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Mein guter Rat: Jetzt weiß ich erst,: wie stark ich bin!


Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 14.02.2019

Scheidung nach über 20 Jahren. Diese Frauen haben nach dem Schock Erstaunliches entdeck t:


Artikelbild für den Artikel "Mein guter Rat: Jetzt weiß ich erst,: wie stark ich bin!" aus der Ausgabe 8/2019 von Bildwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bildwoche, Ausgabe 8/2019

ZEIT FÜR SICH Das Leben macht wieder Spaß! Nach der Trennung entdeckte Beate ihre Lust am Malen. „Dabei kann ich herrlich entspannen“, sagt sie


BLICK NACH VORN
Vor der Zukunft hat Beate keine Angst mehr. Finanziell kommt sie jetzt über die Runden. Ab und zu verkauft sie ein Bild, vor allem an Freunde


VÖLLIGE FREIHEIT
Pink und der Hund mit im Bett – das hätte Annes Ex nie geduldet


Anne (52): „Endlich stört es keinen mehr, wenn Sweety mit mir im Bett kuschelt.“

Ich musste erst 50 werden, um mir einzugestehen, dass ...

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Ich musste erst 50 werden, um mir einzugestehen, dass ich meinen Mann eigentlich nicht mehr liebe“, erzählt Anne*. Sie war 24, als sie Rolf kennenlernte. „Ich war so unsterblich verliebt, wollte mit ihm alt und grau werden.“ Sogar ihren Sohn aus erster Ehe behandelte Rolf wie ein eigenes Kind. Doch irgendwann änderte sich etwas in ihrer Beziehung. „Es war ganz schleichend, und ich kann es auch nicht so genau definieren. Aber es fing damit an, dass Rolf an mir herumnörgelte: Mein Kleidungsstil war ihm zu flippig, meine Freundinnen bezeichnete er als alberne Hühner, unser Hund Sweety nervte ihn nur noch.“ Er gab Anne ständig das Gefühl, nichts wert zu sein. „Ich die dumme Verkäuferin in einer Bäckerei, er der gescheite Lehrer. An meinem 50. Geburtstag stellte er mich vor allen Gästen bloß. Da reichte es mir und ich wusste: So will und kann ich nicht weiterleben.“ Als Anne über Scheidung sprach, war er für kurze Zeit wieder der liebevolle, aufmerksame Ehemann. Aber Anne ließ sich davon nicht täuschen. Ihr Entschluss stand fest. Zum Glück konnte sie vorübergehend bei einer Freundin unterkommen, denn Rolf machte ihr das Leben zur Hölle. „Aber das ist jetzt Schnee von gestern. Die Scheidung war wie ein Befreiungsschlag. Jetzt wollen meine Freundin und ich unseren Traum verwirklichen und ein kleines Café eröffnen. Mein Selbstbewusstsein ist so stark wie nie, und ich freue mich auf das, was noch kommt.“

Sie hatte es geahnt. Und als Beate* (68) ihren Mann Peter direkt darauf ansprach, gestand er ihr nach 37 Ehejahren: „Ich habe eine neue Freundin – und verlasse dich.“ Beate war fassungslos und sie hatte Angst, ohne einen Cent dazustehen. Denn während sie wegen der beiden Kinder die meiste Zeit zu Hause geblieben war und nur wenig Geld und Rentenpunkte verdient hatte, hatte Peter immer einen gut bezahlten Job. Jetzt weigerte er sich, sie zu unterstützen. Das wollte sie sich nicht bieten lassen!


Keine Panik – nach jahrzehntelanger Ehe gehen Sie nicht leer aus


■ Die Statistik zeigt: Bei „grauen Scheidungen“, also nach 25 Jahren und mehr, wird oft besonders erbittert ums Geld gestritten. Natürlich gibt’s gesetzliche Regelungen: Wer mehr verdient, muss einen Ausgleich zahlen. Im Trennungsjahr stehen dem geringer verdienenden Partner 3/7 vom Nettoeinkommen des besser verdienenden zu. Dem bleiben allerdings 1.200 Euro „Selbstbehalt“ – im Prinzip das Existenzminimum. Doch nach der Scheidung muss jeder sich dann selbst finanzieren. Gerade für Frauen mit lückenhafter Erwerbsbiographie ist das oft hart. Immerhin gibt es viele Ausnahmen, die bei einer Scheidung nach langjähriger Ehe greifen. Beispiel: Der Besserverdienende muss etwa bei Erwerbsunfähigkeit oder Krankheit des Ex-Partners Unterhalt zahlen.

Abgesehen davon geht es aber auch um all das, was man über die Jahrzehnte zusammen angeschafft hat – Vermögen, Immobilien, Möbel. Das zerrt an den Nerven, weil um jeden Euro gekämpft wird. Und um schöne Erinnerungsstücke. Dazu muss der Zugewinnausgleich geregelt werden. Wichtig zu wissen: Ist der Rentenanspruch einmal aufgeteilt, gibt es kein Zurück mehr. Kein Wunder, dass darum besonders erbittert gestritten wird.


Im Alter merken viele: Lieber ein Ende mit Schrecken …


■ Die 68-jährige Beate hat das einzig Richtige getan: Sie ist zum Anwalt gegangen. Zuvor kopierte sie Papiere und Bankbelege, die die gemeinsamen Sachwerte dokumentierten. Mit diesen Beweisen verpflichtete das Gericht den Ex-Mann zum finanziellen Ausgleich. Beate: „Das war keine schöne Zeit, aber heute lebe ich entspannter.“ Und das ist ein Aspekt, der ihr erst so richtig bewusst wurde, als die Scheidungsschlacht ausgestanden war. Jetzt kann sie die Vorteile sehen, die die Scheidung ihr letztlich gebracht hat. „Ich habe keine Angst mehr vor der Zukunft“, sagt sie heute. Sie lebt bescheiden, genießt die Ruhe und ihr liebstes Hobby: das Malen. So hat sie auch einen neuen Freundes-kreis gewonnen und ist glücklicher als je zuvor.


Es warten noch so viele Abenteuer, für die es sich zu kämpfen lohnt


SCHEIDEN TUT WEH
Nach 20 und mehr Ehejahren vor allem finanziell! Jeder will möglichst viel Geld für sich herausholen, um das weitere Auskommen zu sichern


■ Bei vielen Paaren ist der wichtigste Trennungsgrund die Entfremdung. Sie macht sich oft erst bemerkbar, wenn die Kinder aus dem Haus sind und die Eheleute gemeinsam einsam sind. Besonders Frauen wird dann oft klar, dass sie sich ein selbstbestimmtes Leben wünschen, in dem sie ihre eigenen Interessen verwirklichen können, ohne immer auf andere Rücksicht nehmen zu müssen. Häufig geht die Trennung deshalb von ihnen aus. So wie bei Julianna (50). „Es erfordert viel Mut, sich nach 24 Jahren Ehe zu trennen. Es ist mir auch oft schlecht gegangen. Aber gute Freunde haben mitgeholfen, mich aufgefangen.“ Auch das magische Alter 50 lässt viele Frauen anfangen zu überlegen. War’s das schon? Will ich wirklich in der Routine alt werden? Was erwartet mich noch im Leben? Anne (52), die sich nach 25 Jahren Ehe von ihrem Mann trennte, hat danach ihr Selbstwertgefühl neu entdeckt. „Ich habe es geschafft, mir ganz allein eine neue Existenz aufzubauen“, erzählt sie stolz. „Mein Mann hätte mir das niemals zugetraut. Er hat mich immer nur klein gemacht.“ Auch wenn eine Scheidung meist schmerzhaft ist – sie kann neuen Lebensmut bringen. Alle drei Frauen stimmen dem zu: „Das Kämpfen hat sich gelohnt.“ Und Anne ist überzeugt: „Es warten noch viele Abenteuer auf mich!“

2 TOP -TIPPS für Frauen

Warum gute Freunde wichtig sind
Nach oder auch schon während der Scheidung brauchen Sie jemanden, der zuhören kann, der trösten kann, der Sie ablenkt und Ihnen den Schubs in ein neues Leben gibt. Wer solch eine Trennung mit sich alleine ausmacht, läuft Gefahr, dass er es so nicht aus dem Tal der Tränen schafft.

Einvernehmliche Trennung
Sie geht nicht nur schneller, sondern spart auch Kosten, da in der Regel ein Anwalt reicht. Allerdings müssen beide Ehepartner seit mindestens einem Jahr getrennt leben, es muss Einigkeit über den Zugewinnausgleich und die Unterhaltszahlungen bestehen.

TREND AUS USA
Scheidungstorten sollen der Situation die Schwere nehmen. Diese hat Juliannas Freundin gebacken


Julianna (50): „Irgendwann hatte ich den Mut, einen Schlussstrich zu ziehen.“

Kurz vor der Silberhochzeit hat sich Julianna von ihrem Mann getrennt. Nach Jahren, in denen er sich immer mehr von ihr abkapselte und alle Gesprächsversuche abblockte. „Das war ein Punkt, an dem ich einfach nicht mehr konnte“, bekennt sie. Nach einigen Gesprächen hat ihr Mann in die Scheidung eingewilligt. Es gab keinen Streit, auch nicht beim Geld. „Allerdings habe ich bis zuletzt gezittert, ob er wirklich auszieht. Schließlich habe ich ihm die Kisten gepackt. Jede Kiste, die weg kam, hat mich befreit.“ Natürlich war Julianna traurig, wenn sie an den Anfang ihrer Beziehung dachte, an die Schmetterlinge im Bauch. Aber sie wollte auch ihre Träume erfüllen, hat z. B. die Lehrerprüfung nachgeholt. Und: Julianna ist frisch verliebt. „Ich werde verwöhnt wie noch nie in meinem Leben. Ich habe immer gewusst, dass es irgendwo ein kleines bisschen Glück für mich gibt.“

Die ganze Reportage „betrifft – Jetzt bin ich dran“ sehen Sie in der SWR Mediathek.

GLÜCKWUNSCH!
Julianna (l.) freut sich mit ihren Kindern über die bestandene Prüfung



Fotos: Fotolia, iStock (4), SWR / Caroline Haertel (2), *Namen der Redaktion bekannt