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Mein guter Rat: Darf mein Nachbar das? DIE NEUESTEN URTEILE


Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 27.02.2020

Von bellenden Hunden bis Rasenmähen am frühen Morgen


Die Temperaturen werden milder, das Leben in der Natur erwacht, kein Wunder, dass es uns wieder vermehrt nach draußen zieht. Es wird gegrillt, im Garten gearbeitet, auf der Terrasse gefeiert und – leider auch – gestritten. Und das relativ häufig, zumindest mit den Nachbarn. Denn unglücklicherweise führt das Leben an der frischen Luft oftmals zu Reibereien mit den Menschen in der unmittelbaren Nähe. Eine Forsa-Umfrage zeigte, dass knapp die Hälfte der Deutschen tatsächlich schon einmal Zoff mit den Nachbarn hatte. Der häufigste Grund: Lärmbelästigung. ...

Artikelbild für den Artikel "Mein guter Rat: Darf mein Nachbar das? DIE NEUESTEN URTEILE" aus der Ausgabe 10/2020 von Bildwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bildwoche, Ausgabe 10/2020

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Jeder 2. Deutsche hatte schon einmal Streit mit dem Nebenmann


Aber wie laut darf es eigentlich sein? Und was ist sonst, gerade im Frühling, auf Balkon, Terrasse oder im Garten zu beachten? Wir haben für Sie die wichtigsten und neuesten Nachbarschafts-Urteile herausgesucht, die ganz klar aufzeigen, was zulässig ist und was nicht – und wie im Streitfall entschieden wurde.

Das ist auf dem Balkon erlaubt

Kurz raus – eine rauchen? Rein rechtlich spricht nichts dagegen. Fühlt sich der Nachbar aber belästigt, müssen für das Rauchen feste Zeiten vereinbart werden (LG Dortmund, Az. 1 S 451/15). Vorsicht auch beim Blumengießen! Wer dabei Nachbars Balkon volltropft, kann abgemahnt werden (AG München, Az. 1 S 1836/13). Das Gleiche gilt bei der Balkonbepflanzung: Herabfallende Blätter müssen nicht geduldet werden (LG Berlin, Az. 67 S 127/02)!

Ruhe bewahren

Ob Geburtstagsparty oder lockeres Treffen: Für Balkon und Garten gelten die allgemeinen Ruhezeiten. Offiziell ist ab 22 Uhr Zapfenstreich. Wie ruhig es dann sein muss? Das OLG Düsseldorf urteilte: zu laut ist es auf jeden Fall dann, wenn der Nachbar auch bei geschlossenem Fenster nicht schlafen kann (Az. 5 Ss (OWi) 149/95). Auch für Rasenmäher gibt es einheitliche Vorschriften: Von 20 bis 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen müssen sie aus bleiben. Bei Kinder-Lärm gilt: Dieser ist generell hinzunehmen. Allerdings: Je älter Kinder werden, desto mehr haben Eltern auf die Ruhezeiten zu achten (BGH, Az. VIII ZR 226/16). Bei Hundegebell kennen Richter ebenfalls wenig Erbarmen: Häufiges und anhaltendes Kläffen muss nicht ertragen werden (OVG Sachsen, Az. 3 B 87/17).

ABSICHERN Gräbt der Hund das Beet des Nachbarn um, greift die Hundehaftpflicht


So oft darf gegrillt werden

Feste gesetzliche Vorgaben gibt es hier nicht: Das LG Stuttgart etwa gestattet jährlich drei Grill-Events (Az.: 10 T 359/96). Das AG Berlin-Schöneberg hält 20-25 Grillabende für völlig vertretbar (Az. 3 C 14/07). Ganz entspannt ist das LG München und entschied: Ein Verbot könne es nur bei erheblicher Belästigung geben (Az.: I 15 S 22735/03).

Ungetrübtes Garten-Glück

Wurzelhügel im Garten sind ärgerlich, vor allem, wenn sie von Nachbars Baum kommen. Richter entschieden jetzt: Wenn sich die Wurzeln nicht anders entfernen lassen, müssen die Bäume weg (AG München, Az. 121 C 15076/09). Genauso sieht es mit herüberragende Ästen aus: Fallen ständig Nadeln und Zapfen auf die Einfahrt der Nachbarn, ist ein Radikalschnitt durchzuführen (BGH, Az. V ZR 102/18). Ebenfalls nicht auf das Grundstück nebenan gehören Drohnen! Fühlt sich der Nachbar von dem Fluggerät belästigt, darf er es abschießen (hier mit einem Stein), ohne Schadenersatz zahlen zu müssen (AG Riesa, Az. 9 Cs 926 Js 3044/19).

Das gilt bei Haustieren

Der Nachbarshund versucht über den Zaun zu springen? Dann darf man die Polizei rufen! Den Einsatz hat der Hundehalter zu zahlen (VG Neustadt, Az. 5 K 256/11). Die Nachbarskatze jedoch muss man im eigenen Garten dulden. Nach dem AG Offenbach ist das „keine außergewöhnliche Belästigung“ (Az. 380 C 268/11) – genauso übrigens wie gackernde Hühner (LG Koblenz, Az. 6S 21/19).

Beleidigung oder nicht?

Fakt ist: Gartenzwerge sind Geschmacksache! Zeigt der kleine Mann allerdings den Mittelfinger, hört der Spaß auf – der Zwerg muss weg (AG Grünstadt, Az. 2a C 334/93)! Keine Beleidigung ist es hingegen, wenn eine unverheiratete Frau vom Rentnerehepaar nebenan als „Fräulein“ angesprochen wird. Früher hätte man das so gesagt, erklärten die Richter (AG Frankfurt a.M., Az. 29 C 1220/19).