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Made in Germany: Die History von „Made in Germany“


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2013 vom 22.02.2013
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Foto: bayer.com/Bayer AG

Es sind dreiste Kopien heimischer Ware, die den Markt fluten. Und sie lösen große Empörung in der Industrie nation aus. Mühsam hatten die britischen Unternehmen seit Jahrzehnten technisches Know-how aufgebaut, innovativ gearbeitet, handwerklich sauber produziert. Selbstbewusst dominierte Großbritannien die Weltmärkte – und jetzt das: Konkurrenz aus dem Ausland überschwemmte den Markt mit Plagiaten. Optisch den britischen Produkten täuschend ähnlich, aber um ein Vielfaches billiger, qualitativ meist schlechter. Ein Skandal, wetterten die Unternehmer. Der Gesetzgeber muss einschreiten, forderten sie.

Wir reden von Großbritannien des 19. Jahrhunderts, und die Plagiate kommen nicht aus China, sondern vom europäischen Kontinent. Noch haben die Briten die Nase vorn in der industriellen Revolution, doch Frankreich, die Benelux-Länder und vor allem Deutschland lernen durch Nachahmung. Ungeniert schauen sie sich Design und Fabrikation von Qualitätsprodukten bei den Briten ab. Um dann nach ausgiebigem Studium des Originals die Produkte nachzubauen. Die Engländer fordern einen Handelsboykott für die Fälschungen. Doch wie kann man sich vor den Raubkopien schützen?

Die vermeintliche Lösung für dieses Problem schuf in der Folge eines der wertvollsten Markenzeichen der Welt: Zur Abwehr von Plagiaten schreibt das britische Handelsmarkengesetz vom 23. August 1887 vor, dass auf Artikeln aus dem Ausland die Herkunft angegeben werden muss. „Made in Germany“: In seinen Anfängen ist es als eine Warnung vor minderwertiger Ware gedacht. Doch der Schuss geht nach hinten los. Was als Antiwerbung erhofft wurde, entwickelt sich schnell zum Qualitätssiegel, weil die Deutschen rasch dazulernten. Und weil sie enorm viel produzierten. Vom Besteck über Werkzeug bis hin zu Textilien: Deutsche Produkte sind in Großbritannien allgegenwärtig. Die Kunden merken das. Und weil die Qualität mittlerweile stimmt, kaufen sie gezielt deutsche Ware. Die neue Bezeichnung wird zum Synonym für Qualitätsarbeit. Neun Jahre nach Einführung des Gesetzes klagte der englische Journalist Ernest Edwin Williams in seinem Buch „Made in Germany“: das beste Argument gegen die Kennzeichnung ist, dass sie als Gratiswerbung für deutsche Ware wirkt.“ Heute, 125 Jahre später, steht „Made in Germany“ für die Stärke der Industrie und für Exportrekorde.

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