Lesezeit ca. 13 Min.
arrow_back

Mehr Platz für macOS Ventura


Logo von Mac Life Wissen
Mac Life Wissen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 11.10.2022

Startvolume aufräumen

Es ist eine alte Weisheit, dass mit der Größe der Festplatte auch die Menge der Daten zunimmt, von denen man sich nicht trennen mag. So füllt sich langsam, aber sicher auch der größte Massenspeicher unaufhaltsam. Immer nur größere Laufwerke zu kaufen, löst das Problem also nur sehr bedingt. Besser ist es, aufzuräumen und den Arbeitsplatz richtig zu organisieren. Das gilt heute umso mehr, denn mit dem Umstieg von klassischen Festplatten auf SSDs sind die internen Laufwerke nicht nur schneller, sondern leider auch kleiner geworden. Eine früher übliche Größe von zwei Terabyte ist als SSD immer noch ein Luxus, den sich viele normale Anwender:innen kaum leisten können oder wollen.

Die aktuellen Macs mit Apple-Prozessoren haben das Problem noch einmal verschärft, da sich ihre internen Speicher nicht mehr einfach austauschen lassen. Da Apples Preise für große SSDs traditionell recht ...

Artikelbild für den Artikel "Mehr Platz für macOS Ventura" aus der Ausgabe 1/2023 von Mac Life Wissen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mac Life Wissen, Ausgabe 1/2023

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 7,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Mac Life Wissen. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Praktisch statt bunt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Praktisch statt bunt
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Der macOS-Desktop. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der macOS-Desktop
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Besser arbeiten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Besser arbeiten
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Alte Macs für Ventura. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alte Macs für Ventura
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Alte Macs für Ventura
Vorheriger Artikel
Alte Macs für Ventura
Das neue Gesicht der Einstellungen
Nächster Artikel
Das neue Gesicht der Einstellungen
Mehr Lesetipps

... happig sind, greifen die meisten Käufer:innen zur Basisausführung mit 256 oder 512 Gigabyte. Wer einfach alles sammelt, ohne weiter nachzudenken, kommt damit nicht lange aus. Etwas Disziplin und regelmäßiges Aufräumen helfen und bedeuten gar nicht so einen großen Aufwand, wie du vielleicht vermutest.

Bevor du mit dem Aufräumen loslegst, solltest du einen Backup-Lauf mit Time Machine starten. So bist du zumindest geschützt, wenn du beim Löschen versehentlich etwas über das Ziel hinausschießt.

Legen System und Apps auf einer sehr vollen Festplatte oft Dateien an und löschen sie wieder, führt das auf Festplatten zu einer Fragmentierung des freien Speicherplatzes und damit – trotz aller Bemühungen des Systems, dem entgegenzuwirken – auch irgendwann zur Fragmentierung von Dateien. Defragmentierungstools bieten in der Regel nur kurzfristig Besserung, da sie die Ursache, den Platzmangel, nicht beheben. Ums Aufräumen kommst du einfach nicht herum. Dann können auch die internen Funktionen zur Pflege des Dateisystems wieder arbeiten. Der freie Platz auf Festplatten sollte im laufenden Betrieb nicht unter 5 GB fallen, 10 bis 20 GB verfügbarer Platz wären allerdings wünschenswert.

Festplatte vs. SSD

Die meisten Verzögerungen beim Zugriff auf eine volle Festplatte entstehen dadurch, dass der Mac die Daten an vielen verschiedenen Stellen zusammensuchen muss. Dabei spielt neben der Zahl der Zugriffe auch die Zugriffszeit des Laufwerks eine entscheidende Rolle. Bei Festplatten wächst sie mit dem Weg, den der Lesekopf zurücklegen muss. Da SSDs im Gegensatz zu Festplatten keine beweglichen Teile haben, sind ihre Zugriffszeiten erheblich kürzer und auch nicht mehr davon abhängig, wo Dateien auf dem Volume liegen. Daher gibt es den Leistungsverlust durch Fragmentierung bei ihnen nicht. Tatsächlich verteilt ihr Controller die Daten sogar absichtlich, um alle Speicherzellen gleichmäßig abzunutzen. Defragmentierungstools sind daher bei SSDs sogar schädlich, sie bringen nichts und beschleunigen lediglich die Alterung der Speicherchips.

Arbeitsplatz optimieren

Bei chronischem Platzmangel ist es also eine gute Idee, sich vor dem Update auf Ventura ans Aufräumen zu machen. Und wer den Umstieg auf eine SSD plant, stellt vielleicht fest, dass sie nach dem Ausmisten eine Nummer kleiner ausfallen kann, was bares Geld spart. Zusätzlich lohnt es sich oft auch, die Organisation des Arbeitsplatzes zu überdenken. Nicht alle Daten müssen ständig griffbereit auf dem Startvolume liegen. Als Ergänzung lässt sich zusätzlicher Platz auf Cloud-Diensten buchen, ein alter Mac oder ein NAS als Server einrichten oder einfach mit einer USB-Festplatte ein externes Archiv für selten benötigte Daten schaffen. So sollte es vielen Nutzer:innen möglich sein, nach dem Aufräumen mit einer kleinen internen SSD auszukommen.

Überblick gewinnen

Beim Aufräumen gilt es, die großen Speicherfresser aufzuspüren. Für einen ersten Eindruck rufst du im Finder im Apfelmenü „Über diesen Mac auf“. Die Funktion listet unter dem Reiter „Festplatten“ die gemounteten Volumes. Für jedes zeigt sie die gesamte Größe, den verfügbaren Platz und einen Balken mit der Belegung. Die wird farblich nach Dateiart kodiert, sodass du eine erste Idee bekommst, wo die großen Brocken liegen. Fahre mit dem Mauszeiger auf einen Teil des Balkens, damit der Mac die Datenart und deren Platzbedarf anzeigt.

Klicke neben dem Startvolume auf die Taste „Verwalten“, um weitere Informationen zu erhalten. Der Mac zeigt dann in der App Systeminformationen verschiedene Funktionen und Empfehlungen zum Sparen von Speicherplatz. In der linken Spalte siehst du unterschiedliche Bereiche für Fotos, Nachrichten, Programme oder auch den Papierkorb – jeweils mit der belegten Speichermenge. Wähle einen Eintrag aus, um rechts weitere Infos zu sehen. Zum Teil erhältst du dort detaillierte Angaben mit der Möglichkeit, einzelne Dateien wie Anhänge von Nachrichten oder Downloads der TV-App zu löschen. Ein genauer Blick lohnt sich in „Dokumente“. Dort kannst du dir nicht nur gezielt große Dateien auf dem Startvolume anzeigen lassen, sondern auch den Inhalt des Ordners Downloads oder alte PowerPCund 32-Bit-Programme, die mittlerweile nicht mehr lauffähig sind. Du kannst auch einfach den Inhalt des Volumes durchblättern. So lassen sich viele Platzfresser schnell finden und löschen.

Einige Apps gehen sehr verschwenderisch mit dem Platz um und sammeln unbemerkt riesige Datenmengen in versteckten Ordnern.

Auf das Volume geschaut

Bei einer genauen Analyse helfen Spezial-Tools wie Daisy Disk (für 9,99 Euro im App Store). Es bietet eine sehr gute grafische Übersicht der Volumes und Ordner und der darin enthaltenen Dateien, in der du auch direkt mit der Maus navigieren und Objekte löschen kannst. Die Belegung stellt die App in Kreissegmenten dar, die an die Spuren auf einer Festplatte erinnern. Farbe und Fläche des Segments zeigen Dateiart und Größe. So spürst du schnell die dicken Brocken auf, da du alle Ordner auf der Festplatte relativ einfach und intuitiv durchsuchen kannst. Mit Grand Perspective und Disk Inventory X gibt es kostenlose Alternativen, die aber nicht die Eleganz und Effektivität von Daisy Disk erreichen.

Workshop: So prüfst du schnell das Startvolume und löschst überflüssige Daten

Aufräumen lassen

Eine besondere Betrachtung verdient der erste Eintrag der linken Spalte, die „Empfehlungen“. Hier bietet macOS an, in diversen Bereichen automatisch Platz zu sparen. Das kann die Notwendigkeit, selbst aufräumen zu müssen, deutlich hinauszögern, wofür du aber die Kontrolle ein Stück weit abgeben musst.

Die Medienordner von Musik und TV gehören zu den dicken Einzelposten im Account. iTunes in der Cloud verwaltet deine Einkäufe und erlaubt, diese jederzeit erneut kostenlos zu laden.

Synchronisierst du deine Fotosammlung mit iCloud, kannst du auf dem Rechner nur noch Fotos und Videos in reduzierter Auflösung behalten. Die Originale liegen dann auf dem iCloud-Server. Oder du lässt macOS den Speicherplatz optimieren, indem es gesehene Videos oder alte Mailanhänge löscht. Sehr praktisch: Der Mac kann Objekte im Papierkorb nach 30 Tagen automatisch löschen. So hast du immer noch Zeit, versehentlich gelöschte Dateien wieder herauszufischen, musst aber nicht mehr an das manuelle Entleeren denken.

All diese Funktionen sind auch in den jeweiligen Apps und Einstellungen zu finden. Die Übersicht bietet nur alle an einer Stelle. Die automatischen Aktionen sind natürlich ein zweischneidiges Schwert. Wer bereit ist, sich selbst zu kümmern, behält die Übersicht und vermeidet, Daten voreilig zu löschen. Wer sich aber gar nicht erst mit solchen Aufgaben herumschlagen will, fährt mit dem automatischen Kehraus gar nicht schlecht. Vom Entleeren des Papierkorbs abgesehen, lassen sich die Daten bei Bedarf erneut von Apples Servern laden.

Mediatheken ausmisten

Beim manuellen Aufräumen bieten Musik und Videos eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um Platz zu sparen. Als Erstes sind da die Einkäufe und Downloads aus dem iTunes Store, die man selten bis gar nicht abspielt. Zum Beispiel Titel, die aus Promoaktionen stammen, oder Fehlkäufe, die einem nicht mehr gefallen. Und vergiss die Podcasts nicht. Video-Podcasts sind echte Speicherfresser, wenn man automatisch neue Folgen laden lässt.

Anlaufpunkte sind die Apps Musik, TV und Podcasts. Gehe einfach die Medienbereiche durch und lösche alles, was aus dem iTunes Store stammt und entbehrlich ist. Das Schöne am iTunes Store ist ja, dass er sich die Einkäufe deines Kontos merkt. Dadurch kannst du gelöschte Medien jederzeit wieder auf den Rechner laden. Es geht sogar noch besser. Du kannst auch nur die Downloads entfernen oder gar nicht erst zulassen und Musik, Videos und Podcasts direkt von Apples Servern streamen, ohne sie dauerhaft auf dem Mac zu speichern. In Zeiten von DSL und Datenflatrates lässt sich so eine Menge Platz auf dem Mac sparen.

Immer mehr Fotos

In der Mediathek von Fotos sollte sich das Aufräumen ebenfalls lohnen. Die digitale Fotografie hat ohnehin schon dazu geführt, dass viel mehr Bilder gemacht werden als früher. Man drückt einfach ein paar Mal mehr auf den Auslöser, es kostet ja nichts. Mit der Verbreitung von iPhone & Co. hat die Bilderflut noch weiter zugenommen. Abhängig vom Motiv, dem gewählten Format, ob klassisches JPEG oder effektiver komprimiertes HEIF, und Aufnahmeoptionen wie HDR, Serien, Live Photo oder Porträt musst du grob geschätzt mit ein bis vier Megabyte pro Aufnahme rechnen. Da kommen schnell etliche Gigabyte zusammen. Und durch iCloud-Fotos synchronisiert das iPhone selbst misslungene Bilder oft schon, bevor du sie löschen kannst. So landen sie dann auch auf dem Mac.

Bei Bildern ist es leider am besten, sie durchzublättern und überflüssige Fotos manuell zu löschen. Die meisten Mac-Anwender:innen dürften dafür die App Fotos nutzen. Kleiner Tipp: Vergiss als iPhone-Nutzer nicht, in Fotoserien zu schauen. Oft reicht es, einige wenige Bilder jeder Serie zu behalten.

In den Einstellungen von Fotos lässt sich bei aktivem iCloud-Sync die Option „Mac-Speicher optimieren“ einschalten. Dann speichert Fotos bei Platznot nur komprimierte und in der Auflösung reduzierte Versionen der Bilder auf dem Mac. Die Originale liegen weiterhin auf dem iCloud-Server. Mit macOS Ventura wird das Aufräumen übrigens etwas leichter. Mit dem Update erhält Fotos eine eigene Funktion zum Erkennen von Duplikaten.

Und dazu noch Videos

Da die meisten Digitalkameras auch Videos aufzeichnen können, natürlich in Full-HD- oder 4K-Auflösung, nimmt deren Anzahl ebenfalls zu. Das treibt den Speicherhunger weiter in die Höhe. Die aufgenommenen Filme landen beim Synchronisieren ebenfalls in Fotos unter „Alben > Medienarten > Videos“.

Wenn du Filme auf dem Mac mit iMovie bearbeitest, vergiss anschließend nicht, die zugehörigen Projektdateien zu archivieren und vom Mac zu löschen. Diese können auch eine ganz beachtliche Größe erreichen.

Daten auslagern

Das Auslagern von Daten auf iCloud ist nicht nur ein geeigneter Weg für Musik und Fotos, sondern auch für andere Dokumente. Neben dem reinen Aufräumen der internen Massenspeicher gewinnt die Vermeidung von lokalen Daten immer mehr an Bedeutung. Das liegt daran, dass seit Jahren immer mehr neue Macs eine SSD haben. Bei den Macs mit eigenen Prozessoren hat Apple inzwischen komplett auf die schnellen internen Massenspeicher umgestellt. Aus Preisgründen sind sie viel kleiner. Große interne Festplatten sterben allmählich aus.

Back-ups von iPhone und iPad

Machst du Back-ups von iPhone & Co. im Finder, liegen eventuell Daten alter Geräte oder Zwischenstände auf dem Startvolume. Zum Löschen wählst du ein Gerät in der Seitenleiste im Finder aus. Dann klickst du unter „Allgemein“ auf „Backups verwalten“. Markiere nicht mehr benötigte Sicherungen in der Liste und klicke auf „Backup löschen“, dann auf „OK“. Alternativ kannst du Back-ups und gespeicherte iOS-Updates auch mit dem Dienstprogramm Systeminformationen in „Fenster > Speicherverwaltung > iOS-Geräte“ löschen. So lassen sich oft zig Gigabyte einsparen.

Als Ausweg kannst du Daten auf externe Speichermedien wie eben Cloud-Speicher auslagern. Der wohl einfachste Weg dafür ist nun einmal iCloud, da der Dienst perfekt in alle Apple-Systeme integriert ist und die meisten Nutzer:innen ohnehin ein Konto haben dürften. Ein Klick in den iCloud-Drive-Optionen in den Systemeinstellungen reicht, um die privaten Ordner für Dokumente und Schreibtisch auf dein iCloud Drive zu schieben. Vom Mac aus kannst du dann immer noch schnell über die Seitenleiste auf sie zugreifen. Der Mac zeigt den Inhalt der Ordner wie gewohnt an. Er spiegelt automatisch den Inhalt des iCloud-Servers.

Workshop: So schaffst du mit deinem iCloud-Konto mehr lokalen Speicherplatz

Suchen

Um gezielt Dateien eines bestimmten Typs zu löschen oder zu komprimieren, lässt sich die Spotlight-Suche einsetzen. Wähle als Kriterium für die Art zum Beispiel Filme, Bilder oder Image-Dateien.

Der Spareffekt auf dem internen Massenspeicher kommt dadurch zustande, dass du in den iCloud-Einstellungen zusätzlich die Option „Mac-Speicher optimieren“ einschaltest. Dann zeigt der Mac zwar den Inhalt der iCloud-Ordner an, entfernt aber die lokalen Kopien der Dateien, wenn der Speicherplatz auf dem Mac knapp wird. Versuchst du, auf eine Datei zuzugreifen, lädt der Mac vom Server, falls sie nicht lokal vorliegt. Das passiert völlig transparent und gilt übrigens auch für die Ordner der Programme auf iCloud Drive. Du kannst die lokalen Downloads auch per Kontextmenü manuell auslösen oder entfernen.

Ein ausreichend großes Konto vorausgesetzt, schaffst du so zusätzlichen Speicherplatz und entlastest ein kleines internes Startvolume.

Downloads überprüfen

Ein weiterer Ordner, bei dem sich ein prüfender Blick eigentlich immer lohnt, ist „Downloads“ im Privatverzeichnis. Dort legen Safari und andere Apps standardmäßig aus dem Netz heruntergeladene Dateien ab. Hier findest du üblicherweise Installationsdateien von längst veralteter Software, gern auch mehrere Versionen, oder jede Menge PDFs, die du im Laufe der Zeit zum Lesen geladen hast. Öffne den Ordner im Finder und lass ihn in Listendarstellung anzeigen. Dann sortiere die Dateien einfach nach Größe. So stehen die größten Übeltäter gleich ganz oben im Fenster. Du wirst dich vermutlich wundern, was hier zusammenkommt.

Den Inhalt von Downloads kannst du auch über die Speicherverwaltung der App Systeminformationen aufrufen (in der linken Spalte „Dokumente“ wählen). Der Zugriff im Finder hat allerdings den Vorteil, dass du einfach Objekte aus Downloads in andere Ordner oder auf ein anderes Volume ziehen kannst. Außerdem steht im Finder auch die Suchfunktion zur Verfügung.

Geöffnete Mailanhänge

Das Programm Mail hat die unangenehme Eigenschaft, nach und nach immer mehr Speicherplatz zu belegen. Nicht nur für E-Mails selbst, die man in der Regel ja auch behalten will, sondern für Anhänge. Genauer gesagt für geöffnete Anhänge. Jedes Mal, wenn du eine angehängte Datei direkt aus Mail öffnest, dafür reicht schon der Aufruf der Vorschau mit der Leertaste, legt Mail eine Kopie des Dokuments an. Die Dateien liegen hinterher in einem Ordner namens „Mail Downloads“, der als Cache dient und sich etwas versteckt in deinem persönlichen Library-Ordner befindet. Um ihn zu finden, öffnest du deinen Privatordner und benutzt den Befehl „Gehe zum Ordner“ oder drückst den Kurzbefehl [cmd] + [shift] + [G]. Gib als Ziel „Library/Containers/ Mail/Data/Library/Mail Downloads“ ein und klicke auf „Öffnen“. Damit du den langen Pfad nicht komplett abtippen musst, kannst du den Finder die Ordnernamen vervollständigen lassen: Tippe jeweils die ersten paar Zeichen eines Namens ein und drücke die Tabtaste. Der Mac setzt den ersten übereinstimmenden Namen ein oder bietet passende in einem Menü an. Das klingt etwas umständlich, geht aber ziemlich flott. In „Mail Downloads“ findest du dann diverse Ordner mit seltsamen Zeichenfolgen als Namen, darin die gesicherten Dateien.

Mediatheken auslagern

Musst du den Platzbedarf im Mac drastisch senken, um etwa auf eine SSD umzusteigen, kannst du die Sammlungen von Musik oder Fotos auf eine externe Platte auslagern. Den Speicherpfad änderst du in den Einstellungen der Apps.

Wer Mail viel nutzt, kann hier schon mal ein Gigabyte Daten ansammeln. Löschst du die Ordner, verschwinden nur die Kopien, aber nicht die Originale in Mail oder auf dem Server.

Komprimieren statt löschen

Bist du nicht sicher, ob Dateien wirklich wegkönnen, sind das Auslagern auf externe Medien oder das Komprimieren Alternativen zum Löschen. Die Komprimierungsfunktion des Finder (unter „Ablage“ oder im Kontextmenü) erzeugt ZIP-Dateien.

Diese Kompression ist verlustfrei. Das heißt, du bekommst nach dem Auspacken wieder eine exakte Kopie des Originals. Deshalb lassen sich mit ZIP auch alle Datenarten packen, von Office-Dokumenten über Bilder bis hin zu Apps. Die Ersparnis liegt im Schnitt bei knapp 50 Prozent, hängt aber stark von der Art der Dateien ab. Texte lassen sich zum Beispiel sehr gut, JPEGs dagegen fast gar nicht zippen.

Einen anderen Ansatz verfolgt die verlustbehaftete Kompression, die für einen bestimmten Zweck optimiert ist, zum Beispiel MP3 und AAC für Audio, H.264 und H.265 (HEVC) für Video oder JPEG und HEIF für Bilder. Der Kompressionsgrad lässt sich praktisch frei vorgeben. Der Nachteil ist, dass mit der Stärke der Kompression die Verluste wachsen, die nicht reversibel sind. Dekodierst du die Datei wieder, stimmt sie nicht mehr mit dem Original überein. Deshalb musst du dir vorab Gedanken über die spätere Nutzung machen. Nimmst du für den Import von Musik-CDs als Zielformat AAC mit 256 KBit/s („iTunes Plus“), sinkt der Platzbedarf unter 20 Prozent – ein prima Kompromiss für gängige Boxen, Computer und Mobilgeräte. Für sehr hochwertige Boxen und Kopfhörer nutzt du besser Apple Lossless, doch das spart viel weniger.