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Mein guter Rat: Marie (91) a us Hamburg: Dank meiner polnischen Magd a bin ich bestens umsorgt


Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 24.01.2019

Was Pflege-Helferinnen kosten und wie sie legal zum Einsatz kommen


Artikelbild für den Artikel "Mein guter Rat: Marie (91) a us Hamburg: Dank meiner polnischen Magd a bin ich bestens umsorgt" aus der Ausgabe 5/2019 von Bildwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bildwoche, Ausgabe 5/2019

AUSFLÜGE Dank Magda gibt es für die alte Dame keine unüberwindbaren Hürden mehr


TEAMWORK Um die Zubereitung der Mahlzeiten kümmert sich Magda, Marie hilft aber, wo sie kann


Unser Experte

Markus Küffel, www.pflegezuhause.info Als Sozialmediziner & examinierter Krankenpfleger kennt der Geschäftsführer die Praxis gut

Wenn Marie (91) und Magda (36) zusammen in Hamburg am Hafen entlang bummeln, könnte man meinen, dass Oma und Enkeltochter einen Ausflug machen. Doch die beiden sind nicht miteinander verwandt – Magda ist eine Betreuungskraft aus ...

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... Polen. Bereits seit drei Jahren sind die beiden ein eingespieltes Team – alle acht Wochen wechselt sich Magda mit ihrer Kollegin Bozena ab. Die Seniorin ist überglücklich, dass sie nicht mehr alleine ist und auch ihre Familie ist beruhigt, Marie in guten Händen zu wissen. Tag und Nacht. „Mit meinen 91 Jahren komme ich allein nicht mehr so gut zurecht. Aber dank Magda ist mir der Umzug in ein Heim erspart geblieben und ich habe meine Eigenständigkeit behalten“, freut sich Marie. Magda ist eine von geschätzten 300.000 Betreuungskräften aus Osteuropa. Sie stehen Pflegebedürftigen, die nicht in ein Heim möchten, bei. Gut, dass es sie gibt, denn vergleichbare Hilfe durch deutsches Personal gibt es ganz einfach nicht und wäre wohl auch für Normalverdiener nicht bezahlbar. Was bei der Suche nach einer osteuropäischen Betreuungskraft zu beachten ist, erklärt Markus Küffel, Geschäftsführer der Vermittlungsagentur „Pflege zu Hause Küffel“, die deutschlandweit Betreuungskräfte vermittelt. Seine Agentur schneidet laut Stiftung Warentest (5/2017) am besten ab.

Wichtig ist eine seriöse Vermittlungsagentur

Der wichtigste Tipp des Experten: „Zunächst sollte mit allen Beteiligten besprochen werden, ob diese Betreuungsform die Bedürfnisse der zu betreuenden Person ausreichend abdeckt“, rät Markus Küffel. Denn: In der Regel haben die Frauen ihre Kenntnisse durch Erfahrung oder Kurse in der Altenpflege erworben. Sie kümmern sich um den Haushalt, helfen bei der Körperpflege, tragen zu geistiger Abwechslung bei, begleiten bei Spaziergängen und Arztbesuchen und sind liebevoller Ansprechpartner im Alltag. Aus rechtlichen Gründen ist es ihnen aber nicht erlaubt, Behandlungspflege wie etwa das Verabreichen von Injektionen oder das Versorgen von Wunden durchzuführen. Außerdem sollten Unterkunft der Betreuungs-kraft und Finanzierung geklärt sein. Dann sollte bei einer professionellen und in Deutschland ansässigen Beratungs- und Vermittlungsagentur ein Fragebogen ausgefüllt werden, um die Gesamtsituation zu erfassen, gefolgt vom persönlichen Gespräch mit einem fachlich qualifizierten Mitarbeiter (Krankenschwester, Pflegeberater) bezüglich Pflege und Betreuung. „Erwarten können Sie von einer Agentur Pflegefachwissen, absolute Transparenz Ihnen gegenüber, 24 Stunden Erre ichbarke it und ein kundenfreundliches Notfallmanagement“, so der Experte.

Weitere Alternativen für die Pflege zu Hause

Nicht immer ist eine ausländische Betreuungskraft die ideale Lösung, weil man vielleicht den Angehörigen selbst pflegen will oder der Pflegeaufwand zu hoch ist. So finden Sie Hilfe im Ernstfall:
Erster Ansprechpartner ist die Pflegeversicherung. Sie hilft bei Formalitäten und schickt den Medizinischen Dienst. Auch Pflegestützpunkte sind eine wichtige Anlaufstelle (krankenkassenzentrale.de/wiki/pflegestuetzpunkte)
Pflegedienste übernehmen Intensivbetreuung, Beratung und Medikamentenversorgung.
Verhinderungspflege Sie springt ein, wenn Pflegende selbst eine Auszeit benötigen, und findet zu Hause oder in einem Pflegeheim statt.

EINKAUFEN Die beiden besprechen den Speiseplan für die Woche, kaufen gemeinsam ein


VERTRAUTHEIT Die Chemie muss stimmen, da die Betreuung zu Hause sehr intim ist


GROSSE STÜTZE Mit Magda an der Seite fühlt sich Marie sicher und beschützt – Tag und Nacht


Auch Betreuungskräfte erhalten den Mindestlohn

Was die Kosten betrifft: Es sollte klar sein, dass das Angebot einer Helferin aus Polen für 800 Euro im Monat unseriös ist. Küffel erklärt: „Auch bei der Betreuung gilt der deutsche Mindestlohn in Höhe von derzeit 9,19 Euro.“ In der Regel kommt man auf etwa 2.000 Euro brutto im Monat. Auch Verbraucherschützer raten dringend von Angeboten mit Gesamtkosten ab, die darunter liegen. „Achten Sie als Kunde auf das Vorliegen einer gültigen A1-Bescheinigung. Sie bestätigt, dass Sozialabgaben bereits im Heimatland abgeführt werden und entbindet von der Entrichtung etwaiger Sozialabgaben in Deutschland. Bedenken Sie, dass Sie als Familie haftbar gemacht werden und juristisch zur Verantwortung gezogen werden können, sofern dieses Dokument nicht vorliegt“, warnt Küffel. Kommt man über eine Agentur zur „Perle aus Polen“, dann geschieht dies meistens im Rahmen der geltenden europäischen Entsenderichtlinie. Die Zugehörigkeit etwa zum Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP) kann ein zusätzlicher Qualitätsgarant sein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine selbstständige Betreuungskraft zu engagieren. Auch hier ist dringend anzuraten, sich an einen professionellen Vermittler zu wenden, um einer möglichen Scheinselbstständigkeit aus dem Weg zu gehen. Andernfalls hat die Familie mit Nachzahlungen für Sozialabgaben und möglichen Strafen zu rechnen. Auch wenn man von 24-Stunden-Betreuung spricht, ist das irreführend: Denn die Pflegerinnen dürfen nicht ohne Unterbrechung arbeiten, gesetzliche Pausen und Ruhezeiten sind einzuhalten. Wer seine Betreuungskraft illegal beschäftigt, hat mit juristischen Folgen und Strafzahlungen zu rechnen, denn Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Wer das berücksichtigt, weiß, dass seine Angehörigen liebevoll versorgt sind.

Fotos: picture alliance, www.pflegezuhause.info (6)