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MEDIZIN: Meine Gesundheit: Mit Lea zum Top-Arzt: Diagnose Brustkrebs


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 25/2019 vom 12.06.2019

Es ist oft ein langer Weg, wieder gesund zu werden. Doch es gibt viele gute Therapien, die ihn erleichtern können. Unsere Experten erklären die neuen Ansätze und alles, was Sie wissen sollten


Artikelbild für den Artikel "MEDIZIN: Meine Gesundheit: Mit Lea zum Top-Arzt: Diagnose Brustkrebs" aus der Ausgabe 25/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 25/2019

Plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Die Diagnose ist ein Schock, teilt das Leben unerbittlich in „vor dem Brustkrebs“ und „nach dem Brustkrebs“. Mit jährlich 69.000 Neuerkrankungen in Deutschland ist das Mamma-Karzinom mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Sie tritt in jüngerem Alter auf als die meisten anderen bösartigen Tumore. Fast 30 Prozent der betroffenen Frauen sind jünger als 55 Jahre, ...

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... wenn sie die Diagnose erhalten, so die Statistik des Zentrums für Krebsregisterdaten am Berliner Robert-Koch-Institut. Doch Brustkrebs verliert seine Schrecken. Denn die Forschung schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran. Dadurch ist er heute so gut heilbar – in über 80 Prozent der Fälle! Und so früh zu erkennen, so gezielt zu behandeln wie nie zuvor.

4 News aus der Forschung

1 Tai-Chi Täglich 30 Min. lindert chronische Erschöpfung nach Krebstherapien laut Uni Kalifornien zu über 50 Prozent.

2 Chemo-Schwamm An der Uni Berkeley enwickelte man einen Polymer-Schwamm, der Chemo-Zellgifte aufsaugt.

3 Grüner Oolong-Tee Er blockt laut aktueller Studien das Wachstum von Krebszellen. 3 Tassen pro Tag.

4 Zell-Manipulation Das Molekül GO289 stoppt die innere Uhr der Krebszellen. Der Tumor schrumpft.

Brustcheck – so geht’s!

→ Die Selbstuntersuchung sollte immer am 7. bis 10. Tag nach der Regel stattfinden. Dazu Zentimeter für Zentimeter von der Brustwarze zum Brustbein in engen Serpentinen mit leichtem Druck abtasten. Dann von der Brustwarze zur Achsel. Anleitung: www.onmeda.de

Prof. Josef Beuth, Onkologe aus Köln


„Sanfte Hilfe gegen Übelkeit“


Naturheilkunde kann die Lebensqualität erhöhen, sagt der Direktor des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren der Uni Köln.

■ Was kann die Naturheilkunde bei Krebs leisten?
Nebenwirkungen verringern, die Lebensqualität stabilisieren. Dadurch können Standardtherapien optimal verabreicht werden, die Heilungschancen steigen.

■ Wo hilft sie besonders gut?
Bei Übelkeit und Erbrechen, Schleimhauttrockenheit und deren Auswirkungen, dem gefürchteten Fatigue-Syndrom, Polyneuropathie, Gelenkschmerzen. So kann eine Kombination aus lektinhaltigem Linsenextrakt, Natriumselenit und Pflanzen-Enzymen Gelenkbeschwerden durch eine Antihormon-Therapie verringern. Ein Leinsamenbad hilft gegen Schwellungen. Durchfälle lindert Karottensuppe. Ein Tipp bei Schleimhautentzündungen in Mund oder Rachen: gefrorene Ananasstücke lutschen.

■ Und die Misteltherapie?
Sie hat sich in klinischen Studien bisher nur zur Verbesserung der Lebensqualität in der palliativen Therapie von bösartigen Tumoren als wirksam erwiesen.

Wozu raten Sie noch?
Wirksam und unbedenklich ist Selen bei nachgewiesenem Mangel, Vitamin D hat eine seriös belegte Krebs-Schutzwirkung. Zu warnen ist vor allen alternativen Therapien, zu denen keine klinischen Studien vorliegen.

Dr. Daniela Paepke, Gynäkologin, München


„Achtsamkeit ist ein Schutzschild“


Ein ungesunder Lebensstil fördert jeden vierten Brustkrebs nach der Menopause, so die Oberärztin der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar.

■ Welche Lifestyle-Risikofaktoren gibt es?
Die wichtigsten sind Bewegungsmangel, Alkohol, Übergewicht, zu wenig Ballaststoffe. So erhöht eine Gewichtszunahme von fünf bis zehn Kilo in den Wechseljahren die Gefahr um 25 Prozent. Frauen sollten einen BMI unter 25 anstreben, weniger als sechs Gramm Alkohol pro Tag trinken, öfter mal gar nichts. Ein Glas Wein hat ca. 16 Gramm Alkohol.

■ Was bringt Ernährung?
Die mediterrane Küche mit viel Gemüse, Fisch, Olivenöl, Nüssen, Vollkorngetreide, wenig Fett verringert das Brustkrebs-Risiko um bis zu 35 Prozent. Gut: eine ausgewogene Kost nach den 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (www.dge.de/10regeln)

■ Welche Rolle spielt Sport?
Er senkt die Rückfall-Wahrscheinlichkeit um 40 Prozent, bessert Lymphödeme, chronische Müdigkeit. Ideal: dreimal die Woche Ausdauersport, zweimal Krafttraining, täglich 10.000 Schritte gehen.

■ Wie wichtig ist Stress-Management?
Mehrfach-Belastung durch Beruf, Haushalt und Kinder bringt viele Patientinnen an ihre Grenzen. Ich rate deshalb zu MBSR-Achtsamkeitsübungen. Ganz wichtig: ausreichend Schlaf. Dazu verhelfen Kräuterkissen oder ein Schlaftee mit Lavendel, Melisse.

Dipl.-Psych. Beate Hornemann, UniversitätsKrebsCentrum Dresden


Seite an Seite, kompetent und unparteiisch begleitet die psychologische Psychotherapeutin Frauen stützend und stärkend durch die schwere Zeit.

■ Wie sehr belastet denn Brustkrebs die Seele?
Etwa die Hälfte der Frauen belastet die Diagnose sehr. Ein Drittel leidet unter Ängsten, Depressionen. Nach der Therapie fürchten viele, dass der Krebs wiederkommt, leiden unter Erschöpfung, Schlafstörungen, Grübeln.

■ Wie wirkt der Therapie-Marathon psychisch?
Lange Monate OP, Strahlen-, Chemo-, oft eine mehrjährige Hormontherapie. Wegen eines kleinen Knotens? Das zu verstehen, zu akzeptieren, durchzuhalten, ist eine große Herausforderung. Oft wird Brustkrebs als Angriff auf die Weiblichkeit verstanden.

■ Was leistet die Psycho-Onkologie?
Sie kann emotional entlasten. Das gelingt mit einer neutralen Person oft besser als mit einem Angehörigen. Partner sind in ihrer Betroffenheit gefangen. Wir erarbeiten mit den Frauen Strategien: Wie spreche ich mit dem Partner, dem Arbeitgeber, den Kindern darüber? Wie mit dem Partner über mein verändertes Körpergefühl?

■ Wo gibt es den Beistand?
In zertifizierten Brustzentren, nach der Klinik in Krebsberatungsstellen. Für Frauen mit schwerwiegenderen psychischen Problemen gibt es die ambulante Psychotherapie. Die Kassen zahlen zu 100 Prozent.

PD Dr. Kay Friedrichs, Mammazentrum Hamburg


„Es gibt viele gute Nachrichten“


Fast täglich gibt es Erfolgs-News, die Mut machen. Der Brustkrebs-Experte vom Krankenhaus Jerusalem nennt die größten Hoffnungsträger.

■ Welche guten Nachrichten gibt’s bei der Therapie?
CDK 4/6-Inhibitoren wie Palbociclib oder Ribociclib steigern bei hormonabhängigem, fortgeschrittene Brustkrebs die Wirkung antihormoneller Therapien. Eine Chemo bleibt Frauen oft erspart. Und es gibt Wirkstoffe, die erneut wachsende Krebszellen fürs Immunsystem erkennbar machen.

■ Was kann da der Heidelberger Krebs-Test leisten?
Der Bluttest weckte falsche Hoffnungen, wurde zu früh als Sensation gefeiert. Da muss noch mehr Grundlagen-Forschung erfolgen.

■ Wie kritisch sehen Sie den „Oncotype DX Test“?
Der macht Sinn bei Frauen, bei denen nicht sicher ist, ob sie von einer Chemotherapie profitieren. Z. B. Ältere, bei denen der frühe, hormonabhängige Brustkrebs schon Lymphknoten befallen hat.

■ Und die neue Boost-Bestrahlung?
Die Hypofraktionierte Strahlentherapie erspart rund zwei Wochen Behandlungszeit. Weil sie statt üblicher 2 Ray pro Sitzung die höhere Dosis von 2,5 Ray hat.

■ Was halten Sie von der 3DMammografie?
Die Tomosynthese verbessert vor allem bei dichtem Brustgewebe jüngerer Frauen die Früherkennung, indem sie Schichtaufnahmen macht.


Fotos: AdobeStock, iStock (2), MammaCare, Beate Hornemann UCC Dresden, Frauenklinik und Poliklinik Klinikum rechts der Isar Technische Universität München, privat (2)