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„MAN KANN NICHT ALLEN GEFALLEN“


first class - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 10.11.2021

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Herr Meyer, wie kam das Konzept Well & Wine im Wellnesshotel Keßler- Meyer zustande?

Wir versuchen das Haus so zu gestalten, dass der Preis nicht das entscheidende Kriterium für die Gäste ist. Meine Frau und ich haben das Hotel 2015 von meinen Eltern übernommen und seitdem versuchen wir, das Produkt als Marke bekannt zu machen. Das Konzept soll dem Gast Erlebnisse bieten, die er so sonst nicht so schnell findet. Da wir in einem der ältesten Weinanbaugebiete Deutschlands leben, hat der Wein hier natürlich einen besonderen Stellenwert. Hier gibt es einzigartige Steillagen und die Gegend bietet sich einfach dafür an, dem Gast das Thema Wein erlebbar zu machen. Wein ist ja auch ein Genussmittel und bei uns steht der bewusste Genuss im Vordergrund. Da Wein auch ein Stück Lebensqualität darstellt, schafft dieses ...

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... Genusserlebnis Wellness für unsere Gäste.

Aber dieser starke Fokus ist ja relativ neu bei Ihnen oder?

Ich glaube, dass es der Zeit geschuldet ist, dass wir diesen Fokus nun gewählt haben. Früher hat man sich mit solchen Dingen noch nicht so intensiv auseinandergesetzt. Wir konzentrieren uns heute sehr stark auf unseren Kunden und fragen uns ganz genau, was ist ihm besonders wichtig, was will und erwartet er oder sie von uns? Unsere Klientel wird auch immer jünger, also Wein liegt richtig im Trend. Aber die Jungen geben auch gerne das Geld für eine stimmige Leistung aus, also möchten dann auch gerne das schönste Zimmer haben. Gerade die jüngeren Gäste messen der Qualität einen noch höheren Stellenwert bei als die Älteren.

Hat sich der Gast Ihrer Meinung nach verändert?

Der Gast ist kritischer geworden, aber auch durch Corona viel bewusster. Das Geschäft hat sich aber schon vor Corona grundlegend verändert. Deswegen habe ich mich schon, bevor ich das Haus übernommen habe, intensiv mit den Gästebewertungen auseinandergesetzt und habe mich gefragt, wie einige Bewertungen in der Vergangenheit wohl zustande gekommen sind. Beispielsweise hat ein Gast bei unserem Haus das Thema Lage ganz schlecht bewertet. Und da habe ich gemerkt, dass das einfach der falsche Gast war. Er hat schlicht ein anderes Produkt gesucht. Und deshalb ist es ganz wichtig, dass man sein Hotel in der Außenwerbung wirklich so darstellt, wie es tatsächlich ist und auch überlegt, welchen Gast man eigentlich ansprechen möchte. Denn, wir wollen ja am Ende keine unzufriedenen Gäste. Und da verzichte ich dann lieber auf einen Gast, der eigentlich ein anderes Produkt sucht, denn allen kann man nie gefallen. Und wir fahren mit dieser Strategie sehr erfolgreich und haben mittlerweile viele Stammgäste, die auch mehrfach übers Jahr bei uns buchen, um sich eine Auszeit zu gönnen.

ZUR PERSON

David Meyer wollte schon seit seinen Kindertagen Hotelier werden. Er absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Trier und kehrte dann wieder in den elterlichen Hotelbetrieb zurück, der nun insgesamt drei Häuser an der Mosel zählt. Diesen führt er seit 2015 gemeinsam mit seiner Frau Denise, die nach einer Ausbildung zur Hotelfachfrau und einem Posten als stellvertretende Restaurantleitung das Studium Hotelbetriebswirtschaft abschloss.

Womit machen Sie Ihre Gäste besonders glücklich?

Wir wollen vor allem keine Wellnessfabrik sein. Uns ist es wichtig, dass sich unsere Therapeuten im Spabereich Zeit für den Gast nehmen können. Der Gast soll abschalten und wirklich Zeit für sich haben. Wir haben z.b. auch auf dem ganzen Gelände kleine Rückzugsorte geschaffen, wo der Gast sich zurückziehen und für sich verweilen kann. Das war insbesondere meiner Frau sehr wichtig.

Sie achten demnach sehr auf Details. Auf jeden Fall. Wir haben beispielsweise Haartrockner von Dyson auf den Zimmern. Diese sind sehr beliebt und solche Kleinigkeiten bleiben beim Gast hängen. Genauso wie unsere hausgemachten Pralinés, die unsere Küche herstellt. Es sind immer die kleinen Dinge, die das Gesamtpaket formen.

Auch im gastronomischen Bereich setzen wir sehr auf Qualität. Die Eier bekommen wir von einem örtlichen Bauernhof, das Fleisch ebenso. Wir haben auch den Grundsatz, dass der Gast nur bekommt, was wir auch selbst essen oder trinken möchten. Also wenig Convenience, viel Frisches. Das ist wie beim Wein, denn aus schlechten Trauben kann ich keinen guten Wein herstellen. Genauso kann kein Koch aus schlechtem Fleisch ein gutes Gericht zaubern.

Qualität hat aber auch ihren Preis. Meine Devise ist immer, nicht das Billigste zu kaufen. Dann kostet das Fleisch eben mehr, aber der Gast hat dafür den Genuss und erkennt die Qualität. Der Kunde merkt, welche Qualität die Produkte haben. Der Gast akzeptiert dann auch die Preise. Er gibt lieber mehr Geld für etwas Gutes aus.

Wie sieht Ihre Preisgestaltung aus? Wir arbeiten wenig über Sonderangebote, weil das nicht nachhaltig ist. Da verzichte ich lieber auf den einen Gast und stelle den anderen Gast aber vollends zufrieden. Wir arbeiten mittlerweile auch mit Revenue-Management. Wir machen das seit diesem Jahr und haben gemerkt, dass es ohne Revenue-Management einfach nicht mehr geht. Der Hotelier von heute muss das machen, ich kann nur jedem empfehlen Revenuemanagement- Systeme zu etablieren. Und das Ziel ist ja auch nicht, immer 100 Prozent Auslastung zu generieren. Oftmals ist weniger Auslastung aber volle Konzentration auf die einzelnen Gäste ja auch besser, um die Qualität zu vermitteln. Denn so kann auf jeden einzelnen Gast besser eingegangen werden.

Vielen Dank für das Gespräch!