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Medizin aktuell: Gesund, fit und aktiv durchs Leben: Wie Sie lernen, besser mit


Woche der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 09.01.2019

Parkinson zu leben

Zittern, Sprachstörungen, Bewegungs-Einschränkungen


Artikelbild für den Artikel "Medizin aktuell: Gesund, fit und aktiv durchs Leben: Wie Sie lernen, besser mit" aus der Ausgabe 3/2019 von Woche der Frau. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Woche der Frau, Ausgabe 3/2019

Praktische Hilfe im Alltag: Schuhe mit Klettverschlüssen lassen sich auch mit zitternden Händen noch gut schließen

Es passierte mitten auf der Straße. Die Fußgängerampel schaltete auf Rot, ringsherum setzte Hupen ein. „Ich wurde angepöbelt, ob ich schon mittags betrunken sei. Aber ich konnte mich einfach nicht mehr bewegen“, erinnert sich Timo Lehmann (40), der damals wie angewurzelt auf der Fahrbahn stand. Zum Glück schätzte eine Dame die Lage richtig ein und half. Sie wusste: Parkinson führt nicht nur zu unsicheren, verlangsamten ...

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... Bewegungen. Es kann auch plötzliche Geh-Blockaden auslösen.

Für viele Patienten kommt auch die Diagnose Parkinson an sich urplötzlich. Das Zittern eines Armes begleitete etwa Silvia Buth (55) schon einige Jahre. Doch erst als sie eines Tages während der Arbeit völlig bewegungsunfähig war und in eine Klinik kam, wurde die Krankheit festgestellt. Silvia Buth stehen bis heute Verwandte und Freunde zur Seite. Sie hat gelernt, dass jeder Schub neue Herausforderungen mit sich bringen kann.

Engagiert in der Selbsthilfe tätig

Aufgeben ist aber nicht ihre Sache. Und wie Timo Lehmann engagiert auch sie sich in der Selbsthilfe, unterstützt andere, klärt auf (Infos: ,wwwwirhabenparkinson.de ). „Was geschieht mit mir, wie geht mein Leben nun weiter?“ Diese Fragen hören die beiden oft. Dann erklärt Silvia Buth: „Bei Parkinson kommt es im Gehirn zu einem Mangel an Dopamin, eines Stoffs, der mit weiteren Botenstoffen an der Bewegungssteuerung beteiligt ist. Arzneien helfen, das gestörte Gleichgewicht der Botenstoffe wieder besser in Balance zu bringen.“

Schließlich hilft ein Hirnschrittmacher

Sie selbst nimmt beispielsweise die Dopamin-Vorstufe L-Dopa sowie einen modernen sogenannten COMT-Hemmer. Er blockiert den Abbau von L-Dopa und Dopamin. Wirken die Arzneien nicht mehr ausreichend, kann auch eine tiefe Hirnstimulation nützen. Dabei werden Hirnregionen durch elektrische Impulse angeregt. Patienten hilft auch Physiotherapie und Logopädie, ebenso kann psychologische Hilfe sinnvoll sein, um zu lernen, mit der Diagnose Parkinson zu leben.

Was bringt die Zukunft?

Hoffnung für Betroffene: Das Projekt TelePark erprobt hautnahe Hightech- Anwendungen: Ausgewählte Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson erhalten Sensor-Socken, am Arm befestigte Bewegungssensoren und Smartphone- Apps. Parallel kontrollieren Ärzte gewonnene Werte, um bei Verschlechterungen zeitnah eingreifen zu können.

Was viele nicht wissen: „Parkinson ist keine Alte-Leute-Krankheit“

Timo Lehmann brauchte einige Zeit, um mit der Diagnose klarzukommen


Die meisten denken bei Parkinson an alte Menschen. „Sogar bei Ärzten habe ich das erlebt“, sagt Timo Lehmann. Dabei haben bis zu zehn Prozent der Betroffenen bereits vorm 40. Lebensjahr erste Symptome. So wie Lehmann. Zunächst folgte der soziale Rückzug. Heute geht der zweifache Vater offensiv mit seiner Krankheit um, hält Vorträge, leitet Workshops. Auch privat fand er neues Glück.

„Ich habe mich furchtbar gefühlt, so unselbstständig“

Brigitte kann Bewegungen jetzt wieder besser steuern


Brigitte K. (Name geändert) war Mitte 40 als erste Symptome auftauchten: „Es begann mit einer Lähmung im Gesicht.“ Um Zittern, Sprachund Bewegungsstörungen im Zaum zu halten, musste sie mit den Jahren zunehmend höher dosierte Medikamente nehmen. Und verlor dennoch immer mehr Eigenständigkeit, war auf Hilfe angewiesen. Ihr wurde in der Neurologie am Uniklinikum Leipzig schließlich ein System zur tiefen Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS) implantiert, in ihrem Fall das Infinity-DBS-System von Abbott. Heute geht die 60-Jährige wieder schwimmen, fährt Rad, erledigt Hausarbeiten allein.

++ Rund 280 000 Männer und Frauen in Deutschland leiden an Morbus Parkinson, auch Schüttellähmung genannt ++ Neuen Studien zufolge könnte die Erkrankung des zentralen Nervensystems im Magen entstehen ++

Ob auf dem Ergometer oder beim Boxen: Silvia Buth schult regelmäßig Koordination, Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit


„Der Parki soll nicht mein Leben bestimmen“

Kreatives Hobby: Basteln


Die Diagnose stellte das Leben von Silvia Buth (55), Mutter zweier erwachsener Söhne, vor 13 Jahren auf den Kopf: „Bald war klar, dass ich nicht mehr arbeiten kann.“ Es folgte die Trennung vom Ehemann. Aber: „Der Parki soll nicht mein Leben bestimmen“, nahm sie sich vor. Silvia Buth engagiert sich in der Deutschen Parkinson-Vereinigung, malt, schneidert, bastelt und ist durch die Krankheit zum Boxen gekommen.