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MATTEMATIK


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klettern - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 19.10.2022

Crashpads

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Bildquelle: klettern, Ausgabe 8/2022

Genug Crashpads? Niccolò Ceria beim Putzen seiner jüngsten Erstbegehung The Orange Army (unbewertet) im Aostatal. Neun Jahre benötigte er, bis er physisch und mental für den Durchstieg bereit war.

Eigentlich hätten es elf Crashpads sein sollen. Doch drei europäische Vertriebe US-amerikanischer Pads mussten passen. Bei Mad Rock und Metolius waren alle Modelle an den Handel ausgeliefert, ihre Matten sollen aber auch 2023 in Europa erhältlich sein. Vom Launch Pad hätten wir zwar ein Test-Exemplar bekommen, doch die Evolv-Pads werden 2023 nicht zu uns verschifft.

Blieben acht übrig. Darunter eine Firma, die wir zum ersten Mal im Heft haben: Organic. Lan-ge gab es für die legendären Crashpads aus Pennsylvania keinen Vertrieb im deutschsprachigen Raum, seit einiger Zeit importiert nun die Bergstation in Hilden Organic Pads und liefert diese an Endkunden in vielen EU-Ländern.

Es sind acht Crashpads, die uns besonders interessant erschienen und die ein breites Spektrum unterschiedlicher Anforderungen abdecken: Tacos und Burritos, von leicht und praktisch bis groß und mächtig. Von Februar bis ...

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... Ende September waren sie im Einsatz, jedes Crashpad zwischen 15 und 25 Bouldertage. So viel sei vorweg verraten: Wir waren von vielen Pads angetan.

Die vorrangige Aufgabe eines Crashpads ist, möglichst viel Sturzenergie gleichmäßig aufzunehmen und den Boulderer vor Verletzungen zu schützen. Sprich: Ein Crashpad ist nicht dazu da, bei kleinen Plumpsern eurem Po zu schmeicheln, sondern um euch im Ernstfall den A… zu retten!

Auf das Innenleben kommt es an

Grundsätzlich sind zwei Bauweisen zu unterscheiden: Tacos und Burritos. Erstere besitzen durchgehende Schaumstoffblöcke, letztere sind zweigeteilt und werden zum Transport zusammengeklappt. Beides hat Vor- und Nachteile. Bei Burritos gilt die Mitte, wo nur Textil die Schaumstoff-Kammern verbindet, als Schwachstelle. De facto ist das Zusammenklappen eines Burritos bei Mittenlandung – zumindest bei überlegter Platzierung – aber viel unwahrscheinlicher als ein verletzungsträchtiger Sprung auf die Crashpad-Kante. Der Vorteil von Burritos: leicht zu packen, gut für kurze Transporte und die Gepäckaufnahme, und man kann – umgedreht eingesetzt – größere Blöcke im Landebereich damit absichern.

Bei Tacos müssen die Schaumstoffe zum Transport geknickt werden. Zwei der drei getesteten Tacos haben das Tragesystem an der Oberseite, damit die empfindliche, geschlossenzellige, obere Lage nicht spitz 180° geknickt wird. Dies bedeutet, dass das Tragesystem beim Bouldern abgedeckt werden muss – beim Moon Warrior mit einem Flap, Petzl setzt auf eine Vollverhüllung des Cirro. Beim zum Transport doppelt geknickten Edelrid Crux sind die Träger an der Unterseite, dafür besteht die zweite von vier Schaumschichten aus drei Teilen und wird so nicht geknickt. Allerdings verschieben sich die Teile beim Transport manchmal. Zumindest Tacos mit Tragesystem an der Unterseite sollten zuhause aufgeklappt gelagert werden, damit die Schaumstoffe nicht dauerhaft geknickt und damit komprimiert und geschädigt werden.

Fünf Pads bieten die klassische Schichtung: oben ein geschlossenzelliger Schaumstoff, meist aus Polyethylen (PE), darunter eine dickere Schicht aus offenzelligem Polyurethan (PU) mit gleichwohl hoher Dichte. Manchmal finden sich weitere Schichten, darunter auch geschlossenzellige PU-Schichten. Letztere und PE haben wir als „dicht“, offenzelliges PU als „offen“ deklariert.

CRASHPADS SOLLEN NICHT BEI PLUMPSERN EUREM PO SCHMEICHELN, SONDERN EUCH IM ERNST-FALL DEN A… RETTEN!

Organic dagegen arbeitet mit einer Schichtung von offen-PE-offen. Ocun nutzt beim Moonwalk sein patentiertes FTS-System, bei dem sich viele vertikale Schaum-Elemente in einem PU-Block befinden. Snap wiederum setzt beim Guts seine Air Technology ein – verbundene Schaumstoffmodule, aus denen je nach Aufprallhärte und -fläche unterschiedlich viel Luft entweicht.

Unsere Wertungskategorien

Für eine sichere „Landung“ ist die Komposition und Haltbarkeit der Schaumstoffe entscheidend. Des weiteren muss das Pad dort seinen Dienst tun, wo es platziert wurde. Dem Petzl Cirro mussten wir – trotz Schaumstoffen vom Feinsten – einen Stern abziehen, weil die relativ glatte Kompletthülle ihm unerwünschte Gleitqualitäten verleiht. Mehrfach rutschte es bei moderater Neigung vom Einsatzort weg, auf Gras ebenso wie auf anderen Pads. Dagegen ist die Fläche der Matten nicht in unsere Landungs-Wertung eingeflossen.

Unter dem Begriff „Handling“ haben wir die Bedienbarkeit, also Gurte, Buckles, Schnallen, Flaps & Co. untersucht, wie leicht das Pad sich ent- und verpacken lässt und wie leicht und schnell es sich umplatzieren lässt. Diese Manövrierbarkeit ist ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt bei Crashpads. Wer im Zweierteam gleichzeitig spotten und Matten bewegen muss, braucht einen leichten Zugriff. 10 Zentimeter dicke Pads sind noch mit der Hand zu umgreifen, für 12 oder mehr braucht es schon ordentliche Pranken – oder sinnvoll dimensionierte und platzierte Griffe. Hier ist bei vielen Herstellern noch Luft nach oben. Vorbildlich ist das Mammut Crashiano mit vier großen Griffen mittig an allen Seiten.

Unter „Transport“ haben wir schließlich den Tragekomfort auf An- und Abmarsch sowie beim kurzen Umzug zum nächsten Block bewertet, für den auch Tacos eigentlich nicht umgebaut wer-den. Als Klapptasche genutzt sind dabei Burritos im Vorteil, aber auch das Moon Warrior schlägt sich gut. Das Edelrid Crux dagegen muss auch für kurze Strecken umgebaut werden.

KNOWHOW

KLEINE HELFER

Es lebe das Sitzstart-Pad! Tipps zur Nutzung und drei Exoten im Detail.

Viele Crashpad-Hersteller haben auch sogenannte „Sitzstart-Pads“ im Programm. Diese kleinen Matten stellen eine sinnvolle Ergänzung dar und können in der Regel im großen Crashpad transportiert werden. Ihr Einsatzbereich ist vielfältig: als Hosen-sauber-haltende Unterlage für den Start vom Allerwertesten oder zum Abdecken von bei einem Sturz gefährlichen Felsen, Wurzeln oder Bäumen. Ebenso eignen sie sich zum Abdecken des Spalts zwischen zwei Crashpads, um verletzungsträchtige Landungen auf dieser Schwachstelle des „Sicherungssystems“ zu vermeiden. Sie können auch als „Treppe“ neben einem großen Crashpad eingesetzt werden – und so eine Fußlandung auf der Kante des großen Pads zumindest entschärfen. Oder als Bettchen für das Nickerchen des Nachwuchses. Von den hier vertretenen Herstellern haben alle außer Black Diamond und Mammut Sitzstart- Pads im Angebot. Drei außergewöhnliche Modelle darunter wollen wir euch vorstellen:

► EDELRID SIT START90 x 55 cm Fläche sind nicht ungewöhnlich, die meisten Sitzstart-Pads haben ähnliche Dimensionen. Ein einzelner, geschlossenzelliger Schaumstoff ist auch Standard. Nicht aber 5 cm Höhe. Das 1 kg schwere Edelrid-Pad federt Halbmeter-Plumpser auch auf hartem Untergrund ausreichend ab. Gut und günstig, schade nur, dass der Schuhabstreifer des Vorgängers fehlt! 50

► MOON CIRRUSGanz frisch im Sortiment der englischen Kletterlegende ist ein Monster-Sitzstart- Pad: 200 x 120 x 2 cm (PE). Der Clou: es lässt sich halbieren und vierteln, auf 100 x 60 x 8 cm. Damit eignet es sich als kleines, aber ziemlich hartes Normalpad, als Riesenmatte über weicher Wiese und als oberste Schicht auf Crashpad-Stapeln. Beim Transport im normalen Pad samt Gepäck wird‘s allerdings eng. 4 kg Gewicht und der Preis sind auch nicht von Pappe. 190

► OCUN PADDY SITCASEZweitmatte, Tasche, Sitzstart-Pad: Beim Paddy Sitcase setzt der tschechische Hersteller wie bei vielen seiner Modelle auf eine robuste RV-Verbindung. Geschlossen misst das 1,7 kg schwere Pad 100 x 48 x 6 cm – beste Voraussetzungen für einen komfortablen Sitzstart. Geöffnet kann es längs und quer verbunden werden: 100 x 96 cm oder 200 x 48 cm bei jeweils 3 cm Dicke. Und wenn der Umzug zum nächsten Block ansteht, lässt es sich im Handumdrehen in eine verschließbare Tasche für Schuhe, Chalk & Co. verwandeln. 119,95

DIE MANÖVRIERBARKEIT IST EIN WICHTIGER SICHERHEITS-ASPEKT. LEIDER IST HIER OFT NOCH LUFT NACH OBEN

Bei der Landungs-Wertung haben wir die Fläche nicht einfließen lassen, bei der Transport-Wertung findet das Gewicht des Pads hingegen Berücksichtigung. Das Tragesystem sollte auf Dimensionen und Gewicht des Pads plus einige Kilo mehr abgestimmt sein. Denn auch wie sich Sitzstart-Pad, Stabbürste und Rucksack im Crashpad transportieren lassen, ist Teil unserer Wertung.

Manche bemängeln, dass diese Transportmethode den Schaumstoffen schade. Mit Verlaub, das müssen sie aushalten! In unwegsamem Gelände sind den Blick auf die Füße versperrende Bauch-Rucksäcke oder ständig herabrutschende Schultertaschen keine wirkliche Option.

Wer hier oder bei anderen Kriterien anderer Meinung ist: Wir haben unsere Sterne-Wertung so transparent wie möglich gehalten, die Begründung findet ihr jeweils im Text. So sollten alle das ihren Präferenzen entsprechende Pad finden!

Und die Gewinner sind!

Vier Empfehlungen und ein Preistipp sind bei acht Modellen eine hohe Quote, die auch unserer Vorauswahl geschuldet ist. Ein knappes Rennen lieferten sich das Moon Warrior und das Ocun Moonwalk FTS. Letztlich maßen wir dem Plus an Tragekomfort beim Warrior mehr Bedeutung bei als der möglichen Längs-Nutzung des Moonwalk FTS. Das Organic Big Pad und das Snap Guts bekommen eine Empfehlung für ihre überragende Dämpfung bei größeren Stürzen. Gewisse Abstriche bei Handling und Transport kann man da verschmerzen. Das Mammut Crashiano empfehlen wir für seine rundum prima Performance. Und auch das leichte, funktionale Black Diamond Circuit hat sich seinen Preistipp redlich verdient.

KNOWHOW

DIE UIAA-NORM 161

Seit 2016 wird der Kopfschutz von Crashpads zertifiziert.

Der neue Sicherheits-Standard der UIAA beschränkt sich bislang auf die Messung des HIC-Werts. Dieses „Head Injury Criteria“ wurde ursprünglich für Autounfälle entwickelt und wird häufig auf Spielplätzen angewandt. Getestet wird grob gesagt so: Ein „Messkopf“ fällt aus immer größerer Höhe auf das Crashpad, bis der als kritisch definierte HIC-Wert von 800 erreicht wird. Diese Höhe bekommt das Crashpad dann von der UIAA zertifiziert. Da beim Bouldern meist die Extremitäten verletzt werden, ist die Bedeutung des HIC-Werts allerdings fraglich. Dessen ist sich die UIAA Safety Commisssion bewusst: Sie freut sich darauf, „ein größeres Verständnis der Leistung von Crashpads zu entwickeln und dieses möglichst zu standardisieren, um Verletzungen der Extremitäten zu reduzieren“.

Black Diamond

Circuit

PREISTIPP08/2022

Als „strapazierfähige Unterlage zu einem fairen Preis“ preist Black Diamond sein neues Pad an. Stimmt: Der zweilagige Schaumstoff dämpft ordentlich, nach 25 Bouldertagen war noch keine Verschlechterung zu verzeichnen. Ein biblisches Alter dürften die leichten Schaumstoffe jedoch nicht erreichen. Dafür sind die Schultergurte für 4,2 kg völlig ausreichend. Dank Biegsamkeit sowie zwei Buckles-Verschlüssen seitlich und einem unten bleibt der Transport auch mit Zuladung entspannt. Mit 10 cm Höhe und griffigem Material ist das in vier Farben erhältliche Circuit zudem gut manövrierbar.

Konstruktion:Burrito; oben 2,5 cm PE-Schaumstoff, unten 6,5 cm PU-Schicht offen (im Verbund); Hülle: 900d-Nylon

Maße(offen): 120 x 89 x 10 cm

Tragen:gepolsterte Schultergurte, Hüftgurt, 2 Griffe

Details:Velcros im Falz, 3 Buckles-Gurte

Gewicht:4,2 Kilogramm

Web:

Preis:170,00 Euro

Fazit:Leicht, praktisch und eine ordentliche Dämpfung: günstiges Modell für mittlere Höhen, Parcours und als Zweitpad

Edelrid

Crux

Das Crux bietet die größte Landefläche im Testfeld – stolze 2,2 m2. Mit einer Höhe von 10 cm und dank dreier Griffe (zwei quer, einer längs) ist es zudem ordentlich manövrierbar. Mit dem Crux lässt sich zu zweit eine große Landefläche abdecken. Von zu weit oben sollten Stürze allerdings nicht erfolgen, erst recht nicht über steinigem Untergrund. Die vierlagige Schaumstoff-Konstruktion kommt dort relativ schnell an ihre Grenzen. Zum Schließen muss das Pad zweimal geknickt und gebändigt werden, Zuladung ist nur bedingt möglich. Dafür macht das gute Tragesystem den Transport der Riesenmatte erträglich.

Konstruktion:Taco; oben PE-Schaumstoff (1,5 cm), dann PU-Schicht dicht (2,5 cm, dreiteilig), PU offen (5 cm), unten PU dicht (1 cm), Hülle: Ballistic Nylon unten

Maße(offen): 200 x 110 x 10 cm

Tragen:gepolsterte Schultergurte und Hüftgurt (höhenverstellbar), 3 Griffe

Details:aufgenähter Schuhabstreifer, kurzer Flap, 3 Buckles-Gurte

Gewicht:7,5 Kilogramm

Web:

Preis:400,00 Euro

Fazit:Relativ dünne Riesenmatte für soften Untergrund oder als obere Schicht bei gestapelten Crashpads.

Weitere interessante Crashpads: IMPACT:Burrito, 114 x 100 x 10 cm, 4,3 kg, 230 €: wertiger als das Circuit. DROP ZONE:Taco, 122 x 104 x 9 cm, 4,8 kg, 280 €: Taco-Klassiker. MONDO:Burrito, 165 x 112 x 12,5 cm, 9,3 kg, 400 €: bewährter Highball-Spezialist.

Mammut

Crashiano

EMPFEHLUNG 08/2022

Die Matte mit dem schönen Namen überzeugt durch ihre Ausgeglichen- und Durchdachtheit. Das Tragesystem mit gepolsterter Hüftflosse ist hervorragend. Der Flap, der selbiges beim Einsatz bedeckt, sorgt in Kombination mit vier mittig platzierten Griffen für optimale Manövrierbarkeit auch auf Steinen und Wurzeln. Die dreilagige Schaumstoff-Konstruktion mit einer durchgehenden Schicht oben erreicht nicht ganz die Highball-Qualität der Pads von Organic, Petzl und Snap, dafür landet man auch aus kleinen Höhen angenehm sanft. Gute Buckles und ein Logo-Schuhabstreifer runden den gelungenen Auftritt ab.

Konstruktion:Burrito mit durchgehender 3,5-cm-PE-Schicht oben, darunter 3,5 cm PU dicht, darunter 5 cm PU offen (letztere zwei in Folie); Hülle: 1000d-Polyester

Maße(offen): 156 x 110 x 12 cm

Tragen:Schultergurte und Hüftgurt gepolstert; 4 Griffe

Ausstattung:aufgenähter Schuhabstreifer, langer Flap, 2 seitliche Buckle-Gurte

Gewicht:9,1 Kilogramm

Web:

Preis:400,00 Euro

Fazit:Überzeugendes Gesamtpaket: sehr gute Dämpfung, perfektes Handling und für Gewicht und Größe toller Tragekomfort.

Weitere interessante Crashpads: MANTLE:Burrito, 120 x 110 x 10 cm oder 220 x 60 x 10 (RV-Koppelung), 5,2 kg, 250 €: Einsatz und Tragesystem variabel. SIT START:Siehe S. 63.

Moon

Warrior

EMPFEHLUNG 08/2022

Ben Moons fürsorglicher „Krieger“ ist in vier Farben erhältlich. Die elf Zentimeter dicke Taco-Schaumstoff-Konstruktion sorgt für sehr gute Dämpfung, solange nicht die Highball-Grenze überschritten wird. Beim Transport ist die Oberseite außen, dadurch lässt sich das Pad zum Einsatz leicht „plätten“. Das tadellos seinen Dienst erfüllende Tragesystem wird beim Bouldern mit einem Velcro-Flap abgedeckt. Das funktioniert gut, ist aber etwas fummelig. Drei Griffe und die griffige Hülle sorgen für gute Manövrierbarkeit, drei seitliche Gurte mit soliden Buckles für gute Stabilität auch mit gewichtiger Rucksack-Zuladung.

Konstruktion:Taco; 2,5 cm dichter Schaumstoff oben, unten 8,5 cm offen, beide in Folie; Hülle: 600d Polyester

Maße(offen): 130 x 100 x 11 cm

Tragen:Gepolsterte Schultergurte mit Brustgurt; Hüftgurt; 3 Griffe

Ausstattung:Velcro-Flap, der auch als Schuhabstreifer dient, verstärkte Ecken

Gewicht:5,6 Kilogramm

Web:

Preis:245,00 Euro

Fazit:Funktional, robust & stylish: Allround-Crashpad für Taco-Fans, das keine größeren Schwächen zeigt.

Weitere interessante Crashpads: SLAM PAD:Burrito, 120 x 100 x 10, 5,3 kg, 275 €: der kleine Bruder des Crashiano, durchgehender Schaum oben, 4 Griffe, nur keine Hüftflosse.

Ocun

Moonwalk FTS

Zwei dichte Schaumstoff-Schichten, dazwischen ein Absorptionsblock mit vielen vertikalen Schaumstoffröhren. Dies soll für eine gleichmäßige Dämpfung bis an die Ränder sorgen. Das FTS-System funktioniert bestens, allerdings erhöht ein härterer Rand die Gefahr von Sprunggelenks-Verletzungen. Der durch den Reißverschluss bedingte, etwas größere Abstand zwischen den Schaumstoffkammern kann mit 2 Velcro-Straps an der Unterseite fixiert werden. Weitere Pluspunkte: auch im Format 200 x 66 x 10 cm nutzbar und gute Manövrierbarkeit. Die Schulterträger könnten allerdings komfortabler sein.

Konstruktion:Burrito, dreilagig: oben 2 cm PE-Schaum, 7 cm FTS Absorption Block, unten 1 cm PU dicht

Maße(offen): 132 x 100 x 10 cm

Tragen:gepolsterte Schultergurte, 3 Griffe

Ausstattung:RV-Kopplung, Fixier-Velcros, Schuhabstreifer, Sitzbank-Funktion, UIAAzertifiziert (HIC 400: 2,7 m)

Gewicht:5,0 Kilogramm

Web:

Preis:279,95 Euro

Fazit:Sehr solide Landung, variable Einsatzoptionen und sinnvolle Details. Nur das Tragesystem trübt den Eindruck etwas.

Weitere interessante Crashpads: PLUTO:Taco, 100 x 100 x 8, ~5 kg, 170 €: kleiner Bruder des Warrior. SATURN:Taco, 160 x 120 x 14, ~8 kg, 360 €: klassisches, bewährtes Highball-Pad. CIRRUS:Siehe S. 63.

Organic

Big Pad

EMPFEHLUNG08/2022

Vielen gelten Organic Pads als die besten der Welt: Made in USA mit Solarstrom, edle Schaumstoffe, „echtes“ Ballistic Nylon, keine Gimmicks. Das Außenmaterial ist extrem robust, das höhenverstellbare Tragesystem simpel, aber Gewicht und Dimension angemessen. Innen packt Organic als einziger Hersteller seine dicke PE-Schicht zwischen zwei offenzellige PU-Schaumschichten. Kleine Stürze fallen etwas hart aus, ab drei Metern ist die Matte eine Wucht! Allerdings muss man wegen Dicke und Steifigkeit seinen Rucksack förmlich hineinpressen, zwei Schlaufen mittig an den Längsseiten würden die Manövrierbarkeit erleichtern.

Konstruktion:Burrito, oben 2,7 cm PU-Schaum offen, darunter 2,7 cm PE, unten 7,5 cm PU offen

Maße(offen): 145 x 116 x 13 cm

Tragen:gepolsterte Schultergurte (höhenverstellbar), Brust- und Hüftgurt, 3 Griffe

Ausstattung:3 Buckle-Gurte an der Seite, 1 unten; jedes Pad ist optisch ein Unikat

Gewicht:9,0 Kilogramm

Web:

Preis:415,00 Euro

Fazit:Sie sind wirklich super: unverwüstlich, funktional und absolut Highball-tauglich, nur beim Handling etwas spartanisch.

Weitere interessante Crashpads: JOKER FTS:Burrito, 100 x 94 x 10, 4 kg, 229,95 Euro: kleiner Bruder des Moonwalk. DOMINATOR FTS:Burrito, 132 x 100 x 14,5, 5,7 kg, 299,95 Euro: nicht riesig, aber voll Highball-tauglich.

Petzl

Cirro

Das Cirro ist echte Ingenieurs-Kunst: ein Taco mit Velcro-Tragesystem auf der Oberseite, die komplett mit einem Flap überzogen und mittels RV eingeschlossen wird. Zum Transport wird der Flap auf die andere Seite geklappt, RV zu, Crashpad reisefertig. Das ist anfangs mühselig, wird aber bald zur Routine. Der Tragekomfort ist gut, Zuladung beschränkt möglich. Kurz-Transporte dagegen gestalten sich anstrengend, die vier Schlaufen an den Ecken taugen nur bedingt zum Manövrieren. Die Schaumstoffe sind super! Einen Stern Abzug bei der Landung gibt es für die Rutschfreudigkeit des Pads bei Gefälle – auf Gras und anderen Matten.

Konstruktion:Taco, oben 2 cm Schicht aus 2 verbundenen PE-Schäumen, unten 10,5 cm PU offen; Hülle: Cordura Ballistic

Maße(offen): 148 x 118 x 12,5 cm

Tragen:gepolsterte Schultergurte und Hüftgurt, 1 Griff, 4 Eckschlaufen, Schultergurt

Ausstattung:Komplett-Flap mit YKK-Reißverschluss Nr. 10

Gewicht:9,4 Kilogramm

Web:

Preis:390,00 Euro

Fazit:Ausgetüfteltes, robustes und absolut Highball-taugliches Taco mit drei Jahren Garantie, aber auch kleinen Schwächen.

Weitere interessante Crashpads: FULL PAD:Burrito, 122 x 91 x 10, 5,5 kg, 290 Euro: multifunktionale Flap-Tasche. BRIEFCASE PAD:Burrito, 91 x 61 x 7,5, 2,5 kg, 140 Euro: Zusatz-Pad (als KIDS PAD mit Kinder-Tragesystem).

Snap

Guts

EMPFEHLUNG 08/2022

Vier von 13 Pads stattet Snap mit seiner Air Technology aus, darunter das Guts. Das System funktioniert super: Bei harten Fußlandungen macht es dicht, kleine Stürze auf den Rücken werden gut gedämpft. Mehr Landekomfort bietet kein Pad im Feld! Als Hülle dient 100% recyceltes Polyester, Boden und Ränder haben eine wasserfeste Beschichtung. Weniger gut die Beweglichkeit: Das Tragesystem ist knapp dimensioniert, es empfiehlt sich, die Snap-Hüftflosse dazu zu kaufen (15 €). Die Zuladung ist durch kurze Velcroverschlüsse eingeschränkt, für normale Hände bleiben an der unteren Längsseite nur diese zum Manövrieren.

Konstruktion:Burrito, oben 2 cm PE, darunter 11 cm PU-Schaumstoff-Module; Hülle: 600d Polyester mit TPU (nahtlos an den Unterkanten), oben 900d Polyester

Maße(offen): 150 x 100 x 14 cm

Tragen:gepolsterte Schultergurte, 2 Griffe, Schlaufen für Hüftflosse (nicht enthalten)

Ausstattung:3 Velcro-Verschlussgurte; Velcros im Falz; Schuhabstreifer

Gewicht:8,4 Kilogramm

Web:

Preis:359,00 Euro

Fazit:Grandiose Dämpfung von Low- bis Highball und funktionale, robuste Hülle – aber nur für hartgesottene Träger.

Weitere interessante Crashpads: ALTO:Taco, 118 x 100 x 10, 5,7 kg, 285 €: kleiner Bruder des Cirro, identisch konstruiert. NIMBO:75 x 50 x 3, 0,7 kg, 65 €: robustes Sitzstart-Pad mit PE-Schaum und Cordura Ballistic.

Weitere interessante Crashpads: WHAM:Die Taco-Version des Guts, Größe und Preis gleich. Noch größer: GRAND GUTSund GRAND WHAM,150 x 120 x 14 cm, 399 €.