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Magische Momente


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bewusster leben - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 03.11.2021

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Mehrdennjescheinen wir getrieben zu sein vom Tun, Erledigen, Machen und Müssen. Dabei kommt der Druck nur selten von außen. Es sind fast immer die inneren Antreiber, die inneren Dämonen, die uns Druck machen, die mit nichts zufrieden sind, was wir heute oder diese Woche erledigt haben. Wir sind getrieben von einer Gier, die uns atemlos macht und unsere To-do-Liste ständig anwachsen lässt.

Ab Herbst geht es um Rückzug und Innenschau

Im Frühjahr empfinden wir das alles nicht so belastend. Da fällt es uns leichter, das Spiel mitzuspielen. Warum das so ist? Weil auch unser Körper, unser ganzer Organismus den Aktivitätslevel hochgefahren hat. Wir orientieren uns nämlich am Rhythmus des Jahres. Das Frühjahr schenkt uns eine Zeitqualität, die von Aufbruch, Neubeginn, Aktivität und Loslegen geprägt ist. Denn genau das macht auch die Natur zu dieser Jahreszeit.

Jetzt, im Herbst und Winter, allerdings lassen ...

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... uns – glücklicherweise könnte man fast sagen – Körper und Seele im Stich. Sie scheinen klüger zu sein als unsere inneren Vorwärts- Drängler. Wie die ganze Natur, so sind auch unser Körper und unsere Seele jetzt im Rückzug. So wie die Pflanzensäfte ihren Rückweg Richtung Wurzelwerk antreten und die Blätter fallen. Nichts wird festgehalten, alles nur losgelassen.

Diese Zeitqualität nehmen unsere feinen Sensoren wahr. Und daran orientieren sie sich auch schon seit der Steinzeit. Das heißt: Auch für uns steht jetzt die Vorbereitung auf die Innenwendung, auf Rückzug und Innenschau an. Richtig zur Sache diesbezüglich geht es dann ab dem 1. November, Samhain bzw. Allerheiligen. Dann tauchen wir ganz in die dunkle Jahreszeit ein, widmen uns der Reflektion und allem, was wir nicht ins neue Jahr mit hinübernehmen wollen. Den Höhepunkt dieser Zeit bilden die Raunächte. Im Januar sind wir immer noch mitten im Winter, es ist eine Art „Auslaufzeit“ der Raunächte. Erst im Februar, wenn die Tage wieder länger werden, fährt auch unser Aktivitätslevel ganz langsam wieder etwas hoch.

Einfach mal die Stopptaste drücken

Wie könnte es also anders sein, als dass unser Körper und unsere Seele den oft selbstgemachten Druck und das ständige Tun-müssen jetzt umso belastender empfinden. Ganz klar: Weil es einfach nicht dran ist. Stattdessen dürfen wir jetzt runterfahren und unsere To-do-Liste ausmisten. Was wir jetzt an neuen Projekten nicht begonnen haben, sollten wir tunlichst in der Schublade lassen. Denn daraus wird nichts mehr. Ein Projektbeginn, sei es privat oder geschäftlich, gehört ins Frühjahr. Jetzt geht es in eine Zeit des Nichtstuns.

Statt unseren Kalender mit immer neuen Terminen und Verabredungen vollzustopfen, dürfen wir ihn jetzt auf eine ganz andere Art füllen: Mit einer klar definierten Zeitzone für eine Seelenzeit, eine persönliche Auszeit.

Räuchern bedeutet eine Auszeit vom Stress

Wie schön das sein kann: Nichtstun, Löcher in die Luft gucken oder einfach nur den Vögeln zuschauen – bei ausgeschaltetem Handy und fernab aller sozialer Medien. Klingt das nicht verlockend? Doch für manche ist das womöglich eine bedrohliche Vorstellung. Tatsächlich ist es alles andere als einfach, mal kurz abzuschalten, innezuhalten, runterzukommen und dem Gedankenkarussell des Tuns und Machens ein Stoppsignal zu setzen. Blitzschnell sind wir wieder im alten Fahrwasser und die inneren Linksüberholer, die immer schneller sein wollen als uns guttut, stehen weiterhin auf der Matte und drücken und drängeln. Doch wie kann es uns gelingen, aus dieser permanenten Schleife rauszukommen?

Kurzurlaub für die Seele

Wir ahnen es: Wir brauchen einen anderen Fokus. Die Aufmerksamkeit darf sich jetzt vom Tun im Außen hin zu dem verschieben, was unsere Seele nährt und ihr den sanften Rückzug, die Innenschau, das Nichtstun ermöglicht.

Auch dafür stellt uns die Natur ihre Schätze zur Verfügung. Und es hilft, wenn wir uns an die jahrtausendealte, bewährte Tradition erinnern, die uns wie von selbst hineingleiten lässt ins Nichtstun und in magische Momente der Stille: die Tradition des Räucherns. Den aufsteigenden Rauchkringeln nachschauen, ihren mäandernden Weg mit den Augen verfolgen bis sie sich auflösen, den Duft feiner Harze und Kräuter sanft einatmen – das ist immer wieder aufs Neue wie ein Kurzurlaub für die Seele.

Anleitung: Räuchern-Niksen-Einheit

· Formuliere innerlich die Absicht, alle Gedanken, alles Belastende und Störende jetzt dem Rauch mitzugeben.

· Beobachte den Rauch und schau ihm nach bis er sich komplett aufgelöst hat.

Daran nimmt sich deine Seele jetzt ein Beispiel, sie löst die inneren Anspannungen, wird ruhig und kommt in einen Zustand tiefer innerer Gelassenheit.

· Der Duft, der dich umgibt, erhöht die Schwingung im Raum und erreicht deine rechte Gehirnhälfte. Es bedarf nichts weiter, als deine Aufmerksamkeit auf Rauch und Duft zu legen. Alles andere geschieht von alleine.

Welche Räucherstoffe kannst du wählen?

· Wenn du getrocknete Kräuter aus deinem Garten hast, deren Duft du liebst, dann nimm diese. Sehr schön sind Lavendel, Alantwurzel, Rosenblüten, Johanniskrautblüten.

· Du kannst auch einen Blick in deinen Gewürzschrank werfen und dir Kardamom, Koriander, Sternanis und Zimt zu einer wohlduftenden, tief entspannenden und glücklich machenden Räuchermischung zusammenmörsern.

· Ein wunderbar begleitender Duft zu deiner Räucher-Niksen-Auszeit ist der weiße Copal, ein Harz aus Südamerika, das einen herrlich leichten, frischen Duft hat.

Seinen Harz-Kollegen, den Huichol-Copal, könntest du dazu mischen in gleichen Teilen oder pur räuchern, um deine Entspannung noch zu vertiefen.

Räuchern schafft magische Momente der Stille

Das Räuchern ist eine gelebte, sinnstiftende Auszeit im Alltag, der Stressreduzierer schlechthin, der ultimative Stopp für rotierende Gedanken. Weil: Wir können gar nicht anders, als dabei loszulassen. Und das hat wundersamerweise mit unserem Gehirn zu tun. Die Düfte erreichen uns nämlich in der rechten Gehirnhälfte. Und genau die ist es, die unter dem ständigen Machen, Tun, Wollen und Streben der linken Gehirnhälfte leidet, die uns durch den Alltag bringt, strukturiert, organisiert und uns zielgerichtet handeln und steuern lässt. Was ja nicht schlecht ist. Nur gewinnt sie leider zu oft die Überhand.

Aktivierung der rechten Gehirnhälfte

Um unserer Seele also den Weg in eine erholende Auszeit vom Alltagsstress zu ebnen, sollten wir ihr etwas Unterstützung geben, indem wir immer mal wieder unsere rechte Gehirnhälfte aktivieren. Sie ist zuständig für die Intuition, die innere Stimme, verborgene Ahnungen und die Botschaften der Seele. Dort sitzt das Vermögen, ganzheitliche Zusammenhänge wahrzunehmen und uns einer spirituellen Dimension, unserem Höheren Selbst zu öffnen.

Räuchern aktiviert diese rechte Gehirnhälfte. Eine aktive rechte Gehirnhälfte lässt uns aussteigen aus dem Hamsterrad des Alltags. Sie lässt uns mühelos eintauchen in eine Seelenzeit, ins Nichtstun, in eine ganz persönliche, individuelle Auszeit. Und damit klinken wir uns in den Rhythmus des Jahres ein.

Nichtstun: ein Zustand, in dem unsere Seele wieder träumen darf

So haben wir jetzt also in wenigen Schritten eine grundlegende Umjustierung vorgenommen. Vom ständigen Tun- und Müssen-Modus haben wir den Schalter umgelegt hin zum Nichtstun, einem Zustand, in dem unsere Seele wieder zu träumen beginnen kann. Auf eine nicht bewertende Weise schauen wir zurück auf die Ereignisse und Erlebnisse der letzten Monate. Begleitet von aufsteigenden, zarten Fäden des Rauches.

Christine Fuchs

Zur Vertiefung:

Christine Fuchs 7 Minuten Räuchergenuss Nymphenburger Verlag, 12 Euro

Bezugsquelle für Räucherstoffe LAB.DANUM – die Räuchermanufaktur, www.labdanum.de

Räucherkurse, Räucherausbildung, Onlinekurse: https://kurse.labdanum.de/