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Mark Knopfler: Der Sultan will (nicht) in Rente


Gitarre & Bass - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 24.01.2020
Artikelbild für den Artikel "Mark Knopfler: Der Sultan will (nicht) in Rente" aus der Ausgabe 2/2020 von Gitarre & Bass. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gitarre & Bass, Ausgabe 2/2020

Mark Knopfler setzt auf seiner vermutlich letzten großen Tour auf einige Änderungen: Gitarren-Verstärker verschwinden von der Bühne, alle Gitarristen nutzen digitale Kemper-Amps. Statt einer Links-Rechts-Beschallung des Publikums wird ein Surround-System genutzt, was für beeindruckende Transparenz sorgt. Ein Besuch bei der Produktion in der Mannheimer SAP-Arena - und ein Gespräch mit Musikern, Technikern und der Produktions-leitung.

Eine Feuertaufe und gleichzeitig ein Abschied sollte es sein: Mark Knopfler geht in Rente. Sagt er. Bei einigen Shows der 2019er-Tournee zu seinem aktuellen Album ‚Down The ...

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... Road Wherever‘ erzählte der ehemalige Mastermind der Dire Straits, dass er sich freut, wieder in einer ihm bekannten Stadt aufzutreten, die Zuschauer und Venues wiederzusehen, wie in den Tournee-Jahrzehnten zuvor. Und dass er nun auch Abschied nehmen muss, er sei schließlich alt. Schon wenige Wochen später würde er im Laufe der Tour seinen 70. Geburtstag feiern.Die erwähnte Feuertaufe fiel gleich doppelt aus: Zum einen verzichtet die Band auf traditionelle Gitarrenverstärker, stattdessen kommt ein digitales Kemper-Setup zum Einsatz. Zum anderen verwendet die Produktion statt einer herkömmlichen Links-Rechts-Beschallung erstmals ein L-Acoustics L-ISA-Mehrkanal-PA-System, bei dem Lautsprecher in sieben „Hangs“ über den gesamten Bühnenbereich verteilt sind, um die Instrumente räumlicher zu vermitteln. Mark Knopflers Band ist mittlerweile auf elf Musiker angewachsen: Der Gitarrist und Sänger wird unterstützt durch Drums, Percussion, Bass, Gitarre, Keyboards, Piano, Saxofon, Trompete - dazu spielen zwei Multi-Instrumentalisten unter anderem Irish-Folk-Instrumente. Das stellt ebenfalls einen Höhepunkt für Knopfler dar, dessen Dire-Straits-Tour-Inkarnation beim Finale 1992 immerhin neun Musiker aufbot. Aus den alten Zeiten ist der Keyboarder Guy Fletcher mit dabei, sowie der Perkussionist Danny Cummings. Beim Besuch in der Mannheimer SAP-Arena wirkt die Produktion ruhig und routiniert, sie waren bereits mehrfach zu Gast. Production Manager Kevin Hopgood übernimmt Knopfler-Tourneen bereits seit dessen ‚All The Roadrunning‘-Tour mit Emmylou Harris 2006, ansonsten macht der Brite den gleichen Job etwa bei Kylie Minogue. Die Knopfler-Produktion kam gerade aus Leipzig, am Folgetag steht München an. Sie sind rund bei der Hälfte der Tour angekommen, Mannheim markiert die vierundvierzigste von 86 Shows laut Hopgood.

RENTE ODER NICHT?

Die Sache mit der Rente, die zu Beginn der Tour eindeutig schien? Bei den Konzerten in England verzichtete Knopfler auf die Verabschiedung, das ließ die Vermutung aufkommen, dass er lokal weiter Konzerte spielen würde. Bei anschließenden Europa-Gigs dann ein scheinbarer Sinneswandel: „Ich dachte, ich wollte in Rente gehen, aber ich liebe es zu spielen“, so Knopfler beispielsweise beim Gig in Stuttgart. Hopgood: „Er hat seine Meinung nicht komplett geändert, denke ich, aber seine Entscheidung hinterfragt, definitiv nie mehr auf Tour zu gehen. Es sind vier Jahre seit der letzten Tour vergangen, er hat viele andere Projekte gemacht. Womöglich hat er schlicht vergessen, wieviel Spaß die Tour gemacht hat, und er würde die Kameradschaft der Band vermissen. Ich vermute, er wird weiter auftreten, nur keine sehr langen Tourneen mehr, vielleicht auch geografisch weniger ausladend.“

GIVE IT BACK

Beim Besuch des Konzerts in Stuttgart machte die neue L-ISA-Anlage Eindruck: Das Ergebnis mit sieben Hangs direkt vor der Bühne klang dreidimensional und trans transparent - fast so, als hätte jeder Musiker einen eigenen PA-Verstärker an seiner Bühnenposition. „Damit war keine bestimmte Sitzposition im Publikum mehr nötig, um den Klang optimal wahrzunehmen!“, erklärt FoH-Mischer Dave Dixon den Grund für den Umstieg. Dixon übernimmt bereits seit 2004 den Knopfler-Live-Mix. Er habe naturgemäß immer stark „mono“ gemischt, um mit einem herkömmlichen Links-Rechts-System nicht die Hälfte der Zuschauer auszuklammern, erläutert er das übliche PA-Problem. „Damit kann ich meinen Mix im Stereobild öffnen, und jeder, der das Ticket bezahlt, bekommt das gleiche Gefühl vermittelt. Der demokratische Aspekt ist mir sehr wichtig - und offenkundig funktioniert es gut.“
Dadurch, dass die Musiker entsprechend ihrer Bühnenposition im Mix verteilt sind, lässt sich vom Hörer besser lokalisieren, welcher Musiker was spielt. „Jemand meinte, das sei, als würde man sich eine Band in einem Jazz-Club anhören. Das ist großartig, weil es Publikum und Band näher zusammenbringt. Du wirst mehr in die Musik hineingesogen, statt herauskatapultiert.“ Der Klangunterschied beeindruckt die Zuschauer. Keyboarder Guy Fletcher betreut online ein Tour-Tagebuch und ein Forum - ein Fan schrieb begeistert: „If that PA is hired, don’t give it back!“ Trotzdem müssen sie bei einzelnen Gigs umsteigen. „Wir haben bislang zwei Shows mit herkömmlichen Systemen gemacht, kürzlich erst in der Schweiz. Ich war nervös, wieder zurück zu Links-Rechts-Beschallung zu gehen, gerade beim ersten Mal. Wir haben dann einen großen Center-Hang nur mit Marks Gesang und Gitarre verwendet. Das funktionierte recht gut.“


”Ich liebe das Spielen, was bleibt mir also übrig? Wir machen einfach weiter, bis ich umfalle wie ein Baum“


STILLE GITARREN-SOUNDS

Der Grund für den Umstieg auf das Kemper-System bei Mark Knopfler, Rhythmus-Gitarrist Richard Bennett sowie der gelegentlichen E-Gitarre von Multi-Instrumentalist John McCusker? Kevin Hopgood: „Konsistenz war einer der Hauptfaktoren; herkömmliche Röhren-Amps reagieren teilweise empfindlich, je nach Strom vor Ort. Dazu kommt die Lautstärke: Inzwischen hat die Band fast keine Lautsprecher mehr auf der Bühne!“ Sie hätten das System ausprobiert, waren sehr positiv überrascht. „Die Idee, dass E-Gitarren mit Röhrenverstärken und Mikrofonen zu tun haben müssen, ging mir sogar noch bei den ersten Shows nicht aus dem Kopf“, gesteht FoH Dixon. Er sei ebenfalls von den Klängen begeistert. „Mark hatte nie eine hohe Bühnenlautstärke, aber jetzt ist der Sound noch klarer.“ Gitarrist Richard Bennett ergänzt: „Wir haben auf dieser Tour zwei Bläser mit dabei, dazu Danny Cummings mit seinem Percussion-Setup - das sind drei neue ‚Baustellen‘. Ein Grund besteht darin, die Bühne nicht weiter vollstellen zu wollen, ein anderer, den Sound ‚aufzuklaren‘ - schließlich haben wir jede Menge offene Mikros auf der Bühne.“ Knopfler und Guy Fletcher hätten sich für das Kemper-System entschieden, erklärt Mark Knopflers langjähriger Gitarren-Techniker Glenn Saggers auf Nachfrage. Die drei verbrachten einige Zeit in Knopflers British Grove Studios, um dessen Amps einzufangen. „Für Marks Setup haben wir seine Reinhardt-Amps, seine Komets, die Tone-King-Modelle Imperial und Falcon Grande, einen Fender Bassman und einen Vibrolux geprofiled. Die Amps liefen jeweils durch Marks Vintage Marshall 4x12“-Boxen. Die größte Herausforderung bestand in der passenden Mikrofon-Auswahl und Positionierung“, so Glenn Saggers.

An E-Gitarren hat Mark Knopfler natürlich die üblichen Verdächtigen im Tour-Gepäck: Seine alte 1958er-Les-Paul, eine 2001er-Gibson-Les-Paul-Custom Shop, seine rote Fender-Signature-Strat, eine 1963er-Danelectro-59-DC-Standard (auf Open C gestimmt) sowie eine Grosh ElectraJet mit P-90-Tonabnehmern. Letztere wurde später im Laufe der Tour gegen eine Pensa-Thinline-T-Style getauscht. Unter den Akustikgitarren findet sich ein Martin-Simpson-Signature-Modell des britischen Gitarrenbauers Stefan Sobell, dazu eine National Style O 12-Fret mit Lipstick-Tonabnehmer. Außerdem kommt eine 1933er-National-Style-O zum Einsatz. Statt seiner 1937er-National-Resonator-Gitarre, die auf dem ‚Brothers In Arms‘-Album-Cover zu sehen ist, und die Knopfler beispielsweise auf Tour bei ‚Romeo & Juliet‘ spielte, setzt er aktuell auf ein Beard-Deco-Phone-Modell, mit Holzkorpus und Metallresonator. Die Akustikgitarren werden - abgesehen vom National-Modell mit Lipstick-Halstonabnehmer - lediglich über einen Piezo-Tonabnehmer verstärkt, ein selten genutztes Martin-Exemplar verfügt über ein L.R.-Baggs-Anthem-System aus internem Mikrofon und Tonabnehmer.
Ob die 1958er Les Paul auf Tour Probleme macht, im Sinne von Klimaschwankungen? „Die Gitarre hat sich über die Jahre gesetzt. Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen können wir auf Tour nicht wirklich verhindern, wir versuchen aber, die Gitarre so gut wie möglich abzuschotten“, erklärt Saggers.
Der Tech schaltet während der Show Knopflers Effekte um, auf der Bühne nutzt der Gitarrist lediglich ein Ernie-Ball-Lautstärkepedal. Anders sieht es hingegen beim benachbarten Bühnenplatz von Richard Bennett aus. Der in Nashville lebende Session-Gitarrist spielt bereits seit 1995 mit Knopfler, davor war er mit Neil Diamond auf Tour. Vor ihm liegen zwei Benado Effects Multieffekt-Boards - im wörtlichen Sinne: Sie sehen aus, als wurden einzelne Effektpedale in die Gehäuse integriert. Bennett ist begeistert: „Sage Benado konfiguriert sie so, wie du möchtest.“ Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Kombination aus Tremolo und Clean-Boost, sowie um das Deluxe Black mit Tremolo, Delay und Overdrive - mittlerweile als Signature-Modell unter dem Namen RB Deluxe Plus erhältlich. Der Tremolo-Effekt erlaube viel Variation, durch die beiden Tremolo-Pedale kann er unterschiedliche Geschwindigkeiten voreinstellen. „Eigentlich sind es drei, denn bei einem der beiden kannst du die Geschwindigkeit zwischen Slow und Fast umschalten.“

Bennett schätzt die Audio Sprocket ToneDexter Acoustic Preamps, um damit die Tonabnehmersignale seiner akustischen Instrumente „natürlicher“ zu gestalten. Die Schalter hat sein Gitarren-Techniker mit Kappen abgedeckt, um nicht versehentlich umzuschalten.


Alle Gitarren-Amps sind aus dem Setup verschwunden - stattdessen setzt die Produktion auf „stille“ Kemper-Rigs, wie hier bei Gitarrist Richard Bennett: Die beiden Exemplare laufen parallel, am Mischpult wird im Problemfall das Signal umgeschaltet.


Sein Eindruck des Kemper-Setups? „In der Theorie wollte ich die Verstärker nicht mögen, aber ich tue es! Ich brauchte eine Weile, mich daran zu gewöhnen und die Sounds richtig einzustellen. Dann klang das System fantastisch, und es reagiert wie ein Verstärker!“ Als er 2017 bei Neil Diamonds Tournee aushalf, war ebenfalls ein „stilles“ Amp-Setup gefragt. „Damals haben wir ein AC30- Topteil über einen Lastwiderstand direkt abgegriffen, parallel dazu eine Silent-Box angesteuert und abgenommen. Im Endeffekt hätte ich den Kemper schon damals verwenden sollen, das hätte besser funktioniert - ich sträubte mich aber noch gegen das Konzept!“, erinnert er sich.
Bennett nutzt ein Vox-AC30-Modell, das im British Grove Studio aufgenommen wurde, sowie einige mitgelieferte Kemper-Sounds, „die meisten stark modifiziert, weil wir das Gefühl eines richtigen Amps herausstellen wollten, nicht nur den Klang“, so Tim, Bennetts Tech. „Mein Favorit ist der Sound bei ‚Going Home‘. Genau das richtige Lautstärke-Level, bei dem der Klang gerade aufgeht, aber noch nicht verzerrt. Der klingt sehr nach einem Amp. Schön klar, mit tollem Punch, gerade an dem Punkt, wo der Amp darüber ‚nachdenkt‘, zu übersteuern. Wenn du mehr Lautstärke bräuchtest, würdest du bei einem echten Amp diesen Punkt durch Aufdrehen verlieren.“
Zu Bennetts Gitarren zählen seine alte 1954er-Fender-Telecaster, eine 1959er-Gibson-Les-Paul-Custom-Shop-Reissue, eine 1954er-Fender-Stratocaster-Reissue von Knopfler, ein rotes MK-Signature-Exemplar, das ebenfalls Knopfler gehört, eine 1930er-Gretsch-Archtop sowie zwei Bouzoukis. Auf der Bühne steht zudem eine Fender 400 Pedal Steel Guitar, die Bennett unter anderem in der ersten Hälfte von ‚On Every Street‘ spielt. „Die habe ich gekauft, als ich in der High School war!“ Seine akustischen Instrumente werden mit Fishman-Tonabnehmern abgenommen. Bennett zeigt noch seine beiden Audio-Sprocket-ToneDexter-Acoustic-Preamps, die er für seine akustischen Instrumente nutzt. „Das Gerät bearbeitet das Signal deines herkömmlichen Tonabnehmers, der immer furchtbar klingt. Es hat eine Funktion, mit der du es ‚trainieren‘ kannst, indem du das Instrument parallel mit einem Mikrofon und dem internen Tonabnehmer abnimmst. Das Pedal lernt den Sound des Mikrofons und gleicht das Tonabnehmersignal dem Ergebnis möglichst gut an. Das hilft sehr und ist meiner Meinung nach die beste Lösung, die in den letzten 50 Jahre für akustische Direktabnahme entwickelt wurde. Das Signal wandelt sich in ein akustischer klingendes, natürliches Signal, ohne harsche Höhen. Du kannst 22 unterschiedliche Sounds speichern. Ein zweites habe ich als Backup, genau wie bei meinem Kemper.“ Beide Kemper und ToneDexter werden gleichzeitig bespielt, erklärt Tim, sodass die „Sound Guys“ im Problemfall umschalten könnten.“

Bennett verwendet zwei Multieffekt-Pedale von Benado Effects, die Einzeleffekte in einem Gehäuse integrieren. Rechts liegt das Deluxe Black, mittlerweile bei Benado als Bennetts Signature-Modell im Programm.


Große Bühne: Sieben der elf Musiker, v.l.n.r.: John McCusker (Fiddle, Cister, Gitarre), Mike McGoldrick (Pipes, Whistle, Flute, Saiteninstrumente), Jim Cox (Piano, Keyboards), Glenn Worf (E-Bass, Kontrabass), Mark Knopfler (Gitarre, Gesang), Ian Thomas (Drums, Waschbrett), Graeme Blevins (Saxofon). Nicht im Bild: Danny Cummings (Percussion), Tom Walsh (Trompete, Flügelhorn), Richard Bennett (Gitarre, Bouzouki), Guy Fletcher (Keyboards, Akustikgitarre)


Richard Bennett beim Konzert mit einer Bouzouki


BASS

Neben zwei Leslie-Boxen für die Hammond-Sounds ist das Setup von Bassist Glenn Worf das einzige mit klassischer Verstärkung: Seine E-Bässe - zwei Precisions, einer mit Round- und einer mit Flatwound-Saiten, sowie ein alter Kontrabass - laufen durch alte Raven-Labs-Preamps, einen Warwick-LWA1000-Verstärker und schließlich durch eine alte SWR-4x10“-Box, erklärt Worf. „Die Box läuft sehr leise auf der Bühne mit, kaum hörbar - nur, wenn niemand anders spielt.“ Bei früheren Tourneen hatte er zwei alte Ampeg-SVT-Stacks aus den 1970er-Jahren im Einsatz. Überbordende Lautstärke sei nicht das Problem gewesen, betont er: „Die liefen ebenfalls nie wirklich laut, aber Mark wollte alles etwas verkleinern, um Platz auf der Bühne zu schaffen.“

GROSSES WOHNZIMMER

Beim abendlichen Konzert in Mannheim beeindruckt die neue PA-Anlage ebenfalls mit Klarheit und unaufdringlichem Tiefbass. Knopflers Gesang sitzt laut im Mix, kommt aus der Mitte, ebenso wie seine Gitarre. Die einzelnen Quellen sind im gesamten Raum gut ortbar, praktisch unabhängig von der Zuschauerposition. Die Gitarren-Sounds wirken hochklassig und edel, wie ideale Vertreter ihres Genres; manchem mag höchstens etwas Druck im Mittenbereich fehlen.
Bei ‚Romeo & Juliet‘ spielt Knopfler die erwähnte Beard-Deco-Phonic-Gitarre, die allerdings nur leise hörbar bleibt. Um den Songwriter stülpt James eine zentrierte Lichtinsel, bei der letzten Strophe ist der Rest dunkel, das reduziert die Halle auf Club-Feeling. Knopfler erzählt seine Überlegungen zum Thema Rente. „Ich liebe das Spielen, was bleibt mir also übrig? Wir machen einfach weiter, bis ich umfalle wie ein Baum.“ Erwartungsgemäß löst die Feststellung Begeisterung beim Publikum aus.
Klar, das Alter geht nicht spurlos an Knopfler vorbei, der noch ruhiger und nachdenklicher wirkt: Der Musiker schleicht sich behutsam beim Hörer an, und irgendwann packt er einen doch. Intensität muss nicht laut sein. Das Konzert wirkt eher behaglich als treibend, eine unbändige Rock-Show dürfte ohnehin kein Zuschauer erwartet haben. Was transparenten, angenehmen Live-Sound angeht, würde Knopfler auf einem Höhepunkt vom Tour-Zirkus abtreten. Was hoffentlich noch Zeit hat.
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