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MEIN THEATERTAGEBUCH


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Die Deutsche Bühne - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 01.11.2021

THEATERTAGEBUCH

Artikelbild für den Artikel "MEIN THEATERTAGEBUCH" aus der Ausgabe 11/2021 von Die Deutsche Bühne. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Die Deutsche Bühne, Ausgabe 11/2021

1. 9. 2021 VOLL BESETZEN ODER MASKE ODER WIE?

Die Spielzeit beginnt in Sachen Saalauslastung für die Theater experimentierfreudig – wenn man es nicht chaotisch nennen möchte. Die Hamburger Kulturwelt erlaubt neben 3G nun auch 2G als Option, also Eintritt nur für Geimpfte und Genesene, wobei man etwa am Thalia Theater trotzdem mit 3G im Schachbrett sitzt. Nordrhein-Westfalen dürfte voll besetzen, Berlin auch – dennoch sind viele Häuser vorsichtig, behalten die Maskenpflicht bei, zumindest bis die Zuschauer die eigenen Sitzplätze erreicht haben. Zu Recht, denn die neu gewonnene Freiheit ist Fluch und Segen zugleich. Vollbesetzung ist zweifelsohne verlockend, doch einerseits sind die baulichen Gegebenheiten (inklusive der Lüftungssysteme) nun mal sehr unterschiedlich, andererseits will auch das Publikum mitgenommen werden und sich „sicher“ fühlen. Noch gibt es leider keinen Königsweg. ...

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7. 9. 2021 FRANKFURT BESETZT VOLL

Das Schauspiel Frankfurt darf seitens der Stadt wieder voll besetzen – und tut es unter Einhaltung der Hygieneregeln und mit 3G. Die Oper hingegen bleibt beim doppelten Schachbrettmuster, ist aber laut Pressemeldung „auf dem Weg“ zur Vollbesetzung. Selbst innerhalb eines kommunalen Theaterbetriebes bestehen also unterschiedliche Regularien! Immerhin eins ist klar: In allen städtischen Frankfurter Bühnen muss während der Vorstellung die medizinische Maske auf der Nase bleiben.

8. 9. 2021 AUGMENTED REALITY AN DER RHEINOPER

Heute Vormittag wurde in und um die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf eine neue App fürs Smartphone präsentiert: Auf dem Weg dorthin lud ich mir also die kostenlose OpAR herunter, die mir dann im Foyer der Rheinoper von Intendant Christoph Meyer und der fürs neue Digitale Foyer zuständigen Mitarbeiterin Lena tom Dieck erklärt wurde. Vorm Eingang und ums Gebäude sind metergroße Marker auf den Boden geklebt, von denen man einen QR-Code scannt. Wenn (!) man dann die richtige (also eine möglichst aktuelle) Smartphone-Version besitzt und ein stabiles Netz findet, zeigen sich die realitätsüberblendenden Sequenzen in Augmented Reality auf dem Display und präsentieren künstlerische Schmankerln aus allen Sparten: Eine Tänzerin balanciert in schwindelerregender Höhe auf der Balkonbrüstung, hinter der einstürzenden Außenwand starten historischen Filme über die Rheinoper, und der Riese aus Wagners „Rheingold“ schwebt neben dem Eingangsbereich. Erkenntnis des Tages: viel Aufwand, viele Kosten und technische Startschwierigkeiten für eine nette Spielerei mit – zugegeben – enormem Ausbaupotenzial. Und: Es braucht funktionierendes WLAN! Ansonsten ist Augmented Reality eben Geschmackssache. Ob es vorbeiflanierende Menschen tatsächlich neugierig macht auf den Elitenkosmos Oper, auf die künstlerischen Prozesse hinter den Mauern? Tagsüber bleibt das Haus nach wie vor verschlossen, anders als das wenige Hundert Meter entfernte Schauspiel Düsseldorf mit seinem neuen, offenen Foyer. Das soll ab 2. Oktober immer mittwochs bis samstags ab 14 Uhr zu einem Ort für alle werden – unabhängig von einem Vorstellungsbesuch. Lesen, lernen, reden – und WLAN gibt’s auch. Es lebe die leibhaftige Begegnung!

10. 9. 2021 NEUES INKLUSIVES TANZFESTIVAL

Seit wir in der letzten Ausgabe einen Schwerpunkt zu Inklusion im Theater gemacht haben, ist mein Fokus fürs Thema geschärft. Sonst hätte ich wohl den Start des 1. Festivals für mixed-abled Tanz und Performance in Nürnberg nicht beachtet: Every- Body heißt es und zeigt an drei Tagen ein kompaktes Programm mit Vorstellungen, Workshops, Diskussionen und Filmen über die wachsende Szene des mixedabled dance auf Profi-Ebene. Wer übrigens mit diesem Begriff nicht ganz firm ist: Mixed-abled drückt in der Szene – anders als Inklusion – aus, dass unterschiedliche Körperlichkeiten selbstverständlich sein sollten und Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam tanzen. In Nürnberg wurde EveryBody inzwischen als gemeinnütziger Verein eingetragen, das Festival soll eine Fortsetzung finden.

12 .9. 2021 KRIEGEN WIR EINEN KUL- TURSTAATSMINISTER?

Über Personalien spekuliere man nicht vor der Wahl, heißt es, aber natürlich spekulieren trotzdem alle fleißig vor sich hin. Die Welt am Sonntag zum Beispiel berichtet heute aus Hamburg, wo man Prognosen abgibt, wer dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz womöglich nach Berlin folgen würde. Ganz vorn dabei: Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda, im Ehrenamt Präsident des Deutschen Bühnenvereins, dem im Falle der Fälle aussichtsreiche Chancen auf einen Umzug an die Spree attestiert werden. Das Amt eines Kulturstaatsministers stünde dem eloquenten Politologen und Journalisten gut zu Gesicht, der beherzt für den Schulterschluss von Politik und Kultur eintritt.

13. 9. 2021 PREMIEREN, PREMIEREN, PREMIEREN

Unser Pressespiegel am heutigen Montag quillt mit knapp hundert Seiten über von der Premierenberichterstattung des vergangenen Wochenendes. Es ist Saisoneröffnung, die Lappen vor den Bühnen gehen allerorten wieder hoch, und die Stimmung ist euphorisch. Ein kleiner Querschnitt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Christopher Rüping inszeniert erstmals am Schauspielhaus Bochum und zeigt „Das neue Leben“; am Düsseldorfer Schauspielhaus feierte „Orpheus steigt herab“ von Tennessee Williams eine finstere Premiere in der Regie von David Bösch. Unweit entfernt, am Schauspiel Bonn, interpretiert Simon Solberg das Zukunftsbuch „Unsere Welt neu denken“. Hausherr Stefan Bachmann eröffnet die Saison in Köln standesgemäß mit Lessings „Nathan der Weise“; beim Kunstfest Weimar ist Anna Seghers’ Fluchtroman „Transit“ mit viel Video zu sehen; das Theater Osnabrück zeigt Olivia Wenzels Roman „1000 Serpentinen Angst“ über eine schwarze ostdeutsche Frau als szenische Lesung; am Anhaltischen Theater in Dessau gibt’s ganz repertoirekonform „Die Räuber“ und „Rigoletto“; der Roman „Tiere essen“ von Erfolgsautor Jonathan Safran Foer wird am Dresdner Theater Junge Generation zur Diskussion gestellt; an der Rheinoper in Düsseldorf inszeniert Ballettchef Demis Volpi „Herzog Blaubarts Burg“; an der Staatsoperette Dresden genießt man schwungvoll das „Weiße Rössl“; die Hansestadt Hamburg bietet gleich zwei deutschsprachige Erstaufführungen („Kindeswohl“ von Ian McEwan am Schauspielhaus und „Die Jakobsbücher“ von Olga Tokarczuk im Thalia Theater); und am Jungen Theater Bonn freuen sich junge Leseratten über die Uraufführung des Bestsellers „Die Schule der magischen Tiere“. Reichlich Literaturadaptionen also. Das Theater lebt. Es lebe das Theater!

14. 9. 2021 GDBA-MAGAZIN IM RELAUNCH

Heute flattern mir die schicken Mediadaten des neuen Magazins der GDBA ins Postfach: Toi Toi Toi soll es heißen und ab Oktober anstelle der Bühnengenossenschaft erscheinen. Seit Mai steht ja mit Lisa Jopt eine neue Präsidentin der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger vor, nun soll auch das publizistische Erscheinungsbild „inhaltlicher und kreativer“ werden. „Wir haben uns vorgenommen, das unterhaltsamste Theatermagazin zu produzieren, das politische Themen und Mitgliederwerbung miteinander verbindet“, heißt es in der Pressemitteilung. Wir sind gespannt auf die erste runderneuerte Ausgabe des Fachblattes.

14. 9. 2021 DIGITALES TAGEN BEIM BUNDESFORUM FREIE SZENE

Ab heute sitze ich, soweit es das Redaktionsgeschäft zulässt, drei Tage lang im digitalen Bundesforum 2021, das live im Berliner Radialsystem stattfindet und gleichzeitig gestreamt wird. Zugegeben, eine sehr praktische Nachwirkung der Pandemie, sodass man, statt dauernd auf Dienstreise zu sein, zwischendurch am Redaktions-Zoom teilnehmen oder Kinder aus der Schule abholen kann. Das eng getaktete Programm bringt Vertreter aus Kulturpolitik, Künstlerinnen, Wissenschaftler und (überwiegend sehr etablierte) Kollektive zusammen, um in Impulsvorträgen und kleineren Podiumsgesprächen den Status quo der freien darstellenden Künste zu beleuchten. Es ist die mittlerweile dritte Ausgabe, die gemeinsam vom Fonds Darstellende Künste und dem Bundesverband Freie Darstellende Künste veranstaltet wird – und sie zieht sich in die Länge. Ich höre von Lab-Performances, mit denen sich die freie Szene vom regulären Rollenspiel abgrenzen will; von Finanzierungsstrukturen und Förderinstrumenten, denen zwar noch immer die Nachhaltigkeit fehlt, die aber – so der überraschende Konsens – in der Pandemie erstaunlich gut gegriffen haben. Gerade das Programm Neustart Kultur wurde mehrfach gelobt, was die Kolleginnen und Kollegen hier in Köln natürlich freut. Dennoch bleiben viele Diskurse ernüchternd schal, einhellig, wenig konkret. Hin und wieder durchbrechen einzelne Stimmen den Konsens, wie die Regisseurin Sibylle Peters, die vor einem zu schnellen Zurück zur Normalität warnt: „Wir sollten Zeugnis ablegen, es ist die heftigste Zäsur, die diese Kunstform jemals erlebt hat!“ Das komplette Programm ist on demand abrufbar unter www.bundesforum.art/on-demand. Übrigens bringen wir im Januarheft der DEUTSCHEN BÜHNE einen Schwerpunkt zur freien Szene. Dort wird auch das Bundesforum wieder aufgegriffen.

„Aber jeder hat ein von Gott geformtes Loch in seinem Herzen, eine Ahnung von etwas Größerem. Wir können es ausfüllen mit Kapitalismus, Familie oder irgendetwas anderem. Kunst aber lehrt uns, über das Gefühl zu verstehen.“

Dirigent Michael Francis im Interview mit dem Mannheimer Morgen vom 22. 9. 2021

16. 9. 2021 JUNGE OPERNPREMIERE IN DORTMUND

Für einen kranken Kollegen einspringend, fahre ich nach Dortmund zur Vormittagspremiere an der Jungen Oper. „Persona“ von Thierry Tidrow hatte bereits im Juni Digitalpremiere, nun wird sie, wie so viele, endlich live nachgeholt. Es geht um drei Jugendliche, die ihr Leben in der fiktiven Social-Media-Plattform Persona dokumentieren – mit mehr oder weniger Selbstzweifeln. Jeder chattet, tanzt, likt und zweifelt für sich allein in einem der drei voneinander getrennten Würfel, die auf der kleinen Bühne hinterm Orchestergraben postiert sind. Davor erscheinen Chatverläufe und Selfies auf einer Gaze live über der Szenerie. Die Stimmung im pubertären Publikum ist beachtlich konzentriert, obwohl alle mit ihren Smartphones in der Hand das Geschehen digital mitbestimmen. Nur einige mokieren schon zu Stückbeginn das fehlende WLAN, was die Teilhabe begrenzt – womit ich wieder beim 8. 9. und dem fehlenden WLAN an der Rheinoper wäre. Ich bleibe zum Nachgespräch mit dem künstlerischen Produktionsteam inklusive des jungen Komponisten Thierry Tidrow, derzeit Composer in Residence in Dortmund. Das musikalische Material aus Sprechgesang, kurzen Arien und eingängigen Sounds von „Persona“ umfasst mehrere Stunden – je nach Publikumsentscheidung muss die jeweilige Szenenfortsetzung spontan gewählt werden: eine ziemliche Herausforderung fürs Ensemble. Mich freut es, wie lebhaft die Diskussion im Anschluss läuft, keine Berührungsängste, sondern echtes Interesse seitens der Jugendlichen. Wenn junges Musiktheater das schafft, ist mir um die Zukunft der Sparte nicht bang. Und ich radle beseelt gen Bahnhof.

19. 9. 2021 WIESBADENS INTEN- DANT IST GEKRÄNKT

Uwe Eric Laufenberg fühlt sich nicht beachtet. Weil das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) unter Angela Dorn noch keine Gespräche mit ihm aufgenommen hat, um über seine etwaige Verlängerung nach der Spielzeit 2023/24 zu sprechen, zieht er selbst Konsequenzen: „Ihr lautes Schweigen kann ich mir nur so erklären, dass Sie nicht reden wollen.“ Deshalb stellt Laufenberg sein Amt ab 2024/25 zur Verfügung und wettert im gleichen Zug gegen grüne Wahlsprüche: „,Bereit, weil ihr es seid‘ trifft durchaus auf meine Person zu; aber auf Sie und Ihr Ministerium?“ Die angespannte Lage in Wiesbaden scheint damit ein Ende zu finden, nicht erst Laufenbergs Positionierung in der Coronakrise im Umgang mit Hygienekonzepten und seine „Solo-Diskurse“ während der Pandemie waren umstritten. Neustart als Chance – in diesem Fall wohl zutreffend.

21. 9. 2021 TANZMUSIK FÜR GEHÖRLOSE

In der Osnabrücker Zeitung lese ich heute über die Pläne von Marguerite Donlon als neuer Tanzdirektorin am Theater Osnabrück. Die international etablierte Irin hatte nach über zehn Jahren als Ballettdirektorin am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken nur einen Zwischenstopp für zwei Spielzeiten am Theater Hagen eingelegt, folgte dann dem Ruf von Ulrich Mokrusch nach Osnabrück. Hier nun verfolgt sie das Prinzip Opening doors, plant öffentliche Proben, Workshops, Gespräche in der Natur, um möglichst viele zu erreichen. Diese Art von Barrierefreiheit führt schon ihre erste Uraufführung „Zeit“ weiter; der emotionale Gehalt der Musik, gespielt vom Osnabrücker Symphonieorchester, soll live in Gebärdensprache übersetzt werden, um auch Gehörlosen den Tanzabend verständlich zu machen. Osnabrück darf gespannt sein.

22. 9. 2021 VOLLES HAUS IN KIEL

Zum Ende der Woche erhöht das Theater Kiel seine Platzkapazitäten wieder auf 100 Prozent, die schleswig-holsteinische Coronaverordnung erlaubt das seit 20. 9. auch in Innenräumen mit der 3G-Regel. Keine Maskenpflicht und keine Erhebung von Kontaktdaten für Geimpfte, Genesene und Getestete. Es sieht so aus, als kehre zumindest in Norddeutschland langsam die Normalität zurück.

24. 9. 2021 HAPPY BIRTHDAY, DEUTSCHE OPER BERLIN!

Heute vor 60 Jahren, kurz nach dem Mauerbau, wurde der Neubau der Deutschen Oper Berlin an der Bismarckstraße eröffnet. Das vom Berliner Architekten Fritz Bornemann entworfene Charlottenburger Musiktheater begeht sein Jubiläum mit einer Reihe von Vorträgen und Diskussionsrunden – auch über die Frage, wie eine „Zukunftsoper“ sich digital und analog entwickeln wird und welche Auswirkungen das auf die benötigten Räume hat. Wichtige Fragen.

29. 9. 2021 OBEN OHNE AUCH IN DIE STAATSOPER HAMBURG

2G greift um sich: Die Hamburgische Staatsoper wird ab 1. 11. die Option der Coronaverordnung des Hamburger Senats umsetzen und von 3G auf 2G umsteigen. Das bedeutet keine Abstandsgebote und keine Maskenpflicht in Foyers und im Zuschauerraum mehr für alle Vorstellungen im Großen Haus und für Konzerte in der Elbphilharmonie. Das klingt beängstigend freizügig, und zumindest meine Erinnerung an derart gesichtsentblößtes Miteinander ist lange her. Wie werden wir mit der neuen Freiheit umgehen? Und vor allem: Wird die Debatte um 2G oder 3G uns als Gesellschaft zunehmend spalten? Wir erleben eine Bewährungsprobe – nicht nur im Zuschauerraum und in den künstlerischen Produktionsprozessen.