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MAJESTY: CHART - KLASSE


Metal Hammer - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 19.06.2019

Der Aufschrei ist groß, wenn eine Heavy Metal-Band ihren Sound ändert. Entsetzlich wird es für Puristen, wenn dieser vermeintliche Verrat an Werten am Ende auch noch mit Chart-Erfolgen belohnt wird. MAJESTY denken aber nicht mal im Traum daran, sich von ihrer modernen Umsetzung abbringen zu lassen und legen mit LEGENDS eine Veröffentlichung vor, die erneut klassischen Metal in zeitgemäßem Rahmen präsentiert. Frontmann TAREK MAGHARY (M.) rebelliert im Interview mit METAL HAMMER gegen Scheuklappendenken und kreativen Stillstand.


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Bildquelle: Metal Hammer, Ausgabe 7/2019

Unerwartet kam der Gegenwind nicht: Schon im Vorfeld des letzten Albums REBELS ...

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... (2017) bereitete Gründer und Sänger Tarek Maghary die Fans darauf vor, dass eine Richtungsänderung bevorstehen würde. Majesty hielten Wort: Der Groove, der Klang, die Eingängigkeit – das angekündigte „Upgrade 2.0“ verursachte bei der Old School-Hörerschaft Schnappatmung und katapultierte das Album bis auf Platz 16 der deutschen Charts. Das Ende der Fahnenstange muss damit für Maghary noch nicht erreicht sein: „Wenn ein Musiker ernsthaft behauptet, dass er es nicht extrem geil fände, mal auf Position eins zu stehen, dann lügt er“, raunt der Sänger, welcher Majesty Ende der Neunziger gründete und 2003 das Keep It True-Festival in seiner Heimat Lauda-Königshofen ins Leben rief. „Wir würden uns natürlich extrem freuen, wieder in die Charts zu kommen, weil die Band dadurch Leute erreicht, die unsere Musik sonst niemals hören würden.“ Die Chancen stehen bestens: Das neue Material setzt genau da an, wo REBELS aufhörte, und führt die dort eingeführten Änderungen sogar noch weiter. Dazu zählen beispielsweise die Gesangslinien von Maghary, die noch geschmeidiger reinlaufen und sich damit perfekt in den Mix aus satt-wuchtigem Riffi ng, hymnenhaften Strukturen, nachvollziehbarem Groove und spielerischen Keyboards einreihen. Bei all dem Lob – klar ist auch: Die Fans der eher klassisch orientierten Alben aus der Anfangsphase von Majesty werden erneut lauthals aufheulen. „Ganz ehrlich: Ich sehe den Begriff, klassisch inspiriert‘ als etwas schwierig an. Dadurch wird einem als Band fast schon versagt, sich von Dingen, die um einen herum passieren, beeinfl ussen zu lassen. Das kann im Umkehrschluss irgendwann nur Stillstand bedeuten“, merkt der Baden-Württemberger kritisch an. „Metal ist – und das trifft, selbst wenn das einige Leser nicht hören wollen, auch auf Rap zu – zeitlose Musik, die aber nicht außerhalb des Zeitgeists stattfi nden sollte.“

Fehlendes Fingerspitzengefühl kann man Majesty auf LEGENDS nicht vorwerfen. Sie überdrehen die Schraube nicht, die sie auf REBELS eingesetzt haben, sondern verändern nur Nuancen. Selbst einem freigeistigen Menschen wie Tarek Maghary ist klar, dass man nicht auf jedem Album revolutionäre Pfeiler in die Sound-Landschaft schlagen kann beziehungsweise sollte. „REBELS war für uns ein sehr wichtiges Album, aber nun ein, Upgrade 3.0‘ anzukündigen, wäre schon ein bisschen lächerlich rübergekommen“, grinst der Frontmann breit. „Auf LEGENDS haben wir sämtliche Scheuklappen verloren und unseren eigenen Sound und Stil noch kompromissloser defi niert.“ Es ist zweifelsohne ein schmaler Grat, den Majesty im Lauf von zwanzig Jahren und nunmehr neun Studioalben zu bewältigen hatten. Zu Beginn als reine Manowar-Kopie defi niert (zum Teil verunglimpft), sind es nun die Wechsel im Klang, welche Unruhe ins Fan-Lager bringen. Hundertprozentig kann man es als Künstler eben nicht allen recht machen – außer sich selbst. „Das Leitmotiv Freiheit spielt weiterhin eine große Rolle“, erläutert Maghary die Texte zu LEGENDS. „Manchmal erfordert das Leben Veränderungen. Ich weiß, dass dieser Schritt Mut verlangt, aber im Nachhinein wird man sie nie bereuen. Das Leben ist ein dauerhafter Kampf gegen spießige Mitmenschen, die einen in ihre langweilige Welt ziehen wollen – aber diese Wichser sollten einem niemals im Weg stehen. Wir besitzen fantastische Fans, die für uns wie eine Familie sind, und wir gehen unseren Weg gemeinsam weiter. Wenn du ein Album hören willst, das bezüglich Sound, Atmosphäre und Text klingt wie 1982, dann, verdammte Scheiße noch mal, hör dir ein Album aus dem Jahr 1982 an und erwarte nicht von uns, dass wir nur auf die Vergangenheit schauen! Unser neues Album bietet alle Markenzeichen, aber eben nicht im Retrogewand, sondern im aktuellen Zeitgeist des Heavy Metal.“


Foto: P. Sydow (PR)