Lesezeit ca. 11 Min.
arrow_back

Mehr Datenschutz für Windows-Nutzer


Logo von PC Welt
PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 02.09.2022

Windows

Artikelbild für den Artikel "Mehr Datenschutz für Windows-Nutzer" aus der Ausgabe 10/2022 von PC Welt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 10/2022

Spätestens seit fast alle Computer mit dem Internet verbunden sind, ist Datenschutz ein wichtiges Thema. Schließlich möchte niemand, dass persönliche Daten in fremde und unbefugte Hände gelangen. Das Betriebssystem und auch viele Anwendungen kommunizieren jedoch ständig mit dem Hersteller, und welche Daten dabei übertragen werden, ist in den meisten Fällen nicht ganz eindeutig. In den Lizenzverträgen und Datenschutzerklärungen stimmen Sie meist einer umfangreichen Liste mit Rechten zu, die sich der Anbieter einräumen möchte. Die umfasst beispielsweise Name und Kontaktdaten, Positionsdaten, Zahlungsdaten, Geräte- und Nutzungsdaten, Fehlerberichte und den Browserverlauf.

„Windows übermittelt massenhaft Daten an Microsoft – aber das lässt sich wirksam reduzieren.“

Nicht alles davon sendet Windows ständig an Microsoft, und viele Übermittlungsoptionen lassen sich deaktivieren. Einige ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von PC Welt. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Willkommen im Digitalzeitalter. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Willkommen im Digitalzeitalter
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Grafikkarten & RAM deutlich günstiger. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Grafikkarten & RAM deutlich günstiger
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Forderungen nach bundesweitem Reparaturbonus. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Forderungen nach bundesweitem Reparaturbonus
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Verbraucherzentrale zeigt Betrügershops. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Verbraucherzentrale zeigt Betrügershops
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Google Maps: Immersive View, 3D-Ansicht und Spritsparrouten
Vorheriger Artikel
Google Maps: Immersive View, 3D-Ansicht und Spritsparrouten
Der große Sicherheits-Check
Nächster Artikel
Der große Sicherheits-Check
Mehr Lesetipps

... Datenschutzeinstellungen legen Sie schon bei der Windows-Installation fest, was sich nachträglich in den „Einstellungen“ oder über die Tools auf der Heft-DVD anpassen lässt. Bei einer Neuinstallation oder auch später sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich tatsächlich mit einem Microsoft-Konto bei Windows anmelden wollen. Je nach Nutzung von System und Software kann Microsoft damit noch mehr Daten sammeln.

Hinweis: Wir beziehen uns in diesem Artikel auf Windows 11 21H2 (Build 22000), im Vergleich zu Windows 10 gibt es keine relevanten Unterschiede. Windows 11 22H2 (Build 22621) soll ab Herbst 2022 verteilt werden; beim Datenschutz sind jedoch kaum Änderungen zu erwarten.

1 Datenschutzbestimmungen und Privatsphäre

Bei der Nutzung jedes aktuellen Betriebssystems und der meisten Anwendungen fallen Daten an, die nicht auf dem Rechner liegen bleiben, sondern über das Internet an den Hersteller der Software übermittelt werden. Letztlich ist es Ihre Entscheidung, ob Sie darauf vertrauen, dass der Hersteller mit den Daten verantwortlich umgeht und personenbezogene Informationen beispielsweise nicht an Dritte weiterleitet oder die Informationen für unseriöse Zwecke nutzt.

Wie es Microsoft mit dem Datenschutz hält, kann man in den umfangreichen Datenschutzbestimmungen nachlesen (https://aka.ms/privacy). Darin wird darauf hingewiesen, dass Sie personenbezogene Daten nicht zur Verfügung stellen müssen, sich dann aber einige Produkte und Funktionen nicht nutzen lassen. Laut Microsoft ist die Erfassung beispielsweise von Diagnosedaten (siehe Kasten auf Seite 20) für den problemlosen Betrieb des Systems erforderlich, etwa für die Auslieferung passender Updates. In den Diagnosedaten sind unter anderem Informationen zu Hardware und Treibern, aber auch Browserverlaufsdaten wie aufgerufenen Webseiten und Suchbegriffe enthalten. Details dazu sind im Dokument „Datenerfassung in Windows“ zu finden (www.pcwelt.de/acAC5T). Tatsächlich geht es bei vielen Datensammlungen nicht um Sie als Person, sondern um Ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, beispielsweise Office-Nutzer, PC-Gamer oder finanzstarker Käufer. An den Daten sind vor allem Werbetreibende interessiert, die Ihnen passende Angebote unterbreiten wollen. Das gilt auch für Programme, die sich über Werbung finanzieren. Der Anbieter erfährt beim Start oder beim Update-Check, ob Sie das Programm benutzen und wie oft. Meist gibt es Werbung, die zum Programm passt. Es lässt sich aber auch der Browserverlauf auswerten, um Ihnen weitere Software zu empfehlen. Auch Windows finanziert sich teilweise durch Werbung. Schließlich ist das Betriebssystem für die meisten privaten Anwender gratis – beziehungsweise die Kosten sind im Kaufpreis des PCs oder Notebooks versteckt. Es gibt zwar keine Werbebanner auf dem Desktop, aber das vorinstallierte Office-Icon im Startmenü führt zu „Office im Web“ und will Sie zum Kauf des Büro-Pakets animieren. Immerhin verzichtet Microsoft zurzeit auf die Vorinstallation von Spiele-Apps wie Candy Crush Saga.

Der Microsoft Store kann zwar zur bequemen Installation von Software dienen, ist aber gleichzeitig eine Werbeplattform für kostenpflichtige Inhalte. Außerdem erfährt Microsoft darüber, welche Programme Sie installieren und wo Ihre Vorlieben liegen. Ähnliches gilt auch für das per Update schon bei Windows 10 eingeführte Widget, das Ihnen das Wetter in der Taskleiste anzeigt. Was nach einem Mausklick darauf angezeigt wird, stammt vom Microsoft-Dienst www.msn.com. Die Themen lassen sich personalisieren, wofür die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto erforderlich ist. Auch auf diesem Weg vergrößert das Unternehmen den Datenschatz, der sich vielfältig nutzen lässt.

2 Offlinekonto für mehr Datenschutz verwenden

Bereits seit einigen Windows-Versionen versucht Microsoft die Nutzung eines Microsoft-Onlinekontos für die Windows-Anmeldung zu erzwingen. Wer das nicht will, dem wird mit „eingeschränkter Benutzererfahrung“ gedroht. Ohne Microsoft-Konto ist beispielsweise die Nutzung des Cloudspeichers Onedrive, von Microsoft Teams oder Office 365 nicht möglich. Im Microsoft Store lassen sich keine kostenpflichtigen Produkte erwerben, und Skype kann man auch nicht nutzen. Wer das alles nicht benötigt, sich dafür aber mehr Datenschutz wünscht, kommt auch ohne Microsoft-Konto aus. Bei Windows 11 21H2 wird nur Nutzern der Pro-Edition ein Offlinekonto (lokales Konto) angeboten. Bei der Home-Edition ist eine Internetverbindung und ein Microsoft-Konto für die Installation erforderlich. Ab Windows 11 22H2 gilt das auch für die Pro-Edition. Sie können den Kontozwang jedoch mit einem Trick umgehen.

Bisher funktioniert unter Windows 11 21H2 und 22H2 die gleiche Methode, die schon bei Windows 10 zum Erfolg geführt hat. Es ist jedoch möglich, dass Microsoft den Kontozwang in Zukunft weiter verschärft.

IM ÜBERBLICK: TOOLS UND BROWSER FÜR MEHR DATENSCHUTZ

Und so geht’s: Wenn Sie bei der Neuinstallation zur Eingabe der E-Mail-Adresse für das Microsoft-Konto aufgefordert werden, tippen Sie eine formal korrekte, aber ansonsten ungültige und beliebige E-Mail-Adresse ein, beispielsweise test@example.com oder test@test.test. Klicken Sie auf „Weiter“ und geben Sie für das Passwort beliebige Zeichen ein. Nach einem Klick auf „Weiter“ erscheint die Meldung „Leider ist ein Problem aufgetreten“. Klicken Sie noch einmal auf „Weiter“, dann können Sie den Namen für das Offlinekonto angeben und im weiteren Verlauf das Passwort dafür festlegen.

3 Datenschutzeinstellungen bei der Installation festlegen

Nach der Anmeldung mit einem Microsoftoder Offlinekonto fragt der Installationsassistent einige Basiseinstellungen für den Datenschutz ab. Sie können sich meist jeweils mit „Ja“ für die Funktion entscheiden oder mit „Nein“ dagegen. Ein Klick auf „Weitere Informationen“ liefert eine ausführliche Beschreibung. Die Auswahl ist nicht bindend und lässt sich beliebig ändern. Nachfolgend geben wir bei jeder Option den zugehörigen Abschnitt in den „Einstellungen“ an.

Standort ermitteln: Die Übermittlung der Standortdaten ermöglicht beispielsweise, die Zeitzone automatisch einzustellen oder Ihre aktuelle Position in der Karten-App zu finden. Laut Microsoft werden die Daten anonymisiert gespeichert. Erfolgt die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto, wird auch der Positionsverlauf gespeichert. Die letzte bekannte Position wird dann verwendet, wenn eine Positionsbestimmung gerade nicht möglich ist.

Auf Desktop-PCs ist der Nutzen der Standortermittlung begrenzt. Da in der Regel kein GPS-Empfänger verfügbar ist, lässt sich die Position nur aus der öffentlichen IP-Adresse des Internetanbieters ermitteln. Der Ort liegt vielleicht in der Nähe Ihres Aufenthaltsortes, manchmal aber auch viele Kilometer entfernt. Wer mit dem Notebook im Ausland unterwegs ist, kann bei aktivierter Standortermittlung jedoch von der automatischen Einstellung der Zeitzone profitieren. Wenn das nicht gewünscht ist, können Sie sich für „Nein“ entscheiden und die positionsbasierten Funktionen damit abschalten.

Nachträglich in den „Einstellungen“ ändern: „Datenschutz und Sicherheit –› Standort“. Position des Gerätes bestimmen: Wenn Sie „Mein Gerät suchen“ aktivieren, lässt sich der Standort des PCs oder Notebooks herausfinden. Damit wird zugleich die Standortermittlung aktiviert, auch wenn Sie diese zuvor abgeschaltet haben. Die Abfrage des Standortes erfolgt über https://account.microsoft.com/devices nach einem Klick auf „Mein Gerät suchen“. Die Windows-Anmeldung mit einem Microsoft-Konto ist dafür Voraussetzung.

Für Notebook-Besitzer wäre die Funktion nützlich, etwa wenn man das Gerät irgendwo vergessen hat oder es gestohlen wurde.

SAMMLUNG VON DIAGNOSEDATEN UNTERBINDEN

Standardmäßig lässt sich die Übermittlung der Diagnosedaten (siehe Punkt 3) nicht komplett abschalten. Wenn Sie die Einstellung „Nur erforderlich“ gewählt haben, ist Ihre Privatsphäre aber besser geschützt. Es ist jedoch möglich, den Dienst „Benutzererfahrung und Telemetrie im verbundenen Modus“ zu deaktivieren und damit die Datenübertragung zu deaktivieren. Dazu starten Sie über Win-R („Ausführen“) services.msc und gehen beim genannten Dienst im Kontextmenü auf „Eigenschaften“. Stellen Sie hinter „Starttyp“ den Wert „Deaktiviert“ ein und starten Sie Windows neu. Auch über O&O Shutup (siehe Punkt 3) lässt sich der Dienst deaktivieren („Sicherheit –› Telemetrie deaktivieren“). Microsoft hält laut Dokumentation die Übermittlung der erforderlichen Diagnosedaten für notwendig, um Windows-Updates zu optimieren. Wir konnten bisher jedoch keine Nebenwirkungen feststellen, wenn der Dienst deaktiviert ist. Alle Updates wurden problemlos heruntergeladen und installiert. Es ist jedoch denkbar, dass Updates eingerichtet werden, die sich aufgrund eines Fehlers nicht für die genutzte Hardware eignen. Ob das durch die Telemetriedaten wirkungsvoll verhindert wird, ist jedoch fraglich.

In der Praxis wird man das Notebook damit jedoch kaum wiederfinden, weil die Standortbestimmung zu ungenau ist und weil inzwischen wahrscheinlich auch keine WLAN-Verbindung mehr vorhanden ist. Immerhin erfährt man aber ungefähr die letzte Position, an der man das Gerät genutzt hat. Wer das nicht benötigt, sollte sich für „Nein“ entscheiden und damit die Datenübermittlung an Microsoft reduzieren. Option nach der Installation in den „Einstellungen“ ändern: „Datenschutz und Sicherheit –› Mein Gerät suchen“ (nur mit Microsoft-Konto).

Diagnosedaten an Microsoft senden: Microsoft schlägt als Standard „Optional einschließen“ vor, womit die maximal mögliche Datensammlung gemeint ist. Wer nicht möchte, dass etwa der Browserverlauf und Geräteaktivitäten an Microsoft übermittelt werden, wählt hier „Nur erforderlich“. Weitere Details zu den Diagnosedaten finden Sie im Kasten auf Seite 20. Nachträglich in den „Einstellungen“ ändern: „Datenschutz und Sicherheit –› Diagnose & Feedback“.

Freihand- und Eingabeerkennung: Diese Funktion bezieht sich nicht nur auf die Schrifterkennung bei Tablet-PCs. Betroffen sind auch Tastatureingeben in Felder mit automatischer Wortvervollständigung oder Rechtschreibkorrektur. Durch Übermittlung der Daten können diese Funktionen effektiver arbeiten. Wenn Sie diese Daten nicht übermitteln wollen, wählen Sie „Nein“. Nachträglich in den „Einstellungen“ ändern: „Datenschutz und Sicherheit –› Diagnose & Feedback“.

Diagnosedaten für angepasste Erfahrung: Microsoft kann die Diagnosedaten für personalisierte Tipps, Werbung und Empfehlungen verwenden. Wenn Sie bei den Einstellungen für Diagnosedaten zuvor „Nur erforderlich“ gewählt haben, sendet Windows Informationen zum Gerät und den Einstellungen sowie über die ordnungsgemäße Funktion. Haben Sie sich für „Optional einschließen“ entschieden, kommt hinzu, wie Sie Anwendungen und Funktionen verwenden. Informationen über besuchte Webseiten werden laut Microsoft nicht ausgewertet.

Wenn Sie „Nein“ wählen, erhalten Sie allgemeine Tipps, Werbung und Empfehlungen. Bei „Ja“ sind die Inhalte auf Ihr persönliches Nutzungsverhalten zugeschnitten, was Microsoft als „relevant“ bezeichnet. Nachträglich in den „Einstellungen“ ändern: „Datenschutz und Sicherheit –› Diagnose & Feedback“.

Werbe-IDs: Microsoft weist jedem Windows-Nutzer eine eigene Werbe-ID zu. Die ID macht den Benutzer nachverfolgbar, was sich von Microsoft und anderen Herstellern von Programmen für Werbezwecke nutzen lässt. Wenn Sie an personalisierter Werbung interessiert sind, wählen Sie „Ja“. Bei Auswahl von „Nein“ erhalten Sie ebenfalls Werbung im gleichen Umfang, die Inhalte sind dann aber nicht auf Sie zugeschnitten. Nachträglich in den „Einstellungen“ ändern: „Datenschutz und Sicherheit –› Allgemein“.

4 Weitere Windows-Einstellungen für den Datenschutz

Der Abschnitt „Datenschutz und Sicherheit“ in den „Einstellungen“ ist in die Bereiche „Sicherheit“, „Windows-Berechtigungen“ und „App-Berechtigungen“ unterteilt. Es empfiehlt sich, alle Optionen einmal durchzugehen und das nach einem Funktionsupgrade zu wiederholen. Teilweise werden Optionen bei einem Upgrade neu gesetzt, außerdem erfolgt nach manchen Funktionsupgrades eine Abfrage der Basiseinstellungen, wie in Punkt 3 beschrieben.

Sicherheit: In diesem Abschnitt finden Sie „Mein Gerät suchen“ (siehe Punkt 3). Die anderen Einstellungen betreffen den Virenund Bedrohungsschutz und die Firewall.

Für den Datenschutz sind die Optionen unter „App- und Browsersteuerung“ relevant. Klicken Sie unter „Zuverlässigkeitsbasierter Schutz“ auf „Einstellungen für zuverlässigkeitsbasierten Schutz“. Dahinter verbirgt sich der Smartscreen-Filter, über den Microsoft potenziell gefährliche Websites und Downloads blockieren kann. Der Dienst prüft, ob sich die Adresse einer Website auf einer schwarzen Liste befindet. Wenn ja, sehen Sie statt der Webseite die Warnung „Diese Website wurde als unsicher gemeldet“. Nach Klicks auf „Weitere Informationen“ und „Weiter zur unsicheren Website (nicht empfohlen)“ können Sie die Website auf eigene Gefahr trotzdem aufrufen.

Über Smartscreen erfährt Microsoft die Adresse jeder Website, die Sie im Browser Edge aufrufen. Wenn Sie das nicht wünschen, schalten Sie die Option „Smart-Screen für Microsoft Edge“ ab.

Die Smartscreen-Prüfung der Downloads ist aus Datenschutzsicht nicht problematisch. Es wird lediglich der Hash-Wert der heruntergeladenen Datei übertragen. Bei unbekannten oder als potenziell schädlich eingestuften Dateien lässt sich etwa eine Exe-Datei per Klicks auf „Weitere Informationen“ und „Trotzdem ausführen“ ohne Blockade starten. Die Prüfung der Dateien ist nicht auf Edge beschränkt, sondern gilt auch für Downloads über andere Browser und Netzwerkfreigaben.

Für viele Benutzer kann Smartscreen zur Sicherheit beitragen, weshalb „Apps- und Dateien überprüfen“ sowie „Potenziell unerwünschte Apps werden blockiert“ aktiviert bleiben sollte. Wer häufig systemnahe Tools von eher unbekannten Websites herunterlädt, schaltet Smartscreen besser ab. Letztlich bleibt es in jedem Fall dem Nutzer überlassen, ob er ein Programm selbst als gefährlich ansieht oder nicht.

Bei einer Virenmeldung sollten Sie weitere Meinungen über www.virustotal.com einholen und im Internet nach möglichen Schadfunktionen suchen.

Windows-Berechtigungen: In diesem Bereich finden Sie einige der Optionen, die Sie bereits bei der Installation konfiguriert haben (siehe Punkt 3).

Unter „Allgemein“ lässt sich die Werbe-ID abschalten. Zwei weitere Optionen beziehen sich auf die bevorzugte Sprache bei Websites und die Beobachtung von App-Starts, aus der sich die Reihenfolge im Startmenü und Positionen im Suchergebnis ergeben. Beides kann den Bedienkomfort erhöhen; persönliche Daten werden dabei wohl nicht übertragen. Die dritte Option, „Vorgeschlagene Inhalte in der Einstellungs-App anzeigen“, kann nützlich sein, blendet aber manchmal Werbung ein, etwa für „Microsoft 365“ (Microsoft Office). Wer darauf verzichten kann, sollte den Schalter auf „Aus“ setzen.

WEBBROWSER FÜR MEHR DATENSCHUTZ

Alle gängigen Webbrowser bieten einen guten Schutz Ihrer Privatsphäre und der Nachverfolgbarkeit im Internet. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle verfügbaren Optionen wie Tracking-Schutz, Cookie-Verwaltung und Schutz vor gefährlichen Websites mit allen Vor- und Nachteilen für jeden Browser vorzustellen. Einfacher geht’s mit Browsern, die bereits standardmäßig optimierte Einstellungen für Datenschutz und Sicherheit mitbringen.

Der Brave-Browser beispielsweise basiert wie Google Chrome auf Chromium, bietet aber von Haus aus einen besseren Schutz vor Nachverfolgung. Außerdem ist ein Tor-Client integriert, der die eigene IP-Adresse verschleiert. Sollte das die Wichtigste der gewünschten Funktionen sein, kann man auch den Tor-Browser installieren, der auf Firefox basiert. Der Firefox-Abkömmling Librewolf macht beim Datenschutz einiges besser als das Original. Der Browser versendet keine Telemetriedaten und blockiert Werbung. Allerdings gibt es das Programm nur in englischer Sprache.

Browseralternative: Der Brave Browser basiert auf Chromium, bietet aber einen deutlich besseren Datenschutz als Microsoft Edge oder Google Chrome.

Unter „Spracherkennung“ ist bei Windows 11 die Option „Online-Spracherkennung“ standardmäßig deaktiviert. Wenn Sie die Spracherkennung einschalten, senden Windows und Apps bei Bedarf die Sprachdaten zur Analyse an Microsoft. Auf der Einstellungsseite wird versichert, dass Sprachclips mit persönlichen Informationen gelöscht werden und Microsoft die Daten nur intern verwendet.

Der „Aktivitätsverlauf“ funktioniert nur in Verbindung mit einem Microsoft-Konto. Ist er aktiviert, speichert Windows den Browserverlauf, Suchverlauf, Medienaktivitäten und einiges mehr. Unter „Aktivitätsverlauf löschen“ entfernen Sie die gespeicherten Daten per Klick auf „Löschen“. Details erfahren Sie, wenn Sie dem Link „Aktivitätsdaten zu meinem Microsoft-Konto verwalten“ folgen, der im Browser zum Datenschutz-Dashboard führt. Die gespeicherten Daten lassen sich einsehen und löschen.

App-Berechtigungen: Herkömmliche Desktop-Anwendungen haben in der Regel Zugriff auf alle Ordner und Geräte. Bei Apps lassen sich die Zugriffsrechte genau einstellen. Zu den App-Berechtigungen gehören beispielsweise der Zugriff auf den Standort, die Kamera und die Kontakte. Im jeweiligen Abschnitt sehen Sie, welcher App die Nutzung beziehungsweise der Zugriff erlaubt ist. Bei den Standard-Apps von Microsoft besteht kein Handlungsbedarf. Sind weitere Apps installiert, sollten Sie prüfen, ob unnötige Berechtigungen vergeben sind.

5 Datenschutzeinstellungen über Tools anpassen

Auf die Heft-DVD haben wir einige Tools gepackt, über die sich die Datenschutzeinstellungen bequem ändern lassen. Die Tools setzen etwas unterschiedliche Schwerpunkte bei der Bedienung, leisten aber in etwa dasselbe. Es ist eher Geschmackssache, welches Tool man bevorzugt.

Für die meisten Anwender dürfte O&O Shutup 10 am einfachsten zu nutzen sein.

Nach dem Start gehen Sie zuerst auf „Datei –› Einstellungen exportieren“ und speichern die aktuellen Einstellungen. Danach legen Sie zur Sicherheit über „Aktionen –› Systemwiederherstellungspunkt“ ein Backup an. Per Klick auf „Aktionen –› Nur empfohlene Einstellungen anwenden“ passen Sie alle Optionen für optimalen Datenschutz an. Für mehr Infos klicken Sie die einzelnen Einstellungen an. Das Tool zeigt dann einen Hilfetext. Vorsicht ist bei Optionen mit dem Zusatz „bedingt“ geboten. Der Hilfetext weist auf mögliche Nebenwirkungen hin.

W10 Privacy zeigt die Einstellungen auf mehreren Registerkarten, was nicht besonders übersichtlich ist. Dafür bietet es mehr Optionen als O&O Shutup. Die empfohlenen Einstellungen sind grün hinterlegt, die bedingt empfohlenen gelb und die eingeschränkt empfohlenen rot. Um alle Funktionen nutzen zu können, müssen Sie das Tool über den Kontextmenüpunkt „Als Administrator ausführen“ starten.

In Windows Privacy Dashboard klickt man unter „Telemetrie“ einfach auf „Deaktivieren“, um alle Einstellungen auf einmal vorzunehmen. Über „Datenschutz“ lassen sich die Optionen einzeln kontrollieren und über „Blocker“ die Telemetrie-IPs der Microsoft-Server blockieren.