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MAGAZIN


Siegessäule - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 29.12.2020

Gefilmt

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Im Dezember 2019 präsentierte der rbb mit „Queer 4 You“ die deutsche Variante der US-amerikanischen Reality-Show „Queer Eye“. Das Format: Lifestyle-Expert*innen besuchen unterschiedliche Protagonist*innen und krempeln deren Leben um, ob im Bereich Inneneinrichtung, Mode, Beauty oder soziale Kompetenz. Nun kommt der Nachfolger mit einem überarbeiteten Konzept: Die Sendung heißt jetzt „Ganz schön Berlin!“, und wie der Name schon andeutet, geht es nur noch um Menschen aus der Hauptstadt. Außerdem gibt es jetzt zwei Teams mit je drei Expert*innen. Als Protagonistin mit dabei ist die trans Frau Yudi (Foto: rechts oben), die einige vielleicht aus dem Serviceteam vom Südblock am Kotti kennen werden. Zu sehen gibt es die Sendung in der ARD-Mediathek.

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Getestet

Ein Revival der Berliner Clublandschaft steht wohl so bald nicht in Aussicht. Wenn man aber schon nicht feiern kann, warum dann nicht die leer stehenden Clubräume für eine gute Sache nutzen? Das dachte sich das Team des KitKat – und richtete Anfang Dezember in seinen Räumlichkeiten in der Köpenicker Straße, in denen sich sonst Fetischfans tummeln, eine Corona-Schnellteststation ein. Die dort angebotenen Antigentests liefern in weniger als 30 Minuten ein Ergebnis. Andere Berliner Clubs und Kulturinstitutionen könnten folgen. Der Admiralspalast eröffnete bereits eine Woche nach dem KitKat ebenfalls eine Schnellteststation. Theoretisch und längerfristig könnte damit sogar der Weg für die Wiedereröffnung der Clubs geebnet werden, „aber das hängt von vielen medizinischen wie politischen Faktoren ab, die im Moment noch schwer einzuschätzen sind“, wie es aus dem KitKat-Team heißt.

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Gefaltet

Bitte mehr von so was! Das Spinnboden Lesbenarchiv und RuT e. V. veröffentlichen im Januar einen neuen Berlin-Stadtplan, der auf lesbische und queere Orte der Stadt aufmerksam macht. Enthalten sind in dem Faltplan um die sechzig lesbisch- queere Treffpunkte, Einrichtungen, Kultur- und Gedenkorte, elf davon werden detaillierter beschrieben und in ihrer historischen und aktuellen queerpolitischen Relevanz vorgestellt. Sobald der Lockdown vorbei ist, soll der Plan an Berliner Szenetreffpunkten zu haben sein.

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FOTO: ISTOCK/LIGORKO

Geklagt

Im Berufungsverfahren von Buzzfeed und Vice gegen einen Berliner HIV-Arzt werden die Online-Magazine wohl einen Teilsieg erringen. Die Magazine hatten in einer zweiteiligen Serie ausführlich über die mutmaßlichen sexualisierten Übergriffe des Arztes gegenüber mehreren Patienten berichtet. Daraufhin hatte der Arzt, der die Vorwürfe bestreitet, per Gerichtsbeschluss die Veröffentlichung gestoppt, weil die Texte vorverurteilend seien. Das Kammergericht erklärte Mitte Dezember in der Verhandlung, dass die Berichterstattung im öffentlichen Interesse ist und mit der nötigen journalistischen Sorgfalt recherchiert wurde. Nur die Detailtiefe, mit der berichtet wurde, rügte das Gericht. Vor allem auch in Verbindung damit, dass die meisten Vorwürfe verjährt sind oder die Patienten anonym bleiben wollen, sodass die Vorwürfe wohl nicht im Rahmen eines Strafverfahrens aufgeklärt werden können. Der größte Teil der beiden Online-Texte dürfte demnach, ohne die detaillierten Passagen, bald wieder online erscheinen. Das Berufungsurteil, das erst in ein paar Wochen vorliegt, wird nach Aussage von Beteiligten für die Metoo-Debatte wegweisend sein.

TOP: Gemeindezentrum

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Gelungene Soli-Aktion! Am 20. November starteten das Bündnis Enough is Enough und die Berlin Queer Soli-Crew den Spendenaufruf „Building for equality“. Das Ziel: die Errichtung eines Gemeindezentrums in der polnischen Stadt Gorzów Wielkopolski zu unterstützen. Das Zentrum soll als Treffpunkt und Zufluchtsort für LGBTI*, Menschen mit Behinderung und andere marginalisierte Gruppen dienen. Bis zum Redaktionsschluss wurden dafür über 1700 Euro gesammelt. In Polen haben sich mehrere Städte und Gemeinden zu „LGBT-Ideologie freien Zonen“ erklärt, was queere Menschen stigmatisiert und ausschließt. Gorzów Wielkopolski ist zwar keine dieser Gemeinden, aber auch hier, erzählt Torun Westholm von Enough is Enough gegenüber SIEGESSÄULE, werde ein Ort gebraucht, „an dem Leute sie selbst sein, sich sicher fühlen und austauschen können“. Die Räumlichkeiten, die das Zentrum gemietet hat, müssen dazu aber erst renoviert und umgebaut werden. Ursprünglich war die Idee, selbst nach Gorzów Wielkopolski zu fahren und bei den Arbeiten zu helfen, erzählt Torun. Wegen COVID-19 fiel dieser Plan ins Wasser. Um das Zentrum dennoch zu supporten, kam die Idee mit dem Fundraising auf. Das Geld fließt in die Umbauten, Möbel für die Küche und Ähnliches. Nächstes Ziel der Kampagne ist, das Zentrum auch mit monatlich 500 Euro für Miete, Rechnungen etc. unterstützen zu können. Spenden unter: gogetfunding.com/building-for-equality

FLOP: Bibelvers

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Homophobie ist freie Meinungsäußerung – dieses Fazit legte ein jüngster Beschluss der Berliner Staatsanwaltschaft zumindest nahe. Der Hintergrund: Park Young-Ai, die Betreiberin des koreanischen Imbisslokals „Ixthys“ in Berlin-Schöneberg, ist nach eigenen Angaben gläubige Christin und hat ihr Lokal mit Bibelzitaten zugekleistert. Leider findet sich darunter, und noch dazu an einer – man möchte unterstellen, absichtlich – exponierten Stelle im Schaufenster, auch folgender schwulenfeindlicher Vers aus dem dritten Buch Mose: „Einem Mann sollst du nicht beiliegen, wie man einem Weib beiliegt; Greuel ist dies.“ Und das mitten im Regenbogenkiez. U. a. Mitglieder des LSVD hatten gefordert, den Vers abzuhängen. Nach einer Strafanzeige kam es außerdem zu Ermittlungen gegen die Betreiberin wegen Volksverhetzung. Park Young-Ai habe wenigstens billigend in Kauf genommen, dass das Zitat Hass und Gewalt gegen Schwule hervorrufen oder verstärken könne. Wie der Tagesspiegel berichtete, wurden diese Ermittlungen nun aber eingestellt – mit Verweis u. a. auf die verfassungsrechtliche Meinungs- und Religionsfreiheit. Der homophobe Vers wird also wohl hängen bleiben, solange die Betreiberin nicht selbst irgendwann ein Einsehen hat.


FOTO: SEAN GALLUP/GETTY IMAGES

FOTO: MARGOT SCHLÖNZKE

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