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MEGATEST: 10 beliebte Cabrios: Offene Gesellschaft


auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 24.04.2019

Sommer, Sonne, Sonnenschein! Beim Cabriofahren geht es um mehr, als nur oben ohne durch die Lande zu streifen. Es ist das Erlebnis, das zählt. Doch welches Cabrio vermittelt das am besten?


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Bildquelle: auto Test, Ausgabe 5/2019

10 der beliebtesten*CABRIOS in Deutschland

Wofür brauchen wir ein Cabrio? Im Zuge dieses Megatests haben wir uns diese Frage etliche Male gestellt. Gerade die Praxistauglichkeit, die viele an ihrem Automobil so sehr schätzen, ist bei vielen Cabrioversionen spürbar eingeschränkt. Es muss also etwas anderes geben, das uns dazu antreibt, teilweise hohe fünfstellige Summen für ein Auto ohne festes Dach und, auf den ...

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Wofür brauchen wir ein Cabrio? Im Zuge dieses Megatests haben wir uns diese Frage etliche Male gestellt. Gerade die Praxistauglichkeit, die viele an ihrem Automobil so sehr schätzen, ist bei vielen Cabrioversionen spürbar eingeschränkt. Es muss also etwas anderes geben, das uns dazu antreibt, teilweise hohe fünfstellige Summen für ein Auto ohne festes Dach und, auf den ersten Blick, nur wenig Mehrwert auszugeben. Vielleicht ist es das Bedürfnis nach Freiheit oder Aufmerksamkeit, das Sie beim Cabriofahren spüren wollen. Das Motiv dürfte jedenfalls ein sehr subjektives sein. Wir dagegen haben zehn der beliebtesten Kandidaten ganz nüchtern auf ihre Vor- und Nachteile untersucht.cr

Caféracer

Man nehme einen Mazda MX-5 und kleide ihn mit italienischen Retro-Elementen neu ein. Chic, aber auch besser als das Original?

Der Markt bezahlbarer Roadster ist klein. Genauer gesagt beschränkt er sich auf den Mazda MX-5 – den Sie auf Seite 20 finden – und den Fiat 124 Spider. Die beiden sind eng verwandt, basiert der Italiener doch auf dem Japaner. Fiat-eigene Turbomotoren und ein Design, das den alten 124 Sport Spider zitiert, machen die italo-japanische Ehe perfekt. Der Fiat fährt sich, wie es sich für einen kleinen Roadster gehört. Direkt, verspielt, mit einem überwiegend neutralen Fahrverhalten. Wie der MX-5 neigt er sich in Kurven ordentlich zur Seite. Das Ganze geschieht aber sehr berechenbar und trägt damit zum hohen Informationsfluss zum Fahrer bei. Lenkung und Chassis lassen den Fahrer nie über den Fahrzustand im Unklaren. So lässt sich der 124 nach kurzer Eingewöhnung spielerisch um Kurven scheuchen. Der 1.4-Turbo schiebt bei nur 1125 Kilo ordentlich an. Also alles heile Roadster-Welt?

Das größte Problem des 124 ist sein Plattformspender MX-5. Dessen Sitze zwicken weniger im Schulterbereich, sein Handling ist noch verspielter und direkter, sein Fahrwerk lässt noch weniger Untersteuern zu. Die Turbovierzylinder in Fiat und Abarth haben zwar mächtig Druck bei mittleren Drehzahlen, aber die Saugmotoren des MX-5 drehen wie wild und passen einfach besser zum puristischen Roadster-Konzept. Im Vergleich zieht der Fiat den Kürzeren, bietet aber in der Ausstattung Lusso (2000 Euro) ein schön beledertes Cockpit und schicke Aluräder. Wir empfehlen noch Radio- und Premium-Paket (jeweils 1000 Euro) für Navi, Bluetooth, DAB, USB und Rückfahrkamera.C. Nowak

Der 124 Spider teilt sich das Cockpit mit dem MX-5. Selbst die Infotainment-Software kommt von Mazda


Kein richtiges Windschott, dementsprechend wird es schnell zugig hinterm Lenkrad. Fahrspaß geht hier vor Komfort


Breite *: 1740 / 1925
Innenbreite: 1400
Kofferraum: 140 l
Wendekreis li. / re.: 10,1 / 10,1 m

Trotz 14 cm Längenwachstum gegenüber dem MX-5 bleibt der Innenraum unverändert; ab 1,90 m Größe leider ein eher ungemütlicher Ort

Fiat 124 Spider 2660 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 3/16 • ab 24 990 Euro • 2 Benziner (140 und 170 PS) • 6-Gang manuell, 6-Stufen-Wandler • Hinterradantrieb • 5 Ausstattungslinien

Tipps

Benziner: Der Fiat 124 Spider setzt auf den bekannten 1,4-Liter-Turbovierzylinder mit der MultiAir-Ventilsteuerung. Sie ersetzt die Einlassnockenwelle und steuert die Einlassventile elektrohydraulisch. Der 1.4er entwickelt ordentlich Druck nach einem kleinen Turboloch, ist aber nicht allzu drehfreudig. Die Record-Monza-Abgasanlage für 1190 Eurcord-Monza-Abgasanlage für 1190 Euro Aufpreis entlockt dem stärkeren Abarth einen knallig-rotzigen Sound.

Abgasreinigung

Der Fiat 124 Spider und sein wilder Bruder Abarth besitzen keinen Otto-Partikelfilter und erfüllen so nur die Norm Euro 6c.

Verdeck

Der Spider hat ein manuelles Stoffverdeck. Unter dem dünnen Dach wird es schnell laut. Den Abarth gibt es auch mit einem 16 Kilogramm leichten, abnehmbaren Carbon-Hardtop für ausstattungsbereinigte 4590 Euro Aufpreis.

Jeder kennt den Drang, dem Alltag zu entfliehen und für Momente die Gedanken schweifen zu lassen – beispielsweise im Audi A3 Cabrio

Ruhepol

Meeresrauschen, eine leichte Sommerbrise und die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut. Für das Urlaubsfeeling „to go“ ist ein Cabrio genau das Richtige.

Dank Nackenheizung vorn (450 Euro) und Windschott (320 Euro) ist die kleine Auszeit im Audi A3 Cabrio auch außerhalb der Saison möglich. So ein Nackenfön ist eigentlich aus größeren Modellen bekannt und damit in der Kompaktklasse bemerkenswert.

Unser Testwagen ist mit der Linie Sport (1900 Euro) ausgestattet. Doch keine der beiden Ausstattungen, weder Sport noch Design, bietet einen elementaren Preisvorteil, denn viele Extras sind auch in diesen Linien nicht inklusive. Das eröffnet wiederum die Möglichkeit, das Cabrio nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Mit den Matrix-LED-Scheinwerfern (1790 Euro) inklusive dynamischer Blinkleuchten wird das kompakte Cabrio sowohl technisch als auch visuell – Gegenverkehr wird raffiniert ausgeblendet – zu einem echten Schmuckstück. Das große Navi-System (2490 Euro) bietet keine maßgeblichen Vorzüge im Vergleich zum kleineren Modell (1295 Euro), das für die Urlaubsfahrt völlig ausreicht. Akustisch versetzt das Bang&Olufsen-Soundsystem (790 Euro) dann auch den letzten Urlaubsmuffel in Ferienlaune.

Der 35 TFSI S-tronic überzeugte mit gut abgestimmtem Fahrwerk, direkter Lenkung und leisem Motorlauf. Lediglich das teils zögerliche Anfahren nervt, und ab 140 km/h tut sich 150-PS-Aggregat dann schon ein bisschen schwer. Aber zum Rasen ist so ein Ruhepol ja nicht gedacht.J. Weinlein

Spurhalte-, Stau- und Fernlichtassistent, VerkehrszeicheneSpurhalte-, Stau- und Fernlichtassistent, Verkehrszeichenerkennung und Einparkhilfe – im Assistenz-Paket für 1750 Euro


Entspannung für unterwegs: Dank Akustikverdeck (plus 250 Euro) werden Fahrgeräusche merklich reduziert


Breite *: 1793 / 1960
Innenbreite v. / h.: 1485 / 1240
Kofferraum: 280–680 l
Wendekreis li. / re.: 10,9 / 10,9 m

Im Fond wird es ab einer Körpergröße von 1,70 Meter schon recht eng: Kopffreiheit noch gerade so, doch die Beinfreiheit wird arg knapp

Audi A3 Cabriolet : 3700 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 3/14 • FL: 5/16 • ab 34 600 Euro • 3 Benziner (150 bis 300 PS) • keine Diesel • 6-Gang manuell, 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik • Vorder- / Allradantrieb • 3 Ausstattungslinien

Tipps

Benziner: Derzeit bietet Audi für das A3 Cabriolet drei Benziner an. Angefangen beim 35 TFSI, einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS: laufruhiger Motor mit kräftigem Antritt und dazu sparsam, erhältlich als Schalter oder Automatik. Die 190-PS-Variante hat einen kultivierten Lauf bei moderatem Verbrauch; serienmäßig mit Allrad und 7-Gang-S-tronic. Für puren Fahrspaß sorgt der S3 mit 300 PS und ebenfalls Allradantrieb.

Wir lieben den 4er für sein Fahrverhalten, raten aber eher zum Gebrauchtkauf. Grund: hoher Preis bei lächerlicher Grundausstattung

Geizhals

Mit 1810 Kilogramm Leergewicht ist der von uns empfohlene 430i nicht gerade auf leichtem Fuß unterwegs. Fahrerisch fällt das jedoch nicht auf. Die Lenkung funktioniert kaum weniger telepathisch wie zu BMWs Hochzeiten vergangener Dekaden, das Fahrwerk wirkt gespannt wie eine Wildkatze und verzichtet dabei nicht auf noblen Komfort – herrlich! Äußerlich gefällt das mittlerweile gut fünf Jahre alte Modell immer noch mit scharfen Kanten, sauberen Spaltmaßen und einem hochwertig gemachten Stahlverdeck. Allein im Innenraum zeigt sich an Stellen wie den billig in Kunststoff gegossenen Sonnenblenden oder der Menge an Hartplastik am Armaturenträger ein wenig der Geiz der Bayern. Mit diesem Mangel allein ließe es sich hervorragend leben. Das Hauptargument gegen das 4er Cabrio ist jedoch sein Preis und der mickrige Umfang der Serienausstattung, der die Investition von mindestens 50750 Euro schmerzhaft macht. Tipp: Der Gebrauchtwagenmarkt ist voll von gepflegten Exemplaren, die zum Teil auch über das mittlerweile nicht mehr erhältliche, aber herrlich zu bedienende Schaltgetriebe verfügen – hierdurch gewinnen auch die Vierzylinder einiges an Attraktivität.

Ohne Ledersitze und großes Navigationsdisplay büßt der 4er stark an Prestige und letztlich Wiederverkaufswert ein. Im Neukauf werden hier 1950 respektive 2390 Euro fällig. Selbst die Sitzheizung schlägt noch mit 380 Euro zu Buche, ein Upgrade des ansonsten altmodisch winzigen Bordcomputers kostet weitere 150. Und serienmäßige Fahrassistenz fehlt hier gänzlich.aj

Das M-Sportlenkrad mit dickem Kranz ist seine 220 Euro Aufpreis wert. Nicht alle Materialien im Cockpit wirken nobel


Schlank und grazil: So sahen die meisten BMW einst aus. Der 4er ist eine Variante des mittlerweile eingestellten 3ers


Breite *: 1825 / 2017
Innenbreite v. / h.: 1490 / 1345
Kofferraum: 220–370 l
Wendekreis li. / re.: 11,3 / 11,4 m

Die Platzverhältnisse im Innern gehen schon in Ordnung, andererseits ist der 4er nicht eben klein. Großer Laderaum bei geschlossenem Dach

BMW 4er Cabriolet 3880 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 3/14, FL: 3/17 • ab 50 750 Euro • 4 Benziner (184 bis 431 PS), 3 Diesel (190 bis 313 PS) • 6-Gang manuell, 8-Stufen-Automatik, 6-Gang-DKG (M4) • Heckantrieb, 3 Allradversionen • 4 Li

Tipps

Benziner: Die Zweiliter-Vierzylinder in 420i und 430i sind laufruhig und recht sparsam; Letzterer erscheint durchaus kräftig. Dennoch wirkt ein BMW-Cabrio ohne Sechszylinder noch immer unvollkommen. Es lohnt der Griff zum 440i.

Diesel: Der 420d bietet genug Kraft bei Fünf-Liter-Verbräuchen. Charakterstark und trotzdem sparsam: der 430d. Der 435d mit Allrad wirkt kaum stärker.

Reinster Luxus ohne festes Dach zum noch moderaten Preis lässt sich wohl selten so gut auskosten wie in einem E-Klasse Cabrio

Offenbarung

Das Saisonkürzel 3-10, also März bis Oktober, auf einem Kennzeichen finden Sie in der Regel an Cabrios, denn im Winter fahren nur die wirklich Hartgesottenen offen. Dabei sind Cabrios schon lange nicht mehr nur für die schönen Monate des Jahres zu gebrauchen. Bestes Beispiel: das E-Klasse Cabrio. Von der generellen Hochwertigkeit der E-Klasse einmal abgesehen, steht die offene Variante, was den Geräuschpegel betrifft, dem Coupé in nichts nach. Denken Sie über den Ganzjahreseinsatz nach, empfehlen wir in jedem Fall die Nackenheizung (547 Euro) und Sitzklimatisierung (880 Euro). Obwohl sich das manuelle Windschott (380 Euro) schnell montieren lässt, tendieren wir zur automatisierten Variante für 821 Euro. Neben dem Windschott sorgt eine ausfahrbare Lamelle über der Scheibe für weniger Verwirbelungen im Innern, besonders im Fond.

Für die Extraportion Fahrkomfort setzen wir auf die Luftfederung (2261 Euro) und 18-Zoll-Leichtmetallräder (ab 833 Euro). Rasen steht dem mindestens 1,8 Tonnen schweren Cabrio nicht, wir sammeln lieber gemütlich auf der Landstraße die Kilometer, während das komfortabel abgestimmte Fahrwerk, das auf Wunsch aber auch sportlich kann, die Unebenheiten wegbügelt.

Zum Thema Sicherheit: Wählen Sie das Fahrassistenzpaket für 2261 Euro, bestehend aus adaptivem Tempomat, Lenk- und Spurhalteunterstützung sowie Totwinkelassistent. Aufgrund der Abmessungen raten wir mindestens zur Rückfahrkamera (476 Euro), eher zur 360-Grad-Kamera mit Parkassistent (1773 Euro).cr

Innenraum mit ausgezeichneter Verarbeitung, zum Cruisen wie gemacht. Ob Holz, Carbon oder Alu – Sie entscheiden


Unser Testwagen, ein E 450 4Matic, trägt klassisches PolaUnser Testwagen, ein E 450 4Matic, trägt klassisches Polarweiß, die Metalliclacke starten bei 1035 Euro


Breite *: 1860 / 2055
Innenbreite v. / h.: 1510 / 1330
Kofferraum: 310–385 l
Wendekreis li. / re.: 11,7 / 11,5

13 cm mehr Länge, 7 cm mehr Breite als beim Vorgänger; das E-Klasse Cabrio bietet auch vier Erwachsenen genügend Platz

Mercedes E-Kl. Cabrio 4175 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 9/17 • ab 54 406 Euro • 5 Benziner (184 bis 457 PS), 4 Diesel (194 bis 340 PS) • 9-Stufen-Wandlerautomatik, keine Handschalter • Hinterradantrieb, 5 Allradversionen

Tipps

Benziner: Zum cabriotypischen Gleiten täte es auch ein 200er, aber in der E-Klasse empfehlen wir den 300. Lässt es das Budget zu, greifen Sie zum 450.

Diesel: Gondeln Sie im Sommer viel zwischen Heimat und Ferienhaus, lohnt sich der Blick auf die Selbstzünder. Der 220d ist das Mittel zum Zweck. 400 Nm Drehmoment reichen aus, der Vierzylinder kann trotz Gewicht auch sparsam.

Der japanische Kultroadster feiert gerade seinen 30. Geburtstag. Trotz steigenden Alters wirkt der MX-5 verspielter denn je

Jubilar

Das 30. Lebensjahr gilt für viele als wegweisend. Es wird geheiratet, ein Haus gebaut. Einige werden ruhiger und lassen sich nieder. Beim Mazda MX-5 fehlt davon jede Spur. Das neue Modelljahr brachte ihm gerade erst ein stattliches Leistungsplus von 24 PS für den Zwoliter; und für große Fahrer wurde er ein bisschen umgänglicher dank der nun auch längs einstellbaren Lenksäule. Ansonsten bleibt er das, was er immer war: ein leichtgewichtiges und bezahlbares Fahrspaßkonzentrat. Dank weniger als 1000 Kilo Gewicht im kleinen Modell reichen schon 132 PS für ordentlich Vortrieb, vor allem, wenn das Getriebe so herrlich knackig und kurzwegig die Gänge durchreicht. Wirklich spaßig wird es aber erst in den Kurven. Mit viel Seitenneigung stürmt der MX-5 in die Biegungen, bewegt sich dabei viel um Hoch- und Längsachse. Gefährlich? Mitnichten! Wer sich auf den Mazda einstellt, erlebt viel Rückmeldung aus Lenkung und Chassis und hat den Roadster selbst in abenteuerlichen Fahrsituationen stets im Griff. Untersteuern ist dem MX-5 fremd, auf Lastwechsel und starken Gaspedaleinsatz reagiert er auch mal mit einem sich eindrehenden Heck. Gegen die Seitenneigung hilft das Sport-Paket (1900 Euro, ab Sports-Line) samt Bilstein-Dämpfern, Domstrebe und bequemen Recaro-Sitzen. Günstig kommt der MX-5 nur in der Basis. Steht Ihnen der Wunsch nach etwas mehr Ausstattung, lohnt sich der Blick auf den Zweiliter-Motor, da dieser nur in den beiden höchsten Linien erhältlich ist und damit bereits viele Extras (u.a. eine Differenzialsperre) mitbringt.C. Nowak

Simples Cockpit mit allerhand Extras. Navi gibt’s für 690 Euro (ab Center-Line), ab Sports-Line ist es serienmäßig


Dank des recht weichen Fahrwerks bleibt der MX-5 auch im Alltag durchaus komfortabel. LED-Licht ist serienmäßig


Breite *: 1735 / 1918
Innenbreite v. / h.: 1400
Kofferraum: 130 l
Wendekreis li. / re.: 10,1 / 10,1 m

Wie im Fiat gilt auch hier: Ab 1,90 Meter wird’s eng. Die neue, längs einstellbare Lenksäule brachte bereits eine spürbare Verbesserung

Mazda MX-5 4545 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 9/15, FL: 8/18 • ab 22 990 Euro • 2 Benziner (132 und 184 PS) • 6-Gang manuell, 6-Stufen-Wandlerautomatik • Hinterradantrieb • 4 Ausstattungslinien

Tipps

Benziner: Die hoch verdichteten Saugmotoren können im leichten MX-5 richtig aufgeigen und begeistern mit gieriger Drehfreude und brummigem Sound. Der 1.5er macht seine Sache bereits recht gut. Ausstattungsbereinigt kommt der Zweiliter aber nur 1700 Euro teurer. Wer ohne den ganzen Ausstattungs-Schnickschnack auskommt, findeSchnickschnack auskommt, findet schon mit dem 1.5er in Serienausstattung viel Fahrspaß für kleines Geld.

Ingolstädter Gelassenheit: Neben Mercedes und BMW ist der A5 der dritte Kandidat im gehobenen Segment der Frischluft-Cruiser

Gleitschirm

Wer bei Audi ein alltags- und ganzjahrestaugliches Cabrio sucht, hat mit der A5-Baureihe das Ende der Fahnenstange erreicht. Anders als etwa bei BMW oder Mercedes wartet im Luxussegment nur noch der zweisitzige Supersportler R8 Spyder.

Beim A5 gehen wir wie schon bei der E-Klasse von einem überwiegend ganzjährigen Einsatz aus. Entsprechend raten wir zur Sitzheizung vorn und hinten (690 Euro) sowie -lüftung vorn für 1145 Euro; wer auch unterhalb von 20 Grad gern das Dach aufmacht, sollte die Nackenheizung zu 460 Euro ankreuzen. Sowohl der A5 als auch der 4er von BMW kommen ausschließlich mit manuellem Windschott, und das bei Preisen von über 40000 Euro – dickes Plus für den Benz.

Da Audi (Kunst-)Ledersitze bereits serienmäßig einbaut, raten wir, das „gesparte“ Geld in die tolle Soundanlage von Bang&OlufOlufsen (1140 Euro) zu investieren. Unterstützung in Form des Headup-Displays (980 Euro) ist im Zuge möglicher Sonneneinstrahlung von hinten ratsam, besonders wenn Sie sich für die volldigitalen Instrumente (500 Euro) entscheiden sollten. Da gerade im Cabrio das Temperaturempfinden der Insassen variieren kann, empfiehlt sich die Dreizonen-Klimaautomatik für 695 Euro.

Anders als die Spaßroadster von Fiat oder Mazda ist der Audi wie der Mercedes vorwiegend ein Typ zum entspannten Gondeln. Stimmen Sie zu, dann kreuzen Sie noch das Assistenzpaket Tour (1640 Euro) mit adaptivem Tempomat und Stauassistent an, so lässt es sich entspannt reisen.cr

Audi-typisch hochwertiger Innenraum mit vortrefflicher Ergonomie. Kunstleder ist Serie, Echtleder kostet ab 900 Euro


Die 19-Zöller unseres Testwagens boten einen noch guten Abrollkomfort, die 18-Zöller können’s aber besser


Breite *: 1846 / 2029
Innenbreite v. / h.: 1500 / 1280
Kofferraum: 380 l
Wendekreis li. / re.: 11,7 / 11,5 m

Für vier Personen reicht der gebotene Platz. Bei geschlossenem Verdeck wird’s im Fond über 1,85 m eng

Audi A5 Cabriolet 4627 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 3/17 • ab 44 800 Euro • 5 Benziner (190 bis 354 PS), 4 Diesel (150 bis 286 PS) • 6-Gang manuell, 7-Gang-Doppelkupplung, 8-Stufen-Wandlerautomatik • Vorderradantrieb, 4 Allradversionen

Tipps

Benziner: Wie bei der Konkurrenz von BMW und Mercedes empfehlen wir auch beim A5 den Vierzylinder mit rund 250 PS. Der sorgt für reichlich Fahrspaß, schlägt aber nicht übel aufs Budget.

Diesel: Gleiches Muster: 190 Diesel-PS taugen für die lange Strecke und erweisen sich dabei als angemessen sparsam. Den Allradantrieb bekommen Sie zum Aufpreis von 2350 Euro.

Das 2er Cabrio von BMW ist den meisten anderen Luxusobjekten in diesem Test recht ähnlich, bietet aber deutlich mehr Sportsgeist

Sportskanone

Die Autos dieses Megatests lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Auf der einen Seite stehen die Vollverwöhner für den schönwettrigen Genussfahrer, auf der anderen Seite die tendenziell puristischeren Roadster mit Hinterradantrieb und Fahrspaßfokus.

Für die zweite Gruppe ist das 2er Cabrio zu groß und mit einem Startgewicht ab 1425 Kilo auch zu schwer. Außerdem lässt sich das kleinste BMW-Cabriolet schon mit Achtstufen-Automatik (2000 Euro), Adaptivtempomat oder Einparkassistent (800 Euro) ausrüsten – Dinge, die einem Roadsterfahrer höchstens ein Kopfschütteln entlocken würden.

Andererseits generieren der Hinterradantrieb und das agile Fahrwerk mehr Fahrspaß als die gesetzt wirkenden Kandidaten der Nobelgruppe. Und BMW wäre nicht BMW, wenn sich auf der fahrspaßigen Seite nicht noch mehr rauskitzeln ließe. Die tadellose Wandlerautomatik erfährt für 150 Euro ein Sport-Update – damit kommen Schaltwippen ans Lenkrad, und die Schaltzeiten werden nochmals kürzer. Eine Kombination, für die wir jedes DKG links liegen lassen würden; Sportbremse (600 Euro), Sportfahrwerk mit 10 mm Tieferlegung (340 Euro) und Sportlenkung (350 Euro) befeuern den Sportsgeist weiter.

Daneben bietet BMW auch ein paar Extras an, die wir im luxuriösen wie im sportlichen Wagen mitnähmen: an erster Stelle die adaptiven LED-Scheinwerfer (780 Euro) für bessere Sichtverhältnisse sowie eine robuste und leichter sauber zu haltende Volllederausstattung (1690 Euro) für feinere Sitzverhältnisse.al

Das Kombiinstrument mit den klassischen Rundanzeigen ist eines der schönsten in diesem Test. Großes Navi: 2750 Euro


Das M240i Cabrio mit Allrad katapultiert Sie in 4,6 Sekunden auf hundert – und mindestens 56 450 Euro aufs BMW-Konto


Breite *: 1774 / 1984
Innenbreite v. / h.: 1465 / 1155
Kofferraum: 280–335 l
Wendekreis li. / re.: 10,9 / 11,0 m

Theoretisch dürfen in der zweiten Reihe Fahrgäste Platz nehmen, aber wir empfehlen, das Windschott (330 Euro) vorgespannt zu halten

BMW 2er Cabriolet 5668 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 2/15; FL: 7/17 • ab 34 900 Euro • 4 Benziner (136 bis 340 PS), 3 Diesel (150 bis 224 PS) • 6-Gang m., 8-St.-Automatik (184/224/252/340 PS) • Hinter- / Allradantrieb (opt. für M240i) • 6 Linien

Tipps

Benziner: Laufruhiger Dreizylinder an der Basis – nicht langsam, aber auch nicht spritzig. Die Vierzylinder passen dank ihrer Drehfreude in beiden Leistungsstufen gut. Und der Sechszylinder gibt das Charakterstück im M-Anputz.

Diesel: Der Zweiliter überzeugt in allen drei Leistungsstufen, weil er genügendrei Leistungsstufen, weil er genügend Drehmoment zur Verfügung stellt. Etwas rau im Abgang.

Auch oder gerade nach dem Facelift ist die C-Klasse ein enorm gutes Auto. Das Cabrio gibt sich ganz dem gefühlvollen Fahren hin

Reisebegleiter

Ein sorgloser Wochenendtag im Frühling mit schon wärmender Nachmittagssonne und ersten

blühenden Wiesen entlang einer einsamen Landstraße: Wenn Sie solche Situationen mit größtmöglichem Genuss auskosten möchten, empfehlen wir als Kaufberater ein C-Klasse Cabrio mit folgender Ausstattung:

Das Cabrio-Komfort-Paket (1309 Euro) mit Luftabweiser vorn, Windschott hinten und Nackenföhn dazwischen, das fulminante Burmester-Soundsystem (1011 Euro) und die in der Mittelklasse exklusive Luftfederung Air Body Control (1666 Euro). Die Wahl des Motors oder der Umfang des Infotainmentsystems wird bei so viel Wonne zur Nebensächlichkeit.

Und was ist mit der E-Klasse, von der Kollege Richter schwärmt? Sie lässt zwar alle vier Insassen in Opulenz schwelgen, ist dabei aber empfindlich teurer. Noch wichtiger: Das Fahrgefühl – zumindest für die Vornsitzenden – unterscheidet den C nur wenig vom E. Allein der Fond fällt speziell bei geschlossenem Dach relativ beengt aus. Ansonsten bietet das Interieur feinste Mercedes-Qualität, wo Blick und Hand auch hinfallen. Nur das seit dem Facelift neue Lenkrad mit üppiger Tastensammlung und Airbagdeckel aus billigem Plastik will uns einfach nicht gefallen. Immerhin brachte die Modellpflege ein optionales Digitalkombiinstrument; eine nette Spielerei, aber nicht zwingend nötig. Für guten Werterhalt und netteres Ambiente empfehlen wir Ledersitze (ab 1987 Euro) oder das Artico-Kunstleder (ab 535 Euro). Ein stilistisches Muss: die Analoguhr für 59 Euro.aj

Das Facelift brachte die Option auf ein Digitalkombiinstrument (892 Euro) und ein neues Lenkrad mit Hartplastikdeckel


Wenngleich das Handling sehr präzise wirkt, liegt der C-KlaWenngleich das Handling sehr präzise wirkt, liegt der C-Klasse eher das tiefenentspannte Cruisen in wohliger Schwere


Breite *: 1810 / 2016
Innenbreite v. / h.: 1563 / 1546
Kofferraum: 285–360 l
Wendekreis li. / re.: 11,1 / 11,0 m

Der akzeptable Kofferraum lässt sich bei geschlossenem Dach etwas erweitern; der Platz im Fond genügt Erwachsenen nur auf Kurzstrecken

Mercedes C-Kl. Cabrio 6712 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 9/16, FL: 7/18 • ab 43 631 Euro • 7 Benziner (156 bis 510 PS), 3 Diesel (160 bis 245 PS) • 6-Gang manuell, 9-Stufen-Automatik • Hinterradantrieb • 4 Allradversionen • 3 Ausstattungslinien

Tipps

Benziner: Die Vierzylinder sind klanglich banal, zeigen sich aber alle sehr elastisch. Der 180er genügt für gemächliches Bummeln, der 400er ist dank Laufkultur und Klang Favorit für Genießer. Gute Allrounder: 200 und 300.

Diesel: Die Selbstzünder der neuesten Generation sind beeindruckend leise und sehr sparsam. Sie sind echte Alternativen zu den Benziner-Vierzylindern.

Mit Elektroantrieb und Stoffverdeck wird der Smart Fortwo EQ zum zukunftssicheren Stadtauto. Doch die Kombination ist nicht bil

Luftikus

Smart hat Weichen gestellt, die das Überleben der immer wieder gebeutelten Marke sicherstellen sollen: Ab 2020 fahren alle Smart elektrisch und werden in einem 50/50-Joint-Venture zwischen Daimler und der chinesischen Geely Holding produziert.

Deshalb ist das Smart EQ Cabrio derzeit das Modell, das den Grundgedanken des kleinen Stadtautos am stärksten in sich trägt und in die Zukunft spielt: wendig und klein für die Stadt, innen ausreichend Platz für zwei, lokal wird emissionsfrei gefahren, die Cabrio-Bauform würzt das mit Freiluftspaß und Lifestyle-Attitüde. Vom Prinzip her das perfekte Stadtauto, das mit seinem dreistufig nutzbaren Stoffdach (Schiebedach, Schiebedach bis zum Heck, entfernbare Dachholme) einen klaren Mehrwert bietet. Hat man eine vernünftige Lademöglichkeit zur Verfügung, bietet der vollgeladene Smart EQ nach dem Start zumindest theoretisch 128 Kilometer Fahrvergnügen. Schaltet man etwa die Klimaanlage an, reduziert sich die Reichweite im Display sofort auf 90 Kilometer.

Antriebsseitig ist der EQ den beiden Ende März eingestellten Benzinern in Laufkultur, Antritt und Durchzug überlegen. Der bauartbedingt unbefriedigende Federungskomfort ist beim 60 kW starken E-Smart sogar etwas besser. Den unruhigen Geradeauslauf bei höherem Tempo und die Seitenwindempfindlichkeit kann man in der Stadt verschmerzen. Für längere Strecken ist auch der EQ nicht gedacht – siehe Reichweite. So findet der kleine Zweisitzer als offener Stromer sein Lebensziel, der Preis ist allerdings happig.alf

Durchwachsene Materialanmutung, das Cockpit ist ergonDurchwachsene Materialanmutung, das Cockpit ist ergonomisch akzeptabel, die Übersicht nach vorn und hinten gut


Offener geht’s im Smart nicht: Fortwo Cabrio mit ganz nach hinten gefahrenem Verdeck und demontierten Dachholmen


Breite *: 1663 / 1893
Innenbreite: 1415
Kofferraum: 260–350 l
Wendekreis li. / re.: 7,2 / 7,2 m

Gutes Platzangebot für zwei Passagiere, kleiner Kofferraum mit erschwertem Zugang wegen des Verdecks

Smart Fortwo Cabrio 7647 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 3/17 • ab 25 200 Euro • Elektromotor (60 kW) • Hinterradantrieb • 4 Ausstattungslinien (Passion, Perfect, Prime, Brabus Style)

Tipps

Motor: Die beiden Benzinervarianten konnten noch bis Ende März bestellt werden, aktuell sind sie nicht mehr im Programm. Die Produktion der letzten Benziner läuft noch bis etwa Mitte des Jahres, bis die letzten Bestellungen abgearbeitet sind. Ab dann fährt die Marke Smart nur noch elektrisch.

Bei Mini wird die Optik aus der guten alten Zeit über ganz viel moderne Technik gestülpt. Und das funktioniert recht gut

Retro-Folie

Der Mini ist bei Weitem nicht das beste Auto dieses Cabrio-Megatests. Aber er vermittelt ganz viel Gefühl – insbesondere von der nostalgischen Sorte. Die steil stehende Frontscheibe, zahlreiche Retro-Kippschalter und die wirklich handlichen Maße geben sofort dem Gefühl Raum, dass früher alles besser war. Diese Stilmittel des Gestern kombiniert der Mini nahtlos mit so modernen Techno-Insignien wie Adaptivtempomat (990 Euro), Head-up-Display mit Scheibe (600 Euro) oder Induktivladeschale und Touchscreen (2750 Euro, Paket). Außerdem lässt sich für 160 Euro eine Software-Erweiterung namens Always Open Timer ordern, die die mit offenem Verdeck gefahrene Zeit zählt und darstellt. Nett, aber ratsamer ist das Windschott für 330 Euro.

Im Kofferraum lassen sich zwei Hebel lösen, um dann den oberen Teil des Deckels ein Stück anzuheben; so wird die Nutzbarkeit des Gepäckabteils erleichtert. Zugleich behindert die unten angeschlagene Heckklappe den Zugang.

Der Einstieg gelingt deutlich besser, und auch die Sitzposition inklusive Fahrerintegration ist prima – hier macht sich der gute Einfluss aus München bemerkt. Die Lenkung spricht direkt an, wirkt aber nie zappelig, und in Verbindung mit dem relativ kurzen Radstand entsteht das quirlige Fahrgefühl, das Mini-Fahrer so schätzen. Das Adaptivfahrwerk (500 Euro) wirkt in allen Einstellungen etwas angespannt, für eine lässige Cabriotour dürfte der Mini gern etwas sanfter abrollen. Und jenseits von 120 km/h wird es auch akustisch ungemütlich – da hält die Preisliste nix parat.al

Die Sitzposition ist prima, das Infotainment lässt sich intuitiv bedienen – den guten BMW-Genen sei Dank


Das Verdeck türmt sich platzsparend oberhalb des Gepäckabteils auf, darunter leidet aber die Sicht nach hinten


Breite *: 1727 / 1932
Innenbreite v. / h.: 1390 / 1020
Kofferraum: 160–215 l
Wendekreis li. / re.: 10,9 / 10,9 m


In der ersten Stufe öffnet sich das Verdeck wie ein Schiebedach, in der zweiten fährt es weiter zurück, bis es bucklig aufs Heck plumpst

Mini Cabrio 8632 Zulassungen

Die Fakten

Seit: 3/16; FL: 3/18 • ab 23 700 Euro • 4 Benziner (102 bis 231 PS) • 6-Gang m., 7-Gang-Doppelkupplungs-Autom. (opt. für 136/192 PS), 8-Stufen-Autom. (opt. für 231 PS) • Frontantrieb • 6 Linien

Tipps

Benziner: Der Basisbenziner ist ein Turbo-Dreizylinder mit 1,5 Liter Hubraum; er erfüllt unsere Erwartungen an einen quirligen Mini aber kaum. Daher sollten Sie zu 136 PS greifen, damit wird der Mini langsam wach. Echter Fahrspaß beginnt aber erst mit den Zweiliter-Turbo-Vierzylindern. Nur für den JCW (231 PS) gibt’s optional eine feiJCW (231 PS) gibt’s optional eine fein abgestimmte Sportautomatik mit Wandler des japanischen Herstellers Aisin.

Erst im direkten Vergleich fällt auf, wie flach respektive klein Fiat 124 Spider und Mazda MX-5 im Vergleich zu den anderen Testkandidaten wirken


Die Qual der Wahl

Bekunden Sie ernsthaftes Interesse an einem Cabrio, stellen wir vorab eine Frage: Ist es Ihr Erstoder nur Zweitfahrzeug? Trifft Ersteres zu, und Sie haben beispielsweise Kinder, die noch auf Sie angewiesen sind, empfehlen wir in jedem Fall einen der Viersitzer aus unserem Megatest.

Damit sind wir gleich bei der ersten von zwei entscheidenden Disziplinen, die ein Cabrio nach unserer Einschätzung erfüllen muss: Komfort oder Luxus, wie immer Sie es nennen möchten. Jene, die auf der Landstraße lieber Kurven streicheln als kratzen, sind mit dem 4er von BMW, dem Audi A5 oder einem der beiden Mercedes bestens bedient. Für vier Personen reicht der gebotene Platz aus, und die Gepäckabteile bieten noch ein gewisses Maß an Praxistauglichkeit. Darüber hinaus bieten die vorgestellten Kandidaten ein Höchstmaß an Individualisierung und meistern gleichzeitig den Ganzjahreseinsatz. Nackenheizung, Sitzheizung und -lüftung, feinstes Leder, alles kein Problem. Das reicht Ihnen noch nicht? Alternativen mit mehr Luxus, Platz oder beidem: Das S-Klasse Cabrio (ab 144644 Euro), ein 8er Cabrio von BMW (ab 108000 Euro) oder das neue 911 Cabrio von Porsche (ab 134405 Euro) könnten Sie dann ebenfalls interessieren. Ganz feudal reisen Sie zum Beispiel mit Bentley, Aston Martin oder Rolls-Royce.

Brauchen Sie die Plätze drei und vier nur bedingt oder gar nicht, kommen beispielsweise der Audi A3 oder der 2er von BMW infrage; die bieten, entsprechend ihren Logos auf der Haube, ebenfalls gehobenen Komfort und auf kurzer Strecke vier Personen genug Freiraum. Die offene Variante des Mini würden wir eher den reinen Zweisitzern zuordnen, denn seine Rückbank markiert im besten Fall eine unbequeme und zu klein geratene Sitzgelegenheit. Alternativen, die wir Ihnen noch empfehlen können: das DS3 Cabrio (ab 26190 Euro) oder den Ford Mustang Convertible (ab 44400 Euro).

In unserem Megatest setzen der Mazda MX-5, der baugleiche Fiat 124 Spider und ein rein elektrisch angetriebener Smart auf lediglich zwei Sitze. Wir erreichen Disziplin Nummer zwei: Fahrspaß. Was die zu Beginn vorgestellten Modelle, je nach Motorisierung (C63, M4, S5), sicher irgendwo auch können, meistern gerade der Japaner und der Italiener diverse Preisklassen tiefer besonders gut. Ordern Sie für den MX-5 das optionale Sport-Paket – beim Fiat nicht erhältlich –, wollen Sie von der Landstraße gar nicht mehr runter. Mercedes-Tochter Smart offerierte maximale Frischluftzufuhr in Form des Smart Fortwo Cabrio bis Ende März noch ab gut 14000 Euro. Unser Testwagen, einzig verbliebene Modellvariante, ist ein reines E-Auto und startet erst bei 25200 Euro! Überlegen Sie sich hier lieber dreimal, ob der E-Smart der richtige Kandidat ist. Dazu: Fahrspaß trifft es beim Smart nicht so wirklich, doch das Format in Verbindung mit unmittelbar zur Verfügung stehendem Drehmoment geht schon ganz ordentlich. Sportliche Zweisitzer, die nicht in diesem Megatest auftauchen, uns aber eine Erwähnung wert sind: Mercedes SLC (ab 40882 Euro), Jaguar F-Type Cabrio (ab 67800 Euro), Porsche 718 Boxster (ab 56383 Euro), Audi TT Roadster (ab 38300 Euro), Nissan 370Z Roadster (ab 40730 Euro) und der ganz frische BMW Z4 (ab 40950 Euro).

Das Verdeck des MX-5 (re.) lässt sich mit etwas Übung in unter fünf Sekunden öffnen, während der Mini mit zwei Handgriffen das Einladen erleichtert


Acht von zehn Modellen in unserem Megatest falten das Dach per Tastendruck, doch gerade die Baukasten-Brüder von Mazda und Fiat haben die Redaktion mit ihrem manuellen Ruckzuck-Verdeck begeistert. Hebel ziehen und mit ein bisschen Muskelschmalz verschwindet das Verdeck sauber hinter den Passagieren, da kann die Ampelphase noch so kurz sein. Die übrigen Vertreter bieten per Tastendruck zwar mehr Komfort, brauchen dafür allerdings auch mehr Zeit. Die beiden Stuttgarter Kollegen kommen auf Wunsch, freilich nur gegen Aufpreis, auch mit elektrischem Windschott, was bei einigen Kollegen sehr gut ankam; bei Audi und BMW braucht es, unabhängig vom Modell, immer noch Handarbeit. Besonderes Lob verdienen Smart und Mini, die neben der Vollversenkung der Dachpartie auch eine Schiebedachoption bieten. Eher eine Notlösung dagegen: Beim Mini lösen bei geschlossenem Dach zwei Hebel im Kofferraum den hinteren Teil des Daches, um das Einladen zu ermöglichen, denn sonst würde maximal eine Handtasche durch den Briefkastenschlitz passen.

Kommen wir zurück zu unserer Frage nach Erst- oder Zweitfahrzeug. Am Ende bleibt jedes Cabrio ein Stück weit Luxusobjekt, ganz unabhängig vom Preis, denn Praxistauglichkeit steht bei dieser Fahrzeugklasse erst ganz weit hinten auf der Prioritätenliste. Viel wichtiger: das Erlebnis. Autofahren verkommt in einer Zeit, in der wir uns autonomem Fahren mit immer größeren Schritten nähern, zu einer Nebentätigkeit. Für viele ist Autofahren aber noch heute mehr, als nur schnellstmöglich Punkt B zu erreichen. Es ist, wie schon gesagt, ein Erlebnis, Fahrt und Umgebung ohne einengendes Dach an der frischen Luft zu genießen. Das können SUV, Kombi, Limousine oder Coupé in dieser Form nicht. Nur im Cabrio lässt sich das Gefühl des Fahrens, egal ob bei langsamer oder schneller Fahrt, so unmittelbar erleben.

Fazit – Was immer Sie möchten

Christoph Richter, Carl Nowak, Attila Langhammer

Unseren Megatest-Index finden Sie aufgrund der unterschiedlichen Klassen, denen die Kandidaten entstammen, und der damit einhergehenden schweren Vergleichbarkeit diesmal nicht.

Dennoch: Der Markt erscheint auf den ersten Blick recht klein, bietet bei genauerer Betrachtung aber für jeden Geschmack das Passende. Besonders Mercedes sticht hier mit sechs offenen Modellen und großer Motorenvielfalt heraus, gleichwohl bieten auch die anderen Hersteller ansprechende Alternativen. Es bleibt letztlich die Frage, wofür Sie das Cabrio nutzen. Sind es nur die gelegentlichen Wochenendausfahrten, wählen Sie nach Vorliebe und Budget. Muss das Cabrio das ganze Jahr überstehen, sollten Sie sich bei den etwas preisintensiveren Testkandidaten umschauen. Die überbrücken die kalten Tage mit der entsprechenden Sonderausstattung mühelos.