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März 2018: Viola-Absatz erfroren


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 01.09.2018

Auch in diesem Jahr kommt der Markt für Violen auf keinen grünen Zweig. Die Ausweitung des Angebots durch neue Sorten, mehrfarbige Kombipots oder Schalen kann die sinkenden Einkaufsmengen bei klassischen Stief - mütterchen oder Hornveilchen nicht kompensieren.


Artikelbild für den Artikel "März 2018: Viola-Absatz erfroren" aus der Ausgabe 9/2018 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 9/2018

Abbildung 1: Prozentuale Verteilung der Ausgaben privater Verbraucher in Deutschland für Beet- und Balkonpflanzen insgesamt und für Viola in den Jahren 2015 bis 2017 auf die unterschiedlichen Einkaufsstätten


Bis einschließlich Mai 2018 sanken die Einkaufsmengen der privaten Kunden in Deutschland fürViola im Vorjahresvergleich um mehr als zehn ...

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Bis einschließlich Mai 2018 sanken die Einkaufsmengen der privaten Kunden in Deutschland fürViola im Vorjahresvergleich um mehr als zehn Prozent. Sie erreichten so nicht einmal die Mengen von 2013, dem witterungsbedingten Krisenjahr. Das kann auch der abermals gestiegene Durchschnittspreis von 63 Cent pro Einheit (Topf oder Tray) nicht ausgleichen. Da bis einschließlich Mai 80 bis 90 Prozent der Violen eines Jahres eingekauft werden, ist nicht davon auszugehen, dass das Herbstgeschäft das Minus kompensieren kann. Der Markt fürViola in Deutschland wird 2018 ein weiteres Mal schrumpfen.

Zu kalt und zu nass

Die Durchschnittstemperatur lag im März 2018 bei gerade einmal 1,9 °C, also weit unter dem langjährigen Mittel und nur etwa 1,7 °C über dem März des Krisenjahres 2013. Zusätzlich war der März 2018 verhältnismäßig nass und nur unterdurchschnittlich sonnig. Folglich blieben dieViola -Einkäufe der privaten Kunden in diesem für die Kultur wichtigsten Absatzmonat (zwischen 60 und 70 Prozent der Jahresmenge) gering.

Wie schon seit längerem zu beobachten ist, sinkt die Käuferreichweite fürViola , also der Anteil der Kunden, die mindestens einmal im betrachteten ZeitraumViola einkaufen, immer weiter. Zwischen Januar und Mai 2018 sank der Wert auf gerade einmal neun Prozent, das ist ein Minus von 1,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, und sogar 2013 lag der Wert mit 9,7 Prozent noch darüber. Umgekehrt bedeutet dies, dass 91 Prozent der Kunden zwischen Januar und Mai 2018 keineViola kauften.

Da die Kunden, dieViola einkauften, pro Einkauf ebenso wenige Pflanzen zur Kasse trugen wie 2017, stellt sich der Absatz aktuell so schlecht dar. Mit durchschnittlich 8,8 Violen pro Einkauf bleibt der Wert für den Zeitraum zwischen Januar und Mai für 2017 und 2018 um rund zwei Violen hinter dem Wert von 2016 zurück. In Kombination mit dem zum wiederholten Mal ge - stiegenen Durchschnittspreis sanken die privaten Ausgaben fürViola im Vorjahresvergleich von Januar bis Mai um rund zehn Prozent.

Preisklassen

Nach Preisklassen betrachtet zeigt der Markt die bereits erwähnten Sortimentsveränderungen. Zwar bleibt die Preisklasse bis 0,99 Euro mit 90 Prozent der verkauften Violen im Jahr 2017 immer noch die bei weitem bedeutendste Klasse, sie verliert aber seit 2014 rund drei Prozentpunkte. Diese finden sich mit einem Prozentpunkt in der nächsthöheren Preis - klasse bis 1,48 Euro, die so drei Prozent der Verkaufsmengen erreicht.

Zu einem Preis zwischen 1,49 und 1,99 Euro wurden 2017 mit vier Prozent ebenfalls mehr Violen verkauft als im Vorjahr. Hier dürften sich die dreifarbigen Hornveilchen-Kombipots finden. Auch die Preisklassen zwischen 2,49 und 2,99 Euro sowie 3,00 und 3,99 Euro legten 2017 etwas zu und erreichten jeweils ein Prozent. Ab 4,00 Euro pro Einheit, der höchsten hier betrachteten Preisklasse, konnte 2017 ebenfalls rund ein Prozent der Pflanzen vermarktet werden. In dieser Preisklasse finden sich ausschließlich große Schalen und Ampeln mitViola (in Sondersorten).

Trotz der gezeigten Entwicklungen offenbart sich durch die Betrachtung nach Preisklassen deutlich, dass die klassischen Violen in kleinen Töpfen oder Trays weiter marktbestimmend sind. Wenn diese nicht im Einkaufswagen landen, reagiert der Markt – wie 2018 – empfindlich negativ.

Vorwiegend Eigenbedarf

Die Betrachtung der Einkaufsmotiva - tion fürViola gibt keinen Hinweis auf die Entwicklungen am Markt. Zwar nimmt der Anteil der als Grab- und Trauerschmuck verwendeten Violen seit mehreren Jahren ab, allerdings nicht so drastisch, wie man bei der Entwicklung der Friedhofsflächen meinen könnte. Im Jahr 2017 wurde mit 61 Prozent der überwiegende Anteil der Ausgaben für privat eingekaufteViola für den Eigenbedarf aufgewendet, während stabile 26 Prozent auf den Grab- und Trauerschmuck entfielen. Als Geschenk spielen Violen im privaten Bereich kaum eine Rolle.

Es lässt sich vermuten, dass viele Violen, die auf Gräbern als Saison - bepflanzung zu sehen sind, von Friedhofsgärtnern gekauft und gepflanzt werden. Stimmen aus der Branche berichten, dass der Anteil der Gräber, die in Dauergrabpflege sind, steigt. Damit würden diese Pflanzen aus dieser Betrachtung und dem Markt für den privaten Verbrauch herausfallen. Hier findet sich der erste Erklärungsansatz, warum die Produktion vonViola nach Angaben der Teilnehmer an der AMI-Anbauerhebung „Produktions- und Wirtschaftstendenzen im Zierpflanzenbau“ (PWZ) 2018 erhöht werden sollte. Bei den im Herbst 2017 erfassten 15 Millionen Stück Fertigware (nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2017 rund zwölf Prozent der deutschen Jahresproduktion) planten die Betriebe eine Ausweitung der Produktion um mehr als drei Prozent. Die Herbstausgabe der PWZ wird zeigen, wie sich die Produktion tatsächlich entwickelt hat.

In gemischten Töpfen

Ein zweiter Ansatz für die durchaus gute Beurteilung der Umsätze mitViola , die die an der PWZ-Befragung teilnehmenden Betriebe abgaben, sind die immer weiter in den Markt drängenden Kombipots mit mehreren Gattungen. Hier meldeten die Teilnehmer im Herbst 2017 eine enorme Steigerungsrate von mehr als 60 Prozent für das Jahr 2018. In den Frühlingsvarianten finden sich häufig Violen nebenMyosotis und anderen Frühjahrsblühern. Auch diese Violen nehmen ihren Vermarktungsweg an der klassischen Datenerfassung vorbei, da sie vor dem Verkauf in den Kombipots aufgehen. Die Gärtner, die diese Violen beziehungsweise diese Kombipots produzieren, berichten seit einiger Zeit von guten Umsätzen. Der schrumpfende Markt fürViola muss also nicht zwangsläufig auch Verluste für die deutsche Produktion bedeuten.

Fachhandel verliert Anteile

Die Verluste bei der Vermarktung vonViola zeigen sich vor allem im Bereich des Blumenfachhandels (siehe Ab - bildung 1). Dieser verlor 2017 im Vergleich zu 2016 neun Prozentpunkte an den Ausgaben fürViola . Dadurch reduzierte sich der Vorsprung gegenüber dem Systemhandel (Baumärkte, Lebensmitteleinzelhandel [LEH], Discounter, Sonstige) mit 51 Prozent auf zwei Prozentpunkte.

Die Verluste zeigten sich mit einem Minus von vier Prozentpunkten bei den Blumenfachgeschäften, die nur noch zwölf Prozent erreichten. Gartencenter verloren sogar sechs Prozentpunkte und kamen auf 15 Prozent der Ausgaben fürViola . Auf Wochenmärkte entfielen 2017 noch fünf Prozent der Ausgaben, was einem Minus zum Vorjahr von zwei Prozentpunkten entspricht. Nur Gärtnereien konnten die Ausgaben fürViola 2017 um drei Prozentpunkte steigern, womit sie 19 Prozent erreichten. Damit sind sie nach den Baumärkten mit 20 Prozent und einem Plus von fünf Prozentpunkten im Jahr 2017 die zweitwichtigste Einkaufsstätte fürViola .

Discounter im Plus

Der LEH legte um einen Prozentpunkt zu und erreichte acht Prozent der Ausgaben, während die Discounter mit einem Plus von drei Prozentpunkten und einem Ausgabenanteil von 14 Prozent auch beiViola an Be - deutung gewinnen konnten. Auf die sonstigen Einkaufsstätten, zu denen Möbelhäuser, Tankstellen oder das Internet gehören, entfielen 2017 sta - bile sieben Prozent.

Damit unterscheidet sich die Verschiebung der Ausgaben in den Systemhandel beiViola kaum von der bei anderen Beet- und Balkonkulturen. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Systemhandel bei der Vermarktung von Blumen und Zierpflanzen immer mehr punktet. Offen bleibt, wann diese Entwicklung abgeschlossen ist, die durch Spontankäufe im Systemhandel, den der Kunde für andere Einkäufe ansteuert, begünstigt wird.