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MEGATEST: Arbeitsgemeinschaft


auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 26.06.2019

Die Möglichkeiten, mit denen wir unser Arbeitsleben gestalten, sind vielfältig. Ob Büro, Werkzeug oder Dresscode: Hier muss alles passen. Das gilt auf dieselbe Weise auch für Dienstwagen


Artikelbild für den Artikel "MEGATEST: Arbeitsgemeinschaft" aus der Ausgabe 7/2019 von auto Test. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: auto Test, Ausgabe 7/2019


10 der beliebtestenDIENSTWAGEN in Deutschland


Bevor Sie sich fragen, weshalb wir hier einen Opel Corsa mit dem 5er-BMW vergleichen, betrachten Sie doch mal die Liste der gewerblichen Pkw-Zulassungen. Sie entspricht bis auf wenige Ausnahmen den hier gezeigten zehn Kandidaten. Da es bekanntlich unzählige Geschäftsfelder gibt, muss es auch die verschiedensten Dienst- und Einsatzwagen geben. Vom Stadtflitzer für Liefer- ...

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... und Pflegedienste bis hin zum Langstreckengleiter für Außendienstler.

Klar, eine Punktewertung können wir in diesem Vergleich nicht aufstellen, der Blick über den Tellerrand ist aber dennoch interessant – auch für den Privatgebrauch. Schauen Sie mit uns auf die automobile Arbeiterschaft!aj

Normformat

So richtig niedlich war noch nie ein Polo. Dafür gibt es aber auch kaum einen Kleinwagen, der so perfektionistisch-pragmatisch ist


Wie oft wurde über den Polo geschrieben, er mausere sich zum kleinen Golf? Vermutlich so oft, dass VW ihn mittlerweile genau dorthin entwickelt hat. Der Polo ist etwas länger als ein Golf III, wirkt auch im Innern luftiger und lässt keine Wünsche in puncto Verarbeitungsqualität offen – zumindest fürs Klein- und Kompaktwagensegment. Trotz seines großzügigen Formats bringt er nur gut 1100 Kilo auf die Waage, was sich positiv auf die Fahrdynamik auswirkt. Seinem großen Bruder ahmt er das Ansprechverhalten seines Fahrwerks nach, federt sanft, aber feinfühlig mit langen Wegen. Die Lenkung gibt sich entspannt, leichtgängig, aber auch etwas gefühlsarm. Ein großes Lob verdient sich der Polo beim sogenannten Packaging, also der Aufteilung von Motor-, Innen- und Kofferraum auf kleiner Plattform nebst zugehöriger Ergonomie von Sitzen, Lenkrad und Co. Hier sitzen Zwerge und Riesen gleichermaßen kommod, der vorhandene Raum wird gekonnt ausgeschöpft. Dem Auge bietet sich dabei ein VW-typisch nüchternes Design, welches sich schon ab Comfortline (2295 Euro) für wenig Geld mit farblich abgesetzten Dekors auflockern lässt.

Allgemein raten wir zur zweiten Linie Comfortline, da sie mit Klimaanlage, einwandfreiem Radio und der passenden Motorenauswahl viel praktischer daherkommt als die Basis, die auf alle drei Aspekte verzichten muss. Highline (3245 Euro) bringt etwas Noblesse, ist aber verzichtbar. Der GTI macht trotz eindrucksvoller 200 PS aus dem nüchternen Polo keinen emotionalen Heißsporn.

Ab Highline wird der Polo durch Ambientebeleuchtung aufgewertet. Auch Lederlenkrad- und Schalthebel sind hier Serie


Spurstabil, narrensicher, komfortabel: Das Polo-Fahrwerk bietet viel Sicherheit, verzichtet aber auf zackigen Charakter


Altersteilzeit

Der aktuelle A3 muss sich langsam, aber sicher auf den Ruhestand vorbereiten, büßt auf seine letzten Tage aber keinerlei Respekt ein


2012 lief der A3 als erstes Auto des VW-Konzerns auf dem modularen Querbaukasten vom Band. Sieben Jahre und ein Facelift (2016) später wird es Zeit, sich von Baureihe 8V zu verabschieden. Ob von moderaten 116 bis zu brachialen 400 PS, der A3 konnte jegliche Vorliebe bedienen. Dass ein Großteil der gewerblichen Kunden eher nicht auf den Fünfzylinder des RS3 setzen, steht wohl außer Frage; unsere Motorentipps für Benziner und Diesel finden Sie wie immer oben rechts. Bei optionaler Ausstattung hingegen sollten Sie, sofern ein guter Wiederverkauf von Bedeutung ist, nicht allzu sehr sparen.

Bei den Audi-typisch gehobenen Preisen kreuzen wir zuerst die LED-Scheinwerfer (980 Euro) inklusive Fernlichtassistent (135 Euro) an, die bessere Lichtausbeute ist jeden Cent wert. Für die Spur mehr Komfort raten wir in jedem Fall zu den Sportsitzen mit ausziehbarer Oberschenkelauflage (235 Euro) und der 4-Wege-Lendenwirbelstütze (245 Euro). Statt knapp 1300 Euro in die Navigation zu investieren, besteht alternativ die Möglichkeit, mit dem Smartphone-Interface (350 Euro) über das Handy den Weg zu finden. Assistenzseitig schätzen wir die Unterstützung des adaptiven Tempomaten und der Einparkhilfe vorn wie hinten in Form des Assistenzpakets für 1750 Euro; Stauassistent sowie Spurhalteassistent fahren dann ebenfalls mit.

Bleibt die Frage, ob kaufen oder abwarten. Wir tendieren zum Nachfolgemodell. Das darf sich, was Technik und Komfort betrifft, in den Regalen von A6, A7 und A8 bedienen.cr

Verarbeitung auf höchstem Niveau, das gilt auch für die Ergonomie. Digitale Instrumente (ab 650 Euro) braucht es nicht


Das Fahrwerk mit Adaptivdämpfern (980 Euro) bietet eine weite Spreizung von komfortabel bis stramm – Empfehlung


Chefsessel

Luxuriös, bequem und erhaben stehen die großen Sessel in Büros der Entscheidungsträger. In den Garagen wartet oft ein BMW 5er


In der letzten Ausgabe kürten wir die AUTO TEST-Sieger für die erfolgreichsten Modelle in unseren Vergleichstests. Ganz vorn: der 5er-BMW. Echte Schwächen? Da müssen wir schon mit der Lupe suchen. Das Handling ist vielleicht nicht mehr ganz so definiert wie noch in mancher Vorgängergeneration, dafür ist der Fahrkomfort besser denn je. Keine Lupe braucht es für die Preisliste, die zum einen aus gut lesbaren, großen Lettern besteht, zum anderen recht klar aufzeigt, dass für den 5er eine echte Stange Geld zu investieren ist. Komfortsitze (2300 Euro), Business-Paket (1700 Euro), Adaptivfahrwerk (1200 Euro) oder die Integral-Aktivlenkung (1250 Euro), die auch eine Hinterachslenkung umfasst, sind sinnvolle, aber überaus kostspielige Extras, die den Preis in die Höhe treiben. Dennoch überzeugen die Qualitäten des großen Bayern. Der Fahrkomfort ist mit den serienmäßigen Luftfedern an der Hinterachse und Stahlfedern an der Vorderachse schlicht überragend. Im Cockpit findet sich jeder schnell zurecht. Die im Vergleich zum neuen 3er etwas ältere Infotainment-Generation bedient sich logischer als das komplexere neue System. Mit 1630 Kilo für den 530i ist der 5er für seine Fahrzeugklasse sogar einigermaßen leicht. Verbrauch und Beschleunigung profitieren. Das volle Programm an Fahrassistenz gibt’s für 2800 Euro; es umfasst neben Adaptivtempomat und Spurhalteassistent einen Stauassistenten, eine Ausweichhilfe, Querverkehrswarnung und weitere Helferlein. Kurzum: subjektiv wie objektiv ein verdienter AUTO TEST-Sieger 2019.C. Nowak

Homeoffice

Etwas später aufstehen, Stau ignorieren, Sessel statt Bürostuhl – wer von zu Hause aus arbeitet, hat es meist ein wenig bequemer


Die C-Klasse von Mercedes ist zwar nicht der dickste Fisch in diesem Business-Teich, aber mit Sicherheit der komfortabelste. Um ihr volles Verwöhnpotenzial auszuschöpfen, müssen Sie aber tief in die Tasche greifen, denn serienmäßig ist sie mit Einzonen-Klima, Startknopf und elektrischer Sitzeinstellung überschaubar ausgestattet.

Die zweite Klimazone (Beifahrerbereich) kostet 298 Euro; soll sogar der Fond separat temperiert werden, addiert der Händler 1000 Euro dazu. Akustikglas für die Windschutzscheibe und die vorderen Türen gibt’s für angemessene 238 Euro, das Luftfahrwerk (1666 Euro) rundet den gediegenen Charakter des Mittelklassekombis ab. Trotzdem kann er, auch mit dem Luftfahrwerk, noch sportlich und platziert sich unter diesen Gesichtspunkten dank mitteilsamer Lenkung irgendwo auf halbem Wege zwischen Audi A4 und BMWs neuer 3er-Reihe.

Wer’s ernsthaft sportlich will, muss zu einem der drei AMG-Modelle greifen. Unser Tipp: C43 statt C63, V6 statt V8. Denn der kleinere Motor ist nicht so viel langsamer, deutlich günstiger und wahrt so viel zivilen Anstand, dass er auch im Alltag nie nervt. Egal ob mit oder ohne geschäftlichen Hintergrund: Das Business-Paket lohnt sich. Es bietet bei vielen attraktiven Umfängen einen Preisvorteil von über 800 Euro und umfasst den sinnvollen 66-Liter-Kraftstofftank, die meisten Modelle fassen nämlich nur 41 Liter. Als unerlässlich erachten wir die Bremsanlage mit größeren Scheiben vorn (298 Euro) – Basissicherheit zum Aufpreis.al

Rollcontainer

Er passt nicht nur an jeden Arbeitsplatz, sondern bietet auch durchdachten Stauraum für alles im privaten wie beruflichen Alltag


Ob mit oder ohne Facelift-Brillengesicht, der Octavia verkauft sich wie warme Válce – Semmeln auf Tschechisch. Was hat die Semmel nun mit dem Rollcontainer gemein? Jeder findet Verwendung dafür, und das Design spielt eine untergeordnete Rolle. Genau so ergeht es auch dem Octavia.

Auch wenn der Skoda mittlerweile elegant weile und hochwertig auftritt, bleibt sein geniales Format doch der größte Trumpf – ein Mittelklasse-Platzangebot auf kompakter Golf-Plattform. Kaum ein Kubikzentimeter im Innern bleibt ungenutzt, und unzählige clevere Lösungen bieten Platz für Büroklammern, Kugelschreiber, Telefon und mehr. Was als Einstellungskriterium für Dienstwagen Gefallen findet, nutzt natürlich auch dem Privatkäufer.

Egal in welchem Nutzungsspektrum: Wirtschaftlich muss es sein. Auch hier punktet der Octavia. Seine Antriebe sind sehr sparsam, seine kleinteilig-individuelle Aufpreispolitik ermöglicht einen Auftritt vom kargen Blaumann bis zum feinen Businessdress – wobei die Basisausstattung Active schon arg öde ist. Doch schon der nächstteurere Ambition mit Klimaanlage, Mittelarmlehne, Nebelscheinwerfern und dem größeren Motorenangebot überzeugt uns mit nüchtern-sinnvoller Ausstattung. Luxusextras wie Panoramadach (1095 Euro) oder Digitalkombiinstrument (390 Euro) können dagegen nur bedingt überzeugen. Ersteres raubt großen Fahrern etwas Kopffreiheit, Zweiteres nervt mit einer ungenauen Tankanzeige mit digitaler Balkenskala. Der Octavia bleibt im Idealfall schlicht Pragmatiker.aj

Bürostuhl

Wenn im Büro etwas passen muss, dann der Stuhl. Ford findet mit angemessenen Preisen und guter Ausstattung das richtige Format


Eine neue Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz ist eine feine Sache. Besonders dann, wenn die alte Gerätschaft schon einige Kalender gesehen hat. Fords Dauerbrenner im Dienstwagen-Klassement heißt nach wie vor Focus Turnier. Generation vier, erst seit dem vergangenen Jahr unterwegs, ist in der Tat vorrangig im gewerblichen Auftrag unterwegs.

So sind es vor allem namhafte Autovermieter, die auf den Kölner setzen. Zu Recht: Reichlich Ausstattung bereits ab der zweiten Linie Cool&Connect (ab 24100 Euro) spricht für sich. Navigation auf einem acht Zoll großen Touchdisplay, adaptiver Tempomat mit automatischer Geschwindigkeitsanpassung bei entsprechenden Verkehrszeichen und bequeme Sportsitze – fertig ist das Rundum- sorglos-Paket. Na gut, fast. Wählen Sie bei Bedarf das Park-Paket Plus (550 Euro) mit Sensorik vorn und hinten, Rückfahrkamera und Einparkassistent.

Um den Preis im Sinne einer eventuellen 1-Prozent-Regelung niedrig zu halten, raten wir optional zum Komfort- oder Winter-Paket (750 beziehungsweise 400 Euro). Ersteres punktet mit einer Zweizonen-Klimaautomatik und schlüssellosem Zugang, während Letzteres mit Sitz-, Lenkrad- und Frontscheibenheizung glänzt. Da die Marke von 30000 Euro noch nicht überschritten ist, könnte Sie noch das Design-Paket III (2000 Euro) mit den überaus empfehlenswerten LED-Scheinwerfern interessieren. Leider schade: Das Adaptivfahrwerk (1000 Euro) bietet Ford einzig und allein mit dem großen Diesel (ab 28100 Euro) an.cr

Faxgerät

Basierend auf einer uralten Plattform, geht der Corsa als rüstiger Kleinwagen in den Test. Für sein Alter hat er sich recht gut gehalten


Erinnern Sie sich noch an den Fiat Grande Punto? Fährt heutzutage immer noch recht häufig durch Stadt und Land, mal in besserem, mal in schlechterem Zustand. Zusammen mit Fiat entwickelte Opel damals eine gemeinsame Kleinwagenplattform. 2005 erschien der Grande Punto, 2006 der Corsa D. Und genau auf dieser Plattform basiert noch immer der aktuelle Corsa E, denn er war nur ein umfassendes Facelift seines Vorgängers. Wer jetzt dicke Staubflocken auf dem Armaturenträger befürchtet, kann jedoch beruhigt sein. Dem Corsa fehlt zwar das ein oder andere Assistenzsystem, er wirkt aber noch nicht wie ein Oldtimer. Das Platzangebot beispielsweise kann sich nach wie vor sehen lassen. Im Fond geht es luftig zu, der Kofferraum schluckt viel und ist mit dem zweifach höheneinstellbaren Boden (90 Euro) durchaus variabel. Das Infotainment mit Navigation, Apple CarPlay und Bluetooth-Schnittstelle (850 Euro, Edition) ist zwar ungünstig platziert, an Darstellung und Geschwindigkeit gibt es aber nichts auszusetzen. Das Fahrwerk gibt sich kommod, wirkt aber bei höherem Tempo etwas kippelig. Außerdem könnten die Sitze etwas mehr Kontur vermitteln. Die Basis Selection übt sich in Verzicht, bietet nicht mal eine Klimaanlage und lässt nicht viele Extras zu. Edition (1615 Euro) bringt sinnvolle Extras sowie die Option auf weitere Annehmlichkeiten. Das Radio Intelli-Link holt Bluetooth, Apple CarPlay und USB-Port für 350 Euro ins Auto. Allgemein gefällt die faire Preisgestaltung. Wir sind gespannt, ob das beim Nachfolger so bleibt.C. Nowak

Tacker

Ein Klammeraffe gehört in jedes gute Büro, ohne ihn geht’s nicht. Aber das Einlegen neuer Klammern kann zur Geduldsprobe werden


Jeder kennt so einen Kollegen, der seine Arbeit unauffällig, aber gut macht, hilfsbereit ist – und manchmal mit seinen Marotten nervt. Genau so ein Typ ist der Opel Astra.

In den Punkten Fahrwerk und Lenkung fühlt er sich spätestens mit dem 250 Euro günstigen Dynamik-Upgrade direkter und frischer an als ein vergleichbarer Golf. Mit den richtig guten Matrix-LED-Scheinwerfern (1450 Euro) sowie einem der besten aktiven Spurhalteassistenten (650 Euro) war er dem Golf mehr als nur eine Nasenlänge voraus, zumindest zum Zeitpunkt seiner Markteinführung. Und was die so komfortablen wie überaus rückenschonenden AGR-Sitze (ab 390 Euro) anbelangt, wird der Kollege aus Wolfsburg zu dem unangenehmen Typen, der sich mit fremden Federn schmückt. Denn Opel hatte die ergonomischen Rückenschoner schon für die letzte Generation im Angebot. Sie sehen: Der Opel hat das Zeug zum Punkten. Und das Preiskapitel wollen wir an dieser Stelle gar nicht aufmachen.

Aber dann gibt es so Kleinigkeiten, mit denen der Opel gewaltig nerven kann. Der Radioempfang ist – selbst mit DAB+ (230 Euro) – unter aller Kanone. Dem Infotainmentsystem mit Touchscreen (ab 350 Euro) fehlt der simpel- intuitive Zugang, den so viele andere Hersteller hinkriegen, da kann auch der günstige Aufpreis nicht drüber hinwegtrösten. Und geradezu frustrierend gebärdet sich der Frontkollisionswarner, der im Paket mit dem gelobten Spurhaltehelfer steckt. Während Letzterer sensibel und zur rechten Zeit reagiert, ist der Kollisionswarner dauerhaft im Panikmodus.al

Stehtisch

Ein Steh-Arbeitsplatz gilt als gesund und modern, ähnlich wie ein modisches SUV mit bequemem Einstieg. Dauerbrenner: der Tiguan


Etwas über ein halbes Jahr muss der aktuelle VW Tiguan noch durchhalten, bis ihn das Facelift auf den Stand des Ende 2019 erscheinenden Golf VIII hebt und optisch wohl näher an den Touareg rückt. Wobei es sich an der Spitze der SUV-Verkaufshitliste leicht durchhalten lässt. Hinter dem Golf ist er derzeit die Nummer zwei in Deutschland. Seine Qualitäten sind knapp dreieinhalb Jahre nach seinem Debüt noch immer überzeugend. Das empfehlenswerte Adaptivfahrwerk (1045 Euro) filtert fast alles aus der Straße, was nicht in den Rücken der Passagiere gehört, die Motoren arbeiten durch die Bank laufruhig. Nach dem WLTP-Kuddelmuddel gibt es nun auch endlich wieder ein breites Angebot an Aggregaten. Vor allem die Diesel treiben den großen Golf-Ableger engagiert voran. In der 150-PS-Version sind Verbräuche von deutlich unter sechs Litern mehr Alltag denn Utopie. Das DSG schaltet schnell, kostet aber 2025 Euro, und an der Handschaltung gibt es nichts auszusetzen. Im Innenraum geht es hell und luftig zu, das Platzangebot in beiden Reihen ist großzügig. Nützliche Extras wie das Business-Paket mit Navi, Telefonschnittstelle und weiteren Gimmicks (2765 Euro) oder Keyless-Go (390 Euro) gehen ins Geld. Gleichzeitig gibt es weder einen AUX- noch einen USB-Anschluss (40 Euro) serienmäßig oder in einer der Linien. Stichwort Linien: Die Basis Trendline ist etwas karg und bietet kaum weitere Optionen. Highline ist zu teuer, daher am besten auf die goldene Mitte Comfortline setzen und nur ankreuzen, was Sie wirklich brauchen.C. Nowak

Musterkoffer

Achten Sie mal darauf, wie viele Golf Variant allein im Fuhrpark von Werkzeugherstellern herumfahren. Typisch Golf: Er passt immer


Der Golf ist Fahrschulauto, Pendlerpauschale, Ausflug in die Heide, Currywurst mit Pommes und als Kombi auch noch Umzugshelfer und Kinderspielzimmer – kurzum ein durch und durch normaler Typ, vielleicht etwas langweilig, aber stets verlässlich.

Aufgrund der Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen von rund 45 Millionen gebauten VW Golf schon einmal bewegt haben könnten, halten wir unseren Fahreindruck kurz und knapp: In fast allen Belangen zeigt sich die Fahrdynamik geschliffen und unaufgeregt. Die Lenkung wirkt entspannt, die Federwege sind großzügig, alle Motoren entweder ausreichend durchzugsstark oder adäquat übersetzt. Die Schaltgetriebe flutschen mustergültig, und die DSGAutomaten müssen sich sensibel auf Ihren Fahrstil einstellen, damit sie ruckfrei arbeiten.

Werfen wir einen Blick auf die Ausstattungstabelle. Die ermöglicht, wie üblich bei VW, eine Ausstattung à la Kassengestell ebenso wie einen tadellos noblen Auftritt. Hier ist zwar erlaubt, was gefällt, aber bedenken Sie Folgendes: Durch das Debüt des Golf VIII im Spätsommer – der Variant soll bald darauf folgen – werden die Preise für den aktuellen Golf VII rasch sinken, weshalb die Suche nach einem nett ausgestatteten Vorführwagen günstiger sein kann als eine Neukonfiguration mit spitzem Bleistift. Gleiches gilt für die unzähligen Leasingrückläufer. Unsere pragmatischen Ausstattungstipps: das mittlere Navi (Discover Media, 1005 Euro), der Ergo-Active-Fahrersitz (655 Euro) und das Winterpaket (450 Euro) mit Sitzheizung und Co.aj