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Marvel’s Avengers


Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 04.09.2019

Helden, Haue, hakelige Kämpfe – auf der Gamescom 2019 in Köln durften wir das Superhelden-Abenteuer erstmals selbst spielen und waren davon etwas enttäuscht.


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Bildquelle: Play5, Ausgabe 10/2019

In der Anfangssequenz von Marvel’s Avengers, die wir spielen konnten, schlüpfen wir der Reihe nach in die Haut von allen wichtigen Helden des Teams.


Avengers-Teammitglied Captain America nutzt im Kampf seinen Schild wie einen Bumerang, er kann aber auch mit den Fäusten ordentlich austeilen.


ACTION | Wer heutzutage noch nichts von den Avengers gehört hat, lebt wohl entweder mit geschlossenen Augen und den Fingern in den Ohren in einer Höhle auf dem ...

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ACTION | Wer heutzutage noch nichts von den Avengers gehört hat, lebt wohl entweder mit geschlossenen Augen und den Fingern in den Ohren in einer Höhle auf dem Mond oder gehört zur Altersklasse CDU-Wähler. Marvels mächtigste Helden sind seit Jahrzehnten ein Grundpfeiler der Comic-Industrie und seit dem Streifen Endgame auch die Protagonisten des erfolgreichsten Films aller Zeiten. Nun versammeln sich die Avengers endlich auf der Konsole! Wurde auf der diesjährigen E3 nur ein Gameplay-Trailer enthüllt, der jede Menge Action versprach, durfte man nun auf der Gamescom 2019 in Köln auch endlich selbst zocken. So ganz vom Hocker gehauen hat uns die Superheldensause jedoch nicht.

Auf der Messe auf die Fresse

In der Stadt des (bald wieder) zweitklassigen Geißbocks durften wir die ersten 30 Minuten von Avengers spielen, die bereits im E3-Trailer als Gameplay zusammengeschnitten waren. Der Taskmaster und seine Gehilfen verüben einen Terroranschlag auf die Golden Gate Bridge in San Francisco und da können die ruhmreichen Rächer natürlich nicht tatenlos zusehen. Der Auftakt dient als Tutorial, in dem einem die Eigenschaften der jeweiligen Charaktere näher gebracht werden. Zunächst kloppen wir uns als Thor mit ein paar Fieslingen, lernen den Blitzschlag und werfen natürlich Mjölnir gegen Gangsterköpfe. Anschließend übernehmen wir die Kontrolle von Iron Man. Dabei fliegen wir hinter mit Jetpack bestückten Taskmaster-Jüngern her und schießen sie mit den Repulsoren von Tony Starks Alter Ego vom Himmel. Danach verwandelt sich Bruce Banner in den Hulk und wir dürfen mit dem grünen Grobian über das berühmte Wahrzeichen der Bay Area walzen. Selbst einen Panzer zerlegen wir mühelos. Als Nächstes ist dann Captain America an der Reihe. Auf dem Shield-Helicarrier hauen wir auf Fieslinge ein und werfen ihnen unseren Schild in die Visagen, bis wir schließlich Black Widow übernehmen, die sich direkt mit dem Taskmaster anlegt und so einen kleinen Bosskampf vom Zaun bricht. Wir verfolgen den fliegenden Stinkstiefel, pflücken ihn unsanft aus der Luft, weichen seinen Attacken aus und schießen ihm mit unseren Pistolen ein paar blaue Bohnen entgegen. Das ist alles super rasant und richtig spektakulär inszeniert, fühlt sich jedoch nicht so dynamisch an, wie es sich vielleicht anhört. Abgesehen von Black Widow spielen sich alle Figuren etwas schwerfällig. Beim Hulk ist das nachvollziehbar, doch auch Thor steuert sich wie ein Panzer. Zudem wirkten die Kombos, bestehend aus leichten und schweren Angriffen, immer behäbig. Selbst beim Flugabschnitt mit Iron Man macht das Spielgeschehen keinen sonderlich schnellen Eindruck. Überhaupt scheint der Milliardär in der eisernen Maske das Problemkind der Heldentruppe zu sein. Nach dem Verfolgungsabschnitt wird Iron Man von bewaffneten Gegnern gestellt, woraufhin der Kampfablauf recht unbeholfen wirkt. Tony Stark schwebt ziemlich träge dahin, und wenn man mal etwas weiter in die Lüfte aufsteigt und dann getroffen wird, sinkt Iron Man direkt wieder zu Boden. Das sah unfreiwillig komisch aus. Wir wollen jetzt allerdings auch nicht zu negativ klingen. Die Präsentation ist klasse und das Gameplay ist dennoch nicht schlecht. Ja, es macht Spaß, aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas! Bei der Technik muss sich bis zum Release am 15. Mai 2020 aber definitiv noch etwas tun. Der Titel ruckelte teilweise sehr auffällig auf der PS4 Pro.

Während der Rest der Avengers auf der Golden Gate Bridge die Stellung hält, erwehrt sich Captain America im Shield-Helicarrier hereinplatzenden Feinden.


Black Widow setzt sich in einem Bosskampf mit dem fiesen Taskmaster auseinander. Dabei nutzen wir unter anderem Quick-Time-Events.


Iron Man gefiel uns beim Spielen am wenigsten. Er fühlt sich überraschend träge an und die Kämpfe fielen dementsprechend undynamisch aus.


Alleine oder im Team?

Neben ersten Hands-on-Eindrücken rückten Publisher Square Enix und Entwicklerstudio Crystal Dynamics auch neue Informationen zum Koop-Modus heraus. Nach dem E3-Trailer waren viele Leute skeptisch, ob das dort gezeigte Gameplay mit einem Multiplayermodus vereinbar ist, doch nun wird klar, dass das Spiel ein ganz anderes Konzept hat. Nach dem sogenannten A-Day, eben jenem Tag, als bei dem Kampf gegen den Taskmaster viele Unschuldige verletzt wurden, setzen sich die Avengers zur Ruhe, Superhelden werden geächtet und der Konzern AIM reißt mit seinen Kampfandroiden viel Macht an sich, um ein Unrechtsregime aufzubauen. Die ehemaligen Avengers wollen dabei irgendwann nicht mehr zusehen und führen nun eine Art Guerillakrieg gegen AIM. Daher gibt es auch eine Kriegskarte. Dort wählt ihr dann zwischen Hero-und Warzone-Missionen. Hero-Missionen sind reine Singleplayer-Story-Quests, die die Geschichte weitererzählen und auf einen speziellen Avenger ausgelegt sind. Beispielsweise Fluglevels für Iron Man und Abschnitte, in denen viel zu Bruch geht für den Hulk. Warzone-Missionen sind hingegen für einen bis vier Spieler ausgelegt! Hier darf der gespielte Held frei gewählt werden. In Warzone-Quests erhält man zusätzliche Erfahrungspunkte, Outfits, Ausrüstungsgegenstände und Informationen zur Story. Warzone soll über mehrere Jahre mit neuen Helden und weiteren kostenlosen Inhalten unterstützt werden. Zudem machten die Entwickler klar, dass bei ihnen die Charaktere im Fokus stehen, sowohl im Hero-Modus als auch bei Warzone-Missionen. Jede Figur habe eigene Motivationen und Wege, um mit dem schrecklichen Unglück des A-Days umzugehen. Des Weiteren sollen Spieler über das Skill und Perk-System selbst festlegen können, welche Spielweise sie bei den Avengers passend finden. Dies erklärt man uns am Beispiel von Thor. Möchte man ihn zum starken Nahkämpfer machen, der mächtig austeilt, viel einstecken kann und immer an vorderster Front zu finden ist, soll das genauso möglich sein wie ein Donnergott, der sich eher aus dem Kampfgetümmel fernhält, weil er nach ein paar Treffern bereits umkippt, aber dafür aus etwas Entfernung Blitze auf die Gegner schleudert. Das klingt tatsächlich ziemlich interessant und nach viel Freiheit beim Spielen. Trotz der oben genannten Kritik am Action-Game, sind wir also sehr gespannt, wie sich Marvel’s Avengers in den kommenden Monaten bis zum Release im Mai 2020 entwickelt. Genügend Potenzial für ein starkes Spiel ist jedenfalls trotz ein paar aktuellen Problemchen vorhanden.
CHRISTIAN DÖRRE