Lesezeit ca. 3 Min.

»Meine Flugangst ruinierte alle meine BEZIEHUNGEN«


Logo von Grazia
Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 21/2022 vom 19.05.2022
Artikelbild für den Artikel "»Meine Flugangst ruinierte alle meine BEZIEHUNGEN«" aus der Ausgabe 21/2022 von Grazia. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK. Auf Hawaii sowieso nicht. Wenn mir Leute von ihren Reisen erzählen, werde ich neidisch. Natürlich wegen der exotischen Fernziele, der tollen Sandstrände und eindrucksvollen Erlebnisse. Noch viel mehr bin ich aber neidisch auf Menschen, die relaxt in ein Flugzeug steigen können – egal, ob das nach Waikiki oder Westerland geht. Für mich undenkbar. Allein die Vorstellung, in dieses Verkehrsmittel einzusteigen, und auch das Dröhnen der Triebwerke schnürt mir so dermaßen den Hals zu, als wolle man mich mit einem Spaceshuttle ins All schießen.

Na und, könnte man meinen, irgendeine Phobie hat ja jeder. Die einen ekeln sich vor Knöpfen, die anderen mögen keine Clowns. Und mit meiner Flugangst bin ich nicht allein: Studien ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Grazia. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 21/2022 von KOMMEN SIE BITTE REIN!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOMMEN SIE BITTE REIN!
Titelbild der Ausgabe 21/2022 von FASHION CHARTS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FASHION CHARTS
Titelbild der Ausgabe 21/2022 von ECHT JETZT?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ECHT JETZT?
Titelbild der Ausgabe 21/2022 von 1 DIE THEMEN DER WOCHE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
1 DIE THEMEN DER WOCHE
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
ANNALENA ZEIGT, WIE ES GEHT!
Vorheriger Artikel
ANNALENA ZEIGT, WIE ES GEHT!
Brauchen wir einen WECHSELJAHRE-COACH?
Nächster Artikel
Brauchen wir einen WECHSELJAHRE-COACH?
Mehr Lesetipps

... zufolge hat jeder Zweite ein mulmiges Gefühl an Bord.

Aber abgesehen davon, dass ich tatsächlich gern mehr von der Welt sehen würde als die Alpen, die Riviera und die Eckernförder Bucht – besonders jetzt, wo man endlich wieder reisen kann –, gibt es noch ein weiteres Problem: Die Menschen, die mein Leben (und meine Urlaube) mit mir teilen, haben meistens irgendwann die Nase voll von tagelangen Autofahrten.

MEIN ERSTER FREUND WOLLTE MIT MIR UNBEDINGT NACH TUNE- SIEN FLIEGEN. Ich ließ mich überreden und verbrachte den dreistündigen Flug in einem Zustand der Apathie, festgekrallt an dem armen Kerl. Schon Tage vor der Rückreise musste ich meine aufsteigende Panik niederkämpfen. Unbeschwerter Teenieurlaub geht anders. Die nächsten Reisen haben wir mit seinem VW-Bus gemacht, und als er nach dem Abi unbedingt nach Kuba wollte, war unsere Liebe zu Ende. Ein anderer Freund hat mich einmal zu einem langen Wochenende nach Mallorca eingeladen.

„ALS ER NACH KUBA WOLLTE, WAR UNSERE LIEBE VORBEI“

Wie süß – eigentlich. Denn nachdem ich bereits am Check-in in Tränen ausgebrochen war, machte ich auf dem Gang zum Flieger einfach kehrt. Statt in die Höllenmaschine zu steigen, setzte ich mich in die U-Bahn nach Hause. Mein Liebster war erst sprachlos, dann wütend. Und enttäuscht, was am schlimmsten war. Am Ende resignierte ich. Wir buchten um, mussten allerdings mit der Bahn zum Flughafen Köln, und von dort aus ging es am Abend Richtung Palma. Wir hatten einen Urlaubstag, eine Menge Geld und komplett die Nerven verloren.

Ein anderes Mal hatte ich die Möglichkeit, ein mehrmonatiges Praktikum in Los Angeles zu machen. Was für eine Chance! Aber wie hinkommen? Ich suchte nach Schiffspassagen (zu teuer), klapperte sogar die Hamburger Frachtreedereien auf der Suche nach einer bezahlbaren Überfahrt ab. Die Vorstellung, als einzige Frau zwischen zwanzig Matrosen auf einem rostigen Containerschiff den Atlantik zu überqueren, schreckte mich nicht ab, wahrscheinlich hätte ich sogar noch freiwillig das Deck geschrubbt. Nur mein damaliger Freund war nicht ganz überzeugt: Wochenlang führten wir zermürbende Diskussionen über männliches Rudelverhalten, Flugsicherheit und meine überzogene Hysterie. Doch erst die Einsicht, dass die zehntägige An- und Abreise einfach zu lange dauern würde, überzeugte mich schließlich. Ich flog – schwer gedopt mit Psychopharmaka, ohne Hoffnung, den Trip zu überleben. Ich kam an, doch gelegt hat sich meine Aviophobie nicht, im Gegenteil. Mein bislang letzter Flug liegt Jahre zurück, dafür kenne ich die französische Mittelmeerküste in- und auswendig. Mal eben für ein paar Tage nach London? Ach nö, dann vielleicht doch lieber Lüneburg.

ALLERDINGS ZIEHT MEINE VERMEIDUNGSSTRATEGIE NICHT MEHR, SEIT ICH MUTTER BIN. Die letzten Sommerurlaube konnte ich meine Familie noch zu Auto- und Bahnreisen überreden. Doch nachdem mein Sohn einmal den Firmenwagen meines Freundes vollgekotzt hat, unsere kleine Tochter sich in einem mehrstündigen Schreianfall erging und während unserer Nachtzugfahrt von München nach Hamburg bei mehr als 30 Grad die Klimaanlage ausfiel, beschloss mein Schatz: nie wieder!

Nächstes Mal wird geflogen. „Okay, das machen wir“, willigte ich lässig ein. Ist ja noch gaaanz lange hin. Nach Reisebeschränkungen und Unsicherheiten wegen Corona hatten wir für diesen Sommer den Urlaub nämlich (glücklicherweise) schon frühzeitig gebucht: zwei Wochen Ostsee.

NICHT GLEICH IN DIE LUFT GE HEN:LUSTIGE UND BER UHIGENDEFAKTEN ZUM FLIEGEN

Der kürzeste Flug: Er dauert ca. 120 Sekunden und geht von der schottischen Insel Westray zur Nachbarinsel Papa Westray.

Der längste Flug: Er erfordert gutes Sitzfleisch, denn von Singapur nach New York ist man nonstop 18 Stunden und 45 Minuten unterwegs.

Rücksicht: Sie zeigt sich daran, dass wegen der Abergläubischen bei Gate, Reihe und Flugnummern weder 13 noch 17 oder 666 vergeben werden.

Vermisste Koffer en masse: Je sicherer Fliegen wird, desto mehr Gepäck geht offenbar verloren: Durchschnittlich sind es 30 Millionen Teile im Jahr.

0,000012 Prozent: So gering ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Absturz ums Leben zu kommen.

Seminare gegen Flugangst: Alle großen Fluglinien bieten sie an, Lufthansa-Informationen etwa über flugangst.de