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„MEIN GRÖSSTES GLÜCK“


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 19/2022 vom 04.05.2022

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Artikelbild für den Artikel "„MEIN GRÖSSTES GLÜCK“" aus der Ausgabe 19/2022 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 19/2022

SEIT FAST 50 JAHREN AUF DER BÜHNE 1980 gelang Roland Kaiser mit ?Santa Maria? der Durchbruch. Privat ist er Sozialde mokrat und Bayern München-Fan. Er mag Buletten, Rouladen und Marzipan. Ab und zu gönnt er sich ein Bier

An das schönste Geschenk in seiner Kindheit denkt Roland Kaiser immer noch gern zurück. „Es war ein rot-weißes Jungen-Fahrrad mit Dreigangschaltung. Ich war zehn Jahre alt und stolz wie Bolle. Mutter hatte eine grüne Schleife um den Lenker gebunden“, erzählt der Schlagerstar. Damals hieß er noch Ronald Keiler und wuchs bei Pflegemutter Ella Oertel in einfachen Verhältnissen im Berliner Bezirk Wedding auf. Seine leibliche Mutter, 17 Jahre und ledig, hatte ihr vier Wochen altes Baby vor einem Stift abgelegt. Heute als Erwachsener ist für den Sänger seine dritte Ehefrau Silvia, 56, das größte Geschenk seines Lebens. Seit über 27 Jahren sind sie zusammen. Auch seine vier Kinder Hendrik (31, aus seiner zweiten Ehe mit Anja Schüte, 57), Jan, 26, Annalena, 23, und Silvias Sohn Tim, 34, machen ihn glücklich. Am 10. Mai wird der Entertainer 70 Jahre alt. Wie er seinen ...

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... Geburtstag feiert, was er sich wünscht, wie er seinen ersten Schicksalsschlag verdrängte, warum er demütig ist und wie lange er noch auf der Bühne stehen möchte, verriet der Sylt-Fan FRAU IM SPIEGEL im großen Exklusiv-Interview.

Wie werden Sie Ihren Geburtstag feiern?

Den Tag verbringe ich mit meiner Familie. Ich bin niemand, der sich gern feiern oder lobhudeln lässt. Meine Geburtstage waren mir nie so wichtig. Aber an meinem 70sten komme ich wohl nicht drumrum. Ich habe meine Frau, meine vier Kinder und meine beiden Enkel in die Berge nach Österreich eingeladen.

Sie haben zwei Enkelkinder?

Ja, Silvias Sohn Tim ist schon zweifacher Vater. Damit bin ich seit kurzem auch zweifacher Großvater.

Wie alt sind die beiden?

Meine Enkeltochter wird drei und mein Enkelsohn ein Jahr alt. Opasein ist etwas Wunderbares! Es ist faszinierend zu erleben, wie die kleinen Wesen sich zu denkenden und entzückenden Menschen entwickeln.

Was machen Ihre Kinder beruflich?

Hendrik ist nach wie vor in der Gastronomie tätig, Tim arbeitet als Unternehmensberater, Jan studiert Sportmanagement und Annalena hat ihr Medien-und Musikmanagement-Studium erfolgreich abgeschlossen. Sie arbeitet bei Sony in Berlin. Alle vier machen mir viel Freude.

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?

Gesundheit und Glück für all meine Menschen, die mir wichtig sind. Und das, was wir uns wohl alle in dieser politisch schweren Zeit erhoffen. Ich wünsche mir, dass die Welt endlich zum Frieden findet und dass wir alle mehr auf die Ressourcen unseres Planeten achten. Luxus sollte man nicht über das zweite oder dritte Autos definieren, sondern über die Qualität des Wassers und der Luft.

Was ist das größte Geschenk Ihres Lebens?

Das ist meine Frau. Silvia ist mein Lebensgeschenk. Wir sind jetzt seit über 26 Jahren verheiratet. Silvia ist nicht nur wunderschön, sie ist klug und patent. Sie ist meine Vertraute, Ratgeberin, Freundin und eine wunderbare Mutter. Ich bin immer noch verliebt in sie. Wir sind sehr glücklich und führen ein wunderbares Lebens.

Was macht Ihre Beziehung aus?

Sie ist geprägt von Liebe, Respekt, Achtung, Höflichkeit, Bodenständigkeit und auch viel Humor.

Silvia ist die Frau Ihres Lebens. Hat sie auch eine liebenswerte Macke?

Sie ist sehr akribisch und sehr genau. Bei Silvia muss alles stimmen. Gleichzeitig sagt meine Frau oft zu mir: Du bist ja nicht viel besser als ich!“

Wieso?

Wenn ich mich in ein Auto setze und die Luftaustrittsdüsen sind auf der rechten Seite verstellt, habe ich den Zwang, dass ich anhalte. Dann stelle ich die rechte Seite genauso ein wie die linke. Es muss alles total spiegelgleich sein. Das ist auch nicht ganz normal und ein echter Spleen von mir!

Worauf freuen Sie sich?

Ich fiebere unseren „Sommer Open-Air“-Terminen sowie gleich sechs „KAISERMANIA“-Konzerten am Dresdner Elbufer entgegen. Nach zwei Jahren Corona-Pause geht es endlich wieder los. Außerdem freue ich mich auf meine große Geburtstagstournee, die Ende Oktober in Magdeburg startet.

„Ich empfinde Demut“

Was war der erste Schicksalsschlag Ihres Lebens?

Das war der Tod meiner Mutter. Sie starb drei Wochen nach ihrem schweren Schlaganfall. Damals war ich 15 Jahre. Für mich hatte dieser Verlust neben der tiefen Trauer noch eine andere Dramatik. Denn normalerweise hätte ich in ein Kinderheim kommen müssen. Zum Glück nahm Tante Elisabeth, die Schwester meiner Mutter, mich auf. Das war sicher keine leichte Aufgabe, einem pubertierenden, todtraurigen Jungen ein neues Zuhause zu geben.

Wie sind Sie mit der Trauer klargekommen?

Ich habe viel verdrängt. Ich erinnere mich, dass ich am Beerdigungstag meiner Mutter massenweise Butterkuchen in mich reingestopft habe. Zwölf Stücke waren es. Das war meine Art, die Trauer zu überspielen. Das beschreibe ich auch alles genau in meiner Autobiografie „Sonnenseite“.

Tat Ihnen das Arbeiten an Ihrem Buch, das Eintauchen in die Vergangenheit, gut?

Ja. Die Zusammenarbeit mit meiner Co-Autorin Sabine Eichhorst war höchsterfreulich. Durch unsere stundenlangen Gespräche hat sie es geschafft, in mir längst verschüttete Erinnerungen hervorzurufen. Diese Reise war sehr spannend.

Gab es je ein Treffen mit Ihrer leiblichen Mutter?

Sie soll mich nach der Geburt noch einmal gesehen haben, als ich sieben oder acht Monate alt war. Danach nie wieder. Das hat mir meine Pflegemutter Ella später erzählt. Aber natürlich habe ich an diese Begegnung als Baby keine Erinnerung mehr.

Was wissen Sie von Ihren leiblichen Eltern?

Relativ wenig. Ich weiß nur, dass mein Vater sehr früh gestorben ist und keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter hatte. Sie starb auch relativ früh, kurz vor meinem 18. Geburtstag. Das wurde mir mitgeteilt, als ich damals zu meinem amtlich be-stellten Vormund ging. Ich brauchte eine Unterschrift für den Antrag meines Führerscheins. Er erzählte mir dann vom Tod meiner leiblichen Mutter.

„Ich fiebere den Konzerten entgegen“

SUPERSTAR MIT 70 Roland Kaiser hat in seiner Karriere mehr als 90 Millionen Platten verkauft

ROLAND KAISERS TOUR-TERMINE

Unser Sommer – Die Open Air-Tournee 2022

Vom 10. Juni 2022 bis 25. August 2022

Kaisermania in Dresden Vom 29. Juli 2022 bis 6. August 2022

Roland Kaiser Live mit Band Vom 28. Oktober 2022 bis 24. März 2023

Infos unter www.roland-kaiser.de Karten unter www.eventim.de

Haben Sie Ihren Vater jemals vermisst?

Ich habe ihn nie vermisst. Denn man kann nur vermissen, was man gekannt und verloren hat. Es gab auch innerhalb der Familie wenig Männer. Tante Gertrud, Tante Erna und Tante Elisabeth hatten keine Männer mehr. Meine Pflegemutter hatte nie einen Mann. Ich bin also ohne Vaterfigur aufgewachsen.

Was war Ihre schlimmste Kleidung als Kind?

Matrosenanzug und Lackschuhe.

Sie haben 2010 durch die Lungentransplantation ein neues Leben geschenkt bekommen. Welche Rolle spielt Dankbarkeit für Sie?

In meiner Situation ist Dankbarkeit eine der wesentlichsten Empfindungen. Ich habe nach der COPD-Erkrankung durch die neue Lunge einen zweiten Start ins Leben geschenkt bekommen. Ich bin ein zutiefst dankbarer Mensch. In erster Linie spüre ich dieses Gefühl im privaten Bereich. Wenn man wie ich das Glück hat, in Silvia so eine wunderbare Partnerin und eine gesunde Familie zu haben, empfinde ich Demut. Und auch dass ich beruflich immer noch erfolgreich auf der Bühne stehe, ist ein großes Glück!

Was hält Sie fit?

Meine Frau, die Kinder, die Enkel, die Bühne und meine gesunde Lebensweise.

Ihr Lieblings-Sportler?

Franz Beckenbauer. Ich habe ihn immer wegen seine Eleganz und Nonchalance geschätzt!

Ihr Lieblings-Fußballverein?

Der FC Bayern!

Ihr Lebensmotto?

Ich schaue selten zurück, sondern immer nach vorn. Das treibt mich an.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?

Dale Carnegies „Sorge Dich nicht –Lebe“. Das Buch war in schweren Zeiten sehr aufbauend.

Was macht Ihr Hobby, die Fliegerei?

Die begeistert mich mehr denn je. Meine Frau und ich waren im März einige Wochen in unserem Ferienhaus auf Sylt. In Westerland steht mein kleines Flugzeug und ich bin bei schönem Wetter oft geflogen. Das bringt mir riesigen Spaß.

Wie alt möchten Sie werden?

Natürlich möchte ich gern alt werden. Aber nur, wenn ich körperlich und geistig in guter Verfassung bleibe. Ich möchte das Ältersein mit meiner Frau genießen können. Ich würde gern noch viel mit ihr reisen.

Und wie lange möchten Sie noch auf der Bühne stehen?

Das hängt auch davon ab, wie lange sich mein Publikum für meine Konzerte begeistern kann. Aber das ist, so hoffe ich, noch eine ganze Weile.

◼ CLAUDIA WILLRUTH