting – fertig. Und ja, das geht jetzt auch, wenn du Menschen mit Android-Smartphones oder Windows-Rechnern und -Tablets einlädst. Sie können über denselben Link im Browser teilnehmen (Apple empfiehlt Microsofts Edge oder, man höre und staune, Googles Chrome), eine FaceTime- App gibt es (noch) nicht. Und noch eine Einschränkung gibt es für Menschen ohne Apple-Gerät: Sie können nur an FaceTime-Gesprächen teilnehmen, jedoch keine eigenen erstellen.

Eine vollständige Öffnung Face- Times in alle Richtungen wäre dann gerade von Apple aber vielleicht auch etwas zu viel erwartet. Insbesondere, solange FaceTime kein vollwertiger Ersatz für „echte“ Online-Konferenz-Lösungen ist.

Inhalte teilen mit SharePlay

Ein essenzieller Bestandteil des Erwachsenwerdens FaceTimes ist SharePlay. Einerseits ermöglicht SharePlay es dir, schnell und einfach den Bildschirm (oder auch nur einzelne Programm fenster) deines Mac mit anderen Teilnehmer:innen eines FaceTime-Gesprächs zu teilen. Andererseits kannst du auf diese Weise aber auch ohne Umwege Multimedia-

Inhalte mit Freund:innen teilen wie etwa die neueste Folge von Apples mehrfach ausgezeichneter Serie „Ted Lasso“. Die Wiedergabe wird dabei natürlich über alle Geräte synchronisiert, sodass niemand einen „Vorsprung“ hat.

Einen Haken gibt es allerdings: Beinahe schon selbstverständlich reicht es nicht, wenn eine Person (beispielsweise) über ein Abonnement von Apple TV+ verfügt – alle Teilnehmer:innen benötigen ihr eigenes Abo.

Apple hat SharePlay während der Präsentation naturgemäß nur in Verbindung mit Apple-eigenen Diensten gezeigt. Grundsätzlich steht die Technologie aber auch anderen offen. Während wir davon ausgehen, dass Disneys Streaming-Dienst Disney+ in alter Verbundenheit mit Apple schnell auf den Zug aufspringen wird, sind wir uns noch nicht so sicher, ob Netflix, Spotify und Co. ebenfalls bald dabei sein werden.

Apple war übrigens fast in der gesamten, seit Juni andauernden Beta-Phase von iOS 15, iPadOS 15 und macOS Monterey offenbar selbst nicht ganz glücklich mit der Funktionsweise von SharePlay.

Nicht anders ist es zu erklären, dass das Feature es in keine der Beta-Versionen schaffte und auch für die finale Version von iOS 15.0 gestrichen wurde.

Dementsprechend wenig Zeit stand auch uns bislang zur Verfügung, um SharePlay ausführlich zu testen. Erste Gehversuche damit stimmen uns allerdings optimistisch, dass Apple die Zeit seit der WWDC (World Wide Developer Konferenz, Apples Entwickler:innen-Konferenz) im Juni gut genutzt hat.

Fokus: für viele ein Segen, für manche irrelevant

Die nächste Neuerung, die wir besprechen werden, hat das Potenzial, dein Leben nachhaltig zu verbessern. Was sehr pathetisch und nach Apple-Werbesprüchen klingt, ist nach mehreren Monaten der Nutzung allerdings unser voller Ernst!

Bestimmt kennst du die „Nicht stören“-Funktion auf deinen Apple-Geräten. Sie sorgt unter anderem dafür, dass dein Gerät dich nicht mit Mitteilungen belästigt, wenn du konzentriert arbeiten – oder entspannt schlafen – möchtest. Als Ein-Klick-Lösung funktioniert das schon relativ gut, war vielen, uns eingeschlossen, allerdings zu wenig granular. Du findest dich nun mal selten in binären Situationen, in denen du alles ein- oder eben ausgeschaltet wissen möchtest, wieder.

Ein ganz persönliches Beispiel: Es gibt Personen in meinem Leben, die mich immer erreichen können sollen. Auch, wenn ich schlafe oder in einer Besprechung bin. Das heißt nicht in jedem Fall, dass ich dann panisch ans Telefon gehen muss, aber ich möchte zumindest informiert werden, dass ein Versuch der Kontaktaufnahme stattfindet.

Die einzige Lösung dafür war bislang die sogenannte „Notfallumgehung“, die du für jeden Kontakt im Adressbuch optional einschalten kannst. Dann aber klingelt das Telefon auch wirklich immer, wenn ein Anruf vermittelt wird. Es gibt zahlreiche Fälle, wo genau das schnell unangenehm wird: während einer Präsentation, im Theater oder Kino und so weiter.

Mit der neuen Fokus- Funktion kannst du nun verschiedene „Nicht stören“-Optionen anlegen. Etwa für die Zeit, in der du schläfst, dich konzentrieren musst, im Auto unterwegs bist oder eben eine Präsentation hältst. Zugege-ben: Auf dem iPhone, dem Gerät also, auf dem die meisten Menschen wohl den Großteil ihrer Mitteilungen erhalten, ist all das noch viel sinnvoller. Aber auch der Mac profitiert davon.

Überaus nett ist die Möglichkeit, andere darüber zu informieren, dass du gerade keine Zeit (oder Lust) hast, auf eingehende Mitteilungen zu reagieren. Wenn du diese Funktion für einen Fokus global oder nur für einzelne Personen aktiviert hast, erhalten Menschen, die dir eine Nachricht schreiben, etwa den Hinweis, dass du gerade im „Nicht stören“-Modus bist. Wenn sie ihre Nachricht für super-wichtig halten, können sie die Nachrichten-App allerdings anweisen, dich trotzdem zu stören. Grundsätzlich steht es auch anderen Apps frei, den aktuell aktivierten Fokus zu erkennen und ähnlich zu verfahren – bislang ist uns allerdings keine Anwendung bekannt, die dies tut.

Clever ist, dass du festlegen kannst, ob die Wahl des Fokus nur auf dem Gerät gelten soll, das du gerade bedienst, oder ob alle mit derselben Apple-ID verknüpften Geräte ebenfalls in den entsprechenden Fokus-Modus schalten sollen.

Eine iOS-15-Funktion, die uns in diesem Zusammenhang in macOS Monterey fehlt, ist die komplette Verbannung der Mitteilungen bestimmter Apps in eine sogenannte „Übersicht“. Auf dem iPhone kannst du in den Einstellun-gen zu Mitteilungen etwa festlegen, dass dich Benachrichtigungen von Facebook schon irgendwie interessieren, dir aber nicht so wichtig sind wie die von der Mac-Life-News-App. Dein iPhone kann die Facebook-Benachrichtigungen dann für dich sammeln und präsentiert sie dir gesammelt zu von dir festgelegten Zeitpunkten, sagen wir um 8:00 Uhr und um 18:00 Uhr. Wir hoffen, dass Apple diese Möglichkeit mit einem der kommenden Monterey-Updates auch für den Mac nachliefert.

Abgesehen von einigen Problemen bei der Übersetzung ins Deutsche hat Fokus für uns seit der ersten Beta-Version super funktioniert und wirkte spätestens seit der dritten Beta-Version von iOS 15 sowie macOS Monterey wie „fertig“.

Wir können dir nur wärmstens empfehlen, dich einmal in Ruhe hinzusetzen und zu überlegen, welche Fokusse für dich sinnvoll sein könnten und diese einzurichten. Denn mit dem richtigen Fokus kann es dir gelingen, einen gesunden Mittelweg zwischen ständigem Genervtsein ob der Vielzahl der Benachrichtigungen und FOMO (Fear Of Missing Out, die Angst, etwas zu verpassen) zu finden.

Nachrichten: „Mit dir geteilt”

In der Nachrichten-App findest du die neue Funktion „Mit dir geteilt“, die Inhalte, die du in den Nachrichten erhalten hast, in der entsprechenden App anzeigt. Wenn jemand einen Apple-Music-Song mit dir teilt, wird der Song nicht nur im Chat-Verlauf, sondern auch im Bereich „Für dich“ von Apple Music aufgeführt. Wenn jemand einen Website-Link teilt, wird er im Bereich „Mit dir geteilt“ auf der Safari-Startseite angezeigt. Und so weiter.

Mit dir geteilte Inhalte werden auch Fotos, Apple Podcasts und der Apple TV App angezeigt. Alle „Mit dir geteilt“-Bereiche in diesen Apps bieten auch Direktlinks zu Nachrichten, damit du der Person, die den Inhalt ursprünglich gesendet hat, antworten kannst.

Neben der Funktion „Mit dir geteilt“ gibt es auch einige kleinere Änderungen am Design der Nachrichten-App. Wenn du jemandem mehrere Fotos hintereinander schickst, werden sie jetzt als kleine Bildcollage oder Bildstapel angezeigt, durch die du blättern kannst – statt zuvor einzelner Fotos.

Safari – Apple weiß nicht, was es will

Wie schon in iOS 15 und iPadOS 15 hat Apple auch in macOS 12 Monterey diverse Änderungen am Webbrowser Safari vorgenommen. Nicht alle davon stoßen auf ungeteilte Gegenliebe, wie schon Diskussionen um die Beta-Versionen zeigten.

Definitiv auf der Habenseite stehen Tab-Gruppen. Mit ihnen erlaubt Apple es dir, wie der Name bereits vermuten lässt, Browser- Tabs zu gruppieren. Zum Beispiel alle geöffneten Tabs, deren Webseiten sich mit möglichen Ausflügen am nächsten Urlaubsort beschäftigen. Oder Seiten, die du regelmäßig für die Arbeit benötigst. So gesehen sind Tab-Gruppen ihrem Zweck nach an klassische Favoriten-Listen angelehnt. Du kannst Tab-Gruppen mit anderen teilen und natürlich werden sie über all deine Apple-Geräte synchronisiert. Und wenn du keinen Bedarf an dieser Funktionalität hast, kannst du sie einfach ignorieren.

Genau das geht mit den visuellen Änderungen an Safari nur mit etwas Aufwand. Standardmäßig startet der neue Safari-Browser mit einem kompakten Tab-Layout. Das bedeutet, dass geöffnete Tabs in derselben Zeile angezeigt werden wie die Adress-/Suchleiste.

Genauer gesagt: Die Adress-/Suchleiste und geöffnete Tabs verschmelzen (siehe Screenshot). Das spart Platz, ist aber gewöhnungsbedürftig. Das gilt auch für die Neuerung, dass Safari Tab- und Favoriten-Leiste fortan gemäß der aktuell geöffneten Website einfärbt. Das kann gut aussehen, muss es aber nicht. Beides kannst du allerdings in den Safari-Einstellungen wieder zurückstellen.

Ein ungewöhnlicher Schritt, ist sich Apple doch für gewöhn-lich sehr sicher, was für seine Kund:innen das Beste ist. Uns fällt zumindest kein anderes wichtiges Apple-Programm ein, dessen Aussehen Anwender:innen grundlegend verändern können. Dass Apple dies in Safari auf allen Plattformen so handhabt, lässt tief blicken. Auf dem Mac finden wir die klassische Ansicht (Apple nennt sie in den Safari-Einstellungen „Separat“) vor allem übersichtlicher. Wer aber beispielsweise vorwiegend auf dem integrierten 13-Zoll-Bildschirm des Mac-Book Air arbeitet, freut sich vielleicht über den eingesparten Platz durch das neue Design.

Universal Control

Eine weitere wirklich geniale Neuerung, die es wie SharePlay nicht in die Beta-Versionen geschafft hat, ist Universal Control. Hier können Apples Entwickler:innen endlich mal wieder richtig glänzen und zaubern Software, die nach Magie aussieht!

Universal Control ermöglicht es dir, dein iPad und deinen Mac parallel zu nutzen, indem du den Mauszeiger deines Mac einfach aus dem Display herausbewegst, sodass er auf dem Bildschirm deines iPad erscheint. Daraufhin kannst du dein iPad auch mit deiner „Mac-Maus“ bedienen – und die Tastatur wird auch gleich mitgenommen. Natürlich funktioniert das auch mit der integrierten Tastatur und dem Trackpad deines MacBook.

Bei der richtigen virtuellen Anordnung der Geräte vertraut Apple übrigens nicht auf komplexe Technologie, sondern auf deinen gesunden Menschenverstand. macOS geht schlicht davon aus, dass, wenn du die Maus rechts aus deinem Mac-Bildschirm herausschiebst, dort auch dein iPad stehen wird (und nicht etwa links vom Mac). Entsprechend leicht kannst du das System verwirren – warum aber solltest du das tun?

Zu Redaktionsschluss für diese Ausgabe konnten wir Universal Control leider nur in Demos bestaunen, aber noch nicht selbst ausprobieren. Nach allem, was wir dazu gesehen haben, gehen wir jedoch fest davon aus, dass Universal Control in der Praxis genau so funktionieren wird, wie Apple es beschreibt.

Der Mac als AirPlay-Empfänger

Eine längst überfällige Erweiterung für macOS ist, dass AirPlay nun auch „anders herum“ funktioniert. Bereits seit Jahren kannst du Bild und Ton deines Mac auf anderen Geräten via AirPlay ausgeben lassen. Beispielsweise auf einem Apple TV oder einem HomePod.

Mit macOS Monterey kannst du nun auch dein iPhone, dein iPad oder sogar einen weiteren Mac mit deinem Mac verbinden. So kann ein Mac jetzt auch den Bildschirm eines anderen Mac als externes Display verwenden –etwas, das schon vor Jahren per Kabel im sogenannten „Target Display Mode“ möglich war, bis Apple diese Option strich. Tatsächlich funktioniert „AirPlay to Mac“ beinahe folgerichtig nicht nur via WLAN durch die Luft, sondern auch über ein USB-C-Kabel, was mögliche Latenzen bei der Übertragung praktisch ausschließt.

Auf diesen Macs läuft Monterey

Das macOS Monterey läuft praktisch auf allen Macs, auf denen auch macOS Big Sur lauffähig ist.

Nur die Mac-Book-Air- und iMac-Modelle der Jahre 2013 und 2014 werden gestrichen. Übrig bleiben damit:

• iMac ab Ende 2015

• iMac Pro ab 2017

• MacBook Air ab Anfang 2015

• MacBook Pro ab Anfang 2015

• Mac Pro ab Ende 2013

• Mac mini ab Ende 2014

• MacBook ab Anfang 2016

Mehr Spaß mit Fotos

Hier bedient sich macOS Monterey vorrangig bei den Funktionserweiterungen für iOS und iPadOS: Live Text, ein paar Neuerungen für „Rückblicke“ und Diashows sowie Visual Lookup. Letzteres soll unter anderem Blumen, Tiere oder Landschaften in Fotos erkennen und Zusatzinformationen dazu liefern. Zumindest in den deutschsprachigen Beta-Versionen wollte das zu keinem Zeitpunkt richtig funktionieren.

Ganz anders aber Live Text, das sofort zu begeistern wusste! Live Text ist eine Funktion, die Text in Fotos erkennt und dich ihn auswählen, kopieren und einfügen lässt. Das funktioniert sowohl bei getipptem als auch bei handgeschriebenem Text und unterstützt URLs, Telefonnummern, Adressen und mehr. Du kannst zum Beispiel auf eine handgeschriebene Telefonnummer tippen, um sie anzurufen oder ihr eine SMS zu schicken. Die gesamte Texterkennung für diese Funktion erfolgt auf dem Gerät, sodass keine persönlichen Daten deinen Mac verlassen.

Schnellnotizen

Eine wirklich brandneue Funktion in macOS Monterey sind „Quick Notes“, die du vielleicht schon von deinem iPad mit iPadOS 15 kennst. Anders als für andere Funktionen hat sich Apple hier auf einen deutschsprachigen Begriff festgelegt: Schnellnotizen – aber wir glauben, dass sich auch hierzulande eher Quick Notes etablieren wird. Quick Notes sind im Prinzip eine Weiterentwicklung klassischer Notizzettel in digitaler Form. Du erstellst eine Quick Note, indem du mit dem Mauszeiger in die untere rechte Ecke des Bildschirms fährst und dort kurz verharrst, bis dort eine unscheinbare graue Fläche erscheint. Klickst du darauf, erscheint eine neue Quick Note.

Sollte das bei dir nicht funktionieren, hattest du vor dem Update auf macOS Monterey diese „Aktive Ecke“ bereits mit einer anderen Funktion belegt. Ändern kannst du das in den Systemeinstellungen unter „Schreibtisch & Bildschirmschoner“ auf dem Reiter „Bildschirmschoner“ unten rechts bei „Aktive Ecken …“. Das heißt natürlich auch, dass du die Schnellnotizfunktion in jeder anderen Bildschirmecke hinterlegen kannst. Alternativ kannst du Quick Notes öffnen, indem du das Tastenkürzel „Fn + Q“ drückst.

Eine Quick Note ist nicht nur ein Schmierzettel, sondern unterstützt auch das Hinzufügen von Links aus Safari oder anderen kompatiblen Apps sowie das Ablegen von Bildern, Text und allem, was die Notizen-App sonst noch verarbeiten kann.

All deine Quick Notes landen in der Notizen-App, dort allerdings in einem speziellen Ordner. Sie synchronisieren sich von dort aus via iCloud auch auf dein iPad und dein iPhone. Weitere Quick Notes anlegen kannst du allerdings nur auf deinem Mac und dem iPad.

Auf dem iPhone kannst du bislang nur bereits erstellte Quick Notes lesen. Vielleicht schafft es eine vollwertige Version der Quick Notes ja in einem der nächsten Updates auch auf das iPhone.

Zugegeben: Diese neuen Schnellnotizen mögen nicht nach einer großen Sache klingen. Aber wir möchten sie dennoch nicht mehr missen. Denn hast du erst einmal verinnerlicht, dass sie da sind und jederzeit aufgerufen werden können, können sie dir eine Menge Zeit sparen.

Fazit

Mit macOS Monterey legt Apple eins der vom Start weg solidesten Betriebssystem-Upgrades der letzten Jahre vor. Kein Wunder, mögen manche spotten, schließlich gibt es ja sonst nichts Neues. Aber das stimmt nicht. Ja, es gibt kein Feuerwerk an neuen, großartigen Features. Aber Apple hat da nachgelegt und optimiert, wo es zählt und versucht, das digitale Leben seiner Kund:innen weiter zu vereinfachen. Das gelingt weitestgehend, wenngleich festzustellen ist, dass viele der Neuerungen so versteckt sind, dass die meisten Nutzer:innen sie ohne Artikel wie diesen hier wohl nie fänden.

Nicht alles geht auf allen Macs

In macOS Monterey gibt es gleich mehrere Neuerungen, die dir nur zur Verfügung stehen, wenn du über einen der neuen Macs mit einem von Apples hauseigenen Chips – M1, M1 Pro und M1 Max – verfügst. Dazu zählen etwa das aktuelle MacBook Air oder die brandneuen MacBook-Pro-Modelle. Zu diesen Funktionen gehört der Porträt-Modus in FaceTime, ein interaktiver 3D-Globus der Erde und die Ansicht detaillierterer Karten von (ausgewählten) Großstädten in Apples Karten-App. Außerdem können nur M1-Macs Diktate komplett und in uneingeschränkter Länge lokal verarbeiten, also ohne die Daten zur Analyse zu Apple übertragen zu müssen.

Kurzbefehle

Die Kurzbefehle-App, die zuerst auf iPhone und iPad eingeführt wurde, ist jetzt auch auf dem Mac verfügbar, sodass du auf alle deine Lieblings-Shortcuts zugreifen und neue erstellen kannst. Apple hat Mac-spezifische Shortcuts entworfen, die in der Galerie verfügbar sind, und du kannst deine eigenen erstellen.

Kurzbefehle sind tief in macOS Monterey integriert und können über das Dock, die Menüleiste, den Finder, Spotlight oder Siri aufgerufen werden. Außerdem sind sie universell, das heißt Kurzbefehle, die du auf deinem iPhone erstellt hast, können auch auf deinem Mac verwendet werden und umgekehrt.