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MEIN LIEBLINGSPLATZ: Die Bergwelt der nördlichen Highlands


Schottland - Das neue Reisejournal - epaper ⋅ Ausgabe 13/2019 vom 31.05.2019

Wo ist Schottland am schönsten? Für diese Ausgabe haben wir den Filmregisseur Simon Hunter gefragt.


Artikelbild für den Artikel "MEIN LIEBLINGSPLATZ: Die Bergwelt der nördlichen Highlands" aus der Ausgabe 13/2019 von Schottland - Das neue Reisejournal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Schottland - Das neue Reisejournal, Ausgabe 13/2019

©Pascoe Morrissey

Simon Hunter
Der Regisseur wurde im südschottischen Dumfries geboren. Er lebt in London und Berlin. Im Mai 2019 ist sein Spielfilm „Edie” über eine denkwürdige Wanderung in den Highlands in die deutschen Kinos gekommen.

Ich war sieben oder acht Jahre alt, als ich mit meinem Vater zum ersten Mal auf den Berg Suilven gestiegen bin. Wir konnten vom Gipfel aus meilenweit sehen, bis zur Insel Skye. Bei diesem Blick fallen alle Probleme von einem ab. Ich erinnere mich noch, ...

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Ich war sieben oder acht Jahre alt, als ich mit meinem Vater zum ersten Mal auf den Berg Suilven gestiegen bin. Wir konnten vom Gipfel aus meilenweit sehen, bis zur Insel Skye. Bei diesem Blick fallen alle Probleme von einem ab. Ich erinnere mich noch, wie stolz ich war, dass ich die Tour geschafft hatte und wie eindrucksvoll ich den Berg fand.

Der Suilven liegt in Sutherland, der Grafschaft im einsamen Nordwestschottland. Vom Meer aus betrachtet sieht der Suilven aus wie ein Turm oder eine Säule, die in den Himmel ragt. Das hat ihm den Beinamen „die graue Festung” eingebracht. Der Name Suilven soll sich aus dem Wort für „Säule” in der Sprache der alten Wikinger ableiten. Genau genommen ist der Suilven aber gar keine Säule, auch wenn er stellenweise so aussieht. Man läuft vielmehr über einen Grat, der aus insgesamt drei Gipfeln besteht.

Der Suliven ist ganz anders als die anderen Berge der Highlands. Vielleicht liegt das daran, dass er auf einem Fundament aus uraltem Gneiss sitzt. Dieser sogenannte Lewianische Gneiss ist drei Milliarden (!) Jahre alt. Das ist eine der ältesten Gesteinsarten der Welt. Der Gipfel selbst besteht aus Sandstein, der sich in steilen, 600 Meter hohen Felswänden über dem Sockel erhebt. Der größte Anteil des Sandsteins wurde von der Eiszeit abgetragen. Der Suilven und die benachbarten Gipfel sehen daher aus, als habe ein gigantisches Werkzeug sie aus der Landschaft gefräst.

Ich finde, man spürt das Alter der Nordhighlands. Der Suilven hat eine besondere Magie. Es wächst dort kein Baum und kaum Grün. Es gibt nichts außer dem Gipfel selbst, und der ist wild und wunderschön. Man erwartet fast, dort prähistorischen Tieren über den Weg zu laufen.

Ich liebe das Wandern. Meine Familie gehört zu den „Munro-Baggern”. So nennt man in Schottland Wanderer, die am liebsten auf die höchsten Berge steigen, die Munros. Der Suilven ist zwar nur 731 Meter hoch, und damit kein Munro. Aber es gibt nicht wenige, die ihn für den imposantesten Berg in den Highlands halten.

Zu den Dreharbeiten für meinen Film „Edie” war ich vor einiger Zeit wieder auf dem Suilven; dieses Mal mit der ganzen Filmcrew. Wir hatten uns für den Mai als Drehtermin entschieden, weil es dann mit den gemeinen Stechfliegen, den Midges, noch nicht so schlimm ist. Allerdings war der Suilven noch mit einem weißen Laken aus Schnee bedeckt, und ich war mir nicht sicher, ob wir den Aufstieg überhaupt schaffen.

Die „graue Festung”: Der Berg Suilven. ©Steve Bittinger


Dreharbeiten für den Film „Edie”.


Es gibt im wesentlichen zwei Wege auf den Gipfel. Wir haben uns für den einfachen, aber längeren Weg entschieden. Wir haben uns Zeit gelassen, da unsere Hauptdarstellerin Sheila Hancock zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits 83 Jahre alt war. Außerdem mussten wir die ganze Filmausrüstung tragen. Wir sind ein Stück gewandert, haben Halt gemacht und gedreht. Dann haben wir alles wieder eingepackt und sind weitergezogen. Die gesamte Tour hat fünf Tage gedauert. Vor allem nachts im Zelt war es ganz schön kalt.

Als wir am fünften Tag des Aufstiegs endlich oben waren, war es schon 18.00 Uhr abends. Wir haben alles stehen und liegen lassen, und sofort mit der Arbeit angefangen, um das letzte bißchen Tageslicht auszunutzen.

Ein Hubschrauber hat uns am gleichen Abend vom Gipfel abgeholt. Die Drohne, die wir für Luftaufnahmen dabei hatten, war zuvor an einer Felswand zerschellt. Unser Kameramann ist dann zu dem Piloten in den Hubschrauber gestiegen und hat die letzten Aufnahmen aus der Luft vom Hubschrauber aus gemacht.