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MEIN ALASKA


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 70/2019 vom 30.10.2019

Alaska, „the last frontier“, das Land der Lachse, Bären und Abenteuer. Begleiten SieThomas Wölfle auf eine Foto-Reise in den größten und wildesten Bundesstaat der USA.


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Bildquelle: FliegenFischen, Ausgabe 70/2019

Low Tide am Alagnak River. Als ich gerade Michael beim Werfen fotografieren wollte, lief hinter mir ein Bär über die trockene Sandbank. Ich drehte mich um und erwischte ihn im perfekten Gegenlicht, sodass sich nur seine mächtige Silhouette abzeichnete. Mehr Alaska geht nicht!


Michael fischt den Slow Swing auf Kings in einem etwas tieferen Channel an einem Fluss, dessen Namen wohl nur Einheimische und die Guides kennen, irgendwo auf der ...

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... Alaska-Halbinsel. Guide Jason schaut genau zu, obwohl an diesem Tag die Kings auf fast alles beißen, was sich bewegt. Ein Traumtag, an den wir beide oft denken, vor allem, wenn wir wieder mal nichts fangen…


Die gewaltige Fett -und Schwanzflosse eines Kings. Da steckt viel Kraft, sehr viel Kraft drin! Viele Flüsse Alaskas bieten ideale Voraussetzungen, um einen Kö nigslachs mit der Fliege zu fangen. Langsame Strömung, nicht zu tiefe Rinnen und die Möglichkeit zu rennen, wenn man dem Fisch am Ufer folgen muss …


Dreimal am Alagnak River, einmal auf den Aleuten und einmal auf Kodiak – Alaska hat mich gepackt! Mit seinem rauen Charme und der unerschöpflichen Natur, allen voran natürlich die Lachse, hat mich dieses Land verzaubert.

„We are because they are!“ Diesen Satz fand ich in einem Bericht über Afrika, finde aber, dass er genauso gut auf Alaska zutrifft. Alaska ist Lachs – und lebt mit und durch den Lachs. Das spürt und sieht man überall.

Als Fischer ist man in Alaska wirklich in einer privilegierten Lage! Königs-, Silber-, Buckel-, Hunds- und Rotlachs steigen dort in die Flusssysteme auf. Dazu gibt es auch noch Steelhead. Mir persönlich hat es in Alaska die Fischerei auf Kings besonders angetan. Der Slow Swing, also das langsame Driften der Fliege in der tiefen Rinne, und das Hoffen auf diesen satten, festen

Volle Konzentration, bevor der Intruder auf die Reise ans andere Ufer geht – Michael beim Wurf am Alagnak. Kings kommen meist mit der Flut in den Fluss. Den Höchststand spürt man, wenn nur noch wenig Druck auf die Leine kommt und man nicht weiß, in welche Richtung der Fluss fließt. Sobald man wieder Zug auf der Leine hat, wird es interessant! Manchmal, aber eben nur manchmal, kündigen sich Kings auch mit einem Rollen an der Wasseroberfläche an.


Der wohl am meisten unterschätzte Lachs. Ich mag ihn. Er hat Charakter, gibt nie auf und wenn man beim Landen nicht aufpasst, geht die Fliegenrute zu Bruch: der Hundslachs oder Chum. Hier ein ganz frisch aufgestiegener, nahezu blanker Fisch aus dem Alagnak River.


Ruck, das macht mir richtig Freude. Fairerweise muss ich sagen, dass das nichts für Sicherheitsfanatiker ist! Nicht wegen der Bären, sondern wegen der Aufstiege.

Doch die Fischerei auf Königslachs kann selbst in Alaska zum Lotteriespiel werden, und auch ich habe schon einige Schneidertage hinter mir. Erfolgserlebnisse natürlich auch. Man muss sich bewusst sein, dass gerade auf bestimmte Lachsarten die Luft dünner wird. Das ist in Skandinavien der Atlantiklachs und in Nordamerika eben der Königslachs.

Ich lasse mich jedoch immer wieder gerne auf dieses Risiko ein, vielleicht auch, weil mich bei einem Schneidertag in Alaska die Natur und die Tierwelt so sanft auffangen.

EINMAL IM LEBEN MUSS MAN NACH ALASKA

Als größter Staat der USA ist Alaska übrigens gleichzeitig der am dünnsten besiedelte. Nicht umsonst ist Alaska „the last frontier“, die letzte Grenze. Es gibt reichlich Natur, und vieles bekommt man in Alaska als Fischer „frei Haus“. Damit meine ich die Tierwelt! Wo sonst fischt man mit Bären auf Lachs, sieht Adler, Elche und Wölfe. Sie alle bewegen sich im nahen Umkreis des Wassers und als logische Konsequenz wird man früher oder später auf sie treffen, ohne dass man irgendwelche teuren Extra-Touren und Führungen buchen muss.

„Wait’n for the plane!“ Was wäre Alaska ohne die schönen alten Beaver De Havillands. Ein Wasserflugzeug, das schön langsam fliegen kann. Hier wartet gerade eine Gruppe von Fischern am Dock der Alagnak Lodge auf ihren Flug zum Fischen ins Outback, wenn man das so sagen kann – denn die Lodge befindet sich ja schon im Outback und ist nur mit dem Wasserflugzeug erreichbar.


Zimmer mit Aussicht und ein Platz für Männer! Hier bindet Jerney gerade einen Intruder für den nächsten Tag. Von seinem Bindeplatz überblickt man den Unterlauf des Aykulik – und wenn man Glück hat, kommen auch einige Bären vorbei.


Ein frischer King, blank und makellos, den Michael mit dem Intruder auf der Alaska-Halbinsel fing.


Doch natürlich sind es, neben den Bären, in erster Linie die Lachse, die mich wieder und wieder in dieses Land ziehen, allen voran die Kings.

In den Zuflüssen der Bristol Bay fiel der Aufstieg an Königslachsen 2019 übrigens sehr gering aus, auf den Aleuten hingegen war er sehr gut. Gründe und Erklärungen, angefangen vom heißen Sommer bis zur kommerziellen Fischerei in der Bay, gibt und gab es viele. Eine Wertung und ein Urteil maße ich mir als fliegenfischender Tourist nicht an, aber die geringen Aufstiegszahlen geben natürlich zu denken. Wer sich für den Königslachs entscheidet, sein Aufstieg fällt meist mit Rot- und Hundslachs zusammen, sollte das im Hinterkopf behalten.

BESUCHEN SIE EINMAL „MEIN ALASKA“

Doch es gibt ja noch den Silberlachs, der in Alaska über viele Jahre konstant aufsteigt. Der fehlt mir eigentlich noch auf meiner Lachs-Liste. Hört sich nach einem guten Plan für 2020 an – falls ich nicht doch wieder im Juli auf Königslachs fische. Wir werden sehn’ …

Ich für meinen Teil möchte Ihnen diesmal „mein Alaska“ zeigen, also das, was ich mit diesem wunderbaren Land verbinde. Vielleicht wagen Sie nach diesen Eindrücken ja auch einmal den großen Sprung über den Teich – einmal im Leben muss man in Alaska gewesen sein …

Pebble Mine – die Schlange im Paradies

Eigentlich waren die Pläne für die „Pebble Mine“ an der Bristol Bay vom Tisch. Doch seit Trump ist dieses Thema wieder aktuell, und zwar mehr denn je. Denn in den Gold-, Kupfer- und Molybdän-Vorkommen steckt Geld, unsagbar viel Geld! Und Geld regiert nun mal die Welt. Zum Glück braut sich inzwischen ein solider Widerstand gegen dieses Minen-Projekt zusammen, dass auch von uns unterstützt wird. Sorry für diese ernsten Worte, doch das musste einmal gesagt werden – Alaska ist mehr als nur ein Rohstofflager!


„Mir persönlich hat es dieFischerei auf Kings besonders angetan.“


Guide Jason beim Abtransport eines Kings für die Küche. Der Weg durch den Lavasand im Wasser war recht mühsam. Bei jedem Schritt sank man ein, stapfte gute 50 Meter durch den Sand zum Fluss. Workout in Alaska, erst die Füße, dann die Arme – und am Schluss das Bier mit Lachsfilet.


Der große King an der Wand der Alagnak Lodge samt Leuchtschrift. Mir gefällt’s. So einen will ich auch mal haben. Das erinnert mich irgendwie auch an die vielen alten Bars in Montana und manche Filme und Serien, wie Twin Peaks samt der tollen Musik. In Gedanken höre ich Indie und Synthie Bands. David Lynch hat da echt ein gutes Händchen dafür. Wenn mann’s mag, versteht sich …

KONTAKT

Wenn Sie sich für die ein oder andere Lodge interessieren: Sie finden diese im Programm von Andino: www.andino.com


Fotos: T. Wölfle