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Mehr Spaß am Leben


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 33/2022 vom 12.08.2022

GESUNDHEIT Wohlbefinden ERNÄHRUNG Bewegung

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 33/2022

DR. JOHANNES WIMMER

Mr. Wissen: Als Arzt war Dr. Wimmer vor allem in den Bereichen Radiologie, Psychologie und Kommunikation tätig, startete dann als TV-Moderator und Autor durch. Er ist das Gesicht des YouTube-Kanals „NDR Gesund“ und gibt Tipps auf seiner Webseite doktorwimmer.de Der TV-Doc lebt mit Familie in Hamburg

ELENA UHLIG

Lady Lustig: Seit 20 Jahren ist die Schauspielerin im deutschen Fernsehen und Kino aktiv, etwa in Produktionen wie „Mit Herz und Handschellen“, „Tatort“ oder „Wilsberg“. Sie schreibt selbstironische Bestseller („Mein Gewicht und ich“) und ist mit „Uhligs stilles Örtchen“ auf Instagram erfolgreich. Sie lebt mit ihrem Partner, dem österreichischen Schauspieler Fritz Karl, und vier Kindern in München

MEDIZIN oder MYTHOS?

Es heißt ja: Lachen ist die beste Medizin. Stimmt das?

Die gute Nachricht: Lachen macht nicht nur gute Laune, sondern ...

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... baut tatsächlich Stress ab, stärkt unser Immunsystem, senkt den Blutdruck und dämpft unser Schmerzempfinden. Deshalb ist die schlechte Nachricht leicht verschmerzbar: Lachen ist keine Medizin im herkömmlichen Sinn, aber es tut auf jeden Fall richtig gut und sollte oft zur Anwendung kommen.

Der Doktor macht alles falsch. Okay, in Wahrheit selten, aber in dieser Szene schon: Der beliebte Mediziner und Moderator Dr. Johannes Wimmer zeigt, wie er mit seinem Handy am Schreibtisch sitzt. Der 39-Jährige beugt den Oberkörper vor, legt die Arme lang gestreckt auf den Tisch, blickt dann hoch auf den imaginären Monitor. Physiotherapeutin Svea Köhlmoos steht daneben und korrigiert seine nachlässige Haltung, die auf Dauer Rücken und Nacken schadet. Die Expertin rät zu einer aufrechten Position. Der Blick auf den Monitor geht dabei leicht nach unten. Merke: In diesem Fall ist ein wenig Doppelkinn schön. Zwischendurch lockern oder aufstehen. Starre Positionen sind Gift für das Bewegungstier Mensch. Anschauliche Ratschläge wie diese plant der federführende Sender NDR für das neue Magazin „Leichter leben“ (siehe TV-Tipp Seite 9), das für 15 Folgen die Telenovela „Rote Rosen“ in die Sommerpause schickt.

„Wir predigen keinen Verzicht, sondern bringen mehr Leichtigkeit in den Tag.“

Elena Uhlig, Moderatorin

Der von der ARD verordnete Wechsel von Romantik zu Ratgeber lohnt sich: „Wir stellen genau die Fragen, die sich alle ab und zu stellen“, sagt Dr. Johannes Wimmer. „Ob Hausmittel wirklich Sinn machen, oder ob es wirklich stimmt, dass dieses oder jenes wie durch ein Wunder beim Abnehmen hilft. Aber wir schauen auch darauf, ganz praktische und alltägliche Tipps zu geben – und zwar aus allen Bereichen des Lebens: von Mini-Workouts, die man direkt vorm Fernseher mitmachen kann, über Koch- und Ernährungstipps bis zu lebensrettenden Maßnahmen für den Ernstfall.“ Der Mediziner präsentiert das Magazin gemeinsam mit Schauspielerin und Instagram-Comedian Elena Uhlig. Ein Blick auf eine Testsendung zeigt, dass die Chemie zwischen Arzt und Aktrice stimmt. „Wir kommen mit ein bisschen Humor um die Ecke“, so die 47-Jährige. „Ich gehe öfter spontan dazwischen und frage stellvertretend für die Zuschauer und Zuschauerinnen.“

Das Energiebündel Uhlig fühlt sich erkennbar wohl in ihrer neuen Rolle: „Schauspielen kann ich, und jetzt bin ich auch Moderatorin.“ Hellwach, schlagfertig und witzig hakt sie nach, lockt Dr. Wimmer zuweilen aus der Reserve. „Wir foppen uns auch mal“, so Uhlig. „Außerdem bin ich älter, das gefällt mir. Meist sind bei Doppelmoderationen ja die Frauen jünger.“ Einen Wunsch hat die gebürtige Düsseldorferin: „Ich möchte ihn Wimmer nennen.“

Jede Folge behandelt acht Themen. Das Spektrum reicht von Kaffee über Reiseübelkeit oder Niesen bis zu ernsten Leiden wie Vergiftungen, Arthrose oder Diabetes. Es gibt Talks, Experten, prominente Gäste, Schicksalsberichte, Experimente. Und die Rubrik „Medizin oder Mythos“: In ihr werden Zuschauerfragen zu gängigen Binsenwahrheiten eingespielt, die Dr. Wimmer dann aufs Korn nimmt. Kostproben aus dieser Rubrik können Sie in den runden gelben Infokästen auf dieser und der folgenden Seite lesen. Stimmt es etwa, dass Salz Bluthochdruck verursacht? Ist Lachen gesund? Der TV-Doc antwortet stets klar, aber auch mal augenzwinkernd.

10-Minuten-Trainings

Der Diäten-Wahnsinn ist für dem Hamburger Wimmer einer der größten Gesundheits-Irrtümer: „Es wundert mich ehrlich gesagt immer wieder, wie viele Menschen immer noch an Mittelchen oder Methoden glauben, mit denen man angeblich wie durch ein Wunder abnehmen kann. Aber Fakt ist und bleibt nun mal: Abgenommen wird in der Küche, mit einer gesunden, bunten, ausgewogenen Ernährung. Und nicht, indem man einer Pille oder einem bestimmten Lebensmittel Zauberkräfte zuschreibt.“

MEDIZIN oder MYTHOS?

Ist es richtig, dass Salz Bluthochdruck verursachen kann?

Ja, das stimmt leider! Nehmen wir dauerhaft zu viel Salz zu uns, kann der Natriumspiegel im Blut ansteigen. Als Folge bindet unser Körper mehr Wasser. Zum einen lagert sich mehr Flüssigkeit um unsere Zellen herum an. Zum anderen erhöht sich das Blutvolumen im Blutkreislauf. 7Dadurch steigt der Druck auf unsere Gefäße. Unser Herz muss dann härter arbeiten, um Blut durch unseren Körper zu pumpen. Wer das vermeiden will, sollte salzärmer essen. Schon ein gestrichener Teelöffel weniger pro Tag kann entscheidende Blutdruckwerte deutlich senken.

„Ich gebe zu, dass ich keinen Sport treibe, aber ich tanze gern daheim zu lauter Musik.“

Elena Uhlig, Schauspielerin, Autorin, Comedian und Moderatorin

Essen ist das eine, aber zum Abnehmen und Wohlbefinden gehört auch Bewegung. Nicht jeder schafft lange Trainingseinheiten oder Laufrunden. Dass es auch anders geht, zeigt die bekannte Gymnastiklehrerin Gabi Fastner, Bewegungsexpertin von „Leichter leben“. Auf ihrem YouTube-Kanal richtet sie sich in vielen 10-Minuten-Workouts bewusst an Ältere und Untrainierte. Mit Übungen wie diesen: locker auf der Stelle laufen, Schulter kreisen, Arme rotieren, Dehnen von Armen und Beinen, tiefes Durchatmen. Schon zehn Minuten pro Tag machen einen Unterschied, geben Energie, stärken Muskeln und Immunsystem.

MEDIZIN oder MYTHOS?

Stimmt es, dass man direkt gegen den Muskelkater antrainieren soll?

Zähne zusammenbeißen und gegen den Schmerz weiter Sport treiben? Davon raten Dr. Wimmer und andere Experten ab. Denn tatsächlich handelt es sich bei jedem Muskelkater um kleine Einrisse im Gewebe, also Miniverletzungen, oft in Ober- oder Unterschenkel. Muskelkater entsteht durch eine8 Überbelastung beim Sport oder anderen körperlichen Tätigkeiten. Und wenn er vor der nächsten Anstrengung nicht verheilt, riskiert man weitere Verletzungen. Eine Pause ist das Beste für die strapazierten Fasern. Aber: Andere Muskelgruppen, die nicht vom Muskelkater betroffen sind, können weiter trainiert werden. Auch ein entspannter Spaziergang oder gemütliches Radeln sind okay.

MEDIZIN oder MYTHOS?

Hilft warmes Bier wirklich bei einer Erkältung?

Manche Leute schwören darauf. Tatsächlich macht Bier müde. Erwärmt erleichtert es womöglich das Einschlafen – und im Schlaf regenerieren wir. Hopfen und Malz enthalten zudem ätherische Öle und Bitterstoffe, die eine positive Wirkung auf den Körper haben können. Aber eine wirklich erkältungslindernde Wirkung hat Bier nicht. Ganz im Gegenteil, Alkohol beansprucht das Immunsystem zusätzlich. In sehr geringen Mengen aber sollte es auch nicht schaden. Dr. Wimmer meint: Wer das Gefühl hat, es tue gut, darf abends durchaus ein kleines, nicht zu stark erhitztes Bier trinken.

Oft haben wir unser Wohlbefinden selbst in der Hand. TV-Koch Johann Lafer etwa berichtet in einer Folge von seiner Arthrose, dem weltweit häufigsten Gelenkleiden. Der Spitzenkoch hatte seine Ernährung umgestellt und konnte damit viele Beschwerden lindern. Bei der Diagnose Knorpelschwund sollte man Experten zufolge Nahrungsmittel meiden, die reich sind an gesättigten Fettsäuren, gehärteten Fetten und Arachidonsäure, etwa Butter, Sahne, Wurst, Kekse, Fertiggerichte, Kuchen, Fleisch, Eier und Käse. Gut für die Gelenke ist eine fettarme, vitaminreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen, beispielsweise Joghurt, Lauchgemüse, Brokkoli, Haferflocken, Forelle und Olivenöl.

„Abgenommen wird in der Küche.“

Dr. Johannes Wimmer, Arzt, Autor und Moderator

Tanzen für die Glückshormone

Dabei gilt: Alles mit Augenmaß! Jede Veränderung sollte zur Person passen, sonst bleibt sie meist ein Strohfeuer. „Wir wollen keinen Verzicht predigen, alles ein bisschen lockerer sehen “, so Uhlig. „Ich möchte, dass sich die Leute nachher unterhalten und sagen: ‚Sag mal, hast du das mit dem Bier gesehen?‘“ Sie spielt auf einen Beitrag zum angeblichen Dickmacher Bier an. Dabei macht das urdeutsche Lieblingsgetränk nicht besonders dick – aber Lust auf Essen, das dick macht. Ein schwerwiegendes Detail. Extratipp fürs schnelle Kühlen von Bier und anderen Getränken, falls Gäste hereinplatzen: Ein Mix aus Eis, Wasser, Salz ist der beste Schockfroster.

„Leichter leben“ ist ein TV-Format mit Doktor – aber ohne Doktrin. Uhlig geht dabei ganz sympathisch mit „schlechtem“ Beispiel voran: „Ich gebe zu, dass ich keinen Sport treibe, aber ich tanze gern daheim zu lauter Musik. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden, um die Glückshormone auf Trab zu bringen.“

DAGO WEYCHARDT