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MAIS SICHER UND SAUBER INS SILO BRINGEN


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#Ö - ökologisch erfolgreich - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 20.08.2022

Silage

Artikelbild für den Artikel "MAIS SICHER UND SAUBER INS SILO BRINGEN" aus der Ausgabe 3/2022 von #Ö - ökologisch erfolgreich. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: #Ö - ökologisch erfolgreich, Ausgabe 3/2022

1 Der richtige Erntezeitpunkt legt die Basis für eine gute Futterqualität.

Der richtige Erntezeitpunkt ist die Basis einer guten Silomaisqualität. Ziel ist es zum einen, dass das Korn ausgereift, also die Einlagerung der Stärke abgeschlossen ist. Zum anderen sollte die Restpflanze noch nicht zu stark abgereift sein, damit sich das Pflanzenmaterial noch gleichmäßig zerkleinern und im Silo verdichten lässt. Der Trockenmasse(TM)-Gehalt der Gesamtpflanze ist dabei eine Orientierungshilfe zur Abschätzung des Reifestadiums. Bei Silomais liegt das Optimum bei 30 bis 38 Prozent TM je nach Kornanteil und Abreife der Restpflanze. Das Korn sollte über einen TM-Gehalt von 55 bis 60 Prozent TM und die Restpflanze von 23 bis 25 Prozent TM verfügen. Bei zu trockener Restpflanze ergeben sich Probleme bei der Verdichtung.

Je nach Maissorte und Abreifeverhalten ist der gewünschte TM-Bereich erreicht, wenn das Korn im Reifestadium der beginnenden Teigreife ist. Dabei ist der ...

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... Korninhalt teig- bis mehlartig. Bei gesunder Restpflanze (zum Beispiel mit „stay green-Sorten“) kann die Abreife des Korns bis zum Sichtbarwerden des schwarzen Punktes abgewartet werden.

Die Abreife von durch Trockenheit oder Hagel geschädigten Maispflanzen muss genau beobachtet werden. Solange die Blattanlagen zum Kolben hin noch grün sind, kann abgewartet werden. Wichtig ist, die eigenen Flächen regelmäßig zu kontrollieren.

Silos auf die neue Ernte vorbereiten

Bevor die Silos wieder befüllt werden, sollten zunächst leere Silos gereinigt werden, um alte Futterreste zu entfernen. Vorsicht ist bei der Verwendung von Hochdruckreinigern geboten, um Schäden an der Beschichtung zu vermeiden. Im nächsten Schritt können Silowände, Bodenplatte, Beschichtungen und Fugen auf Beschädigungen und undichte Stellen kontrolliert werden. Dadurch können festgestellte Mängel noch früh genug ausgebessert und abgedichtet werden.

Nicht zu vernachlässigen sind kleine feine Mikrorisse in der Silowand, die ausreichen, damit permanent Sauerstoff in das Silo eindringen kann. Um diese Gefahr auszuschalten, ist eine Randfolie beim Einsilieren empfehlenswert. Zusätzlich werden die Silowände vor den entstehenden Gärsäuren geschützt und Niederschlagswasser kann nicht über den Randbereich in das Silo eindringen.

Frühzeitig sollte auch der Vorrat an Unterzieh- und Silofolie überprüft werden. Schutzgitter sollten sortiert und auf Löcher kontrolliert werden. Neben Folien müssen auch genügend Sandsäcke beim Abdecken zur Verfügung stehen. Kaputte oder beschädigte Säcke sollten entsprechend repariert oder erneuert werden. Wichtig für eine konsequente sauerstofffreie Abdeckung ist, dass die Folien später ausreichend mit doppelt gelegten Längs- reihen und Querriegeln alle fünf Meter beschwert werden. Daher sollte auch die Anzahl an vorhandenen Sandsäcken gezählt werden. Das Entwässerungssystem der Siloanlage sollte ebenfalls vor der Silobefüllung durchgespült und auf Funktion kontrolliert werden. Bei Fahrsiloanlagen mit Absturzsicherung ist zu prüfen, ob das Geländer intakt ist. Auch die Zufahrt zum Fahrsilo sollte beim Befüllen der Siloanlage für die Fahrzeuge frei zugänglich sein, damit zügiges Abladen und Rangieren möglich sind.

Milchsäurebakterien brauchen Futter

Silierung basiert auf Milchsäurebakterien (MSB), die aus dem im Siliergut enthaltenen Zucker beziehungsweise der Stärke Milchsäure produzieren, die die Silage konserviert. MSB sind daher wahre Leistungssportler und ein Sportler kann nur Leistung bringen, wenn die Energiezufuhr über die Nahrung passt. Das gilt auch bei den MSB. Silomais verfügt über ausreichend Stärkeanteile im Korn und Zucker im Stängelmaterial, sodass die Versorgung der MSB mit Energie gesichert ist.

Außerdem enthält die Maispflanze wenig puffernde Substanzen. Eine schnelle Absenkung des pH-Wertes durch die Bildung von Milchsäure ist daher die Regel.

Die meisten Probleme bei Silomais treten am geöffneten Silo in Form von Nacherwärmung und Schimmelbildung am Siloanschnitt auf. Verantwortlich hierfür sind Hefen und Schimmelpilze, die sich bei Zutritt von Sauerstoff in energie- reichen Silagen sehr schnell vermehren und dabei Nährstoffe abbauen. Die Folgen sind enorme Qualitäts- und Masseverluste in der Silage. Bei einer Erhöhung der Silagetemperatur um zehn Grad Celsius gehen in der betroffenen Stelle täglich zwei bis drei Prozent der Trockenmasse verloren. Zudem werden jeden Tag 0,1 MJ NEL beziehungsweise 0,4 MJ ME/kg TM in der erwärmten Silage abgebaut. Das wirkt sich später selbstverständlich in der Fütterung aus und kann nicht in jedem Fall mit kostspieligem Kraftfutter ausgeglichen werden. Außerdem werden nacherwärmte Silagen schlechter gefressen und fördern die weitere Nährstoffumsetzung am Futtertisch, vor allem in der warmen Jahreszeit.

Mehr zum Einsatz von Siliermitteln finden Sie auf www.oekologisch-erfolgreich. de, Webcode 7203920

Die vier V für eine optimale Silage

Um diese Probleme zu umgehen und Verluste zu vermeiden, helfen die sogenannten „vier V“ bei der Planung der richtigen Silobefüllung:

• Vorschub

• Verteilen

• Verdichten

• Verweilen Vorschub: Ein einfaches Wort, das es in der Praxis aber in sich hat. Um Probleme mit Nacherwärmung an der Anschnittfläche zu vermeiden, sollte der Vorschub pro Woche im Sommer bei 2,5 m und im Winter bei 1,5 m liegen. Daher ist es wichtig, vorab zu planen, in welches Silo was einsiliert wird, wann es wieder geöffnet wird und wie hoch der Anteil in der Ration ist. Der wöchentliche Vorschub wird über die Siloanschnittfläche bestimmt. Bei der Berechnung des wöchentlichen Vorschubs sind Silobreite und Silolänge fixe, nicht veränderbare Größen. Als einziger beeinflussbarer Faktor bleibt die Silobefüllhöhe, die flexibel gestaltet werden kann. Ein Beispiel für die Berechnung der passenden Füllhöhe ist in der Übersicht dargestellt. Ist es trotzdem schwierig den ausreichenden Vorschub sicherzustellen oder hat es in der Vergangenheit schon Probleme mit Nacherwärmung gegeben, sind Sandwichsilagen, Ballensilage oder Siloschläuche eine Alternative, um Verluste vorzeitig zu vermeiden.

Verteilen: Um das Siliergut ordentlich zu verteilen, sind mehrere Punkte entscheidend. Gleichmäßige Häcksellänge (4 bis 8 mm) und möglichst dünne Schichten, die nicht höher als 30 cm sind, damit das Material noch ausreichend verfestigt werden kann. Durch das Einsilieren in Schichten können im Kernbereich des Silos auch deutlich höhere Dichten als beim Aufschieben der Silage erzeugt werden. Zudem wird das Siliergut homogener verteilt. Daher sollte zuvor überlegt werden, ob die angelieferten Mengen pro Stunde am Silo ein ordentliches Verteilen überhaupt ermöglichen. Dabei kann man auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre zurückgreifen. Um zeitliche Engpässe zu vermeiden, gibt es mehrere Stellschräubchen: Anpassen des Tempos in der Silierkette, zusätzliches Verteilerfahrzeug beziehungsweise Technik oder das Befüllen von zwei Silos parallel.

Berechnung der passenden Füllhöhe

(Milchkühe, Jungvieh) x Silagebedarf (kg TM/Tier und Tag) x 7 Tage = Silagebedarf in kg TM/Woche; Silagebedarf/Raumgewicht (kg TM/m³; Annahme: 250 kg/m³) = Volumenverbrauch m³/Woche; Volumenverbrauch (m³/Woche)/Vorschub (m/ Woche; Ziel: 1,5m (Winter); 2,5 m (Sommer)) = maximale Anschnittfläche in m² Anschnittfläche (m²) / Silobreite (m) = Silohöhe (m)

Auf einen Blick

• Erntezeitpunkt passend wählen, um die Futterqualität zu sichern (Korn ausgereift bei nicht zu trockener Restpflanze).

• Bevor die Silomaisernte beginnt, sollten Silowände, Bodenplatte und Fugen auf Funktionstauglichkeit geprüft und undichte Stellen abgedichtet beziehungsweise ausgebessert werden.

• Eine richtig geplante Silobefüllung ist essenziell für Qualität und Stabilität. Mit Hilfe der „vier V“ (Vorschub, Verteilen, Verdichten und Verweilen) lassen sich Probleme mit Nacherwärmung und Schimmelbildung vermeiden.

• Nach der Optimierung des Silomanagements können Siliermittel die Stabilität geöffneter Silagen zusätzlich verbessern.

Ausreichend Gewicht zum Verdichten

Gutes Verdichten ist wichtig für die Stabilität der geöffneten Silage. Verdichtung ist vor allem vom Walzgewicht und der Walzdauer abhängig. Der Walzschlepper muss ausreichend Zeit haben, das Material gleichmäßig festzufahren. Pro Tonne angefahrenes Material sollten zwei bis drei Minuten Verdichtungsaufwand gerechnet werden. Das Walzgewicht sollte ein Viertel der stündlich an das Fahrsilo angelieferten Frischmassemenge betragen. Bei 100 t Anfuhrleistung je Stunde sind das satte 25 t Walzgewicht. Schon im Vorfeld gilt es zu klären, ob das Walzgewicht ausreicht oder ob ein zusätzlicher Schlepper oder Radlader benötigt wird.

Diese Überlegungen sind sehr wichtig, da die Verdichtung der Silage später essenziell für die Stabilität ist. Gerade im oberen Drittel der Silos ist eine ungenügende Verdichtung zu beobachten, da hier weniger Gewicht aufliegt. Dort sollte daher die Verdichtungsarbeit deutlich erhöht werden. Zur Not muss die Kette mal kurz stehen. Die Verdichtung hat die Silierkette zu bestimmen, da Fehler in der Verdichtung über die ganze Zeit der Entnahme wirken können.

Nach dem Befüllen sollte so schnell wie möglich abgedeckt werden, damit alle für die Silierung schädlichen Mikroorganismen, wie Hefen oder Schimmelpilze, durch Luftabschluss ruhiggestellt werden und die Silierung beginnen kann. 

Bei mehrtägiger Silobefüllung sollte das Silo vor allem nachts mit einer Folie abgedeckt werden, um den Lufteintrag zu minimieren.

Verweilen: Bei der Planung muss auch mitberücksichtigt werden, dass das Silo mindestens sechs bis acht Wochen geschlossen bleibt, damit die Silierung abgeschlossen ist. Die für die aerobe Stabilität essenzielle Essigsäure wird von den Milchsäurebakterien frühestens nach vier Wochen gebildet.

Zudem ist nach dieser Phase die im Silomais enthaltene Stärke für den Wiederkäuer verdaulicher und besser verwertbar. Daher sollte vorab geprüft werden, wie lange die Silomaisrestmengen noch reichen, ob der Anteil in der Ration reduziert oder zur Überbrückung des Zeitraums von acht Wochen ein Behelfsilo angelegt werden soll, aus dem in dieser Zeit gefüttert wird. Dadurch können die großen Silos ausreichend lange geschlossen bleiben. ■