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MAGAZIN


Siegessäule - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 26.07.2019
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Altes Mädchen

Neben der Busche und dem SchwuZ ist das Connection in Schöneberg wohl einer der ältesten Szeneclubs in der Hauptstadt. Nun wird die Darkroom- Disco in der Fuggerstraße 30 Jahre alt. Die Räumlichkeiten sind geschichtsträchtig, denn bis 1983 betrieb hier Romy Haag ihr legendäres Nachtclub- Cabaret „Chez Romy Haag“, in dem sich Promis wie David Bowie oder Grace Jones die Klinke in die Hand gaben. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1989 durchlief das Connection etliche Inkarnationen und Kurskorrekturen. Zuletzt 2012, als Veranstalter Bork Melms den Laden übernahm. Am Freitag, den 30. August, wird ab 23:00 unter dem Motto „Wir sind Kiez. Wir sind Männer. Wir sind Party. Wir sind alle!“ Geburtstag gefeiert. DJs: Leebow, A.Disko, Jordan Snapper.

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Neue Kampagne

Zeit wird’s! Am 16. Juli launchte das Bündnis gegen Homophobie, ein Zusammenschluss aus derzeit 120 Organisationen, Institutionen und Firmen gegen Homophobie, Trans*phobie und Diskriminierung, eine neue Plakatkampagne zum Thema Trans*. „Proud to be trans* – Proud to be myself“ heißt die Bündniskampagne, die „einen Beitrag für die Akzeptanz und Sichtbarkeit von trans* Personen in Berlin leisten“ möchte. Über 1.000 Flächen stellt die Wall AG im Berliner Stadtgebiet für die Kampagnenplakate zur Verfügung. Grundlegende Infos zum Thema Trans* sowie die Motive zum Download werden auf der begleitenden Seite proudtobemyself.de bereitgestellt.

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Tuntige Biene

Wer hat’s gewusst? Dragqueen Gloria Viagra (Foto) entstammt einer Imker- Dynastie.Bereits ihr Opa arbeitete mit Bienen und nun tritt die Enkelin in seine Fußstapfen. Nach diversen Lehrgängen und Kursen imkert sie sich in der Britzer Kleingartenkolonie „Alpental“ die Finger wund: Bienenvölker betüdeln, Honig schleudern, abfüllen und verpacken. Das Ergebnis: die „Alpentaler Tuntenblüte“, ein würziger Honig made in Berlin. Die erste Charge ist bereits vergriffen. Eine zweite Runde gibt’s noch in diesem Jahr, die Vorbestellungen stapeln sich bereits. Wer sich also 2019 noch Glorias schwule Blüte aufs Brot schmieren möchte, sollte zügig vorbestellen. Alle Infos demnächst unter bqueen.de!

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FOTO: TANJA SCHNITZLER

Runde Sache

Bei der Berliner Tunten-Ikone Ichgola Androgyn geht’s gerade rund, wie sie uns persönlich in Form einer respekteinflößenden Liste flüsterte. Nicht nur steht ihr 60. Geburtstag an, sondern auch „35 Jahre in Berlin, 35-jähriges Bühnenjubiläum, 25 Jahre positiv, 32 Jahre HIV e. V. Gründung, 13 Jahre Café Finovo und Blumenladen Roter Mohn, 12 Jahre als Bestatter tätig und 10 Jahre Theater O-TonArt!“.Bekannt ist Ichgola u.a.auch durch die Dokumentation „Tunten lügen nicht“ von Rosa von Praunheim und den Film „Garten der Sterne“ über ihre Arbeit als Bestatter. Am 30. August wird ab 18:00 der O-TonArt- Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür inkl. Open Stage gefeiert.

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FOTO: UTA ZORN

TOP: Weltmeister-Lesbe

Die LGBTI*-Welt hat eine neue Heldin: Megan Rapinoe! Die 34-jährige US-amerikanische Stürmerin, die zusammen mit ihrem Team bei der Frauenfußball-WM in Frankreich den Titel verteidigte, hat sich in einer Weise für die Rechte von Minderheiten eingesetzt, die im Sport bisher einzigartig ist.Bereits 2012 hatte sie sich öffentlich in einem LGBTI*-Magazin als lesbisch geoutet. In Folge wurde sie nicht nur zu einer der sichtbarsten Lesben und einflussreichsten Sportlerinnen, sie nutzte ihre Position auch konsequent für soli- darische Aktionen: Als erste weiße Frau innerhalb der USMannschaften schloss sie sich den Protesten gegen Rassismus an und weigerte sich, die Nationalhymne mitzusingen. Sie verklagte gemeinsam mit anderen ihren eigenen Verband, da US-Spielerinnen weit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Während der Fußball-WM sagte Rapinoe in einem TV-Interview, dass ein Team „ohne Homosexuelle kein Turnier gewinnen“ könne. Und auch sonst bestimmte sie die Schlagzeilen: So kündigte sie an, eine Einladung ins „fucking white House“ auszuschlagen und sich nicht von einem Rassisten und Sexisten wie Donald Trump hofieren zu lassen. Ihre vehemente Kritik am US-Präsidenten unterstrich sie noch, als sie kurz nach dem Titelgewinn gegenüber dem Sender CNN eine Message in Richtung Trump schickte: Sie machte ihm klar, dass er People of Colour und Menschen wie sie selbst ausschließen würde. Er müsse „für alle einen besseren Job machen“. Dabei beweist Rapinoe immer wieder ihre rhetorische Stärke und ihr großes Talent, Menschen zu erreichen, was sie im Kampf für Menschenrechte weltweit unverzichtbar gemacht hat.

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FLOP: Whopper-Pride

In der Flut der Pride-Produkte und Werbekampagnen diverser Anbieter in diesem Sommer schoss ein Konzern den Vogel ab: Burger King, die zweitgrößte Fast-Food-Kette der Welt mit einem geschätzten Umsatz von 30 Milliarden USDollar, verkohlte ein paar seiner „Whopper“-Burger, stellte daraus Diamanten her und schenkte diese in zwei Ringe gefasst einem homosexuellen Paar „als Symbol für ihre flammende Liebe“ – um den eigenen Konzern anschließend in einem kitschigen Werbeclip für seine „Toleranz“ zu feiern. Was jetzt die Asche eines fettigen Burgers mit LGBTI*-Rechten zu tun haben soll, versuchte Klaus Schmäing, Marketingdirektor der Burger King Deutschland GmbH, zum Start der Werbekampagne dann folgendermaßen zu erklären: „Ihren Whopper können Gäste bereits in jedem Land frei wählen – ob mit Zwiebeln oder der Extraportion Käse, entscheidet jeder selbst. (Wir möchten) zeigen, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben sollte, frei zu entscheiden. Erst recht in der Liebe.“ Die freie Auswahl beim Belegen eines Burgerbrötchens mit dem freien Ausleben der eigenen sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität zu vergleichen – das ist, vorsichtig ausgedrückt, gewagt. Auch wenn man fairerweise erwähnen muss, dass Burger King in diesem Jahr Sponsor des Cologne Pride ist und den LSVD mit einer Spende unterstützt.
Ein weiterer kleiner Lichtblick in dieser schrägen Aktion: Das besagte homosexuelle Paar namens Dima und Alvar, die aufgrund der Rechtslage in ihrem osteuropäischen Herkunftsland nicht heiraten dürfen, konnten sich über eine vom Fast- Food-Riesen gesponserte Hochzeitsfeier in Deutschland freuen. Es sei ihnen gegönnt. Leider mussten sie dabei aber die Whopper-Diamanten am Finger tragen. Bon appétit!

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