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MARKO HIETALA: Ehrlich währt am längsten


Metal Hammer - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 15.01.2020

Wenn ein Nightwish-Musiker ein Soloalbum veröffentlicht, ist ihm die mediale Aufmerksamkeit gewiss. Diese Regel gilt auch für Bassist und Sänger MARKO HIETALA. Dabei verdient PYRE OF THE BLACK HEART auch ohne den Star-Bonus ein vertiefendes Gespräch. Lest hier unser Interview mit dem Finnen.


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Bildquelle: Metal Hammer, Ausgabe 2/2020

Aufmerksame Menschen fragen sich jetzt vielleicht, ob der Sauermann jetzt schon so bekloppt geworden ist, dass er nicht einmal mehr Namen richtig schreiben kann. Regelmäßige METAL HAMMER-Leser erinnern sich aber eventuell daran, dass der Finne bereits in unserem letzten Nightwish-Tour-Bericht überlegt hatte, die ...

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... englische Version Marco wieder durch die Originalschreibung Marko zu ersetzen – was nun mit seinem Soloalbum offiziell geschehen ist. „Es war mir wichtig und hat etwas mit meiner Selbstreflexion in den letzten Jahren zu tun“, erklärt Marko. „Die Schreibung Marco erschien mir wie die letzte Lüge, die ich über mich selbst konstruiert hatte. Es ist gar nicht so einfach, sich wieder ehrlich zu machen, aber es musste sein.“ Die Sätze des Finnen zeigen deutlich, dass für ihn persönlich mehr dahintersteckt als der bloße Austausch eines Buchstabens. Ein Teil der Lösung dieses Rätsels steckt in der Antwort auf diese Frage: Warum hat es so lange gedauert, bis Marko auf die bereits im Frühjahr 2019 erschienene finnische Version seines Albums eine internationale folgen ließ? „Eigentlich sollten beide Fassungen gleichzeitig erscheinen“, sagt der grau-blonde Gabelbart. „Aber das Leben kam dazwischen und ich brachte einige dunkle Zeiten hinter mich.“ Laut Aussage des Musikers stehen dabei an erster Stelle die Belastungen seiner Trennung. Im Jahr 2016 hatte Marko die Scheidung von seiner damaligen Ehefrau eingereicht. „Natürlich kommt niemand an diesen Punkt, ohne dass bereits Jahre der Bitterkeit, des Streits und der vergeudeten Energie vorausgegangen wären“, ergänzt er, ohne schmutzige Wäsche zu waschen. „Mit meiner neuen Frau habe ich mich von Anfang an darauf geeinigt, dass wir brutal ehrlich miteinander umgehen – was uns beiden sehr hilft.“ Bereits im August 2018 hatte sich Marko erneut vermählt. Solche einschneidenden Ereignisse haben natürlich ein Echo in seinen neuen Songs gefunden, obwohl diese dem Komponisten zufolge weitgehend metaphorisch zu verstehen sind. Der Titel ‘Truth Shall Set You Free’ („Die Wahrheit soll dich befreien“) ist dennoch sehr persönlich gemeint, und das Thema „Wahrhaftigkeit“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Lieder – auch wenn es „definitiv kein Konzeptalbum“ ist.

Doch das zeitweilig turbulente Privatleben des Finnen war nicht der alleinige Grund für die Verzögerung der internationalen Version von MUSTAN SYDÄMEN ROVIO – wie PYRE OF THE BLACK HEART in der „obskuren Stammessprache mit sechs Millionen Sprechern“ (Zitat Hietala) heißt. Natürlich hatten auch die Aufnahmen zum neuen Album von Nightwish jede Menge Zeit verschlungen. „2019 war ein ganz schön heftiges Jahr“, gibt Marko zu. „Auf der einen Seite Nightwish, auf der anderen Seite die unfertige Albumversion in englischer Sprache. Im Moment versuche ich nur noch, zu überleben.“ Auf die traditionelle Metal-Sause zu Weihnachten, bei der diverse prominente Musiker in Finnland gemeinsame Shows spielen, wollte der Sänger und Bassist aber dennoch nicht verzichten. „Das hilft gegen die depressive Dunkelheit des Nordens“, rechtfertigt er die zusätzliche Belastung. „Ich habe mir aber zur Erholung auch eine kurze Auszeit bei meiner Frau in Brasilien gegönnt. Außerdem kann es nicht so verkehrt sein, sowohl vielen anderen Menschen als auch mir selbst mit den Weihnachtskonzerten eine große Freude zu bereiten.“ Speziell gefällt Marko an dieser Tournee, dass er mit Freunden unterwegs ist, was ebenso für Gitarrist Tuomas Wäinölä, Anssi Nykänen am Schlagzeug und Keyboarder Vili Ollila gilt, die gemeinsam mit ihm PYRE OF THE BLACK HEART eingespielt haben. „Ich kennen die Jungs schon seit vielen Jahren und es freut mich ganz besonders, dass aus unseren musikalischen Ideen mittlerweile eine richtige Band gewachsen ist“, freut sich Marko. „Ich hatte aber auch nie die Absicht, dieses Projekt zu einem Egotrip zu machen. Meine Mitstreiter sollten von Anfang an dazu beitragen, und das haben sie großartig getan.“ Dennoch trägt das Album deutlich die Handschrift des Finnen, die sich auch aus seinen Beiträgen für Nightwish heraushören lassen, wie beispielsweise der Einfluss von Jethro Tull bei ‘The Islander’. „Natürlich reflektieren die Songs meinen Geschmack“, stimmt er zum Abschluss des Gesprächs zu. „Der rockige Groove der Siebziger, klassischer Heavy Metal und moderne Sound-Landschaften finden sich auf sehr vielfältige Weise auf diesem Album wieder.“ Im Februar ergibt sich sogar noch die Chance, Marko Hietala und seine Band live in unseren Gefilden zu sehen. Danach werden Nightwish ihren sympathischen Sänger und Tieftöner auf absehbare Zeit wieder voll in Beschlag nehmen.


Foto: A. Beckers (PR)