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MARIE & JOACHIM VON DÄNEMARK: PARIS IST IHRE LIEBE


Frau im Spiegel Royal - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 04.03.2020

Mit 50 Jahren nochmals die Schulbank drücken: Prinz Joachim von Dänemark besucht die Militärakademie in Paris, der Heimat seiner Frau Marie. Die Familie begleitet ihn bei seinem französischen Abenteuer. Und alle zeigen sich sehr entspannt und gelöst


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Bildquelle: Frau im Spiegel Royal, Ausgabe 4/2020

JOACHIM & MARIE öffnen die Türen zu ihrem neuen Heim in Paris für einen Besuch


Auf dem großen Sofa machen es sich Joachim, Marie, Athena und Henrik bequem


PRINZESSIN MARIE


„Unsere Kinder sind eher dänisch als französisch. Sie haben einen positiven Charakter, der immer das Gute an den Dingen sieht“


Die offene und helle Wohnung im Pariser „Rive Droite“ ist mit ...

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... dänischen Möbeln, wie dem ikonischen „Egg-Chair“ von Arne Jacobson, eingerichtet. Hier lebt die Familie von Joachim, 50, und Marie, 44, von Dänemark mit den Kindern Athena, 8, und Henrik, 10. Der Oberstleutnant der dänischen Armee absolviert derzeit einen Elite-Lehrgang an der französichen Militärakademie. Für seine Kinder ist es eine große Umstellung, für Marie nicht: Sie ist in Paris geboren. Dem französischen Magazin „Paris Match“ gewährte das royale Paar Einblicke in sein Heim und sein neues Leben. Ich wurde von Präsident Emmanuel Macron persönlich eingeladen, an einem Lehrgang des „Zentrums für Militär-Studien“ teilzunehmen. Jedes Jahr werden von dreißig Teilnehmern fünf aus dem Ausland ausgewählt, die traditionell zu den langfristigen Verbündeten Frankreichs gehören - plus einem Joker. Und aktuell bin ich das, der Däne. Ich empfinde das umso mehr als Ehre, da ich von der Elite des französischen Militärs umgeben bin. Nicht einfach - und dann noch auf Französisch! Außerdem besuche ich Kurse beim „IHEDN“, dem „Institut für die nationale Verteidigung“. Das ist alles sehr erfüllend, aber auch anstrengend. Das gilt auch für unsere Kinder. Denn in einer anderen Sprache zu lernen, und zwar acht Stunden am Tag, das ist ermüdend. In Dänemark sind die Schulstunden kürzer. Am Nachmittag wird dort meist Sport gemacht oder kreativ gearbeitet. Aber ich habe meine Kinder noch nie jammern hören. Sie bekommen sehr gute Noten. Und hier sprechen sie jetzt mit mir Französisch. Das freut mich besonders.

„Wir sind eine Familie von Gourmets“, sagt die Prinzessin. Hier bereitet sie mit ihren Kindern köstliche Crêpes zu


Heimat am Eiffelturm: Prinzessin Marie wurde am 6. Februar 1976 in Paris geboren. Sie liebt es, mit ihrem Mann Joachim auf dem Motorroller durch die Stadt zu kurven


PRINZ JOACHIM


„Wenn ich nichts Nettes zu sagen habe, bin ich lieber ruhig und wende mich ab “


Henrik ist begeistert von Luft- und Raumfahrt. Sein Vater hilft ihm gerne, zum Beispiel beim Bauen einer Rakete aus Lego-Steinen


Fühlen sich Ihre Kinder jetzt dänisch oder französisch?
Marie: Dänisch! Sie haben diesen sehr positiven Charakter, der ihnen erlaubt, immer die gute Seite zu sehen, sich nicht zu viele Fragen zu stellen und einfach glücklich zu sein. Das ist eine Lektion für mich, weil ich immer etwas zum Nörgeln finde. Ich habe einen sehr französischen, kritischen Geist.
Was vermissen die Kinder Ihrer Meinung nach am meisten?
Marie: Ihre Freunde! Aber sie halten regelmäßigen Kontakt über das Internet, ohne es zu übertreiben. Sie meiden von sich aus die sozialen Netzwerke, weil sie sich in einer besonderen Situation befinden. Unser Sohn will nicht Prinz Henrik genannt werden, noch weniger gern steht er im Mittelpunkt. Ihr Tablet dient ihnen hauptsächlich dazu, die Welt zu erkunden. Von den Sachen, die ihnen hier gefallen, steht das Essen an erster Stelle. Wir sind eine Gourmet-Familie! Unsere Gene, ohne Zweifel! Mit sechs Jahren hat unser Sohn Austern gegessen, die wir am Strand gesammelt hatten. Hier hat er jetzt Schnecken entdeckt.
Sie kümmern sich um die Kinder ohne besonderes Personal. Wie machen Sie das?
Marie: Ich bin ständig unterwegs. Aber ich möchte Henrik und Athena aufwachsen sehen. Das Wichtigste für uns ist, die Familie zu bewahren, weil das Sicherheit und Beständigkeit bedeutet.
Joachim: Ich versuche, ein präsenter Vater zu sein, trotz der Anforderungen meines Studiums. Ich helfe beim Frühstück. Und abends, wenn ich zurückkomme, kümmere ich mich um die Kinder.
Die Dänen haben Ihrem Vater vorgeworfen, nicht genug an Ihrem Alltag beteiligt gewesen zu sein. Was denken Sie darüber?
Joachim: Vielleicht ein Kulturkonflikt zwischen Norden und Süden! Ich habe das meinem Vater nie vorgeworfen. Er war aus einer anderen Generation. Meine Mutter wurde Königin, als mein Bruder und ich drei und vier Jahre alt waren. Sie war sehr beschäftigt. Mein Vater interessierte sich für unsere Erziehung, oft mit einer gewissen Strenge. Abends und am Wochenende haben wir tausend Sachen zusammen gemacht. Er hat uns inspiriert. Meine Neigung für Philosophie und Geschichte verdanke ich ihm. Er war eine Leuchte der Wissenschaft.
Marie: Mein Schwiegervater fehlt uns, besonders unseren Kindern. Die älteren Kinder meines Manns haben ihn gut gekannt.

Leserunde mit Hund: Der weiße Bichon Frisé Cerise kuschelt gleich mit. Marie freut sich, dass die Kinder jetzt auch mit ihr Französisch reden können


PRINZ JOACHIM


„In Dänemark respektiert man sich und kommt ohne Streit zu einer Einigung“


Prinz Joachim, Sie haben zwei Jungs, Nikolai und Felix, aus Ihrer ersten Ehe. Sind diese auch Teil Ihrer „Pariser Episode“?
Joachim: Nikolai war gerade zehn Tage hier bei der Fashion Week. Er ist ein Model und für Dior und Burberry gelaufen. Aber in seinem Kopf ist alles klar. Er weiß: Das Modeln ist ein angenehmer Zeitvertreib, doch das Wichtige ist sein Wirtschaftsstudium. Und mein Sohn Felix geht noch zur Schule
Prinzessin Marie, sich als Stiefmutter in eine Patchwork-Familie zu integrieren, ist nicht einfach. Wie ist Ihnen das gelungen?
Marie: Ich wurde mit sehr viel Wärme empfangen! Ich komme selber aus einer Patchwork-Familie, deshalb habe ich versucht, ihnen die Leiden zu ersparen, die das mit sich bringen kann. Wir haben beschlossen, keinen Unterschied zwischen den vier Kindern zu machen. Wenn alle zuhause sind, werden alle gleich behandelt.
Präsident Macron konnte seine Bewunderung für Ihren Sozialstaat nicht verbergen. Was ist das dänische Geheimnis?
Joachim: Der dänische Geist! Wir respektieren uns, wir kommen ohne Streitereien zu einer Einigung. Wir nennen das in Dänemark „unseren Ententeich“.
Immer mehr europäische Königshäuser werden von Frauen angeführt. Was denken Sie darüber?
Joachim: In 50 Jahren wird es in Europa nur noch zwei Könige und dafür fünf Königinnen geben. Wenn wir uns mit unseren Cousins aus Griechenland und Spanien treffen, sprechen wir darüber.
Marie: Frauen als Königinnen - das entspricht dem Zeitgeist!
Hat Ihr Studium Sie auf die Rolle einer Prinzessin vorbereitet?
Marie: Sicher, aber ich denke, es war eher das Aufwachsen in einem internationalen Umfeld. Mit 13 Jahren, nach der Scheidung meiner Eltern, bin ich in die Schweiz gekommen, und zwar auf das Internationale Internat Beau-Soleil im Kanton Waadt. Im Kontakt mit Schülern aus der ganzen Welt habe ich mehrere Sprachen gelernt. Ich habe mein Studium in den USA fortgesetzt. Obwohl ich viel gereist bin, war ich damals noch nie in Dänemark. Das erste Mal, als ich dort war, habe ich dann denjenigen getroffen, der mein Ehemann werden sollte.
Welche Aktivitäten sind mit Ihrem Prinzessinnen-Status verknüpft?
Marie: Ich bin Schirmherrin von dreizehn oder vierzehn Organisationen, mein jüngstes Anliegen ist der Kampf gegen Lebensmittel-Verschwendung. Ich wurde sehr inspiriert von der Eröffnung des dänischen Supermarktes WeFood vor vier Jahren sowie durch die Bewegung „Stop Wasting Food“, gegründet von Selina Juul. Die Dänen sind Vorreiter in diesem Bereich. Ich habe mich an einem Buch beteiligt, „Mad Med Respect” („Gemacht mit Respekt“), in dem einfache Rezepte für Reste-Essen gesammelt sind. Ich träume übrigens von einer französischen Version. Ich kümmere mich außerdem um autistische Menschen, die oft unter einem nicht sehr anerkannten Handicap leiden. Und zum Schluss liegt mir die Vereinigung DanChurchAid, die armen Menschen weltweit hilft, sehr am Herzen

Royale Patchworkfamilie: Joachim mit Marie, Athena und Henrik, sowie Felix (3.v.r.) und Nikolai (r.) aus seiner ersten Ehe mit Alexandra Manley


FOTOS: DANA PRESS, IMAGO, RÉGINE MAHAUX/PARISMATCH/SCOOP

Beraten Sie sich gegenseitig über Ihre unterschiedlichen Aktivitäten?
Joachim: Wir lernen voneinander. Was die Verschwendung betrifft, so war ich schon von meinem Vater, der den Krieg erlebt hatte, sensibilisiert worden. Marie hat mir zum Beispiel die Auswirkungen für die Umwelt aufgezeigt. Ich wiederum habe ihr geholfen, bei Reisen in Länder, in denen himmelschreiendes Elend grassiert, sich nicht zu stark von Gefühlen beherrschen zu lassen. Ich musste selber dieses erste Stadium überwinden, um danach handeln zu können.

PRINZ JOACHIM


„Ich habe Marie geholfen, sich beim Anblick von Elend nicht von Gefühlen überwältigen zu lassen“


Sie sprechen von Verschwendung und von Umwelt. Ermuntern Sie Ihre Kinder, der Aktivistin Greta Thunberg zuzuhören?
Marie: Es sind unsere Kinder, die uns ermuntern! Sicher kennen sie Greta. Sie hat die Neugier in ihnen geweckt.
Joachim: Hier beim Verteidigungsinstitut „IHEDN“ zum Beispiel spielt der Klimawandel eine wesentliche Rolle - mit seinen Folgen für die Migration. Wir studieren hier auch Methoden, mit diesen Bevölkerungsbewegungen richtig umzugehen.
Von einer berufstätigen Frau hin zur Prinzessin - war das sehr schwierig?
Marie: Es gibt keine Ausbildung dafür! Ich habe es nach und nach gelernt. Das Schwierigste war, die Sprache zu lernen. Weil ich schon so viele konnte, dachte ich, das sei eine reine Formalität. Von wegen!
Ist es schwierig, ständig so umfassend unter Beobachtung zu stehen und vielleicht noch kritisiert zu werden? Meghan Markle hat sich darüber beschwert.
Marie: Ich richte es so ein, dass ich mich nur im Notfall äußere. Sich zu beschweren, führt zu nichts!
Muss die private hinter der öffentlichen Frau verschwinden?
Marie: Ich bin immer die Gleiche geblieben. Ich zeige nur einfach manche Aspekte meiner Persönlichkeit nicht, je nach Situation.
Ist es ein Problem für Sie, dass Sie manchmal mit Ihrer Schwägerin Mary (Ehefrau von Kronprinz Frederik, Anm. d. Red.) verwechselt werden?
Marie: Wir sehen uns ohne Zweifel ähnlich. Um das Ganze noch komplizierter zu machen, sind wir auch noch im selben Monat geboren, wenn auch in unterschiedlichen Jahren. Aber in dem Moment, wo unsere jeweilige Arbeit unterschieden und anerkannt wird, ist mir alles egal.
Wenige Prinzen haben bisher TV-Sendungen produziert. Wieso Sie?
Joachim: „Prinz Joachim erzählt” ist eine Serie von sechs Episoden à 30 Minuten, in der ich unsere Geschichte dokumentiere. Das Gesetz, die Religion, die Schule … Das Programm wurde vom Publikum und von der Kritik exzellent aufgenommen. Es ist ein „pädagogisches Werkzeug“, das wir den Lehrern zur Verfügung stellen. Und es ist sehr anregend. Nach meiner Rückkehr aus Paris werde ich in diesen Bereich, der mir viel Spaß macht, weiter arbeiten.
Sie gelten als „nett“. Ist das ein Vorteil oder ein Handicap?
Joachim: Ich glaube an das Gute im Menschen. Habe ich nichts Positives zu sagen, schweige ich lieber und wende mich ab. Marie (lachend): Um die Messerstiche noch besser abzubekommen!
Catherine Tabouis, Marie-France Chartier

PRINZESSIN MARIE


„Sich über Beobachtungen zu beschweren, bringt nichts. Ich bin lieber diskret“