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Mehr als nur ein Schlafplatz


Züchterforum - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 05.02.2020

Welche Einstreuarten gibt es und was bieten sie


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Foto: ©Ruud – stock.adobe.com

Wie man sich bettet, so liegt man – diese Weisheit kennen wir wohl alle. Und sie gilt gleichermaßen für Mensch und Tier. Pferde können bestens im Stehen dösen, aber nur im Liegen schlafen sie wirklich und erreichen die sogenannte REM-Phase. Diese ist für eine vollständige Erholung essenziell wichtig. Leidet das Pferd dauerhaft unter Schlafentzug, weil es sich beispielsweise nicht auf das Einstreumaterial legen möchte, sind gesundheitliche Schäden die Folge. Da unsere Vierbeiner ihre Box aber nicht nur für das Ruheverhalten ...

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... nutzen, sondern auch als Toilette, ergeben sich einige Anforderungen an das verwendete Einstreumaterial. Natürlich sollte es gesundheitlich unbedenklich, sprich frei von Schadstoffen sein, es sollte so staubarm wie möglich sein und möglichst saugfähig. Für das Pferd sollte sich so eine möglichst weiche und trockene Unterlage ergeben, auf die es sich gern legt. Die Saugfähigkeit des Materials ist wichtig, da eine nasse Box ansonsten den perfekten Nährboden für Fäulnisbakterien bietet, die unter anderem Strahlfäule verursachen können. Neben einem wei chen Untergrund sollte der Belag auch möglichst rutschfest sein. Der Klassiker unter den Einstreuarten ist das Langstroh, oft Weizenstroh. Dieses fällt als „Abfallprodukt“ bei der Getreideernte an und ist je nach Erntejahr recht günstig. Stroh dient dem Pferd auch als Raufutter und Beschäftigung, dies kann aber auch zum Problem werden, wenn das Pferd zu viel Stroh frisst – infolgedessen können Verdauungsprobleme und Koliken auftreten. Eine mit reichlich Stroh eingestreute Liegefläche bietet dem Pferd einen weichen Untergrund zum Abliegen. Allerdings ist die Saugfähigkeit lange nicht so hoch wie bei alternativen Materialien. Die Lagerung von Stroh beansprucht viel Platz und es muss darauf geachtet werden, dass das Stroh stets trocken bleibt. Feuchtes Stroh beginnt rasch zu schimmeln – dann liegt ein Pilzbefall schnell vor. Aber selbst wenn das Stroh trocken ist, kann es Probleme geben: Bei schlechterer Qualität staubt Langstroh oft stark und kann zu Atemwegserkrankungen führen. In der Entsorgung fällt oft viel Material an, da eine große Menge an Stroh beim Misten mit aus der Box genommen wird. Damit das Stroh verrottet, muss es längere Zeit auf dem Misthaufen gelagert werden. Ein weiterer Klassiker unter den Einstreumaterialien sind Hobelspäne. Diese nehmen gut die doppelte Menge an Flüs sigkeit im Vergleich zu Stroh auf und binden vor allem Gerüche sehr gut. In der Anschaffung sind Späne etwas teurer als Stroh und auch die Entsorgung gestaltet sich schwieriger, da das Holz länger zum Verrotten benötigt. Generell ist eine Liegefläche aus Hobelspänen oft nicht so weich wie eine Liegefläche aus Stroh, vor allem für Allergiker oder gierige Pferde sind sie allerdings eine gute Wahl, da die Späne staubarm sind und nicht gefressen werden.

Fotos: TOMsPic

Strohpellets (o. l.) und Leinstroh (o.) weisen eine hohe Saugfähigkeit auf


Die klassischen Hobelspäne leisten in Pferdeboxen gute Dienste


Foto: Slawik

Zur Lagerung von klassischem Langstroh ist viel Platz nötig


Foto: ©annebe – stock.adobe.com

Stroh und Holz mal anders

Die Einstreualternativen gehen zunächst auch wieder auf die beiden Grundmaterialien Stroh und Holz zurück, durch eine Weiterverabeitung lassen sich die Grundeigenschaften allerdings verändern. Als erste Alternative wären Strohpellets zu nennen. Hier wird das Stroh durch Zerkleinerung, Erhitzung und Entstaubung in Pelletform gepresst. Die Vorteile liegen hier auf der Hand. Zum einen ist die Lagerung wesentlich platzsparender im Vergleich zum Langstroh. Die Strohpellets können mehr Flüssigkeit aufnehmen als Stroh und entfalten erst beim Kontakt mit Feuchtigkeit ihr volles Volumen. Da Strohpellets im Regelfall entstaubt sind, eignet sich die Einstreu besonders für Stauballergiker. Die Entmistung ist recht unkompliziert, die nassen Stellen sind klar abgetrennt und können gut entfernt werden. Auch die Entsorgung ist unproblematisch. In der Anschaffung sind Strohpellets etwas teuerer als herkömmliches Langstroh. Probleme können sie auch verursachen: dann, wenn das Pferd versucht, sie zu fressen. Hier können Schlundverstopfungen und Koliken die Folge sein. Ein weitere Alternative sind Strohhäcksel. Hier wird das Langstroh gehäckselt, entstaubt und entkeimt, so dass die Eigenschaften im Vergleich zum Langstroh verbessert werden. Eine solche Einstreu staubt nicht und ist wesentlich saugfähiger als normales Stroh. Die Entmistung geht leicht von der Hand und die Entsorgung ist unproblematisch. Lagern lassen sich die Häcksel in Bigpacks oder als Ballen. Durch die Weiterverarbeitung liegt der Preis etwas höher als der für das Langstroh. Bei den Alternativen aus Holz sind besonders die Weichholzpellets hervorzuheben. Durch eine entsprechende Wärmebehandlung sind die Pellets nahezu keimfrei, äußerst staubarm und gut kompostierbar. Eine besondere Art an Späne-Einstreu sind die Kiefernspäne. Hier macht man sich die antibakteriellen Eigenschaften des Kiefernholzes zunutze. Das Kiefernöl soll dabei die Stallluft nachhaltig verbessern. Diese Einstreu ist staubarm und bildet eine weiche und federnde Unterlage.

Stroh dient nicht nur als Einstreu, sondern auch als Raufutter


Foto: HIM/Schneider

Weitere Alternativen

Neben den bereits aufgezählten Alternativen gibt es natürlich noch mehr Materialien, die genutzt werden können. Auch noch sehr bekannt ist das sogenannte Flachs- oder auch Leinstroh. Diese Einstreu ist ein reines Naturprodukt, welches aus Flachsstengeln hergestellt wird. Diese werden zerkleinert, gereinigt und entstaubt. Zur Lagerung und zum Transport werden sie in handliche Ballen verpackt. Durch die geschmeidigen Fasern bildet Leinstroh eine sehr weiche und bequeme Liegefläche für die Pferde. Zudem ist es um ein vielfaches saugfähiger als Weizenstroh und die Entmistung ist sehr einfach. Die nassen Stellen können gezielt mit einer Mistgabel herausgenommen werden. Durch das zielgenaue Entmisten entsteht ein geringes Mistvolumen. Das Leinstroh wird von den Pferden nicht gefressen, da es einen sehr bitteren Geschmack aufweist.

Der Aufwand beim Entmisten und die Mistmenge spielen bei der Entscheidung für die richtige Einstreu eine große Rolle (l.)


Foto: Lafrentz

Der Liegebereich sollte weich und trocken sein


Foto: Schauer

Aus dem sogenannten Chinaschilf oder auch Elefantengras können MiscanthusPellets hergestellt werden, aber auch eine Nutzung als Häcksel ist möglich. Für die Produktion der Pellets wird das Elefantengras stark zerkleinert und in Pellets gepresst. Kommen diese mit Feuchtigkeit in Berührung, zerfallen sie und bilden eine angenehme Matratze. Durch die Verarbeitung sind die Pellets sehr staubarm, extrem saugfähig und binden Gerüche. Bei der Entmistung werden täglich die Pferdeäpfel und die feuchten Stellen entfernt. Diese lassen sich leicht und zielgenau abtragen, die entfernte Stelle wird einfach mit neuen Pellets aufgefüllt. Es entsteht ein geringes Mistvolumen. Der Nachteil von MiscanthusPellets ist, dass sie zunächst befeuchtet werden müssen. Außerdem ist der Anschaffungspreis im Vergleich zu den anderen Einstreualternativen recht hoch.

Eine noch recht unbekannte Alternative ist die Nutzung von Waldbodeneinstreu. Eine Waldhackschnitzelaufbereitung bildet eine weiche Matratze, auf der sich die Pferde gern niederlegen. Auch die Saugfähigkeit dieser Unterlage ist als gut einzustufen. Die Waldbodeneintreu neutralisiert den Ammoniakgeruch und lässt sich sehr gut kompostieren. Der Waldboden sollte als Dauereinstreu genutzt werden, nur die Pferdeäpfel sind täglich zu entfernen. Nasse Stellen können mit trockener Einstreu wieder vermischt werden. Ungewöhnlich ist natürlich die optische Eindruck: Die Einstreu ist sehr dunkel und wirkt für den Betrachter dadurch zunächst nicht so sauber wie helle Holzspäne oder Stroh. Außerdem verursacht der Waldboden dunkle Flecken auf hellen Pferden. Die Waldbodeneinstreu ist als loses Schüttgut oder in Bigpacks er hältlich. Eine weitere alternative Einstreuart ist die Nutzung von Papier. Papierschnitzel binden die Feuchtigkeit und den Ammoniak sehr gut, allerdings sind sie nur in geringen Mengen erhältlich. Daher spielen sie im praktischen Alltag nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Welche Art von Einstreu man letztendlich nutzt, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Dabei spielen natürlich das Wohlbefinden der Tiere, gesundheitliche Einschränkungen (zum Beispiel Stauballergiker) und auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Alternativen zur klassischen Stroheinstreu gibt es und es lohnt sich, diese Alternativen einmal genauer zu betrachten.

Einstreu – nicht nur im Stall ein Thema

Laut Viehverkehrsordnung muss beim Transport von Pferden verhindert werden, dass Urin oder Mist auf die Straßen gelangen. Außerdem müssen die Viehtransportfahrzeuge so beschaffen sein, dass sie leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Daher spielt die Einstreu auch in Pferdeanhängern und Transportern eine Rolle. Durch eine saugfähige Einstreu wird verhindert, dass Urin ungehindert aus dem Anhänger fließt. Durch die Bindung an die Einstreu kann der Anhänger außerdem leichter gereinigt werden und die Rutschgefahr wird eingeschränkt. Am besten eignen sich Hobelspäne, aber auch eine Stroheinstreu ist möglich. Bei fehlender Einstreu drohen Bußgelder.

Foto: ©Daniel Strautmann – stock.adobe.com

Hochwertiges Weichholzgranulat

Das Allspan German Horse Super ist ein hochwertiges Weichholzgranulat, welches mehrfach gesiebt und gereinigt wird. Die feine Struktur wirkt sich positiv auf die Saugkraft des Granulats aus. Dank der größeren kapillaren Oberfläche bietet es eine hervorragende Feuchtigkeitsaufnahmekraft. Ammoniak wird sehr gut gebunden und die Entstehung unangenehmer Gerüche wird deutlich reduziert. Allspan German Horse Super eignet sich ideal als Einstreu für staubempfindliche und Allergiker-Pferde, da es extrem staubarm ist und Atemwege so nicht gereizt werden. Durch die einheitliche Struktur können durchnässte Partien gezielt entnommen und Pferdeäpfel leicht von oben abgemistet werden. Das reduziert sowohl das Mistaufkommen als auch den Arbeitsaufwand erheblich.