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Marktlage Jungpflanzen 2019/20


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 14.02.2020

Der Sommer- und Herbstversand für Jungpflanzen hat sich wie auch in den vergangenen Jahren auf einem normal niedrigen Niveau bewegt. Hauptumsatzbringer waren hier der Onlinehandel und der Absatz von Bodendeckern im P 0,5.


Artikelbild für den Artikel "Marktlage Jungpflanzen 2019/20" aus der Ausgabe 2/2020 von Deutsche Baumschule. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deutsche Baumschule, Ausgabe 2/2020

Magnolia ‘Satisfaction’ bei Spilkers Jungpflanzen OHG


Der reine Jungpflanzenabsatz für Herbstaufpflanzungen hat nur noch wenig Bedeutung, gemessen am Jahresumsatz. Auch das Aufpflanzen von typischen Herbstartikeln wie Thuja, Taxus und Pinus verlagert sich aus zeitlichen oder witterungsbedingten Gründen weiterhin ins Frühjahr. Besonders zu spüren ist die abnehmende Nachfrage bei ...

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... ‘Smaragd’; vor allem im süddeutschen Raum und in Österreich verursacht diese Kultur Probleme in den Quartieren und am Endstandort.

Wer darauf angewiesen ist, größere Mengen in uniformer Qualität zu beziehen, hat sich in diesem Jahr besonders früh um den Jungpflanzeneinkauf bemüht. Schon Ende Juni wurden die ersten Aufträge für die Saison 2019/20 vergeben. Grund für dieses frühe Ordern sind vermutlich die negativen Erfahrungen aus dem Vorjahr, wo zahlreiche Anfragen und Aufträge nur noch mit Teilmengen oder gar nicht mehr bedient werden konnten. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich die Jungpflanzenproduzenten dadurch in einer sehr komfortablen Situation befinden. Es ist jedoch immer mit gewissen Risiken verbunden, wenn Bestände verkauft werden, die auf Grund ihrer spärlichen Entwicklung noch nicht annähernd qualitativ und mengenmäßig beurteilt werden konnten. Zahlreiche Betriebe berichten von zunehmenden Anbauabsprachen mit Großabnehmern über nennenswerte Stückzahlen, die vermutlich auf dem freien Markt so nicht geschlossen verfügbar wären.

Magnolien in Sorten, im Betrieb Spilkers


Berberis thunbergii in Sorten bei der W. Eberts OHG


Insgesamt sehr gute Nachfrage

Das gilt sowohl für das einfache Jungpflanzen-Standardsortiment wie auch für spezielle Kulturen wie Beerenobst, Wildobst und Koniferen- und Laubholzveredelungen mit Topfballen. Eine besonders gute Nachfrage erfahren sogenannte Klimagehölze wie Castanea, Liriodendron, Liquidambar, Ostrya und andere in nie dagewesenen Mengen. Hier kommen die Anfragen überwiegend aus dem Bereich „Freie Landschaft und Forst“. Der Bedarf kann hier längst nicht gedeckt werden, und auch in den Folgejahren wird es sich vermutlich ähnlich verhalten.

Ebenfalls Randsortimente und Raritäten sind schon seit dem Spätsommer auf Grund einer regen Nachfrage und geringer Verfügbarkeit ausverkauft. Das Komplettieren von Sortimentsaufträgen durch Zukäufe bei anderen Kollegen ist in diesem Jahr so schwierig wie schon lange nicht mehr. Die Sortimentsbreite nimmt wieder an Bedeutung zu.

Die Frage nach Rennern oder sogenannten „Pennern“ kann in diesem Jahr nicht eindeutig beantwortet werden. Es wurde lediglich festgestellt, dass Neuheiten und Klimagehölze eine hohe Bedeutung haben und dass der Absatz von Thuja für Hecken als einer der wichtigsten Absatzbereiche im Massensortiment zurückgeht.

Angepasster Produktionsbedarf

Schaut man einige Jahre zurück, kann man sich noch gut an eine erhebliche Überproduktion im Bereich Jungpflanzen und einen damit einhergehenden Preisverfall erinnern. Erst in den vergangenen fünf Jahren wurden die Produktionsmengen dem gleich bleibenden Bedarf angepasst. Die erzielbaren Preise stabilisierten sich langsam, und im Randsortiment konnten leichte Preiskorrekturen vorgenommen werden.

In diesem Jahr gewinnt man jedoch erstmals wieder den Eindruck, dass die Nachfrage nach „Grün“ gestiegen ist und dass unsere Branche mit dem Produkt Pflanze durchaus im Trend liegt. Möglicherweise haben uns die allseits diskutierten Themen wie Umwelt, Klima und Insektensterben doch mehr in die Karten gespielt als erwartet.

Ein deutlich geringeres Angebot von Jungpflanzen auf dem europäischen Markt, gepaart mit einer steigenden Nachfrage, führt nun doch spürbar zu Verknappungen in fast allen Bereichen. Diese Situation hat es seit vielen Jahren erstmals möglich gemacht, die erzielbaren Preise durch die Bank auf einen richtigen Kurs zu bringen. Tatsächlich haben die allermeisten Produzenten in diesem Jahr erkannt, dass moderate und faire Preiserhöhungen über das ganze Sortiment akzeptiert werden und dringend notwendig waren, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Es ist nicht das Gefühl von Euphorie zu verspüren, sondern eher ein Gefühl von vorsichtig positiver Zuversicht.

Die erfolgten Preiserhöhungen können aber nur der erste Schritt gewesen sein, denn die Schere zwischen Produktionskosten und Erlös ist noch immer viel zu weit. Besonders intensive Kulturen wie etwa Veredelungen müssen unbedingt deutlich höhere Preise erzielen können – andernfalls sterben solche Kulturen in Zukunft aus. Die Bereitschaft, sich im eigenen Sortiment unwirtschaftlicher Kulturen zu entledigen, fällt uns heute deutlich leichter als noch vor einigen Jahren.

Begrenzende Faktoren „frieren“ Angebot ein

Verständlicherweise haben die abnehmenden Betriebe für Jungpflanzen ein berechtigtes Interesse daran, dass das Angebot in den kommenden Jahren wieder dem steigenden Bedarf angepasst wird. Und natürlich möchten auch die Produzenten zumindest ihre Stammabnehmer so umfangreich wie möglich bedienen, um einem Abwandern der Kunden und somit dem Verlust von Marktanteilen entgegenzuwirken. Laut Aussage verschiedener Jungpflanzenbetriebe ist eine nennenswerte Anbausteigerung für die kommenden Jahre jedoch nicht zu erwarten. Grund dafür ist in erster Linie ein erheblicher Personalmangel, mit dem unsere und die meisten handwerklichen Branchen zu kämpfen haben.

Besonders für kleinere Betriebe ist diese Situation Anlass genug, die Produktion noch weiter zu senken, das Sortiment schlanker zu gestalten oder die Produktion sogar ganz einzustellen. Es fehlt sowohl an Fachkräften wie auch an gutem, motiviertem Saisonpersonal.

Selbst wer Flächenkapazitäten frei hat, kann die Produktion nicht kurzfristig steigern, solange diese personellen Probleme bestehen. In einem Jungpflanzenbetrieb konzentriert sich der Umsatz auf bis zu 85 Prozent auf das Frühjahr. Dieses Volumen ist in der Regelarbeitszeit und nur mit dem Stammpersonal nicht mehr zu bewältigen – zumal der zeitliche Ablauf auf wenige Wochen beschränkt ist.

Das Thema Preisentwicklung ist und bleibt sensibel. Dennoch müssen unsere Betriebe in Zukunft mehr erwirtschaften, um den Standort Deutschland zu sichern und den Beruf Gärtner für junge Menschen wieder attraktiver werden zu lassen.

Der Export von deutschen Jungpflanzen innerhalb der EU oder auch darüber hinaus ist weiterhin ein wichtiger Absatzmarkt für die Betriebe. Schätzungen zufolge werden bis heute mindestens 30 Prozent aller in Deutschland produzierten Jungpflanzen exportiert und erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Dies ist nicht nur der guten Qualität geschuldet, sondern auch der Vielfalt, dem Service, der Kontinuität und der Zuverlässigkeit deutscher Lieferanten.

Transport und Verpackung

Seit mehreren Jahren ist das Stichwort „Transport und Verpackung“ für Pflanzen auch Thema im Ausschuss Jungpflanzen. Wir gehen davon aus, dass das zurzeit gültige Verpackungsgesetz nur der Beginn einer sich fortwährend weiterentwickelnden, politischen Diskussion sein wird. Es ist vermutlich mit weiteren Verschärfungen und Auflagen für den Gebrauch und das in Umlauf bringen von Kunststoffverpackung zu rechnen. Hier gilt es, sich rechtzeitig Gedanken zu praktikablen Alternativen und damit notwendig verbundenen Umstellungen zu machen, wozu möglicherweise auch der Transport und die Verwendung von Mehrwegtöpfen beziehungsweise Mehrweg- Kulturplatten zählen könnte. Ferner beobachten die meisten Betriebe eine immer geringere Akzeptanz der herkömmlichen Pfandkiste für den Jungpflanzenversand. Begründet wird dies mit hohen Verpackungskosten und zum Teil noch höheren Kosten für die Rückführung an den Lieferanten.

Wer mit dem Verpacken und Versenden von Jungpflanzen vertraut ist, weiß, dass die Pfandkiste sowohl für den Versender wie auch für den Empfänger die einfachste und pflanzenschonendste Verpackung ist. Alternativen hierzu sind Holzpaletten (nur während der Vegetationsruhe) oder Einwegkartons sowie der Transport auf CC. All dies ist möglich, macht den Versand aber deutlich aufwendiger und verursacht am Ende mehr Müll oder noch höhere Transportkosten.

Änderungen beim Abnehmerstamm

Im Lauf der letzten Jahre hat man festgestellt, dass besonders durch den Onlinehandel, aber auch im Bereich Friedhof und GaLaBau eine verstärkte Nachfrage nach dem Artikel „P 0,5 Liter“ besteht, was einem 9-cm-Jungpflanzentopf entspricht. Die Qualitätsbezeichnung „P 0,5“ fand in der Vergangenheit überwiegend Verwendung für Artikel wie Pachysandra oder Vinca, mit einer zusätzlichen Angabe von Triebzahlen.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von bodendeckenden Gehölzen wie Cotoneaster, Potentilla und Spiraea sowie Heckenpflanzen wie Liguster oder Kirschlorbeer, die ebenfalls im BKS vorhanden, aber keinem Abnehmerstamm zugeordnet sind. Diese Artikel sollen in den kommenden Wochen und Monaten überarbeitet und einem Abnehmerstamm zugeordnet werden, damit auch sie fester Bestandteil im Abnehmerstamm für GaLaBau und Kommunen werden können.

Wilfried Eberts, Fachausschuss Jungpflanzen


Foto: Haltermann

Foto: Eberts

Foto: Thiemo Haltermann