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MEILENSTEIN IN KANADA : » AUGE IN AUGE MIT DER CYCLONE «


ROTORBLATT - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 06.08.2019

Die Royal Canadian Air Force erreichte im Sommer letzten Jahres einen neuen Meilenstein, als sie die erste CH-148 „Cyclone“ (Militärversion der S-92 für die kanadischen Streitkräfte) an Bord eines Schiffes stationierte. Patrick Dirksen und Frank Mink durften den Hubschrauber an Deck der HMCS Ville de Québec besuchen.


Die 423. Marinefliegerstaffel, stationiert in Shearwater bei Halifax an der östlichen Atlantikküste Kanadas, betreibt unter anderem den Bordhubschrauber, Rufzeichen „Avalance“, an Deck der HMCS „Ville de Québec“. Bei dem Schiffhandelt es sich um eine Fregatte der Halifax-Klasse mit 134 ...

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Bildquelle: ROTORBLATT, Ausgabe 3/2019

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... Metern Länge. Der Kommandeur der Hubschraubereinheit, Pilot Major Weigelin, ist Chef von 11 Flugmechanikern und zwei Crews, die jeweils aus zwei Piloten bestehen. „Wir sind ehrlich begeistert, dass wir das begleiten dürfen. Es war das erste Mal, dass die CH- 148 über den Horizont hinauskam und es macht jede Menge Spaß“. Bis zu diesem Zeitpunkt flog die militärische S-92 Variante zwar auch über Wasser, musste jedoch nach jedem Einsatz an den Stützpunkt an Land zurückkehren.

In der Reassurance-Mission der NATO war der Hubschrauber an Bord der Fregatte der Marine Gruppe 2 des Verteidigungsbündnisses unterstellt. „Wir zeigen Präsenz und demonstrieren die Unterstützung unserer NATO-Partner. Es war im letzten Jahr somit auch eine Premiere, dass wir den Helikopter im Verbund mit unseren Partnern eingesetzt haben. So konnten wir bei der Gelegenheit auch taktische Einsätze und Trainingsmissionen validieren“, sagt Weigelin. Dieser Übersee-Einsatz endete am 19. Januar diesen Jahres, als die „HCMS Ville de Québec“ wieder in ihrem Heimathafen anlegte.

Am Stützpunkt in Shearwater werden die Versionen 1 und 1.2 der CH-148 hauptsächlich für Training und Entwicklung eingesetzt. An Bord der Fregatte fliegt jedoch bereits die Version 2. Diese Variante ist bereits nah dran an der fi nalen Serienversion und unterscheidet sich lediglich in verschiedenen Soft ware-Updates, die zum Zeitpunkt des Besuches von ROTORBLATT noch nicht ausgeführt worden waren.

Mit ihrer Teilnahme an der Operation „Trident Juncture“ konnte die CH-148 ihren Einsatzwert unter Beweis stellen. Als Teil der Angriffskräft e übernahm die „Cyclone“ eine wichtige ASW-Rolle (Anti Submarine Warfare). Dabei kämpft e sie gegen die Atom-Uboote der beteiligten Partei Frankreich wie auch gegen die dieselelektrischen Unterseeboote Norwegens und Deutschlands. Dabei kam das HELRASSonar zum Einsatz, welches vom Hubschrauber ins Wasser abgelassen wird, um unter Wasser feindliche U-Boote aufzuspüren. Auch der Abwurf von Sonar-Bojen wurde geübt, um Unterwasserbewegungen festzustellen und Freiräume für anlandende Verbände zu schaffen und diese auch unter permanenter Überwachung freizuhalten. Die „Cyclone“ ist dafür mit einem Abwurfk arussell ausgestattet, in dem zehn Bojen und ein 450 Meter langes Kabel für das Tauchsonar Platz fi nden. Weitere Bojen, einmal die reine Horch-Version und auch die Ping-Variante, können im Innenraum der Kabine mitgeführt werden.

Bei dieser Übung kam die CH-148 auch mit der maritimen Version des NH90 der niederländischen Marine in Kontakt. Letzterer war auf der „HNLMS De Ruyter“ stationiert. Da auch der NH90 NFH mit einem Tauchsonar ausgestattet war, konnten gemeinsame Einsatztaktiken entwickelt werden. Um die ASW-Fähigkeit über 24 Stunden abbilden zu können, befanden sich beide Maschinen während der gesamten Übung je 12 Stunden am Tag im Einsatz. Wenn nicht gerade in der Luft , waren die Crews in der „Alert 30“-Bereitschaft , was bedeutet, dass ein einsatzbereites Abheben innerhalb von 30 Minuten möglich sein muss.

Der Crew-Raum an Bord beherbergt auch das Einsatzplanungs- und Analysesystem (MPAS), welches quasi der Arbeitsplatz für die Mannschaft rund um den Hubschrauber darstellt. Das MPAS erlaubt es dem taktischen Koordinator und dem Sensor-Operator, einen Einsatz sehr effektiv vorzuplanen und die Daten anschließend mit einer Festplatte an Bord der CH-148 zu übertragen. Anschließend kann dieser Datenträger auch dafür verwendet werden, nach Abschluss einer Mission alle Daten zu sichten und den Einsatz nachzubereiten. Gleichzeitig gehen diese Daten auch an das Einsatzführungskommando, wo eine noch tiefgehendere Analyse durchgeführt werden kann. Da es sich bei dieser Übungsteilnahme um eine Premiere handelte, war noch ein zusätzliches Crewmitglied abgestellt, um die Arbeitsabläufe und die Arbeitsbelastung zu prüfen und zu dokumentieren.

MEHR INTEGRATION, NEUE FÄHIGKEITEN

In der Zukunft soll es an Bord eine integrierte Einsatzumgebung geben, bei dem das Warfare-System der Fregatte direkt mit dem MPAS des Hubschraubers verbunden ist. So können Einsatzdaten direkt ausgetauscht oder auch übernommen werden und der manuelle, und damit oft fehlerbehaft ete, Übertragungsweg wird entfallen. Der Einsatz bei „Trident Juncture“ ergab eine Unmenge neuer Daten, die einen viel tieferen Gesamteinblick ermöglichten, als es noch bei der CH-124 „Sea King“, dem Vorgänger der „Cyclone“, der Fall gewesen war. „Es war jenseits aller unserer Vorstellungen“, berichtet Weigelin. Der taktische Koordinator (TACCO) an Bord des Hubschraubers tauscht Informationen mit dem Schiffüber Link 11 (Standard für eine NATO-Funkstrecke) aus. Das Schiffselbst ist Link 16-fähig und konvertiert wiederum die Daten für die CH-148 in das Link 11-Format.

Auch in der Radarunterstützung war die CH-148 eine wertvolle Hilfe beim Einsatz im Mittelmeer. „Wir können aufsteigen und eine schnelle Radaraufnahme von allem um uns herum machen. Wir können von oben hunderte von Quadratkilometern mit einem Mal erfassen. Mit dem ISAR-Modus haben wir nicht nur einen Punkt auf dem Radar, sondern können ein richtiges Bild des ausgemachten Zieles erhalten, um die Identifi zierung zu ermöglichen. Das ist ein weiterer wesentlicher Vorteil gegenüber der früheren CH-124.“

Während der Hubschrauber selbst NVGkompatibel ist, hat das Mutterschiff noch keine entsprechende NVG-fähige Beleuchtung. Das soll sich noch ändern, und zwar für alle Fregatten, die eine CH-148 künft ig an Bord haben werden. Die Liste der Vorhaben mit der CH-148 bei den kandischen Marinefliegern ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Sind die Updates bei der Soft ware abgehakt, soll die Fähigkeit für Anti-Pirateneinsätze weiterentwickelt werden. Künft ig kann der Hubschrauber mit einer 7,62 mm Bord-MG ausgestattet werden, die Tests dazu liefen zum Zeitpunkt unseres Besuches gerade noch. Auch Torpedos wird die „Cyclone“in der Zukunft tragen können und damit noch eine weitere ASW-Fähigkeit einbringen. „Wir sind alle von den neuen Möglichkeiten der CH- 148 beeindruckt. Wir wussten zwar, dass die Maschine besser sein würde als der Vorgänger, aber das nun übertrifft doch unsere Erwartungen“, lautet das Fazit von Major Weigelin.