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Maria in jüdischer Sicht: Mutter eines unehelichen Sohnes


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Welt und Umwelt der Bibel - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 22.10.2019

Ist Maria für jüdische Forscherinnen und Forscher der Gegenwart – und für Geschichtsschreiber der Vergangenheit – überhaupt ein Thema? Wenn ja, dann zumindest in der Vergangenheit als Teil eines Konflikts.


Die Mutter Jesu ist der Aufmerksamkeit heutiger jüdischer Historiker weitgehend entgangen. Die einzige Ausnahme ist Schalom Ben-Chorin, der in seinem WerkMutter Mirjam .Maria in jüdischer Sicht (1971), das christliche Marienbild kritisch beleuchtet und seine eigene Sicht auf die Person Mirjam darstellt. Er merkt zu Recht an, wie beschränkt unser Wissen über die „Mutter Mirjam von Nazaret“ ist. Man ...

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Bildquelle: Welt und Umwelt der Bibel, Ausgabe 4/2019

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Die Mutter Jesu ist der Aufmerksamkeit heutiger jüdischer Historiker weitgehend entgangen. Die einzige Ausnahme ist Schalom Ben-Chorin, der in seinem WerkMutter Mirjam .Maria in jüdischer Sicht (1971), das christliche Marienbild kritisch beleuchtet und seine eigene Sicht auf die Person Mirjam darstellt. Er merkt zu Recht an, wie beschränkt unser Wissen über die „Mutter Mirjam von Nazaret“ ist. Man könne nur festhalten, dass diese jüdische Frau ein Leben geführt hat, über das wir fast nichts wissen und das mit der Hinrichtung ihres Sohnes von Leiden geprägt war. Ihr Tod blieb völlig unbemerkt, weil er in keiner bekannten zeitgenössischen Quelle erwähnt wird. Erst später, so Ben-Chorin, sei sie in einen strahlenden theologischen Heiligenschein gehüllt worden, der so gar nicht zu ihr passe – sie habe nicht ahnen können, welche Lehrsätze die Mariologiepost mortem über sie aufstellen würde!

Die Jungfrau auf dem Stuhl (Madonna della Seggiola), zusammen mit Johannes dem Täufer als Kind. Raffael, 1513, Palazzo Pitti, Florenz.


Dan Jaffé – Angaben zum Autor s. S. 15.

Lesetipps

• Chr. Böttrich/B. Ego/F. Eißler, Jesus und Maria in Judentum, Christentum und Islam (darin Beate Ego ausführlich zur Diskussion über die Erwähnungen Jesu im Talmud im Kapitel „Jesus und Maria im Judentum“), Vandenhoeck & Ruprecht 2009, s. Buchtipps S. 59

• Schalom Ben Chorin, Mutter Mirjam, dtv 1971 und spätere Auflagen.


© Raffael/Leemage