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MAGAZIN


Siegessäule - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 30.08.2019

Nachruf

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FOTO: CAROLINE KRAFT

Am 25. Juni 2019 starb Astrid North. Der Versuch, einen Nachruf zu schreiben: Leere im Kopf, pochendes Herz, Stille. Astrid North, lebenslustige Afro-Berlinerin mit Herz in Houston, Mutter, Schwester, Tochter, Künstlerin, Frontfrau von Cultured Pearls, Yogalehrerin, Dozentin, Erfinderin der Konzertreihe „North-Lichter”, in der sie Frauen solidarisch einen Platz gab. Sozial engagiert, Poetin, Freundin und Wegbegleiterin vieler Menschen, die sie wahnsinnig vermissen werden. Trotz der niederschmetternden Diagnose Krebs bliebst Du, Astrid, bis zum letzten Atemzug grazil, anmutig, motivierend und unglaublich empathisch für das Leid anderer. Jede Begegnung mit Dir war eine tiefsinnige, ehrliche, respektvolle Reise mit einem authentischen Menschen. Danke für jede Sekunde mit Dir und für Deine Musik.

Glückwunsch!

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FOTO: PUBLIC DOMAIN, WIKIMEDIA COMMONS

Naturforscher, Wissenschaftler, Analytiker, gefeiert und umstritten: am 14. September würde Alexander von Humboldt 250 Jahre alt werden. Der in Berlin geborene und 1859 verstorbene Namenspatron der Berliner Humboldt-Universität (HU) hielt sich im Rahmen von Forschungsreisen in Lateinamerika, in Zentralasien und in den USA auf. Durch seine Publikationen und Lesungen – wie etwa von seinem Hauptwerk „Kosmos”– wurde er bereits zu Lebzeiten zu einer Legende der Wissenschaft. Spekulationen über Humboldts Homosexualität rissen nie ab, konnten jedoch bisher nicht zweifelsfrei geklärt werden. Nachdem die HU den Geburtstag schon im August mit einem großen Programm feierte, legt nun das Humboldt Forum am 13. und 14. September nach: Bereits vor der offiziellen Eröffnung des Forums finden hier an zwei Tagen Vorträge, Performances, Diskussionen und Ausstellungen statt.

Juhu!

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FOTO: RENATA CHUEIRE

Endlich! Ab dem 1. September zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die HIV-Prophylaxe Prep, bei der sich Menschen durch die Einnahme von Medikamenten wie Truvada vor einer HIV-Infektion schützen können! Um das zu feiern, startet die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) nun unter dem Hashtag #Prepista einen Awarenessmonat. Ziel ist es, die noch nicht ausreichend bekannte Schutzwirkung der medikamentösen Therapie – auch als vorübergehende Maßnahme – weiter zu kommunizieren. „Die Erfahrung zeigt, dass immer wieder Männer, für die die Prep geeignet und wichtig wäre, noch nichts davon wissen”, erklärt Tim Schomann (DAH). Das soll sich jetzt ändern!

Aua!

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Nichts füllte das Sommerloch 2019 besser als der Penis des Berliners Danny Polaris. Bei einem Sexdate vor dem CSD ließ er sich das Erektionsmittel Alprostadil in den Penis injizieren. In Wechselwirkung mit Dannys HIV-Medikamenten und der Viagra, die er bereits genommen hatte, führte der Medikamentencocktail unmittelbar zu einem Priapismus – einer sehr harten Dauererektion. Im Internet sorgte die Story für allerlei Spott, doch für Danny wurde die Sache sehr ernst: Krankenhaus, Operationen, unfassbare Schmerzen und die drohende Gefahr einer Penisamputation. Nun geht es Danny zum Glück besser. Support: gofundme.com/Danny Polaris’ Priapism Recovery Fund

TOP: Queers for Future

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FOTO: DANIELA ZYSK

„There is no pride on a dead planet”: Unter diesem Slogan formiert sich momentan in verschiedenen Städten Deutschlands eine neue queere Bewegung, die die Themen LGBTI*-Aktivismus, Umwelt-und Klimaschutz zusammenbringen möchte.
„Die Klimakrise ist aktuell das größte Problem, das wir haben, und das betrifft uns queere Menschen natürlich genauso”, erklärt Daniela Zysk die Idee. Gemeinsam mit India Kandel und weiteren hat die 43-jährige lesbische Aktivistin im Sommer den Hashtag #queersforfuture sowie die Website queersforfuture.org ins Leben gerufen. Die aus großteils jungen Menschen bestehende Fridays-for-Future-Bewegung sei Danielas Erfahrung nach recht offen gegenüber queeren Themen. Andersherum vermisse sie bislang ein Interesse der LGBTI*-Communitys für den Klimaschutz. „Wir können viel Antidiskriminierungsarbeit machen, aber wenn wir in zwanzig Jahren auf einem brennenden Planeten leben, bringt uns das wenig.” Minderheiten könnten sogar in besonderem Maße vom Klimawandel betroffen sein, schätzt Daniela – so wie es heute bereits bei Naturkatastrophen zu beobachten sei, zum Beispiel nach Überflutungen. „Angehörige von Minderheiten sind in einer solchen Situation besonders verwundbar.” Zu den Forderungen an die LGBTI*-Community gehört etwa, den Einsatz von abgasreichen Trucks beim CSD zu überdenken oder auch nachhaltige (vegane) Verpflegung auf Events anzubieten. Diesen Sommer waren Daniela und ihre Mitstreiter*innen schon auf einigen Prides vertreten – u.a.in Berlin, zusammen mit den etwa zeitgleich entstandenen Initiativen #faggotsforfuture (SIEGESSÄULE berichtete) und #butchesforfuture.

FLOP: Stille in Spandau

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FOTO: LSVD BERLIN-BRANDENBURG

Viel Lärm um nichts? Eher das Gegenteil! Nach dem jüngsten Skandal rund um den Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg, Jörg Steinert (Foto), hätte man sich doch gewünscht, dass der Lärm nicht ganz so schnell verhallt. Aber erst mal ein kurzer Rückblick: zur traditionellen Flaggenhissung des Bezirksamtes zum CSD war auch Jörg Steinert geladen. Die Frauen-und Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks, Juliane Fischer, schickte im Vorfeld eine E-Mail mit kritischen Nachfragen an Steinert: unter anderem, wie er sich zum rechten US-Botschafter Grenell positioniere, mit dem er sich 2018 auf dem Lesbisch-Schwulen Stadtfest hatte ablichten lassen. Statt Fischer einfach persönlich zu antworten, verfasste Steinert eine Mail, in der er sich über die Kritik echauffierte und die er in Kopie auch an die Bezirksstadträte schickte – darunter Andreas Otti von der Afd.
Die voraussehbare Folge: eine von der Afd und anderen, darunter u.a. B.Z.-Kolumnist Gunnar Schupelius, vorangetriebene und mit Lügen angereicherte Kampagne gegen die Gleichstellungsbeauftragte. Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank sprach von einem „unerträglichen Shitstorm”.
Und nun? Mitte August folgte eine gemeinsame Pressemitteilung des Bezirksamtes und des LSVD Berlin-Brandenburg. In der hieß es lapidar, dass man „die gute Zusammenarbeit fortsetzen” wolle. 2020 werde Kleebank wieder gemeinsam mit Steinert die Flagge hissen. „Alle Irritationen” habe man in einem „vertraulichen Gespräch” ausräumen können. Das war’s? Keine Konsequenzen, keine nachdenklichen Töne über die in Kauf genommene Instrumentalisierung von rechts oder über fragwürdige Methoden des Machtkampfes, um berechtigte Kritik abzuwehren? Offensichtlich. Man scheint übereingekommen, jetzt möglichst schnell Gras über die Sache wachsen zu lassen.

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