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Maisonette


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Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 07.12.2021

PROFITEST Vantourer 600 D

EXKLUSIV von 5 EXPERTEN geprüft

Artikelbild für den Artikel "Maisonette" aus der Ausgabe 1/2022 von Reisemobil International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

MATHIAS PIONTEK

Vier Betten auf zwei Etagen – der Vantourer 600 D ist ein Raumwunder. Details finden sich hier:

Auf der Straße .......................18

Schnittzeichnung ..................20

Konkurrenten ........................21

Technische Daten ..................22

Bewertung/Fazit.... ................23

Bei Kastenwagen schränken die Maße der in der Regel weitgehend originalen Karosserie sowie die Position von Schiebetür und Hecktüren die Grundrissgestaltung ein. Beliebter Standardgrundriss: Querbett über dem Heckstauraum, Küchenblock an der Schiebetür, Bad hinter der Sitzgruppe auf der linken Fahrzeugseite. Dass hier aber dennoch Varianten möglich sind und ein optionales Aufstelldach den Nutzwert beträchtlich erweitern kann, zeigt der Vantourer 600 D von EuroCaravaning.

Das Unternehmen aus Koblenz lässt seine Kastenwagen bei Knaus fertigen. ...

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... Somit besteht Ähnlichkeit zum Knaus Boxstar, von dem der Vantourer 600 D auch das konzerneigene Aufstelldach übernimmt. Ein vergleichbares Modell zum Vantourer 600 D ist der Knaus Boxstar 600 Family. Allerdings ist das beim Vantourer serienmäßig bis in den Mittelgang erweiterbare Raumbad beim Knaus Option.

Als erstes Testfahrzeug überhaupt rollt der Vantourer 600 D auf Basis des neuen Fiat Ducato mit 140-PS-Turbodiesel, neuem Armaturenbrett und neuen Fahrassistenzsystemen vors Redaktionsgebäude von Reisemobil International.

Mit seinen vier zugelassenen Sitzplätzen mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten, seinem Doppel-Querbett im Heck und den zwei zusätzlichen Schlafplätzen im optionalen Aufstelldach ist der Koblenzer Kastenwagen für vier Reisende ausgelegt.

DIE EXPERTEN

Männer vom Fach, die unserer Test-Redaktion hilfreich zur Seite stehen.

Götz Locher, Elektromeister

Das Elektro-h andwerk liegt bei Lochers in der Familie. Der Vater war Obermeister der Elektroinnung Stuttgart, er selbst jahrelang Mitglied der Meister prüfungskommission.

A lfred Kiess, Schreiner- meister

Mit seinem Unternehmen hat sich Alfred K iess auf die Fertigung hochwertiger Möbel-und Einzelstücke mit edlen Intarsienarbeiten sowie auf den Innenausbau von Jachten und Luxus-Mobilen spezialisiert.

Rudi Stahl, Karosserieb aumeister

Der Experte in Sachen Aufbau und Fertigungsqualität beurteilt mit seiner langjährigen Erfahrung im Karosseriebereich das optische Erscheinungsbild sowie die Kabinenanpassung der Testmobile.

René Arnold, Dekra-Sachverständiger

René Arnold arbeitet seit dem Jahr 2000 b ei der Dekra in erster Linie in der Pro-duktentwicklung, aber auch im Bereich Schadensgutachten bei Wohnfahrzeugen. Auch privat ist er dem Camping zugetan und reist besonders gerne nach Kroatien.

Der Grundpreis des Dreieinhalbtonners liegt bei 51.490 Euro. Das Aufstelldach inklusive Dachfenster, Matratze, Klappleiter, LED-Beleuchtung, LED- Leseleuchten, USB-Steckdosen, Warmluftausströmer und per Reißverschluss zu öffnenden Stoffwänden kostet 4.890 Euro.

Karosserie

Basisfahrzeug für den Vantourer 600 D ist der neue Fiat Ducato Kastenwagen in der Karosserievariante LH2 mit originalem Fahrwerk und 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Die Wände und das Dach, die Hecktüren wie auch die Schiebetür isoliert der Hersteller von innen mit zehn Millimeter starkem Polyethylen. Die Holzbodenplatte über dem originalen Blechboden der Karosserie ist mit Polystyrol gleicher Stärke gedämmt.

„Vorschlag für die gewissenhaft angepasste Karosserie: Dichtnähte an den Spoilern des Schlafdachs.“

Rudi Stahl, Karosseriebaumeister

An der Sitzgruppe, im Bad, in den beiden Hecktüren sowie in der Schiebetür kommen optional Rahmenfenster statt vorgehängter Fenster zum Einbau.

Das aufpreispflichtige Aufstelldach entsteht in LFI-PUR- Bauweise. LFI steht für Lang- Faser Injektion, PUR ist die Abkürzung von Polyurethan. LFI-PUR ist ein Verfahren zur Herstellung von faserverstärkten Kunststoff bauteilen, bei dem zerschnittene Glasfasern in einem Mischkopf mit dem flüssigen Polyurethan benetzt und in eine offene Form eingespritzt werden. Das Polyurethan-Glasfaser- Gemisch wird dann unter Druck zu einem Formteil gepresst. Ins Aufstelldach montiert der Hersteller ein Panorama-Dachfenster, das bei ab-gesenkter Dachschale deckungsgleich mit der Durchstiegsluke Licht auf die Sitzgruppe des Vantourer 600 D fallen lässt. Weil der hintere Teil des originalen Ducato-Blechdachs nicht vom Aufstelldach abgedeckt ist, bleibt hier auch noch Platz für ein Dachfenster Mini Heki über dem Heckbett.

Die Verarbeitung von Karosserie und Aufstelldach ist gut. Die Rahmenfenster sind ohne nennenswerte Verwerfungen im umliegenden Blech montiert. Bohrungen am Unterboden sind größtenteils gut versiegelt. Bei zwei, drei auffälligen Stellen, etwa einer Bohrung für die elektrische Trittstufe durch den Seitenschweller reicht ein beherzter Sprühstoß Karosseriewachs. Nicht überzeugen können die Aufsteller der kleinen Fenster in den Hecktüren. Sie hakten sich bei mehreren

Testern aus und mussten dann demontiert und wieder zusammengesetzt werden. Die Schürze vorm Aufstelldach sowie die beiden kleinen Schürzen dahinter sollten eine Dichtnaht erhalten, damit diese Kunststoffteile nicht am Blech scheuern können und sich darunter keine Nässe sammelt. Wenn Vantourer diese wenigen Dinge verbessert, steht dem 600 D ein langes Autoleben bevor.

„Abgesehen von den scharfkantigen Kunststoff-Schließblechen in den Oberschränken ein schönes Mobiliar.“

Alfred Kiess, Schreinermeister

Innenausbau

Wer den Innenraum durch die Schiebetür betritt, blickt auf zweifarbiges Mobiliar. Weiße Elemente bilden einen Kontrast zum warmen Holzton, den der Hersteller gewählt hat. Positiv, dass fast alle vorstehenden Möbelkanten gerundet sind, sodass man sich keine blauen Flecken holt. Allerdings reicht die Holzblende des Stauraums überm Fahrerhaus unnötig weit herunter und überragt die originale Dachholmverkleidung des Fiat. Hier wären einige Zentimeter mehr Kopffreiheit zum Durchtauchen ins Fahrerhaus möglich. Zudem wäre dann im Falle einer Kopfnuss die Kontaktfläche zusammen mit der Dachholmverkleidung breiter. Weiteres Manko, das die meisten Fahrzeuge aus dem Hause Knaus betrifft: die scharfkantigen Schließbleche aus Kunststoff in den Oberschränken. Die Oberschrankklappen sollten höher nach oben öffen, damit man sich beim Beladen der Schränke nicht den Kopf stößt. Abgesehen von diesen Details ist der Möbelbau grundsolide und birgt viele gute Lösungen. Zudem bleibt das Mobiliar auch auf holprigen Straßen recht leise.

Sitzen und Schlafen

Bei Kastenwagen formiert sich die Sitzgruppe in der Regel aus einem an der Seitenwand angeschlagenen Tisch, den drehbaren Vordersitzen und der Sitz- bank – da macht auch der Vantourer 600 D keine Ausnahme. Allerdings ist das Testfahrzeug mit den optionalen, gut ausgeformten Einzelsitzen mit Dreipunkt- Sicherheitsgurten ausgestattet. Diese lassen sich in Längsrichtung, der rechte Sitz zudem in Richtung Mittelgang verschieben. Auch sind die Rückenlehnen in der Neigung einstellbar. So genießt man hier mehr Platz und mehr Komfort als üblich.

Im Heck bringt Vantourer über dem Stauraum das bequeme Querbett unter. Die beiden Matratzen ruhen auf je einem Holzlattenrost. Doch anders als bei den meisten Konkurrenten lässt sich nicht der Mittelteil des Betts senkrecht hochklap-pen, sondern die beiden quer zur Fahrtrichtung an einem Mittelbalken montierten Holzlattenroste lassen sich als Ganzes jeweils bis 90 Grad aufstellen. Dank Stützen mit mehreren Raststufen am hinteren Rost erhält man eine gemütliche Liegewiese mit variabler Lehne. Allerdings lässt sich der Stauraum nicht so gut für den Transport von Fahrrädern nutzen: Eines passt aber problemlos hinein.

„Tolle Ausleuchtung, viele Steckdosen, aber partiell scheuernde Kabel.“

Götz Locher, Elektromeister

Im Aufstelldach schlafen zwei weitere Camper, nachdem sie das Oberstübchen per Leiter erklommen haben. Die Matratze liegt direkt auf dem Kunststoff boden des Aufstelldachs, doch ist sie an ihrer Unterseite mit einem Abstandsgewirke versehen. So gehen Unterlüftung und Liegekomfort in Ordnung. Mit umlaufendem LED-Band am Dach und zwei LED- Deckenspots ist das Dachgeschoss sehr gut ausgeleuchtet. Prima auch, dass der 600 D hier oben zwei USB-Steckdosen bietet und das Oberstübchen mit einem Ausströmer in das Warmluftsystem der Truma Combi D eingebunden ist.

Küche und Bad

Konventionellstes Element im Vantourer 600 D ist die Küche. Konventionell, aber nicht schlecht: Mit elektrisch zündendem Zweiflammherd, 95-Liter-Kompressor- kühlschrank und guter Ausleuchtung erfüllt sie alle Anforderungen. Die Arbeitsplatte ist per Klappbrett erweiterbar.

Etwas besonderes, wenn auch nicht einzigartig, ist das so genannte Raumbad: Dessen Duschtasse mit Steg unter der zweiteiligen Badtür reicht bis in den Mittelgang des 600 D. Einfach die Abdeckplatte abnehmen, die mit zwei Scharnieren ausgestattete Badtür an der gegenüberliegenden Seite an drei Magneten überm Kühlschrank fixieren und den Vorhang um sich herum ziehen, schon hat man viel Platz zum Duschen. Die insgesamt vier Abläufe sollte der Hersteller näher am nicht allzu hohen Rand der Duschtasse platzieren, denn jetzt bleibt nach dem Duschen immer ein Rest Wasser in der Wanne. Ein Abzieher schafft Abhilfe. Mit Dreh-WC von Dometic mit Porzellan-Inlay, mit Fenster und großem Waschbecken überzeugt das Bad ansonsten aber – wie der ganze Vantourer 600 D.

„Der Gurtbock für die Einzelsitze ist sehr solide. Weniger gut: einige nicht versiegelte Bohrlöcher.“

René Arnold, Dekra-Sachverständiger

AUF DER TESTSTRECKE

Der Vantourer 600 D ist das erste Testfahrzeug bei Reisemobil International auf dem neuen Fiat Ducato 8. Das Fahrzeug absolviert den Test mit originaler selbsttragender Karosserie und unverändertem Serienchassis. Den doppelten Spurwechsel schafft der Neue mit 55 km/h, den 18-Meter-Slalom mit 50 km/h. Damit sind die Werte vergleichbar mit dem bisherigen Ducato. Dies bedeutet auch, dass der neue Ducato wie sein Vorgänger im Grenzbereich über die Vorderräder schiebt, also untersteuert. Das ESP greift aber stets vor Erreichen einer kritischen Situation ein.

Ebenfalls vergleichbare Werte zum Ducato 7 erreicht der Ducato 8 bei der Komfortmessung der Federung.

Dies bedeutet, dass sowohl die Mc-Pherson-Federbeine der Vorderachse als auch die an Längsblattfedern geführte Hinterachse Fahrbahnstöße vergleichsweise deutlich in den Innenraum einleiten. Das Motorengeräusch des aktuellen 140-PS-Turbodiesel dringt hingegen spürbar schwächer an die Ohren der Insassen. Hierzu passt auch, dass das Mobiliar vergleichsweise wenig klappert oder knarzt.

Deutlich wahrnehmbar jedoch: die Windgeräusche am Panorama-Dachfenster bei schnellerer Fahrt.

Das partiell neu gestaltete Armaturenbrett des Fiat Ducato lässt ihn moderner erscheinen, zudem sind nun zusätzliche Bedienelemente ins Multifunktionslenkrad gewandert. So konnte nun auch der separate Hebel für den Tempomaten weichen, den mancher Fahrer anfangs schon mal für den Blinkerhebel hielt. Der Spurhalteassistent macht seine Arbeit gut, korrigiert korrekt, schimpft aber dann und wann, dass man beide Hände am Lenkrad haben soll.

Der 140-PS-Turbdodiesel ist bezüglich seines Durchzugvermögens vergleichbar mit dem bisherigen Aggregat.

DAS INNENLEBEN AUF EINEN BLICK

Betten:

Heckbett (L x B) 184/195 x 136 cm, bestehend aus zwei 11 cm starken Matratzen auf zwei Holzlattenrosten, mit Scharnieren an Mittelbalken befestigt; Roste aufstellbar, hinterer stufenweise, sodass die vordere Matratze als Liegewiese mit Lehne nutzbar ist; Höhe Liegefläche ab Fußboden: 82 cm; Abstand Liegefläche zur Decke: 107 cm; LED-Beleuchtung teils dimmbar; 4x USB- Buchse; Matratze in Aufstelldach (L x B) 203 x 130 cm, 7 cm stark und mit integriertem Abstandsgewirke; sehr gute Ausleuchtung mit LED; 2x USB-Buchse; Zustieg ins Dachbett über Einhängeleiter durch Luke (L x B) 56 x 81 cm.

Heckstauraum:

Heckstauraum (L xBx H) 130 x 135/184 x 66/61 cm, zugänglich über Hecktüren sowie von innen nach Aufklappen des vorderen Bettrostes oder nach Entfernen des Laderaumschotts; nach Aufstellen des hinteren Holzlattenrosts Laderaum bis zur Innenraumdecke; Laderaumboden PVC; 4x Zurröse; Ausleuchtung mit originaler Ducato- Laderaumleuchte.

Gasflaschenkasten:

Gasflaschenkasten für 1x 3-kg-Gasflasche über abgedichtete Holztür im vorderen Bereich des Heckstauraums zugänglich; Gasvorrat und Gasregler ohne Crashsensor ausreichend, da Zweiflamm-Herd einziger Gasverbraucher im Fahrzeug.

Küche:

Küchenblock mit Arbeitsfläche (B xTx H) 101 x 46/44 x 91 cm, erweiterbar durch bündiges Klappbrett (B x T) 37 x 35 cm; Zweiflamm-Gasherd mit elektrischer Zündung; Brennerabstand: 21 cm; Rechteckspüle (L xBx T) 28 x 35 x 10 cm; Höhe der Armatur über Spülenboden: 19 cm; Spülendeckel als Schneidebrett nutzbar; Kompressorkühlschrank mit 95 Liter Rauminhalt und Betriebsart 230 Volt und 12 Volt; Küche sehr gut ausgeleuchtet und mit beleuchtetem, an Vorderseite zum Schiebetür-Durchgang hin gerundetem offenem Fach unterm unterteilten Oberschrank; Unterschrank mit Besteckschublade, zwei Auszügen und Schrank.

Heizung, Tanks:

Luftheizung Truma Combi D in Truhe unter Einzelsitzen installiert; Frostschutzventil Frost-Control über seitliche Klappe gut zugänglich; Arbeitsgeräusch der Dieselheizung etwas präsenter als bei Gas-Varianten Combi 4/Combi 6; 100-l-Frischwassertank unterflur montiert, isoliert und beheizt, über Laderaumboden gut zugänglich; 85-l-Unterflur-Abwassertank optional isoliert und beheizt; Diesel: 75 l; AdBlue: 19 l.

Bad:

Nasszelle mit bis in den Mittelgang vor die Küche reichender, durch einen Mittelsteg als Türschwelle unterteilter Duschwanne; dies- und jenseits des Mittelstegs je zwei Abläufe; Duschwannenrand relativ niedrig und im Mittelgang mit Bodenplatte abzudecken; Badtür zweigliedrig zum Aufspreizen bis vor den Kühlschrank, Fixierung hier mit Magneten; Duschvorhang mit vertikal eingenähten Streben für bessere Kabinenform; großes Waschbecken; Spiegelschrank; Dreh-WC von Dometic mit Porzellan-Inlay; abgedichteter Toilettenschacht.

Sitzgruppe:

Sitzgruppe bestehend aus dreh- und höhenverstellbaren Vordersitzen, an der Seitenwand eingehängtem, per Drehplatte erweiterbarem Tisch sowie den optionalen Einzelsitzen. Einzelsitze jeweils mit Kopfstütze und Dreipunkt-Sicherheitsgurt; beide Sitze längs verschiebbar und mit in Neigung einstellbaren Rückenlehnen; rechter Sitz für mehr Platz zudem nach rechts Richtung Mittelgang verschiebbar. Maße der Tischplatte (L x B) 70/92/82 x 45/39 cm; Maße der Tischerweiterung (L x B) 36 x 45 cm; dank heller LED-Deckenleuchte, dimmbarer LED-Ambientebeleuchtung sowie Lichtleisten über Fahrer- und Beifahrersitz überdurchschnittlich gute Ausleuchtung; USB-Port über Ablage zwischen Oberschrank und Bad.

Fenster/Türen/Klappen/Dachhauben:

Fahrerhausverglasung original Fiat, Karosserie ab B-Säule mit doppelwandigen Rahmen-Aufstellfenstern; Nasszelle mit Badfenster; originale Schiebetür mit doppelwandigem Rahmen-Ausstellfenster und elektrischer Trittstufe; originale Hecktüren mit doppelwandigen Aufstellfenstern; 1x Panorama-Dachfenster Midi-Heki (L x B) 40 x 62 cm in Dachschale des Aufstelldachs über Durchstiegsluke; 1x Dachfenster Mini-Heki (L x B) 38 x 38 cm über Heck-Querbett.

DIE KONKURRENTEN

Pössl 2Win R

Pössl ist bekannt für seine preiswerten, gut gemachten Fahrzeuge. Der Pössl 2Win R bietet wie der Vantourer 600 D ein bis in den Mittelgang reichendes Bad. Das Aufstelldach mit Doppelbett ordert der Kunde als Option für 4.199 Euro in weiß oder für 5.199 Euro in Wagenfarbe. Der Pössl 2Win R ist ab 42.699 Euro auf Citroën Jumper oder Peugeot Boxer erhältlich.

Ab 44.999 Euro prangt auf dem Lenkrad-Pralltopf die Fiat-Plakette. Wichtig: Der Pössl rollt als 3,3-Tonner zum Kunden. Die Auflastung auf 3,5 Tonnen kostet 799/599 Euro (Citroën und Peugeot/Fiat).

Basisfahrzeug: Fiat Ducato mit 2,2-l-Turbodiesel mit 120 PS (88 kW); Sechsgang-Schaltgetriebe; Frontantrieb; Euro 6d-Final Maße, Massen: zul. Gesamtmasse: 3.300 kg; Masse fahrbereit: 2.820 kg; Maße (L xBx H): 600 x 205 x 258 cm (ohne Aufstelldach); Innenhöhe: 191 cm; Querbett (L x B): 196 x 157/145 cm, Dachbett: k. A.

Basisausstattung: Heizung: Gas-Luftheizung Truma Combi 4;

Kühlschrank: 84 l, Frisch-/Abwasser: 100/92 l, Gas: 2x 11 kg Grundpreis: 44.999 € (Fiat; zuzügl. Aufstelldach)

www.poessl-mobile.de

Sunlight Cliff 600 RT

Bei Sunlight, der Tochtermarke von Dethleffs, heißen die ausgebauten Kastenwagen Cliff und tragen mit Aufstelldach den Namenszusatz RT. Sie sind als Sondermodelle der Adventure Edition erhältlich.

Passendes Konkurrenzmodell zum Vantourer 600 D ist der Sunlight Cliff 600 RT. Allerdings verfügt das Fahrzeug bei ansonsten vergleichbarem Grundriss über eine herkömmliche Nasszelle.

Basisfahrzeug ist der neue Fiat Ducato mit 120-PS-Turbodiesel.

Wie beim Vantourer 600 D beträgt seine zulässige Gesamtmasse serienmäßig 3.500 Kilogramm.

Basisfahrzeug: Fiat Ducato mit 2,2-l-Turbodiesel mit 120 PS (88 kW); Sechsgang-Schaltgetriebe; Frontantrieb; Euro 6d-Final Maße, Massen: zul. Gesamtmasse: 3.500 kg, Masse fahrbereit: 2.959 kg; Maße (L xBx H): 600 x 205 x 289 cm; Innenhöhe 190 cm; Querbett (L x B): 197 x 157/150 cm;

Dachbett (L x B): 206 x 143 cm Basisausstattung: Heizung:

Gas-Luftheizung Truma Combi 4;

Kühlschrank: 84 l, Frisch-/Abwasser: 90/90 l, Gas: 2x 11 kg Grundpreis: 46.999 € (inkl. Aufstelldach)

www.sunlight.de

TECHNISCHE DATEN & LADETIPPS

HERSTELLER

EuroCaravaning GmbH & Co. KG, Im Metternicher Feld 5-7, 56072 Koblenz, 0261/889725-0 www.vantourer.de Basisfahrzeug: Fiat Ducato Multijet 3 mit weitgehend originaler Blechkarosserie LH2; vorn: Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen; hinten: Starrachse an Längsblattfedern; Frontantrieb; Reifen vorne/ hinten: 225/75 R16 CP Motor und Getriebe: Vierzylinder- Turbodiesel mit AdBlue; Hubraum: 2.184 cm 3 ; Leistung: 140 PS (103 kW) bei 3.500/min; max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.400 bis 2.500/ min; Sechsgang-Schaltgetriebe Abgasnorm: Euro 6; WLTP; AR; PI/CI N1 III

MASSE UND MASSEN

Zul. Gesamtmasse: 3.500 kg; Masse in fahrber. Zustand: 2.864 kg; Außenmaße (L xB mit/ohne Außenspiegel x H): 600 x 251/205 x 278 cm;

Radstand: 403,5 cm; Anhängelast gebremst/ungebremst: 2.500 kg/750 kg Karosserie: Originale Stahlblechkarosserie LH2 mit rechter Schiebetür und zwei Hecktüren; Aufstelldach in LFI-PUR-Bauweise; mit Scherenaufstellern und Gasdruckdämpfern;

Vorderwand und Seitenwände des Aufstelldachs: Stoff, Moskito-Gaze, Reißverschlüsse; Dach, Wände, Hecktüren und Schiebetür mit 10 mm starkem Polyethylen isoliert, die Holzbodenplatte mit 10 mm Polystyrol; Fahrerhausverglasung original Fiat; übrige Karosserie mit Rahmenfenstern; 1x Dachfenster, 1x Panorama-Dachfenster Wohnraum: Innenmaße (L (B- Säule bis Heckwand) xBx H): 370 x 174-195 x 190 cm; Duschwanne im Mittelgang 2,5 cm hoch; Möbel:

Sperrholz/Multiplex mit Dekorfolie; solide Metallaufsteller; Schubladen mit Soft-Close

INSTALLATION

Diesel-Luftheizung Truma Combi D in Truhe unter den beiden Einzelsitzen; Frostschutzventil Frost Control gut zugänglich hinter Klappe in Sitztruhe; 100-l-Frischwassertank mit Tauchpumpe unterflur, isoliert und beheizt; 85-l-Abwassertank unterflur und optional isoliert und beheizt

AUSSTATTUNG IM TESTWAGEN (AUSZUG)

• Fahrer- und Beifahrerairbag Serie

• ABS, ESP, ASR, Hill Holder Serie

• Start-Stopp-Automatik Serie

• Fahrerhausklimaanlage Serie

• 75-l-Dieseltank Serie

• Vordersitze höhenverstellbar Serie

• Dieselheizung Truma Combi D Serie

• 95-l-Kompressorkühlschrank Serie

• Herd mit elektr. Zündung Serie

• 140-PS-Turbodiesel (0 kg) 1.090 €

• Safety-Paket mit Notbrems- und Spurhalte-Assistent, Schildererkennung, Regen- und Lichtsensor und Abblendautom. (2 kg) 1.290 €

• virtuelles Cockpit (0 kg) 539 €

• Dach-Paket mit Aufstelldach, Leiter, Bett, LED-Beleuchtung,

USB-Buchsen u. Ausströmer (135 kg) 4.890 €

• Rahmenfenster (4 kg) 849 €

• Einzelsitze m. Isofix (28 kg) 1.599 €

• Markise (28 kg) 1.199 €

• Comfort-Paket (60 kg) 2.990 €

• Prime-Paket (12 kg) 2.190 €

FAHRZEUGPREIS

Grundpreis: 51.490 € Testwagenpreis: 68.774 €

Messwerte der Redaktion

*mit vollem Kraftstofftank; **RMI-Messmethode, angelehnt an die StVZO; ***RMI-Messmethode, angelehnt an die EN 1646-2: Anteilige Achslasten errechnen sich nach dem Momentenschlüssel (Achsbelastung = Einzelgewicht x Hebelarm : Radstand)

LADETIPPS Der getestete Vantourer 600 D rollt mit Extras auf die Waage, die zusammen üppige 272 Kilogramm wiegen, wovon alleine 135 Kilogramm auf das Schlafdach entfallen. Mit vollem Diesel-, Frischwasser- und Gasvorrat sowie Inventar an Bord bleiben mit zwei Campern samt ihrem Gepäck 186 kg Restzuladung. Bei vier Erwachsenen reduziert sich die Restzuladung auf 16 Kilogramm, bei um sechs Kilogramm überladener Vorderachse. Ein Maxi-Chassis mit höheren Achslasten (2.100/2.400 kg) ist für 650 Euro erhältlich, doch wiegt es selbst 40 Kilogramm. Aber die sechs Kilogramm lassen sich in der Praxis auch leicht einsparen.

ELEKTRIK

Der Vantourer 600 D ist mit 230-V-Anlage und 12-V-Anlage ausgestattet. Die Einspeisung erfolgt über einen CEE-Stecker in der linken Seitenwand. Der Sicherungsautomat mit FI-Schutzschalter sowie die 12-V-Sicherungen befinden sich in einem Fach unterm Heckbett. Hier ist auch die Schnittstelle zwischen 230-V-und 12-V-Netz installiert: das Ladegerät CB516 von CBE mit 16 A Ladestrom. Die AGM-Bordbatterie von Banner mit 95 Ah Kapazität ist in der Fahrersitzkonsole montiert. 230-V-Steckdosen: 1x Sitzgruppe, 1x Küche, 1x Heckbett; 12-V-Steckdosen: 1x Armaturenbrett, 1x Küche, 1x Heckbett; USB-Steckdosen: 1x Armaturenbrett, 2x Aufstelldach, 1x Einstieg, 1x Sitzgruppe, 4x Heckbett.

WAS UNS AUFFIEL

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TESTFAZIT

Maisonette – gemütliches Wohnen auf zwei Etagen. Dank optionalem, sehr gut ausgestattetem Schlafdach ist der Vantourer 600 D ein echtes Vier- Personen-Mobil, mit dem es Spaß macht, auf Reisen zu gehen. Morgens die Reißverschlüsse an den Stoffwänden und Moskitogazen zu öffnen und sich vom Oberstübchen aus den Sonnenaufgang anzuschauen, ist einfach grandios. Die als Extra erhältlichen optionalen Einzelsitze sind eine weitere lohnende Investition, merzen sie doch einen Nachteil vieler Kastenwagen aus: den schwachen Sitzkomfort auf einer schmalen Sitzbank mit oft zu steiler Rückenlehne. Die wenigen angesprochenen Negativpunkte sollte der Hersteller problemlos beseitigen können. Dann macht der Vantourer 600 D viele Jahre Freude.

Mathias Piontek

BEWERTUNG