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Mehr Auflösung, langes Tele


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 05.06.2020

Die P-Serie enthält Huaweis Top-Smartphones mit der besten Hardware und der besten Fotoausstattung. An ihrer Spitze steht das P40 Pro, das mit dem Peis von rund 1000 Euro vergleichsweise günstig ist. Es bietet Fotografen vier Kameras, darunter die Hauptkamera mit neuem 50-MP-Sensor, ein 40-MP-Superweitwinkel und ein Tele mit 125 mm KB.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 7/2020

Das P40 Pro (1000 Euro) haben wir in der letzten ColorFoto vorgestellt. Nun hat das Gerät ein Firmware-Update erhalten, das einige Kinderkrankheiten beseitigt. Die Hardwareausstattung ist hochwertig, das elegante, etwas rutschige Gehäuse exzellent verarbeitet und gegen ...

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... Spritzwasser sowie Staub geschützt. Das OLED-Display mit 6,58-Zoll-Diagonale löst mit 2640 x 1200 Pixeln auf. Neuere Prozessoren machen das P40 Pro leistungsstärker als seinen Vorgänger. Die Hauptrechenlast übernimmt ein Kirin 990 5G CPU mit 8 Kernen und 5G-Modem. Daneben stehen eine GPU mit 16 Kernen (Mali-G76) und eine NPU (Neural Processing Unit) als Spezialisten für grafische und KI-Aufgaben bereit. Der interne Speicher mit 256 GB ist mit Huaweis Nano-Memory-Card erweiterbar. Der RAM bietet 8 GB, der Akku hat 4200 mAh.Wegen der US-Sanktionen kommt das P40 Pro ohne Google Play Store und bekannte Google-Apps wie Maps. Huawei hat zwar einen eigenen App-Store, der viele Apps enthält – ein vollwertiger Ersatz für die gewohnte Google-Bequemlichkeit ist das aber noch nicht.

Fotoausstattung

Das P40 Pro hat ein Superweitwinkel, ein Weitwinkel als Hauptkamera, ein langes Tele und schließlich eine ToF-Kamera für Tiefeninformationen. Auf der Vorderseite ist eine Selfiekamera mit 32-MP-Sensor und zusätzlichem Tiefensensor verbaut. Diese Informationen nutzt das Huawei unter anderem, um Portraits freizustellen.
Im P40 Pro stattet Huawei sowohl die Haupt- als auch die Telekamera mit RYYB-Sensoren aus. Die Kombination aus Rot-Gelb-Gelb-Blau-Farbfiltern soll eine höhere Lichtausbeute als die klassische Rot-Blau-Grün-Grün-Filterbelegung ermöglichen. Die Auflösung des Hauptkamerasensors ist von 40 auf 50 Megapixel gewachsen, und die Sensorfläche ist größer geworden: von 1/1,7 Zoll im P30 Pro auf 1/1,28 Zoll im P40 Pro. Wie schon bei den Vorgängermodellen sind immer vier gleichfarbige Pixel zu einem Quadrat angeordnet. So kann der Fotograf bei viel Licht ein 50-Megapixel-Bild speichern und bei wenig Licht ein 12-Megapixel-Bild wählen, für das jeweils vier einzelne Pixel zu einem größeren zusammengefasst werden – eine Technik, die Pixel Binning heißt. Die Hauptkamera ist mit einer 1,9/6,71-mm-Optik (23 mm KB) ausgestattet. Dieses Objektiv ist etwas lichtschwächer als beim Vorgänger, in dem eine Optik mit Blende 1,6 steckte. Aber da der neue Sensor größer ist, dürfte das Gesamtsystem dennoch lichtstärker sein. Geblieben sind die optische Bildstabilisierung und die Fokussierung per Phasen-AF. RAWs nimmt die Hauptkamera immer mit voller Auflösung und mit 23 mm KB auf. Auch 50-MP-JPEGs werden mit 23 mm KB Brennweite aufgenommen, ob im Pro-Modus oder mit dem speziellen „Hohe Auflösung“-Programm. 12-MP-JPEGs fotografiert die Hauptkamera aber mit 27 mm KB.
Die Teleeinheit bietet 3,4/14,46 mm (125 mm KB), kombiniert mit einem 12-MP-Sensor. Reine JPEGs (ohne RAW) werden leicht gecroppt mit 135 mm fotografiert, für die Kombination aus JPEG und RAW kommen 125 mm KB zum Einsatz. Wegen der langen Brennweite ist das Telemodul auch im P40 Pro liegend eingebaut, also in Periskopbauweise. Im Vergleich zum P30 Pro hat sich die Auflösung von 8 auf 12 MP verbessert. Optischer Bildstabilisator und Phasen-AF sind weiterhin vorhanden.
Als Superweitwinkel nutzt das P40 Pro eine 1,8/18-mm-KB-Optik und einen 1/1,54-Zoll-Sensor mit 40 MP Auflösung. Das klingt nach dem Superweitwinkel aus dem Mate 30 Pro, das deutlich leistungsfähiger ist als das entsprechende Modul des P30 Pro und im Test positiv überzeugt hat. Der Sensor arbeitet mit Pixel-Binning: Je vier benachbarte Pixel werden zu einem Bildpunkt zusammengerechnet. Außer im Nachtmodus haben die Bilder immer 10 MP. Die Kamera macht JPEGs und RAWs. Die Lichtstärke ist höher als bei vielen Konkurrenzmodellen, außerdem kann auch das Superweitwinkel mit Phasen-AF fokussieren.

Der Pro-Modus bietet viele Steuersymbole in übersichtlicher Anordnung. Das RAW-Format ist hier für alle Kameras verfügbar.


Der Foto-Modus bestimmt alle Einstellungen inklusive Kamera automatisch. Belichtung und AF-Punkt sind aber justier-


Die Galerie blendet die wichtigsten Exif-Daten auf Wunsch ein und ermöglicht auch eine einfache Bildbearbeitung,


Überarbeitete App

Die App bietet sehr viele Aufnahmeprogramme. Die wesentlichen sind Pro, Foto, Portrait, Nacht, Blende und Video. Weitere, darunter „hohe Auflösung“, erreicht man über das Icon „Mehr“. In den „Einstellungen“ ist die Auflösung nicht direkt wählbar – und das ist neu. Sie ist an Seitenverhältnis, Bildformat, Kamera und Aufnahmemodus gebunden. Je nach Kamera werden JPEGs im Seitenverhältnis 4:3 oder 3:2 mit höchster und im „Vollbild“-Format mit niedrigster Auflösung geschossen. Dazwischen gibt es immer die 1:1-Option. RAWs werden grundsätzlich mit der maximal möglichen Sensorauflösung aufgenommen. Das ist nicht gerade praktisch, denn erstens fehlt so schlicht die Übersicht, und zweitens braucht man nicht immer ein Bild mit maximaler Auflösung – dafür das Seitenverhältnis zu ändern, erscheint etwas seltsam.

Pro-Modus

Für ambitonierte Fotografen empfiehlt sich der Pro-Modus mit vielen Einstellmöglichkeiten und zuschaltbarem RAW (DNG). Das RAW-Format ist für alle drei Kameras verfügbar. Der Pro-Modus gewährt Zugriff auf Belichtungsmessmethode, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit, Belichtungskorrektur, AF-Modus (AF-S, AF-C, MF) und Weißabgleich. Zusätzlich werden im Pro-Modus Symbole für Unterbelichtung sowie RAW eingeblendet. Wer mag, kann die Belichtung also manuell steuern oder ISO/Zeit-Shift wählen. Huawei führt dann entweder die Zeit bei vorgewählter Empfindlichkeit oder den ISO-Wert bei vorgewählter Zeit nach. Fokus und Belichtung lassen sich getrennt messen.

Ist RAW aktiv, kann der Nutzer mithilfe der Zoom-Icons zwischen den Kameras wechseln, Zwischenstufen gibt es nicht. Ist RAW nicht aktiviert und die Auflösung auf 50 MP eingestellt, kann man nur noch mit der Hauptkamera fotografieren und nicht mehr zoomen. Ohne RAW-Format und ohne 50-MP-Auflösung stehen Zoomstufen bis 50-fach zur Verfügung. Aber Vorsicht: Zwischen Faktor 1 und 5 zoomt das Gerät mit der Hauptkamera bei gutem Licht (es sei denn, der Aufnahmeabstand ist zu klein) und bis 8,4-fach bei schwachem Licht. Bei höheren Stufen, also ab 5-bzw, 8,5-fach, aktiviert sich das Tele. Rutscht der Zoomfaktor unter 1, wird das Superweitwinkel-Modul eingesetzt. Ein 4,5-fach gezoomtes Foto hat also sichtbar schlechtere Qualität als ein 5-fach gezoomtes, da Ersteres auf der digital interpolierten Mitte des Hauptsensors basiert und erst das 5-fach-Zoom die Teleoptik benutzt.
Wir empfehlen den Pro-Modus für RAWs. Die JPEGs dagegen gelingen besser in der Regel im Foto-Modus. Nur bei der Tele-Kamera sind die Pro-JPEGs (parallel aufgenommen) überlegener. Wer JPEGs mit 50 MP aufnehmen will, schaltet am besten ins spezielle Aufnahmeprogamm „Hohe Auflösung“ um.

Foto, Nacht und andere Modi

Auch im Foto-Modus lassen sich Belichtungskorrektur und die Messpunkte für Schärfe und Belichtung anpassen. Den Rest erledigt die Automatik. Das Zoomen funktioniert wie im Pro-Modus ohne RAW und ohne 50-MP-Auflösung.
Das Monochron-Programm arbeitet, ähnlich wie der Pro-Modus, ohne RAW – mit den genannten Einstellmöglichkeiten und ebenfalls mit 50-MP-Option. Der Portrait-Modus verwendet ausschließlich die Hauptkamera in 12-MP-Auflösung, bietet aber die Möglichkeit, stufenlos bis Faktor 3 zu zoomen, also bis rund 81 mm KB. Dazu gibt es noch verschiedene Belichtungssimulationen, die „Effekte“ heißen, sowie Beauty-Einstellungen.
Das Nacht-Programm der P40 Pro arbeitet, wie gewohnt, mit Serienbildern. Es kann auf alle drei Kameras zugreifen und liefert dabei stets Bilder mit 12-MP-Auflösung: Für Zooms bis 1-fach ist das SWW-Modul zuständig, ab 8,5- bis 10-fach das Tele und dazwischen die Hauptkamera. Verschlusszeit und ISO lassen sich automatisch oder manuell einstellen. Bei automatischer Belichtung, kann die Belichtung durch erneutes Drücken des Auslöser-Icons unterbrochen werden. Dann berechnet das Gerät das Bild auf Grundlage bereits aufgenommener Fotos. Das mag sinnvoll sein, wenn man ein nicht zu stark aufgehelltes Ergebnis erhalten möchte – über die Vorschau lässt sich das einschätzen.

Autofokus

Die P40 Pro stellt mit dem Phasen-AF scharf. Auf Personen im Bildfeld reagiert der Fokus blitzschnell: Er erkennt sie flott und verfolgt sie sicher. Aufpassen muss der Fotograf aber bei der Auslöseverzögerung: Wenn die Motive sich bewegen, kann es sein, dass nicht korrekt fokussiert wird. Schwierig wird es auch bei nachlassendem Licht und langen Brennweiten, also beim Fotografieren mit dem Tele-Modul. Wenn die Kontraste nicht mehr stark genug sind, braucht das Gerät etwas mehr Zeit. Sind keine Personen im Bild, wird die Bildmitte beim Scharfstellen priorisiert. Der AF-Rahmen könnte etwas kleiner sein, beziehungsweise am besten adaptiv wie bei der Gesichtserkennung. Wird ein Gesicht erkannt, ist der Markierungsrahmen etwa so groß wie das Gesicht. Tippt man aber auf das Display, um ein Objektiv anzuvisieren, ist der AF-Rahmen recht groß. Für die Sichtbarkeit ist das zwar gut, aber manchmal ist man nicht sicher, wo genau fokussiert wird.

Bildqualität

Die Hauptkamera des P40 Pro liefert RAWs mit 50 MP. Da kann derzeit kein Konkurrent mithalten, da die volle Auflösung meist nur für die JPEGs wählbar ist. RAWs sind fast immer auf 12 MP heruntergerechnet. Bei gutem Licht können die 50-MP-RAWs überzeugen. Hier punkten sie mit dem Pixelvorsprung gegenüber Sensoren mit kleinerer Auflösung. Das gilt auch für die 50-MP-JPEGs. Sie kommen nicht mit jeder Struktur gleich gut klar, bieten aber bei günstigen Lichtverhältnissen in der Regel einen Auflösungsvorteil.
Das ändert sich mit nachlassendem Licht. Dann profitieren die 12-MP-JPEGs vom Pixel-Binning, und ihre Detailzeichnung kommt sehr nah an die der RAWs heran. Letztere zeigen stellenweise mehr Strukturen, sind aber auch deutlich verrauschter. Wenn man im RAW-Konverter etwas dagegen unternimmt, gehen auch Details verloren. Auch die 50-MP-JPEGs zeigen bei schwachem Licht sichtbar weniger Details als die JPEGs mit 12 MP.

Etwas unschön ist der Farbstich, den alle RAWs aus der Hauptkamera haben. Leider verursacht die Signalverarbeitung auch bei der Berechnung der JPEGs reproduzierbare Fehler.
In den 50-Megapixel-Aufnahmen, zum Teil aber auch auf den RAWs, sind manchmal Farbkleckse zu sehen. Dabei handelt es sich offenbar um einen Interpolationsfehler bei der Berechnung der Farbinformationen. Er tritt meist in feinen Strukturen mit starken Kontrasten und Helligkeit auf. Einige 12-MP-JPEGs des Foto-Modus stellten schräg verlaufende oder gewölbte Linien teilweise in Stufen dar.
Unterm Strich liefert die Hauptkamera des Huawei P40 Pro trotz der genannten Schwächen gute Bilder. Bei Helligkeit empfehlen wir 50-MP-JPEGs, bei wenig Licht eher 12-MP-JPEGs. Sollten Störungen auftreten hilft ein Wechsel zu RAW.
Die Tele-Kamera liefert leider auch RAWs mit einem leichten Farbstich. Sonst ist seine Leistung sehr überzeugend. Das Detailniveau ist hoch: In den RAWs sind sogar noch etwas feinere Strukturen sichtbar als in den JPEGs. Sie rauschen auch mehr.
Ohne RAW werden die JPEGs mit etwas längerer Brennweite aufgenommen. Die Randbereiche des Sensors nutzt das Huawei zur digitalen Bildstabilisierung, die die optische ergänzt. Damit wird das Bild sichtbar ruhiger gestellt. Ist RAW aktiv, agiert ausschließlich die optische Bildstabilisierung. Es ist bei nachlassendem Licht also sinnvoll, auf RAW zu verzichten, um Verwackeln zu vermeiden.
Wenn mit dem Tele JPEGs zusammen mit RAWs aufgenommen werden, sind sie am schonendsten abgestimmt – rauschen aber mehr.
Das Superweitwinkel von Huawei gehört zu den besten, die momentan auf dem Markt sind. Fürs Fotografieren mit diesem Modul empfehlen wir den Foto-Modus. Dann errechnet das Huawei aus den Daten eines 40-MP-Sensors ein überzeugendes JPEG mit 10 MP, dessen Detailniveau meist deutlich über dem der RAW-Aufnahme liegt. Zwar sind die üblichen Eingriffe der Signalverarbeitung sichtbar, doch das Ergebnis sieht am Ende besser aus als die sanft „vernebelten“ RAWs. Klar abraten möchten wir von den parallel zu RAW aufgenommenen JPEGs aus dem Pro-Modul, denn sie sind schlicht kaputtgerechnet. Es wäre schön, wenn Huawei das beim nächsten Update ändern würde.

Fazit

Mit dem P40 Pro festigt Huawei seine Position als Kameraspezialist. Superweitwinkel- und Tele liegen derzeit ganz vorne. Die Hauptkamera leistet sich zwar noch ein paar Schnitzer, liefert aber ebenfalls eines der momentan besten Bildergebnisse. Das gilt für gutes wie für nachlassendes Licht. Die Schnitzer sollten sich per Software-Update beheben lassen. Wer auf Googles Store und Apps verzichten kann, erhält hier mit allen drei Objektiven eine Top-Bildqualität.